Prolog - Maxim
Er fühlte sich zerschlagen, matt und kraftlos. Die Schwäche wollte ihn an den Boden fesseln bevor er überhaupt richtig wach war. Er wusste nicht wo er war. Momentan wusste er kaum sein Namen. Umso wacher er wurde, umso mehr wurde er von einem seltsamen Gefühl bemächtigt. Er hatte Hunger, so unheimlichen Hunger. Doch viel schlimmer war sein Durst. Oder war es ein und dasselbe? Er wusste es nicht. Nur das es überwältigend war. So überwältigend und übermächtig, dass jeder andere Gedanke in den Hintergrund rückte.
Auf einmal erfasste sein Verstand einen Geruch. Süß und kräftig. Seine Gehör hörte ein verlockendes rhythmisches Pochen. Von seinem Verlagen getrieben, sah er die Sterne, die den Himmel erhellten nicht, als er die Augen aufschlug. Er bemerkte auch all die Toten um ihn herum nicht, über die er stolperte, als er sein Ziel zu verfolgen begann. Den Geruch nach Tod nahm er nicht wahr und das leise Stöhnen derer, die im Sterben lagen hörte er nicht. Er war wie in einem Rausch. Deshalb nahm er auch die Menschen, die er an der Quelle des verlockenden Dufts fand, gar nicht als Menschen war. Er begriff nicht was er tat, als er seine Fänge im sie schlug und von ihnen trank. Ihre Schreie kamen in seinen Verstand gar nicht an, ebenso wenig ihre lachhaften Versuche sich gegen ihn zu wehren.
Erst bei seinem letzten Opfer, als er so weit gesättigt war, dass er wieder denken konnte, begriff er was er tat. Unverständig, von sich selbst verstört und voller Hass auf seine Handlung, sah er in angstvoll aufgerissene Augen, aus denen immer mehr das Leben schwand. Ein Blick um ihn, verriet die Zerstörung die er angerichtet hatte. Zu was für ein Monster war er geworden?