Lesbarkeit anpassen
Aa

Gefährtin der Nacht

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

„Ich habe dich gebrandmarkt, um nicht zu sterben. Aber ich werde die Welt verbrennen, damit du lebst.“ Für das Rudel ist Caleb Vane ein unbesiegbarer Tyrann. Für Elora ist er der Mann, der ihr die Freiheit nahm – nur um ihr sein eigenes Todesurteil zu schenken. Als ein tödlicher Verrat den Thron erschüttert, muss Elora entscheiden: Läuft sie fort … oder wird sie an der Seite des Alphas zur gefürchteten Luna?

Genre:
Romance
Autor:
MK READ
Status:
vor 5 Stunden
Kapitel:
7
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1



Hallo meine Lieben 🤍

viel Spaß beim Lesen !

Teilt gerne eure Gedanken mit uns 🤍

Folgt für mehr Geschichten 🤍🤍




Elora

Der Spiegel in meinem winzigen Badezimmer hatte einen feinen, diagonalen Riss, der mein Gesicht in zwei ungleiche Hälften schnitt. Doch selbst durch das beschlagene Glas und das flackernde, gelbliche Licht der nackten Glühbirne an der Decke konnte ich den nackten Widerwillen in meinen eigenen Augen sehen.

Grüne Augen. Sie wirkten heute dunkler, fast wie schattiges Moos im tiefen Wald, umrahmt von dichten, dunklen Wimpern. Ich seufzte leise und griff nach der Bürste, um mein langes, leicht gewelltes braunes Haar zu bändigen. Es fiel mir in schweren Kaskaden über die Schultern, dick und lebendig, ein Erbe meiner Mutter, das mir im Alltag oft nur im Weg war. Meistens trug ich es fest zurückgebunden, um bei der harten Arbeit in den Vorratskellern und Küchen des Rudels nicht aufzufallen. Doch heute Abend durfte ich mich nicht verstecken. Heute Abend war jede wandelnde Wölfin des Vane-Rudels im heiratsfähigen Alter per absolutem Dekret des Alphas zum Erscheinen gezwungen.

Ich musterte mein Spiegelbild mit einer Mischung aus Frust und Angst. Ich wusste, dass ich nicht hässlich war – im Gegenteil. Unter den weiten, abgetragenen Pullovern, die ich sonst trug, um den Blicken der dominanten Krieger zu entgehen, verbarg sich ein Körper, der mir schon oft ungebetene Aufmerksamkeit eingebracht hatte. Ich hatte weibliche, ausgeprägte Hüften, die in einer weichen, harmonischen Kurve von einer schmalen Taille abfielen, und eine vollkommen natürliche, wohlproportionierte Oberweite, die unter dem spärlichen Stoff, den ich gleich anziehen musste, viel zu deutlich zur Geltung kommen würde. Für eine Wölfin meines Rangs – eine Omega aus den untersten, rechtlosen Arbeiterschichten des Territoriums – war Schönheit kein Segen. Sie war eine Zielscheibe. Ein hübsches Gesicht ohne den Schutz eines starken Vaters oder Gefährten war in unserer rauen, hierarchischen Welt Freiwild.

„Elora! Mach schneller, wir müssen los! Die Wachen kontrollieren bereits die Straßen! Wer zu spät kommt, wird ausgepeitscht!“, rief Martha, eine ältere, rundliche Wölfin, die mich nach dem Tod meiner Eltern aufgenommen hatte, besorgt durch die dünne Badezimmertür.

„Ich bin fast fertig, Martha“, erwiderte ich, während meine Stimme leicht zitterte.

