Neue Liste erstellen
Mit deinen Freunden teilen
Lesbarkeit anpassen

Das Fundament der Macht - Ungleiche Freunde

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

Willkommen an der elitären Ashford University – einem Ort aus efeubewachsenem Sandstein, uraltem Geld und eiskalten Machtspielen. Als mittellose Stipendiatin betritt Emily Miller eine Welt, die nicht für sie bestimmt ist. Im berüchtigten Wohnheim St. Jude’s kämpft sie gegen soziale Kälte und die erdrückende Last der Existenzangst. Während die reichen Erben sie ignorieren, weigert sich Emily, das unsichtbare Opfer zu sein: Ihr scharfer Verstand ist ihre einzige Waffe. Als der arrogante Hockey-Star Brad Kensington droht, das Leben der unnahbaren Diva Vanessa Sinclair zu zerstören, wittert Emily ihre Chance. Sie geht ein gefährliches Spiel ein und bietet Brad einen riskanten Pakt an – ohne zu ahnen, dass sie damit das fragile Gleichgewicht der gesamten Akademie ins Wanken bringt. Aus zwei gegensätzlichen Welten entsteht eine unzerbrechliche Allianz: Emily, die brillante Strategin, und Vanessa, das unberechenbare Feuer. Gemeinsam stellen sie sich den grausamen Regeln der Oberschicht. Doch das wahre Spiel beginnt erst, als ein Name die ehrwürdigen Hallen erzittern lässt: Professor Viktor Blackwood kehrt zurück. Das offizielle Prequel zur Bestseller-Reihe »Der Schatten des Wissens«. Eine intensive Dark-Academia-Geschichte über verbotenen Ehrgeiz, Klassenunterschiede und eine Freundschaft, die das Fundament für ein Imperium legt.

Status:
vor einem Tag
Kapitel:
38
Rating
5.0 (1 Bewertung)
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1 - Das Lamm unter Wölfen

Szene 1: Der eiserne Vorhang


Das warme Licht der späten Augustsonne brach sich in goldenen Fäden durch das dichte Blätterdach der uralten Platanen, die die kilometerlange Auffahrt säumten. Es war einer dieser trügerisch perfekten Spätsommertage, an denen die Luft noch die Hitze der vergangenen Wochen trug, während ein erster, kühler Lufthauch bereits den nahenden Herbst ankündigte.

Der zehn Jahre alte silberne Ford Sedan rollte ruhig über das Kopfsteinpflaster. Der Motor schnurrte gleichmäßig und sauber – Arthur Miller war ein Mann des Handwerks, ein erfahrener Kfz-Mechaniker, der jede Schraube und jeden Zylinder dieses Wagens mit eigenen Händen gepflegt hatte. Der Lack glänzte in der Sonne, und im Innenraum roch es vertraut nach Lederpflege, schwarzem Kaffee und Lindas Minzpastillen. Es war das Auto einer soliden, hart arbeitenden Mittelschichtfamilie.

Und genau deshalb wirkte es hier wie aus einer völlig anderen Welt geschnitten.

Emily Miller saß auf der Rückbank, den Rücken aufrecht, die Hände ruhig in den Schoß gelegt. Ihre langen, schmalen Finger ruhten auf dem Einband einer abgegriffenen Ausgabe von Milton. Durch das geöffnete Fenster strömte der Duft von gemähtem Rasen, teurem Leder und schwerem, orientalischem Damenparfüm herein. Ihre smaragdgrünen Augen musterten die Kulisse, die sich hinter der Allee majestätisch auftat.

Die Ashford University thronte wie eine uneinnehmbare Festung aus dunklem Sandstein, massiven gotischen Spitzbögen und kunstvoll geschmiedeten Eisentoren. Efeu kletterte über Jahrhunderte altes Mauerwerk, und die riesigen Buntglasfenster fingen das Sonnenlicht ein wie geschliffene Edelsteine. Hier wurde Macht gelehrt. Hier wurde Einfluss vererbt.

„Gütiger Himmel …“, flüsterte Linda Miller vom Beifahrersitz. Sie strich nervös über ihren sauberen, cremefarbenen Blazer und sah mit großen, ungläubigen Augen zu den Türmen hinauf. Ihre Stimme trug eine Mischung aus Ehrfurcht und elterlicher Sorge. „Sieh dir das an, Arthur. Es sieht aus wie eine royale Residenz. Kaum zu glauben, dass unsere Emily ab heute hier studiert.“

Arthur Miller warf seiner Frau einen warmen, beruhigenden Blick zu, bevor seine Augen im Rückspiegel die von Emily trafen. Um seine Mundwinkel lag das stolze, unverwechselbare Lächeln eines Vaters, der wusste, was dieser Moment bedeutete.

„Sie hat es sich verdient, Linda“, sagte Arthur mit seiner ruhigen, tiefen Stimme. Seine Hände, deren Fingerknöchel von jahrelanger Werkstattarbeit gezeichnet waren, hielten das Lenkrad sicher. „Das Dean’s Scholarship vergibt man nicht aus Mitleid. Sie wollten den schärfsten Verstand des Jahrgangs. Und den haben sie bekommen.“

Emily lächelte sanft, doch in ihrer Brust zog sich ein feiner, vertrauter Knoten der Anspannung zusammen.

