Lesbarkeit anpassen
Aa

Der Klang der blinden Spiegel

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

Es gibt eine Finsternis, die nicht vom Mangel an Licht herrührt, sondern von der Präsenz eines uralten, kalkulierten Bösen. In den prachtvollen, barocken Gassen Wiens, hinter den Fassaden aus Gold und Tradition, schläft dieses Böse nicht – es herrscht. Wenn die menschliche Justiz vor den Abgründen der Korruption und der dämonischen Manipulation kapituliert, bleibt nur noch ein einsamer Ermittler, gefangen in einem Labyrinth aus Täuschungen...

Genre:
Mystery
Autor:
Denicaieri
Status:
In Arbeit
Kapitel:
4
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1: Das gefrorene Schweigen

Die Nacht über Wien lag schwer und kompromisslos wie ein Leichentuch aus Granit. In den verlassenen Gängen des alten Sanatoriums am Stadtrand tanzte der Staub im fahlen Licht der wenigen verbliebenen Straßenlaternen. Es war die Art von Stille, die nicht durch die Abwesenheit von Geräuschen entstand, sondern durch das Gewicht von Geheimnissen, die zu lange ungesagt geblieben waren. Die Kälte kroch durch die geborstenen Fensterscheiben, ein eisiger Hauch, der sich wie eine unsichtbare Hand um den Hals derer legte, die es wagten, diesen Ort zu betreten. Es roch nach verrottetem Holz, feuchtem Kalk und einer undefinierbaren, süßlichen Note, die unweigerlich an Verfall erinnerte. Kriminalkommissar Alexander Forst stand vor der massiven Eichentür des Hauptarchivs. Seine Finger, in dünne Latexhandschuhe gehüllt, berührten das kalte Metall des aufgebrochenen Schlosses. Es gab keine Einbruchspuren an den Fenstern, keine physikalischen Schäden an den Außenwänden. Wer auch immer hier eingedrungen war, besaß nicht nur die Schlüssel zur materiellen Welt dieses Gebäudes, sondern schien sich wie ein Geist durch die Mauern bewegt zu haben. Ein kalter Schauer lief Forst über den Rücken, ein untrügliches Zeichen seines Körpers, das ihn vor einer Gefahr warnte, die rational nicht greifbar war.Auf dem Boden des Raumes, exakt im Zentrum eines staubigen Pentagramms, das aus den Bruchstücken alter Krankenakten geformt war, lag eine einzelne, weiße Schachfigur: die Dame. Sie war mit einer roten, öligen Substanz beschmiert, die im fahlen Mondlicht fast schwarz wirkte. Es war kein menschliches Blut. Es war eine zähe, nach Schwefel und verbranntem Myrrhe riechende Flüssigkeit – das blasphemische Markenzeichen eines Mannes, dessen Namen man in den elitären Kreisen der Stadt nur mit panischer Ehrfurcht aussprach: Viktor Valerius. Plötzlich erlosch das Licht seiner Taschenlampe. Die Dunkelheit brach herein wie ein physischer Schlag. Forst hörte ein tiefes, kehliges Atmen direkt hinter seinem Nacken, eine Präsenz, die so kalt und bösartig war, dass seine Muskeln augenblicklich versagten. Ein dämonisches Flüstern, das nicht aus dem Raum, sondern direkt in seinem Kopf widerhallte, sprach seinen Namen aus: „Alexander... du bist bereits Teil des Opfers.“ Der Boden schien unter seinen Füßen nachzugeben, und eine lähmende Schwere zog ihn in die absolute Schwärze. Seine Lungen schnürten sich zu. In genau diesem Moment der absoluten Hilflosigkeit, als die bösartige Präsenz ihn zu ericken drohte, geschah das Unerklärliche. Ein einzelner, blendend weißer Lichtstrahl brach durch das verstaubte Dachfenster des Sanatoriums, obwohl der Nachthimmel Sekunden zuvor noch wolkenverhangen und sternenlos gewesen war. Das Licht traf Forst direkt auf die Brust. Eine plötzliche, übernatürliche Wärme durchflutete seinen Körper, sprengte die unsichtbaren Fesseln der Lähmung und vertrieb das dichte Gefühl der Bosheit aus dem Raum. Ein tiefer, friedlicher Atemzug füllte seine Lungen, als hätte eine schützende, göttliche Hand die Dunkelheit weggeschoben. Die Taschenlampe in seiner Hand leuchtete von selbst wieder auf. Auf dem Boden war die ölige Substanz der Schachfigur zu weißer Asche zerfallen.Forst wusste, dass dieses Spiel bereits begonnen hatte, lange bevor er den Tatort betreten hatte. Die Mächte, die hier gegeneinander kämpften, waren älter als die Justiz selbst. Und er war kein bloßer Ermittler mehr; er war ein Werkzeug in einem weit größeren Krieg. 

Lass Denicaieri wissen, was du von diesem Kapitel hältst!
Ich liebe es

0

Ich liebe es

Lustig

0

Lustig

Pikant

0

Pikant

Spannend

0

Spannend

Emotional

0

Emotional

Tiefgründig

0

Tiefgründig

Herzerwärmend

0

Herzerwärmend

Schockierend

0

Schockierend

Gutes Schreiben

0

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

0

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

0

Toller Charakter

Starker Dialog

0

Starker Dialog

Weitere Empfehlungen

Die abgewiesene Delta

wegner1962: Die Geschichte ist sehr spannend und fesselnd.

Jetzt lesen
Der Wolf in mir

kuesterinfo: Toll geschriebene Geschichte, super Charaktere und spannende Abschnitte. Bin gespannt wie es weiter geht!!!

Jetzt lesen
Die Stimme des Wolfes

anico: Die Geschichte ist angenehm und sanft geschrieben. Bisher interessant und recht spannend.

Jetzt lesen
White Diamond and Black Heart

Daydreamerin: Diese Geschichte ist dark, gut geschrieben, mit sehr unerwarteten Plotwendungen und auch Brutalität. Die Wendung, die Glee durchläuft, passiert nicht in drei Kapiteln und ist gut über alle Kapitel verteilt. Was es realistischer macht.Insgesamt eine interessant durchdachte Geschichte, für die man Ner...

Jetzt lesen
Nebelwolf - Fäden der Götter - Band 1

Sabine: Ich war schon lange nicht mehr so gefesselt von einem Roman. Hab ihn regelrecht verschlungen und nichts anderes mehr gemacht als zu lesen. Wenn man Werwolfgeschichten mag, sehr empfehlenswert. Ich mag es, dass der Hintergrund der Charaktere genauer beleuchtet wird und die Geschichte dadurch an Tiefe...

Jetzt lesen
Die verschmähte Mate

user-mvvfKVeVD1: Sehr spannende Geschicht...gut geschrieben...alles top

Jetzt lesen
His dark little secret

Inke0606: Die Geschichte hat mich gefesselt, mich am Schlafen gehindert bis ich am Ende angelangt bin. Eine wirklich interessante Geschichte mit einem Geheimnis für die Protagonistin, welches ihr selbst micht klar ist.

Jetzt lesen
Violet Blood

volpaskatja: Fesselnd, leidenschaftlich, manchmal traurig, ja es floßen Tränen, ein wunderbares Buch mit Empfehlung zum entdecken.

Jetzt lesen
Im Dunkel der Nacht

Silvia: Sehr spannend und fesselnd zugleich. Super geschrieben. Es macht Spaß sie zulesen. Bin schon gespannt auf Teil 2 Hoffe dieser kommt schnell.

Jetzt lesen