Wer weiterliest

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Zusammenfassung

Ein Student will nur seine Pflichtlektüre für das Seminar „Alte Texte“ erledigen. Die *Chronica Veldkampii* wirkt zunächst wie eine düstere, aber harmlose Studienausgabe über Pestberichte, Totengräberlatein und alte Chroniken. Doch das Buch ist warm. Zu warm. Und auf der ersten Seite steht eine Warnung: Wer weiterliest, öffnet die Tür – unwiderruflich. Was als nächtliche Lektüre beginnt, wird zu einem Sog in eine andere Zeit. Plötzlich findet sich der Student im Jahr 1350 wieder, in Veldbruck, mitten zwischen Pest, Gruftgeruch, Glockengeläut und einem Toten, der nicht so tot ist, wie er sein sollte. In der Familiengruft der Veldkamps wartet etwas im Dunkeln. Etwas, das atmet. Schmatzt. Lauscht. Und seinen Namen kennt. Je weiter er liest, desto stärker verschwimmen die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen Student und Edrik, zwischen Beobachter und Opfer. Die Chronica erzählt nicht nur von einem Fluch – sie macht den Leser zum Teil davon. „Wer weiterliest“ ist eine unheimliche Gothic-Horror-Geschichte über verbotene Texte, alte Seuchen, Nachzehrer und die Frage, ob manche Türen besser für immer geschlossen bleiben sollten.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
11
Rating
n/a
Altersfreigabe
16+

Prolog

Chronica Veldkampii – Atem des Todes(Randnotiz des Studenten) Ich sollte schlafen. Stattdessen schreibe ich diese Zeilen. Warum? Vielleicht, weil ich das Gefühl habe, dass ich sie später brauchen werde.

P R O L O G

Ich brauche Schlaf. Aber die Chronica Veldkampii liegt vor mir – grau, staubig, warm. Zu warm. Seminar »Alte Texte«. Pflichtlektüre. Pestberichte, Totengräberlatein, bröckelige Chroniken. Nichts Besonderes. Und trotzdem kann ich nicht wegsehen. Etwas in dem Buch atmet. So fühlt es sich zumindest an.

Studienausgabe, Seminar »Alte Texte«, Pflichtlektüre »Und es geschah zu der Zeit, da eine große Plage über das Land kam, dass die Menschen schrien in den Nächten, doch ihr Flehen verhallte im Staub der Straßen. Denn der Tod wandelte im finsteren Grund, und sein Atem fuhr aus in die Häuser der Veldkamps. Und sie sprachen: ›Höret, wie es schmatzet unter der Erde. Folget ihm nicht, sonst seid ihr verloren.‹«

Moderne Übertragung(Eigene Randnotiz des Studenten) Kurzfassung: Eine schwere Plage. Viel Gebet, kein Erbarmen. In der Gruft der Veldkamps hört man Schmatzen. Und man sagt: Wer es hört, dem folgt es.