Das Dean’s Scholarship. Natürlich war Ashford nicht gänzlich frei von Stipendiaten; die Universität rühmte sich seit Jahren mit ihrem elitären Exzellenzprogramm für hochbegabte Ausnahme-Talente. Doch die Stipendiaten waren eine verschwindend kleine Minderheit – ein Feigenblatt akademischer Chancengleichheit in einem Ozean aus unermesslichem Wohlstand. Und innerhalb der Studentenschaft war das Programm ein offenes Pulverfass: Während einige die Stipendiaten schlicht ignorierten, sah ein einflussreicher Teil der Oberschicht in ihnen nichts weiter als unwillkommene Eindringlinge. Für sie gehörte Ashford der Kaste des alten Geldes – und niemandem sonst.

Arthur steuerte den Wagen auf den weiten, sonnendurchfluteten Vorplatz und fand eine freie Parkbucht am Rande der gepflegten Buchsbaumhecken.

Der Platz pulsierte vor Leben. Überall parkten tiefschwarze SUVs, glänzende Porsche 911 und maßgefertigte Limousinen. Studenten in leichten Kaschmirpullovern, seidigen Sommerkleidern und maßgeschneiderten Tweedsakkos standen in lockeren Gruppen zusammen, lachten, tranken Eiskaffee aus Kristallgläsern und begrüßten einander mit vertrauten Umarmungen. Chauffeure und Bedienstete luden lederne Koffersets mit geprägten Familienwappen aus, während die Luft vom Klang exklusiver Namen und weltgewandter Plaudereien erfüllt war.

Als Arthur den Motor abstellte, spürte Emily, wie die Realität dieses Ortes unbarmherzig nach ihr griff.

Ihr Vater stieg aus, straffte die Schultern in seinem schlichten grauen Sakko und ging um den Wagen herum, um den Kofferraum zu öffnen. Linda stieg ebenfalls aus, richtete ihre Handtasche und atmete tief durch.

Emily öffnete die hintere Wagentür und trat hinaus in den warmen Sonnenschein.

Mit ihren zwanzig Jahren wirkte sie zierlich, fast filigran, doch ihre Haltung verriet eine unerschütterliche, innere Festigkeit. Ihre porzellanweiße Haut bildete einen faszinierenden Kontrast zu ihrem dichten, langen, tiefschwarzen Haar, das in sanften Wellen über ihre Schultern fiel. Sie trug ihren dunkelgrauen, feingestrickten Rollkragenpullover, einen sauber geschnittenen, knielangen Faltenrock mit dunklem Karomuster und flache, gepflegte Lederschuhe. Praktisch, makellos, aber bar jeder teuren Markenlogos.

Der leichte Spätsommerwind wehte ihr ein paar Haarsträhnen ins Gesicht. Emily strich sie mit einer bedachten, ruhigen Bewegung hinter das Ohr und sah sich um.

Ein paar Meter entfernt stand eine Gruppe junger Männer in Poloshirts und Bootsschuhen neben einem offenen Sportwagen. Einer von ihnen, groß gewachsen und mit der lässigen Arroganz eines Erben, der niemals eine Grenze erfahren hatte, unterbrach sein Gespräch. Seine Augen wanderten über den Ford, streiften Arthurs schlichte Kleidung und blieben schließlich an Emily hängen. Sein Blick war kein offener Spott, sondern etwas viel Gefährlicheres: eine kühle, herablassende Belustigung. Er wechselte eine Bemerkung mit seinem Nachbarn, der kurz trocken auflachte und den Kopf schüttelte.

Die Botschaft war glasklar: Wieder so ein Almosen-Fall für die Quote.

Linda, die die Blicke ebenfalls bemerkt hatte, legte eine Hand auf Emilys Arm. Ihre Berührung war warm, ihre Stimme voller Liebe. „Lass dich von denen nicht verunsichern, Liebling. Du bist hier, um zu lernen. Nicht, um ihnen zu gefallen.“

„Ich bin nicht verunsichert, Mom“, erwiderte Emily leise.

Ihre Stimme war glasklar und völlig ruhig. In ihren smaragdgrünen Augen lag keine Spur von Scham oder Einschüchterung. Im Gegenteil: Sie registrierte die Haltung der Studenten mit fast schon wissenschaftlicher Kühle. Sie kannte die Vorurteile. Sie wusste, dass sie sich jeden Millimeter Respekt hier erkämpfen musste.

Arthur hob Emilys stabilen, dunkelblauen Stoffkoffer aus dem Kofferraum und stellte einen fest verschlossenen Karton daneben, der bis oben hin mit schweren Literaturklassikern und Notizbüchern gefüllt war.