Ich trat an das schmale Bett, auf dem das Kleid lag, das ich mir mühsam aus der Kleiderkammer der Gemeinschaft geliehen hatte. Es war ein einfaches, dunkelblaues Stoffkleid, dessen Farbe an den Säumen bereits leicht verblasst war. Es hatte keine feinen Stickereien, keine funkelnden Perlen wie die Roben der High-Society-Wölfinnen. Aber als ich hineinschlüpfte und den Reißverschluss an der Seite mühsam schloss, merkte ich, wie eng es anlag. Es schmiegte sich an meine Hüften und betonte die Rundung meiner Brust auf eine Weise, die mir den Atem raubte – und das nicht nur, weil der Stoff billig und kaum dehnbar war.

Ich strich den Stoff über meinen Oberschenkeln glatt und spürte, wie sich mein innerer Wolf tief in meiner Brust unruhig regte. Ein leises, unheilvolles Drücken machte sich in mir breit. Mein Wolf hasste große Menschenmengen, besonders die erdrückende, aggressive Aura der hochrangigen Alpha-Tiere.

Der heutige Abend war kein normaler Ball. Es war der „Such-Ball“ von Alpha Caleb Vane.

Seit er vor zwei Jahren die Herrschaft über das Rudel nach dem blutigen Tod seines Vaters übernommen hatte, war er als eiskalter, unbarmherziger Tyrann berüchtigt. Caleb war ein Krieger ohne Gewissen, ein Mann, der keine Schwäche duldete und das Rudel mit eiserner Faust regierte. Und heute Abend, so verlangte es das alte Gesetz, musste er seine schicksalhafte Gefährtin finden. Jedes Rudelmitglied, das weiblich, ungebunden und im gebärfähigen Alter war, musste sich im Festsaal des Alpha-Penthouses aufstellen, damit er an ihnen vorbeigehen und die Seelenverbindung prüfen konnte.

Es war eine Demütigung auf Raten. Wir, die Abschaum-Wölfe der unteren Ränge, wurden nur als Pflichtkatalog dorthin getrieben, um die Pracht der Reichen zu untermalen und als Statisten für Calebs große Stunde zu dienen. Niemand glaubte ernsthaft, dass ein hochgeborener Alpha eine namenlose Arbeiterin als seine Luna wählen würde. Wir würden in der Kälte am Rand stehen, während die Alpha-Töchter sich ihm anboten, und danach wieder in unsere staubigen Hütten zurückkehren.

Ich trat aus dem Bad. Martha wartete im winzigen Wohnbereich, gekleidet in ihr bestes, wenn auch altmodisches Gewand. Als sie mich sah, blieben ihre Augen an mir hängen, und ein besorgter, fast mitleidiger Ausdruck trat auf ihr faltiges Gesicht.

„Du bist wunderschön, mein Kind“, flüsterte sie und strich mir sanft eine braune Locke aus dem Gesicht. „Aber bitte... halte den Kopf gesenkt heute Abend. Schau keinen der Krieger direkt an. Und halte dich so weit wie möglich im Schatten. Je weniger man dich bemerkt, desto sicherer bist du.“

„Ich will gar nicht erst hin, Martha“, gestand ich, während ich meine abgetragenen, aber sauber geputzten flachen Schuhe anzog. Meine Hände waren eiskalt. „Warum müssen wir diese Farce mitmachen? Er will uns dort nicht haben.“

„Weil Caleb Vane keine Ausnahmen macht“, sagte Martha ernst. „Er fordert absoluten Gehorsam. Wenn eine von uns fehlt, gilt das als Verrat. Die Enforcer kennen keine Gnade.“

Ein lautes, ungeduldiges Hupen von den Straßen da draußen riss uns aus dem Gespräch. Die Transportbusse des Rudels, die die niederen Arbeiter zum herrschaftlichen Anwesen auf dem Hügel brachten, waren da.

Ich holte tief Luft. Ich versuchte, das unruhige, fast panische Pochen meines Herzens zu ignorieren, während ich die dünne Haustür hinter uns ins Schloss zog und in die kalte, feuchte Nachtluft trat. Der Himmel über den waldigen Bergen des Vane-Territoriums war pechschwarz, und in der Ferne thronte die beleuchtete Festung des Alphas wie ein schlafendes, bedrohliches Raubtier.

