Kapitel 1 Der CEO
Kapitel 1
„Der CEO“
POV Madeline.
Es schüttet wie aus Eimern, ich habe meine Jacke vergessen und bin zu spät dran.
Ich sehe aus wie eine begossene Pudel, als ich das Gebäude erreiche und mich in der Glastür betrachte.
Mein rotes Haar klebt an meinem Gesicht und mein Make-up ist verschmiert, als käme ich gerade vom Walk of Shame nach einem One-Night-Stand.
Die Türen öffnen sich und ich stürme zum Fahrstuhl, knalle gegen einen großen Mann und stolpere fast über einen anderen.
Ich gleite wie ein Profi in den leeren Fahrstuhl.
Ich drücke den Knopf für den 82. Stock und atme tief durch.
Du schaffst das, Madeline. Du bekommst diesen Job und machst etwas aus deinem Leben.
„Das wird sich erst noch zeigen“, murmelt Alice, meine Wölfin.
In letzter Sekunde schiebt ein massiger Mann im Smoking seine Hand zwischen die Türen und bringt sie sofort zum Stillstand. Er tritt ein und seine grauen, sturmfarbenen Augen treffen meine.
Kaffeeflecken zieren die Vorderseite seines Hemdes.
Oh nein.
Ich trete einen Schritt zurück, um ihm Platz zu machen.
Sein Blick senkt sich, als er mich langsam von oben bis unten mustert – von meinem nassen, triefenden Haar bis hin zu der Pfütze, die sich unter meinen Schuhen bildet.
Er schaut auf den Knopf, den ich gedrückt habe.
„Du bist wegen der Assistentenstelle hier“, sagt er bestimmt. „Spar dir die Mühe.“
„Du hast es echt verkackt, und hattest noch nicht mal ein Vorstellungsgespräch“, kichert Alice, meine Wölfin.
„Danke für den moralischen Beistand“, knurre ich meine Wölfin an.
„Darf ich fragen, warum ich mir die Mühe sparen sollte?“, frage ich den Mann.
„Willst du die Wahrheit hören oder soll ich es dir schönreden?“, fragt er.
„Die Wahrheit.“
„Du bist in mich reingerannt und hast meinen dreihundert-Dollar-Anzug mit Kaffee ruiniert, ohne dich auch nur zu entschuldigen.“
„Also, wenn ich angehalten hätte und...“
„Ich bin noch nicht fertig. Unterbrich mich nicht.“
Er reißt mir den nassen Ordner aus der Hand und öffnet ihn.
Er zieht meinen durchnässten Lebenslauf heraus und lacht.
Ich schaue nach unten.
„Du bist zu spät, unverschämt und hast dir offensichtlich keine Mühe mit deinem Äußeren gegeben. Welcher Idiot dachte, du wärst gut genug für meine Firma?“
Ich beiße mir auf die Lippe. Ich will Amelia, meine Cousine, nicht in Schwierigkeiten bringen.
Der Fahrstuhl hält an.
Eine Frau steht dort, zittert und weicht wortlos zurück.
Dann schaltet sich mein Mund ein.
Der, der mich immer in Schwierigkeiten bringt.
„Weißt du was?“, schnaube ich. „Du bist auch kein Zuckerschlecken, du Arschloch.“
„Wie bitte?“
„Die Tatsache, dass jeder Angst vor dir hat, sagt mir, dass du deine Assistenten wie Unterwäsche wechselst. Du behandelst Menschen wie Dreck und ich wette, die Leute sind zwar nett zu dir, wenn du dabei bist, aber insgeheim hoffen sie, dass du unter einen Bus läufst“, grinse ich.
„Deine Meinung interessiert mich herzlich wenig.“
„Gesprochen wie ein echter Narzisst.“
„Ach ja?“
Er beugt sich vor und schnuppert an mir.
Wie unverschämt.
„Hör zu, du Idiot“, zische ich. „Du magst zwar verdammt scharf sein, deine Augen sind traumhaft und deine Stimme ist rau und macht süchtig, aber dein Mund versaut das ganze Paket.“
Ich lehne mich zu ihm. „Du riechst übrigens gut, wie Old Spice.“
Sein Wesen verändert sich, seine Augen werden weicher und er lächelt leicht.
Die Türen öffnen sich und der Geruch von Kuchen strömt herein, also folge ich meiner Nase.
„Wo willst du denn hin?“, sagt er und folgt mir.
Eine Gruppe von Mitarbeitern feiert gerade einen Geburtstag.
Ich stibitze ein Stück Kuchen.
Vanille-Erdbeer-Sahne, mein Favorit.
Die Musik stoppt und alle schauen plötzlich entsetzt, als sie den Mann neben mir bemerken, der sich auch ein Stück Kuchen nimmt.
