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Zerbrochenes Schicksal – Die entzweiten Gefährten

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Zusammenfassung

Vor zwanzig Jahren schenkte die Mondgöttin Violette ihren schicksalhaften Gefährten. Drei Monate später riss ihr eigener Vater das Band aus ihrer Brust. Zwei Jahrzehnte lang glaubte sie an die Lüge, die man ihr aufgetischt hatte: dass Marcx, der Lykaner-Prinz, den sie mit achtzehn liebte, selbst um die Trennung gefleht habe, um seinen Thron ohne sie besteigen zu können. Sie begrub ihren Schmerz, wurde hart und stieg zur ersten Alpha-Wölfin auf, die ihr Rudel seit Generationen gesehen hatte. Doch genau an dem Jahrestag, an dem sie einst gewaltsam voneinander getrennt wurden, schleppt sich Marcx zurück zu der Hütte, in der alles begann – halb verwandelt und im Sterben liegend, vergiftet durch Silber, das im Schlamm zu ihren Füßen klebt. In dem Moment, als sich ihre Blicke treffen, erwacht das tot geglaubte Band mit zerstörerischer Wucht zum Leben. Eine zweite Chance sollte niemals einen so hohen Preis fordern.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
101
Rating
5.0 1 Bewertung
Altersfreigabe
18+

The Ghost of My Fated Mate

~~ Violette ~~

Die Dielen der Hütte rochen noch immer nach getrockneter Zeder und altem Kupfer.

Ich fuhr mit meinen nackten Fingern über den schweren Eichentisch in der Mitte des Hauptraums. Unter einer dünnen Schicht aus grauem Staub war das Holz von tiefen, zerklüfteten Furchen gezeichnet.

Sie stammten nicht von einer Klinge.

Sie waren die physischen Überreste eines Rituals, das vor genau zwanzig Jahren meine Seele in zwei Stücke gerissen hatte.

Dieser Ort war meine geheime Schande. Als regierende Alpha des Moonbeam Pack hätte ich ihn in dem Moment dem Erdboden gleichmachen sollen, als ich an die Macht kam. Ich hätte einen Bulldozer des Rudels bestellen sollen, um die Lichtung zu räumen und die Erinnerungen auszulöschen.

Stattdessen hatte ich Hunderttausende aus Rudelgeldern ausgegeben, um die Tarnzauber zu verstärken und die Magie so umzuleiten, dass sie selbst vor meinen eigenen Wachen verborgen blieb.

Ich beschützte ihn aus einer erbärmlichen, streng gehüteten Nostalgie heraus. Er war ein verstecktes Denkmal für eine verlorene Liebe, ein Schrein für einen Geist, den ich weder begraben noch vergessen konnte.

Ich schloss die Augen und atmete die feuchte, abgestandene Luft ein. Unter meinen Stiefeln spürte ich das schwache, rhythmische Beben der Erde.

Die Ley-Linie unter dem Fundament war ein schlafender Riese. Ich erinnerte mich an das letzte Mal, als sie erwacht war – die rohe Kraft, die mein Vater ihr entzogen hatte. Ein Band zwischen Seelengefährten konnte man nicht mit einem einfachen Zauber durchtrennen; es war ein kosmisches Dekret. Er hatte die Erde selbst gegen uns eingesetzt und die Verbindungen zerschlagen, die meine Seele an einen anderen banden.

Ein plötzliches, heftiges Beben erschütterte die Wände der Hütte und brachte die Kupferkessel zum Klappern, die über der Feuerstelle hingen.

Mein Körper war sofort hellwach. Meine Alpha-Instinkte arbeiteten schneller als mein Bewusstsein, und jeder Muskel war angespannt, bevor ich meinen ersten Atemzug getan hatte.

Die Schutzschilde am Rand kräuselten sich nicht nur – sie zersprangen mit dem Klang von berstendem Glas.

Ich bewegte mich, noch bevor mein Verstand die Bedrohung begreifen konnte. Meine Hand schoss an meinen rechten Oberschenkel, und meine Finger umschlossen den schweren Ledergriff meines Dolches.

Es war kein Stahl. Es war reines Silber. Das Gewicht fühlte sich an wie das Gewicht meiner Autorität – das Recht des Alphas, als Henker zu fungieren. Das Metall war ein Todesurteil für jeden Abtrünnigen, der es wagte, meine Grenzen zu testen. Ein Werkzeug für genau solche Momente.

