Der stumme Riese

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Zusammenfassung

„Schweigen schützt niemals die Schwachen, mein Junge... es schützt immer nur die Starken.“ Thüringen, im Jahr 1350: Johannes ist ein geschundener Knecht in der Schmiede seines grausamen Vaters. Gezeichnet von Hunger und dem täglichen Kampf ums Überleben, hat er jede Hoffnung verloren. Bis eine monumentale, ungeschönte Urgewalt das Dorf betritt: ein namenloser Hüne mit einem kräftigen Bauch, einem schweren Körper und einem messerscharfen Verstand. Mit einer Handvoll Pfeffer kauft er das örtliche Gasthaus und erweckt den maroden Schankraum zu neuem, pulsierendem Leben. Hinter der eisernen Fassade des Riesen verbirgt sich eine gnadenlose Gerechtigkeit. Er befreit den Jungen aus der Knute seines Vaters, schenkt ihm eine neue Heimat und macht ihn zum Teil seiner Welt, zusammengeschmiedet im Blut und im Schweigen. Doch als ein abscheuliches Verbrechen das Dorf erschüttert, lässt der neue Wirt die „Faust des Teufels“ niederfahren. Getrieben von unbändigem Hochmut tappt der stolze Hüne in eine tödliche Falle und gerät in die Fänge des mächtigsten Kirchenfürsten der Region: des Bischofs von Erfurt. Um das Leben seines Jungen zu schützen, wird er all seiner Macht beraubt. Wird es Johannes gelingen, seinen einstigen Retter zu beschützen, oder wird die Macht des Bischofs den Riesen in sein Verderben stürzen? Tritt näher an den Tresen, Fremder, und lausche einer Geschichte, die du niemals vergessen wirst.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
25
Rating
5.0 2 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Vor der Pforte - Der Aushang & Prolog

Das Gasthaus „Zum wilden Bären“ lädt dich ein, doch was dich am Tresen erwartet, kennt keine Gnade. Die Geschichte dieses vermeintlich friedlichen Wirts bricht mit jedem glatten Klischee und greift tief in das Fleisch und die Psyche seiner Figuren.Dieses historische Werk verzichtet auf weichgespülten Kitsch und glattgebügelte Helden. Es ist eine kompromisslose, charaktergetriebene Erzählung voller menschlicher Abgründe und rauer Intensität für ein erwachsenes Publikum. Es beschreibt eine unbarmherzige Welt und behandelt viszerale, tiefgründige Traumata. Die unbeschönigte Darstellung sensibler Themen dient ausnahmslos dem realistischen Worldbuilding und der Charakterentwicklung. Es findet keine reißerische Ausschmückung oder Verharmlosung statt. Wenn du auf das Düstere und Verwundbare der menschlichen Seele empfindlich reagierst, lies bitte mit entsprechender Vorsicht.Schlage nun die Pforte auf – und erlebe das Gasthaus im tiefen Thüringer Wald.

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Oh! Hallo, Fremder, seid mir gegrüßt. Ich habe Euch hier noch nie zuvor gesehen. Willkommen in meinem Gasthaus „Zum wilden Bären“!

Nehmt doch schon einmal Platz am Tresen, und ich mache Euch Euer Getränk der Wahl fertig. Was darf es sein? Ah, eine sehr gute Wahl ... Wartet, das habe ich gleich hier. Einen kleinen Moment noch. Ich bücke mich kurz tief unter den Tresen und krame in den Regalen. Ach, diese Unordnung! Gute Bedienstete sind momentan einfach schwer zu finden, sag ich Euch ... Aber so, das hätten wir. Hier, Euer Trunk, lasst es Euch schmecken!

Ich hoffe, Euch stören die tratschenden Waschweiber im Eck und die grölenden Bauern mit ihren klappernden Tonkrügen in meinem Schankraum nicht? Gute Gäste, wie sich das Gesindel ja selbst nennt, aber ... Jeder Silberpfennig ist Gold wert, wie ich immer sage.Aber kommen wir zu Euch. Was führt Euch zu mir? Ah, verstehe ... Ihr seid hier, weil Ihr Eurem Alltag entfliehen wollt. Ja, das kann ich verdammt gut verstehen.Ich hätte da eine Geschichte für Euch von einem Fremden, der ein neues Leben in einem kleinen Dorf im Thüringer Wald suchte. Ihr seid interessiert? Ja? Das freut mich sehr. Na dann hört gut zu, und ich beginne mit der Geschichte ...