The Silent Heiress

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Zusammenfassung

The Silent Heiress Band eins der Blood & Silence-Reihe Eine Dark Mafia Romance Sie begruben sie, als sie acht Jahre alt war. Die Deluca-Erbin wurde für tot erklärt. Ein Sarg wurde hinabgelassen. Eine Dynastie endete. Doch Serafina starb nicht. Sie wurde entführt. Vierzehn Jahre lang lebte sie in Gefangenschaft – zur Stille konditioniert, durch Gewalt geformt, ihrer Kindheit beraubt und gezwungen, in der Dunkelheit zu überleben. Die Unterwelt vergaß sie. Das war ihr erster Fehler. Gerettet in eine Welt, die von Männern regiert wird, die nur vor der Macht knien, kehrt Serafina nicht als verängstigtes Mädchen zurück – sondern als Konsequenz. Gezeichnet. Kalt. Unnachgiebig. Dante Caruso sieht, was andere nicht sehen. Keinen Schaden. Keine Schwäche. Eine Königin. Während politische Allianzen zerbrechen und alte Dons sich gegen eine Frau wehren, die die Krone trägt, tritt Serafina ihr Erbe an – mit Blut an den Händen und Stille als ihrer Waffe. Denn dies ist keine Geschichte darüber, wie ein zerbrochenes Mädchen gerettet wird. Dies ist eine Geschichte darüber, was passiert, wenn sie zur Herrscherin wird. Und in der Unterwelt werden Königinnen nicht ohne Krieg gekrönt. Das Überleben war erst der Anfang.

Genre:
Romance
Autor:
C.B.Night
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
87
Rating
5.0 2 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1


Das Haus war laut in dieser Nacht.

Und dann war es nie wieder laut.”



Die Nacht, in der die Sterne ausgingen

Serafina hätte nicht wach sein dürfen.

Sie wusste das, weil die Lichter im Flur auf ein sanftes Gold gedimmt waren, so wie immer nach der Schlafenszeit. Das Haus hatte Regeln. Alles in ihrer Welt hatte Regeln.

Abendessen um sieben.

Baden um acht.

Ein Kuss auf die Stirn um halb neun.

Ihre Mutter roch immer nach Jasmin und etwas Warmem, das sie nie benennen konnte.

Heute Abend gab es keinen Kuss.

Sie hatte gewartet.

Sie hatte zugehört.

Das Haus war nicht auf die richtige Art still.

Unter der Stille lag eine andere Art von Geräusch. Eine Anspannung, die die Wände dünner wirken ließ.

Stimmen.

Nicht laut. Kein Schreien.

Scharf.

Die Stimme ihres Vaters war tiefer als sonst. Beherrscht, aber angespannt. So wie wenn er mit Männern sprach, die ihn enttäuscht hatten.

Sie setzte sich im Bett auf, ihr dunkles Haar fiel ihr in die Augen. Sie schob es zurück und ließ die Beine über die Bettkante gleiten. Der Marmorboden war kalt unter ihren Füßen.

Sie sagte sich, sie würde nur nachsehen.

Nur kurz schauen und wieder ins Bett gehen.

Sie öffnete ihre Zimmertür langsam und achtete darauf, dass die Scharniere kein Geräusch machten. Der Flur wirkte lang und poliert, die Porträts an den Wänden beobachteten sie mit gemalten Augen.

Die Türen zum Arbeitszimmer waren offen.

Ein schmaler Lichtstreifen drang heraus.

Sie konnte den Rücken ihres Vaters sehen.

Er stand aufrecht und verdeckte einen Teil des Zimmers. Seine Schultern waren breit und unbeweglich. Sie hatte immer gedacht, nichts könnte ihn erschüttern.

Ihre Mutter stand ein Stück hinter ihm, eine Hand ruhte leicht auf der Kante des Schreibtischs. Sie wirkte heute Abend kleiner.

Da waren drei Männer, die sie nicht kannte.

Fremde hatten nachts nichts in diesem Haus zu suchen.

Einer von ihnen lächelte.

Es war ein schmales Lächeln. Es erreichte seine Augen nicht.

Serafina spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog.

Die Augen ihrer Mutter huschten zur Tür.

Zu ihr.

Für einen Sekundenbruchteil trafen sich ihre Blicke.

Ihre Mutter sah nicht überrascht aus.