Sie stieben auseinander wie aufgescheuchte Hühner.
„Also, du weißt definitiv, wie man einen Auftritt hinlegt“, lache ich.
Ich laufe zurück zum Fahrstuhl und drücke den Knopf nach unten.
„Wo willst du hin?“, fragt der Mann und folgt mir.
„Nach Hause“, sage ich. „Mein Mate hat mich zurückgewiesen, meine Adoptivfamilie hasst mich, ich habe mein Portemonnaie vergessen und ich verhungere. Ehrlich gesagt bist du ein ziemliches Arschloch, also habe ich wahrscheinlich Glück gehabt.“
Er drückt den Knopf nach oben.
„Ich kaufe dir was zu essen, wenn du dich danach von mir feuern lässt.“
Wir beide hören, wie mein Magen bei der Erwähnung von richtigem Essen knurrt.
„Was hast du davon, mich zu feuern?“, frage ich.
„Seltsamerweise baut es Stress ab, wenn ich Leute feuere oder anschreie.“
„Leute feuern ist deine Therapie?“
„Ja.“
Ich atme tief durch.
„In Ordnung. Aber warne mich vorher, damit ich dir eine dramatische Reaktion bieten kann. Außerdem will ich für den Tag bezahlt werden und ein anständiges Mittagessen.“
„Abgemacht.“
Der Fahrstuhl öffnet sich und alle Mitarbeiter rennen heraus, als hätte er die Pest.
„In der Lounge gibt es Kuchen!“, rufe ich ihnen hinterher, bevor ich wieder in den Fahrstuhl steige.
„Ich habe deinen Namen gar nicht mitbekommen“, sage ich und strecke meine Hand aus.
„Du weißt nicht, wer ich bin?“, er zieht eine Augenbraue hoch.
„Das war impliziert, als ich sagte, dass ich deinen Namen nicht mitbekommen habe.“
„Kraven Lockwood.“
„Freut mich, Mr. Lockwood.“
„Und du bist?“
Ich lege den Kopf schief. Sollte er nicht wissen, wer ich bin?
„Madeline Song.“
Die Türen öffnen sich im 82. Stock.
Die Stimmung schlägt von leicht zu angespannt um.
Wir gehen auf sein Büro zu und eine hübsche Brünette sitzt an seinem Empfangstresen.
„Hallo, Mr. Lockwood. Ihre Nachrichten liegen auf Ihrem Schreibtisch und…“
„Du bist in mein Büro gegangen?“
„Nur um Ihre Nachrichten abzulegen, Sir.“
„Wer bist du und warum sitzt du am Schreibtisch meiner Assistentin?“
„Miranda hat mich gestern eingestellt, um Ihnen zu helfen.“
„Du bist gefeuert, weil du ohne Erlaubnis mein Büro betreten hast. Ich habe für heute bereits eine Assistentin. Jetzt verschwinde verdammt nochmal von ihrem Schreibtisch.“
Die Frau fängt an zu weinen, greift nach ihrer Tasche und rennt davon.
„Ruf Miranda an und sag ihr, dass ich sie sofort sehen will“, bellt er mich an und geht in sein Büro.
Ich setze mich an seinen Empfangstresen, blättere durch die Durchwahlliste und wähle Miranda.
„Hallo, Miranda. Mr. Lockwood möchte Sie in seinem Büro sprechen.“
„Oh“, sie legt auf.
Ich hole meine Tasche und einen Spiegel heraus, wische mein vom Regen verschmiertes Make-up mit Feuchttüchern ab, flechte mir schnell die Haare nach hinten und lese die To-do-Liste auf meinem Schreibtisch.
Eine Blondine mit kristallblauen Augen kommt auf mich zu, als wäre sie gerade von einem Modeshooting gekommen.
„Wo ist das Mädchen, das ich eingestellt habe?“
„Er hat sie gefeuert, weil sie ohne Erlaubnis in sein Büro gegangen ist.“
„Kraven und seine Eigenheiten.“ Sie lacht und geht in sein Büro.
Mein Bürotelefon summt und ich gehe ran.
„Sie bewegen sich auf dünnem Eis, Miss Song. Sie haben jeden anzukündigen, bevor er reinkommt, indem Sie den roten Knopf drücken, um die Gegensprechanlage zu aktivieren“, sagt Mr. Lockwood.
„Oh.“
„Das war der zweite von drei Fehlern, Miss Song. Beim nächsten Mal sind Sie gefeuert.“









I really like how you handled the tension in this chapter, especially the dialogue, it feels natural. Curious to see where this goes next.
this just started the wat I like it 😂
was für ein Anfang