Irgendetwas in mir schrie danach, umzukehren und im Wald zu verschwinden. Doch das Gesetz des Alphas duldete keine Flucht. Ich ahnte nicht, dass dieser Abend nicht nur mein Leben, sondern meine gesamte Existenz in Trümmer legen würde.

Lass MK READ wissen, was du von diesem Kapitel hältst!
Ich liebe es

0

Ich liebe es

Lustig

0

Lustig

Pikant

0

Pikant

Spannend

0

Spannend

Emotional

0

Emotional

Tiefgründig

0

Tiefgründig

Herzerwärmend

0

Herzerwärmend

Schockierend

0

Schockierend

Gutes Schreiben

0

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

0

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

0

Toller Charakter

Starker Dialog

0

Starker Dialog

Weitere Empfehlungen

 Ich war dein Plan B – jetzt bin ich meine erste Wahl

Maria: Tolle Geschichte, mit viel Gefühl und Emotionen geschrieben.

Jetzt lesen
Deal mit meinem Chef

123alec456: Allein nach ein paar seiten konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, denn sonst hätte ich mch nur gefragt was als nächstes käme

Jetzt lesen
YOU AND ME

Grazia: Auch wenn diese Geschichte abgeschlossen ist und ein Ende hat, ist es für mich kein tolles Ende. Es ist als würde es mittendrin aufhören. Man will das Happy end weiterlesen, aber da ist nichts mehr, nur das kurze, knutschen und Freund und Freundin sein und dann .... Grundsätzlich mag ich die Geschic...

Jetzt lesen
Das Kindermädchen eines Millionärs

Martina partsch: Wie ich lesen konnte wurde das Buch von vielen Lesern sehr Positiv bewertet.Das Freud mich wirklich für die Autorin.Meiner Meinung nach ist es zwar eine süße,simpel geschriebene Liebesgeschichte,aber mir persönlich fehlte die Spannung damit der Roman nicht Langweilig wird.Die Geschichte ist zwar loc...

Jetzt lesen
Eiszeit

Juliane Friedrich: Das ist soooo traurig... mein Gott was können sie tun? Nochmal ein Test machen evtl gab es ein Wunder und Michael ist der Vater

Jetzt lesen
Schlummernde Wölfin

sk8erhasi: Ich mag keine Geschichten, die am Anfang sich endlos ziehen und dann der spannende Teil grad mal ein Kapitel ist. Wo ist der zweite Teil? Es sind noch so viele offene Fragen. Was ist mit ihrem Vater, was mit dem bösen Alpha usw. Ansich ist das Buch echt gut geschrieben, aber irgendwie unvollständig...

Jetzt lesen
Chroniken der Werwölfe Band 1 Der Gefährte

lilaparker: Ich fand das Buch sehr interessant, süchtig machend nach mehr. Vor allem die Wendungen, wenn man dachte, alles wäre gut, haben mir sehr gut gefallen. Außerdem war es sehr schön, dass es viele verschiedene Personen mit verschiedenen Charaktereigenschaften gab. Manchmal gab es ab und zu ein kleiner Re...

Jetzt lesen
Zwischen Pflicht- und Bauchgefühl

Katharina: 30 Kapitel am Stück gelesen und nur aufgehört weil es mitten in der nacht war mehr muss ich nicht sagen. Mega toll

Jetzt lesen
Wildes Echo 1 - MEA

Michaela: Mir gefällt der Schreibstil mit schwarzen Humor, Ironie ohne Ende und Selbstbewusstsein. Dieser Roman ist genial geschrieben. Ist aber nichts für Leser die auf hoffnungslose Romantik stehen. Die Charaktere passen gut zu den Katzen die sie darstellen. Was mich etwas nervt, aber einfach zur Geschichte...

Jetzt lesen