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In the Woods of Sins

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Zusammenfassung

Eine junge Frau flieht vor ihrem Stiefvater in einen Wald, der auf keiner Karte verzeichnet ist - und begegnet einem maskierten Mann, der nicht nur gefährlich ist, sonder auch ihre dunkelste Sehnsucht verkörpert. „In The Woods of Sins“ ist eine Dark Romance über Flucht, Verlangen, Abgründe und darüber, dass manche Käfige sich wie Zuflucht anfühlen, wenn das Herz sie auswählt.

Status:
In Arbeit
Kapitel:
2
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Prolog - Raina

Prolog


Ich spüre, wie die Dunkelheit mich umschlingt.

Jeder Schritt knirscht auf dem gefrorenen Waldboden, jeder Ast schnippt mir gegen die Beine, als wollte der Wald mich aufhalten. Meine Lungen brennen, die Angst zieht sich wie ein kalter Draht um mein Herz.

Hinter mir höre ich das leise Knirschen von Stiefelsohlen - zu Spät, um zu wissen, ob sie mich verfolgen oder ob es nur meine Einbildung ist.

Ich renne.

Noch schneller.

Meine Hände greifen nach irgendetwas, das Halt gibt - eine Wurzeln, einen Stein - alles gleitet durch meine Finger. Die Kälte beißt in meine nackten Arme, das Blut an meiner Hand klebt wie eine Warnung.

Ich darf nicht stolpern. Ich darf nicht schreien. Ich darf nicht erwischt werden.


Dann…hört alles auf.

Ein Schatten zwischen den Bäumen, größer als alles, was ich kenne. Ich bleibe abrupt stehen, der Atem rattert in meiner Brust, mein Herz hämmert. Mein Körper weigert sich, weiterzulaufen, aber ich kann mich auch nicht bewegen.

Er tritt aus der Dunkelheit.


Ein Mann.


Muskulös. Oberkörper frei, von Tattoos gezeichnet, die im Mondlicht wie lebendige Zeichen wirken. Sein Gesicht verbirgt eine Silberne Totenschädelmaske, die kalt und unnahbar glänzt. Meine Angst verdoppelt sich, aber seltsam genug…mein Herz zieht sich auch ein Stück weit in seine Richtung.


„Hast du dich im Wald verlaufen, kleiner Vogel?“ Seine Stimme ist tief, rau und trotzdem - gefährlich faszinierend. Jedes Wort zieht ein unsichtbares Band um mich und für einen Moment vergesse ich, zu Atmen.

Ich will wegrennen.

Ich weiß, dass ich es sollte. Doch meine Beine gehorchen nicht. Etwas in seinem Blick hält mich fest. Nicht nur Angst. Etwas anderes. Etwas, das sich in meinen Nacken schleicht und mich gleichzeitig warnen und locken will.

Ich stehe da, zitternd, die Kälte auf meiner Haut, die Angst in meinem Herzen - und weiß, dass dieser Wald nicht nur mein Versteck ist. Er ist ein Käfig. Ein Käfig, dessen einziger Wächter der Mann mit der Maske ist.

Und ich?

Ich bin der kleine Vogel. Gefangen und doch merkwürdig lebendig.


Ich knie noch im Moos, die Hände zitternd, das Blut auf meiner Haut klebend, als er einen Schritt auf mich zumacht. Jeder Muskel in mir schreit, das ich weglaufen soll, dass ich verschwinden soll. Aber ich kann nicht. Ich bin wie gelähmt, gefangen zwischen Angst und…etwas anderem, das ich noch nicht benennen kann.

Er Kniet vor mir, plötzlich nur wenige Zentimeter entfernt. Seine Präsenz drückt mich sanft gegen den Boden, als wäre allein seine Nähe ein Gewicht, das mich zwingt, still zu halten. Mein Herz rast, die Knie schmerzen, der Schweiß auf meiner Stirn kühlt sofort auf der Haut ab. Ich spüre seinen Atem - ruhig, kontrolliert - und gleichzeitig brennend heiß gegen mein Gesicht.


„Du bist verletzt.“ Seine Stimme ist kaum mehr als ein Hauch und ich merke, wie sich meine Kehle verengt. Ich will antworten, aber kein Ton kommt über meine Lippen. Alles, was ich spüre, sind die Wellen von Angst, Müdigkeit und…Verlangen, die sich unaufhörlich in mir winden.

Langsam legt er seine Hände auf meine Arme, sanft, fast fürsorglich. Seine Berührung ist ein Feuer, das durch die Kälte in meinem Körper brennt und gleichzeitig ein Schild, das mich irgendwie schützt. Ich kann nicht sagen, ob ich ihn fürchte oder ob ein Teil von mir will, dass er bleibt. Dass er mich berührt. Dass er mich aufhebt.

Er hebt meine Handflächen, betrachtet die aufgerissene Haut. Das unter meinen Nägel klebt. Mein Atem stockt, die knie Zittern immer noch und mein Herz pocht wie ein wildgewordener Vogel in meiner Brust.

Ich will weinen.

Ich will schreien.

Ich will…weglaufen.

Aber ich kann mich nicht bewegen.


Ich spüre, wie er mich aufrichtet.

Meine Knie wackeln unter mir, ich lehne mich an seinen Arm, unfähig, allein zu stehen. Ich bin verletzlich, müde, zitternd - und er hält mich fest, als würde er mich vor der Welt selbst schützen. Mein Körper protestiert, jeder Muskel schreit nach Freiheit, aber meine Seele…meine Seele beginnt zum ersten Mal seit langem, auf etwas anderes zu vertrauen.

Sein Gesicht bleibt verborgen hinter der Maske, doch ich spüre jede Nuance seiner Bewegung, jede flüchtige Wärme seiner Haut. Ich weiß, dass ich ihm ausgeliefert bin. Ich weiß, dass er mächtig genug ist, mich zu kontrollieren - und ich spüre, dass ein Teil von mir das will.


„Du wirst nicht fallen, kleiner Vogel.“ Seine Stimme ist leise, aber sie trifft mich wie ein Schlag. Ich will protestieren.

Ich will sagen, dass ich es nicht will. Aber ich kann nicht.

Ich bin zu müde, zu verletzt, zu…lebendig in seiner Nähe.

Für einen Moment schließt sich alles um uns der Wald, die Kälte, die Angst. Nur wir beide. Ich bin der Vogel und er…Der Mann, der mein Herz jagt und gleichzeitig hält.

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