Vorsichtig trat ich auf die überdachte Veranda und kniff die Augen zusammen, um in das graue Zwielicht zu blicken. Der eiskalte Regen zischte, als er auf die Stufen traf und den umliegenden Matsch in eine rutschige, tückische Suppe verwandelte.

Durch die rissige, überwucherte Baumgrenze brach eine massive Silhouette hervor.

Es war ein nachtschwarzer Wolf von monströsem Ausmaß, locker doppelt so groß wie jeder Beta oder Vollstrecker meines Rudels.

Aber er griff nicht an.

Er überwand die Grenze nicht mit der anmutigen Leichtigkeit eines Raubtiers. Er pflügte wie ein abstürzender Meteor durch das dichte Gebüsch – schwerfällig, unkoordiniert und verzweifelt.

Der Wolf schleifte seine Hinterläufe hinter sich her und hinterließ eine dicke, erschreckende Spur in den unberührten Schneeflecken.

Der Wind drehte sich und der Geruch erreichte mich, bevor ich denken konnte. Er war so beißend und plötzlich, dass ich mitten im Schritt erstarrte.

Es war kein normales Blut. Es war schwarz, oxidiert und roch stark nach Schwefel und verbranntem Eisen – das unverwechselbare Markenzeichen der Henker des Hohen Rats.

Die mit Silber versetzten Wunden, die sich über die Flanken des Tieres zogen, bluteten immer noch und widersetzten sich jeder natürlichen Lykaner-Regeneration.

„Zurücktreten“, befahl ich.

Ich ließ meine Alpha-Aura die Luft erfüllen, ein schwerer, erdrückender Druck, der jeden Eindringling zur Unterwerfung zwingen sollte.

Der schwarze Wolf forderte mich nicht heraus. Er fletschte nicht die Zähne und stieß kein defensives Knurren aus. Stattdessen gab er ein tiefes, feuchtes Röcheln von sich, während seine Vorderpfoten unter seinem gewaltigen Gewicht einknickten.

Der riesige Kopf knallte direkt am Fuß meiner Verandastufen in den gefrorenen Matsch.

Das Tier begann heftig zu zucken.

Das Geräusch der Verwandlung war verstörend. Knochen brachen wie trockene Baumwurzeln in einem Wintersturm, knackten und setzten sich in einem unnatürlichen, chaotischen Rhythmus neu zusammen.

Ich trat einen langsamen Schritt zurück. Der Griff des Dolches schnitt in meine Handfläche, weil ich vergessen hatte, ihn lockerer zu halten.

Das schwarze Fell zog sich in unregelmäßigen Stücken zurück und schmolz dahin, bis darunter blasse, blutverschmierte menschliche Haut zum Vorschein kam. Der Mann rollte sich auf den Rücken. Seine Brust hob und senkte sich schwer, während er nach Luft rang, die seine Lungen nicht halten konnten.

Ich erstarrte.

Der silberne Dolch glitt mir aus den Fingern, klapperte nutzlos auf die hölzernen Verandastufen und rollte in den Schlamm.

Die scharfe, aristokratische Kieferpartie. Die breiten, von Narben gezeichneten Schultern. Das Gesicht, das jeden einzelnen meiner Träume – und Albträume – heimgesucht hatte, seit ich ein Teenager war.

„Marcx?“

Der Name riss sich aus meiner Kehle, rau, atemlos und gebrochen.

Zwanzig Jahre fabrizierten Hasses zerbröckelten in einem einzigen, zittrigen Atemzug. Die Stimme meines Vaters hallte in meinem Kopf wider – die kalten Briefe, die unterschriebenen Dokumente, seine klinische Erklärung. *Er will den Thron ohne dich.* Zwei Jahrzehnte lang hatte ich daran geglaubt. Ich hatte ihn aus der Ferne beobachtet und den Phantom-Schmerz seiner Entscheidung gehegt. Dann, vor einem Jahr, war er verschwunden. Die Welt hielt ihn für tot, und ich hatte mich dazu hinreißen lassen, es ebenfalls zu glauben. Aber der Mann, der da im Schlamm nach Luft schnappte, war kein König, der meine Seele für Macht verkauft hatte.

Seine Augenlider flatterten auf.

Seine Iris war nicht in ihrem natürlichen Bernstein; sie war in einem gebrochenen, ausgebrannten Silber, vergiftet von den Waffen, die ihn gejagt hatten.