„So“, sagte Arthur und schloss den Kofferraum mit einem satten, satten Geräusch. Er lächelte seine Tochter an, und in seinem Blick lag grenzenloses Vertrauen. „Wo müssen wir eigentlich hin? Stand in den Unterlagen schon deine Zimmernummer?“

Emily schüttelte den Kopf und nahm den Koffer am Griff. „Nein. Die Schlüssel und die Wohnheimzuteilung gibt es erst drinnen am Infotisch im Foyer. Wir müssen uns zuerst registrieren lassen.“

„Dann wollen wir mal“, sagte ihr Vater, griff sich entschlossen den schweren Bücherkarton und hievte ihn an seine Brust. „Zeigen wir ihnen, wer die neuen Erstsemester anführt.“

Linda lächelte tapfer und hakte sich sanft bei Emily unter.

Gemeinsam schritten sie über das sonnenbeschienene Pflaster auf die gewaltige Freitreppe zu. Über ihnen erhoben sich die schweren, geöffneten Flügeltüren des Hauptportals, aus denen das gedämpfte Stimmengewirr hunderter Menschen drang.

Emily hob das Kinn. Sie spürte das Gewicht ihrer Vergangenheit im Rücken und die monumentale Wucht dieser fremden Welt vor sich. Sie war bereit, den ersten Schritt über die Schwelle zu tun.

Lass Don de Ga wissen, was du von diesem Kapitel hältst!
Ich liebe es

5

Ich liebe es

Lustig

0

Lustig

Pikant

0

Pikant

Spannend

3

Spannend

Emotional

0

Emotional

Tiefgründig

1

Tiefgründig

Herzerwärmend

2

Herzerwärmend

Schockierend

0

Schockierend

Gutes Schreiben

4

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

3

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

4

Toller Charakter

Starker Dialog

3

Starker Dialog

author

Das verspricht ja schon mal was mit dem reichen Typen. Da machen die sich erst mal lustig über Emily. 🙄 Was da wohl bei rauskommt? Ich bin gespannt.😊

2 Monate
3
author

Der Anfang gefällt mir sehr gut 🫶
Erbärmlich diese überprivilegierten Menschen, die gerne nach unten treten 😤 Aber Emily wird nicht die Rolle des leichten Opfers für diese „Elite“ einnehmen.

2 Monate
4
author

Ein gelungener Einstieg, die Unterschiede sind gut dargestellt und auch Emilys Wille, etwas zu erreichen. 💛📖☕

2 Monate
3

Weitere Empfehlungen

Charly's Weihnachten

T.M: Ich kann es gar nicht anders sagen also ich liebe diese Geschichte einfach. Sie hat für mich einfach alles was es braucht. Sie hat mich einfach mitgenommen auf eine echt schöne Reise. Danke❤️

Jetzt lesen
Grimtorn Gamma - Zwischen Macht und Mythos

Kristin: Eine fantastische Geschichte, überraschend bis zum Ende, wo alle Fäden zusammen laufen❤️ Richtig schön geschrieben und auch noch eine eigene Sprache erfunden. Mega 🤩 Ich bin froh, dass ich meine Muttersprache einigermaßen beherrsche und hier wird mal eben einen neue Sprache aus dem Ärmel geschüttel...

Jetzt lesen
Be my Dude

Petra : Eine wunderschöne und süße Liebesgeschichte!Die Handlung und die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt und ich konnte mich beim Lesen wunderbar entspannen. Eine Wohlfühl-Geschichte! Einfach die Gedanken abschalten und anfangen zu lesen.Dieses Buch bekommt vo...

Jetzt lesen
Gefangen von einem Werwolf

Ilka: Mit gefällt die Stimmung sehr gut. Logan ist hervorragend dargestellt, ich sehe ihn quasi vor mir. Alexis ist irgendwie nicht so gut beschrieben, aber ich empfinde das nicht als störend. Es unterstreicht die Tatsache, dass sie selbst nicht so genau weiß wer sie ist. Ich bin gespannt wie es weitergeh...

Jetzt lesen
 Mehrfach zurückgewiesene Gefährtin

Sina: Das war eine schöne bewegende Geschichte Hab sie in eins durch gelesen War toll und flüssig geschrieben Dankeschön das ich sie lesen durfte 🥰

Jetzt lesen
Zwischen Pflicht- und Bauchgefühl

Katharina: 30 Kapitel am Stück gelesen und nur aufgehört weil es mitten in der nacht war mehr muss ich nicht sagen. Mega toll

Jetzt lesen
Off Limits - Kurzgeschichte

Jx_mine_: Das Buch hat mir richtig gut gefallen. Ich bin so tief in die Geschichte eingetaucht, dass ich sogar die eine oder andere Träne wegwischen musste. Einige Stellen fand ich sehr dramatisch, aber sie haben gut zu den Charakteren und ihren Geschichten gepasst.Besonders gespannt bin ich darauf, wie sich ...

Jetzt lesen
Blood & Firewalls

Didi: Danke, dass du zeigst, dass wir nicht alleine sind ♡

Jetzt lesen
Stripped Shadows

frauenfantasien: Hier kommt man auf seine Kosten, es trieft vor Dark Romance und spicy Szenen mit Fantasien! Ich war schon lange nicht mehr so gefesselt! Klasse 👍🏼

Jetzt lesen