Sie sah berechnend aus.

Dann—

Der erste Schuss zerriss die Luft.

Er war lauter als Donner. Lauter als alles, was Serafina je gehört hatte.

Ihr Vater zuckte zusammen.

Sie dachte, er sei gestolpert.

Ihr Verstand konnte nicht folgen.

Die Lampe stürzte zu Boden. Schatten tanzten über die Wände.

Ein weiterer Schuss.

Ihre Mutter stolperte rückwärts.

Serafinas Hände flogen zu spät an ihre Ohren. Das Pfeifen kam trotzdem.

Sie versuchte zu atmen, aber ihre Brust fühlte sich wie zugeschnürt an.

Ihr Vater lag auf dem Boden.

Er durfte nicht auf dem Boden liegen.

Ihre Mutter bewegte sich wieder. Schnell. Sie griff in die Schreibtischschublade.

Noch eine Explosion.

Ihr Körper wurde still.

Nicht dramatisch. Nicht langsam.

Einfach… still.

Serafina öffnete den Mund.

Kein Laut kam heraus.

Der lächelnde Mann trat vor, so ruhig, als würde er durch sein eigenes Haus gehen. Seine Schuhe waren schwarz und poliert. Sie starrte darauf. Ihr Gehirn wählte dieses Detail aus. Nicht das Blut. Nicht die Körper.

Die Schuhe.

Die Hand ihrer Mutter lag auf dem Marmorboden.

Der Goldring an ihrem Finger fing das Licht ein.

Er wirkte dort völlig falsch.

Alles wirkte falsch.

Die Lippen ihrer Mutter bewegten sich.

Lauf.

Serafina verstand dieses Wort.

Aber ihre Beine wollten sich nicht bewegen.

Der Mann drehte sich zum Flur.

Zu ihr.

Ihre Augen trafen sich.

Er wirkte nicht schockiert, ein Kind zu sehen.

Er wirkte… nachdenklich.

Als wäre sie etwas, das man in Erwägung ziehen müsste.

„Bring sie mit.“

Die Worte klangen fast gelangweilt.

Hände packten sie von hinten.

Da schrie sie auf.

Der Laut kam rau und hoch aus ihrer Kehle.

Sie biss in die Hand, die ihr den Mund zuhielt. Fest. Sie schmeckte Blut. Nicht ihres.

Jemand fluchte. Schmerz durchzog ihre Wange, als sie geschlagen wurde.

Die Welt neigte sich.

Sie wurde hochgehoben, ihr kleiner Körper über eine Schulter geworfen. Die Deckenlichter verschwammen zu Streifen, während sie trat und zappelte.

„Setz mich ab!“, rief sie, aber ihre Stimme brach mitten im Satz.

Sie drehte den Kopf nach hinten.

Der Eingang zum Arbeitszimmer wurde kleiner.

Sie sah den Arm ihres Vaters, der auf dem Boden ausgestreckt lag.

Sie sah wieder den Ring ihrer Mutter.

Das goldene Aufblitzen war das letzte Beständige im Raum.

Sie versuchte, es sich einzuprägen.

Weil etwas in ihr wusste—

Wenn sie es nicht behielt, würde es verschwinden.

Die Nachtluft traf ihr Gesicht, als sie nach draußen gelangten. Kalt. Zu kalt. Sie hatte keine Schuhe an.

Eine Autotür öffnete sich.

Sie wehrte sich stärker.

Kleine Fäuste. Kratzende Fingernägel. Die Panik machte sie auf diese verzweifelte Art stark, wie Kinder es sein können.

Jemand drückte ihr ein Tuch auf den Mund.

Es roch beißend und falsch.

Sie schüttelte heftig den Kopf.

„Nein—nein—nein—“

Die Welt begann an den Rändern zu verschwimmen.

Stimmen wurden dumpf.

Die Stimme ihres Vaters hallte in ihrem Kopf nach.

Die Augen ihrer Mutter.

Lauf.

Sie war nicht gelaufen.

Dunkelheit legte sich über ihre Sicht.

Das Letzte, was sie fühlte, war das Gefühl, so klein zu sein.

Zu klein.

Und irgendwo hinter ihr wurde das Haus, das immer voller Wärme und Ordnung gewesen war, still.

Vollkommen still.

Als wäre es niemals lebendig gewesen.

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