In dem Moment, als sich sein Blick mit meinem traf, schnappte das schlafende, verstümmelte Band der Seelengefährten wieder ein.

Es war kein schönes, warmes Wiedersehen. Es war eine gewaltsame, qualvolle Wiederverbindung.

Die Ley-Linie unter der Hütte schoss wie ein Strom durch die Dielen nach oben, der den kürzesten Weg zwischen zwei Punkten suchte – und wir waren diese Punkte. Die durchtrennten Enden des Bandes fanden nicht sanft zueinander. Sie rasteten ein, wie ein gebrochener Knochen, der wieder in die richtige Position springt: ein brutaler Moment des Unbehagens, dann eine neue und schreckliche Ausrichtung.

Marcx stieß ein ersticktes Stöhnen aus, seine Finger krallten sich blind in die gefrorene Erde.

„Violette...“, flüsterte er.

Seine Stimme war ein heiseres, gebrochenes Etwas, durchdrungen von absolutem Schmerz. Er sah nicht aus wie ein ehrgeiziger Prinz, der mich für eine Krone verkauft hatte. Er sah aus wie ein Mann, der durch die untersten Kreise der Hölle geschleift worden war.

Ich starrte auf seinen zertrümmerten Körper hinab, und die Geschichte, die mein Vater mir erzählt hatte – so ordentlich, so perfekt –, begann zu bröckeln. Mein Vater, der Meisterstratege. Ein Alpha, der sein Vermächtnis um jeden Preis sicherte. Dieser gebrochene Mann passte nicht in dieses Bild. Der Gedanke war wie ein Eissplitter in meinem Bauch: Was, wenn es nie seine Wahl war?

Und wenn er all die Zeit da draußen am Leben und gejagt worden war – nicht tot, niemals tot, nur verschwunden – was hatte man mich dann noch alles glauben lassen?

Bevor ich ihn anschreien konnte, bevor ich Antworten auf zwanzig Jahre Qual fordern konnte, verdrehten sich seine Augen.

Sein Körper versteifte sich. Der Verwandlungsprozess blieb komplett stehen, gefangen in einem grausamen Schwebezustand.

Seine Hände blieben zu brutalen, gekrümmten Krallen verlängert, und seine Brust war noch immer teilweise mit grobem, schwarzem Fell bedeckt. Er war in einem tödlichen, halb verwandeltem Zustand gefangen.

„Nein, nein, nein“, geriet ich in Panik und ließ mich im Matsch auf die Knie fallen.

Ich packte seine eiskalten Schultern und schüttelte ihn. „Marcx, beende die Verwandlung! Sieh mich an!“

Er reagierte überhaupt nicht. Er steckte fest. Der Zustand, den jeder Gestaltwandler fürchtete: ein gefährlicher Schwebezustand, der immer im Wahnsinn endete.

Er ertrank in der Dunkelheit, und ich war die Einzige, die ihn noch herausholen konnte.

~~ Anmerkung der Autorin ~~

Hallo, Leser! Vielen Dank, dass ihr in das erste Kapitel meines ersten Romans, The Broken Bond: Severed Mates, eingetaucht seid.

Ich bin unglaublich aufgeregt, diese Welt mit euch zu teilen. Um euch zu beruhigen: Ich habe den gesamten Plot des Buches fertig ausgearbeitet, ebenso wie das World-Building, die Legenden und die Charakterbögen. Ihr seid in sicheren Händen, und ich bin entschlossen, diese Geschichte für euch zu Ende zu bringen.

Davon abgesehen bin ich noch neu im Umgang mit der Inkitt-Community und den Tools! Ich würde mich riesig über eure Hilfe freuen, während ich mich hier einlebe und meine Geschichte so umstelle, dass sie den POV besser hervorhebt. Falls ihr Lieblings-Schreibgruppen, Foren oder spezielle (Reddit-)Communities habt, in denen sich Autoren aufhalten und Tipps austauschen, hinterlasst mir bitte eine Notiz hier oder auf meinem Profil. Ich würde mich freuen, mich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und zu lernen, wie ich diese Geschichte so gut wie möglich machen kann.

Danke, dass ihr mich auf dieser Reise begleitet!

✨vG✨ Victorine Grimshaw

Kapitel
1. The Ghost of My Fated Mate
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