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Royal, not royal

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Zusammenfassung

Prinz William hat gelernt, wie man sich in der Öffentlichkeit verhält. Wie man lächelt, obwohl man etwas verbergen muss. Und wie man den Erwartungen seiner Familie gerecht wird. Am Westbridge International College sollte eigentlich alles einfacher werden. Doch zwischen neuen Freundschaften, alten Geheimnissen und einer Liebe, die eigentlich nicht sein darf, wird es immer schwieriger, die Kontrolle zu behalten. Denn manchmal ist die größte Herausforderung nicht, ein Prinz zu sein – sondern einfach man selbst.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
9
Rating
n/a
Altersfreigabe
16+

Die Ankunft

Die Limousine bog langsam in die Auffahrt ein.

William lehnte sich zurück und sah durch das getönte Fenster nach draußen. Der Termin, von dem er gerade kam, war eigentlich nichts Besonderes gewesen. Ein paar Gespräche, Hände schütteln, Fotos machen, lächeln, freundlich wirken und darauf achten, nichts Falsches zu sagen.

Ganz normal. Zumindest für ihn. Als die Limousine vor dem Haus zum Stehen kam, konnte William bereits die ersten Kameras sehen. Reporter standen hinter der Absperrung und warteten. Natürlich. William seufzte leise, nahm seine Tasche und stieg aus.

Sofort wurden Kameras auf ihn gerichtet.

„Prinz William!“

„William, wie war Ihr heutiger Termin?“

„William! Ein Foto bitte!“

„Stimmt es, dass Sie diesen Sommer verreisen werden?“

Er reagierte kaum darauf. Er war es gewohnt. Mit ruhigem Gesichtsausdruck ging er die wenigen Meter bis zum Eingang. Er winkte kurz, lächelte höflich und verschwand schließlich durch die Tür. Kaum war sie hinter ihm geschlossen, wurde es angenehm still. William zog seine Jacke aus und wollte gerade die Treppe hinaufgehen, als eine Stimme ihn stoppte.

„William.“

Er drehte sich um. Seine Mutter stand am Ende des Flurs. „Kommst du bitte kurz zu uns?“

William sah sie fragend an. „Jetzt?“

„Ja.“

Das klang nicht unbedingt nach einer normalen Unterhaltung. William ging ins Wohnzimmer. Sein Vater war ebenfalls dort und saß bereits auf dem Sofa. Seine Mutter Isabelle setzte sich neben ihn, während William ihnen gegenüber Platz nahm.

Er sah zwischen seinen Eltern hin und her.

„Was ist passiert?“

„Nichts Schlimmes“, sagte seine Mutter sofort.

William hob eine Augenbraue. „Das sagt man normalerweise direkt vor etwas, das ziemlich schlimm klingt.“

Sein Vater musste kurz lachen. „Es ist tatsächlich nichts Schlimmes.“

William wartete.

Alexander, sein Vater, sah kurz zu Isabelle, bevor er wieder seinen Sohn ansah.

„Wir haben über deine Schule gesprochen.“

William blinzelte. „Meine Schule?“

„Ja.“

„Was ist mit meiner Schule?“

Seine Mutter lächelte etwas unsicher. „Du wirst auf ein Internat wechseln.“

William sagte zunächst gar nichts. Er sah seine Eltern einfach nur an. „Was?“

„Ein Internat“, wiederholte Alexander, sein Vater, ruhig.

„Ich habe euch schon verstanden.“

„Gut.“

„Ich verstehe nur nicht, warum.“

Seine Mutter Isabelle verschränkte die Hände auf ihrem Schoß. „Wir glauben, dass dir ein bisschen Abstand von dem ganzen Trubel guttun könnte.“

William runzelte die Stirn. „Welchem Trubel?“

Sein Vater sah ihn an, als wäre die Antwort offensichtlich. „Den Reportern.“

William lehnte sich zurück. „Die sind doch immer da.“

„Eben.“

Für einen Moment war es still.

Dann sagte Isabelle: „Du bist in letzter Zeit sehr stark in den Medien.“

William verzog leicht das Gesicht. „Das ist mir aufgefallen.“

„Es wird immer mehr“, sagte sie. „Und wir möchten, dass du etwas mehr Privatsphäre bekommst.“

William sah seine Mutter skeptisch an. „Und die Lösung ist ein Internat?“

„Unter anderem.“

„Welches?“

Sein Vater nannte den Namen. „Westbridge International College. In Ontario.“

William kannte den Namen. Natürlich kannte er ihn. Das WIC war eines dieser Internate, über die selbst Leute sprachen, die eigentlich überhaupt nichts mit Internaten zu tun hatten. Internationale Schüler, Kinder berühmter Persönlichkeiten, alte Familien, hervorragende Ausstattung.

William sah seine Eltern noch immer fassungslos an. „Ihr wollt mich wirklich auf ein Internat schicken.“

„Ja.“

„Warum jetzt?“

Isabelle zögerte kurz. „Weil du inzwischen fünfzehn bist. Und weil wir möchten, dass du einmal irgendwo sein kannst, ohne dass jeden Morgen dreißig Kameras vor deiner Tür stehen.“

William dachte an die Reporter vor dem Haus. An die Kameras. An die Stimmen, die ihn jedes Mal riefen. Normalerweise störte es ihn nicht besonders. Er konnte damit umgehen.

Aber dann erinnerte er sich an einen Bericht, den er vor einigen Tagen zufällig gesehen hatte. „Der hübscheste Prinz der Welt?“ Er hatte damals nur die Augen verdreht. Eine andere Schlagzeile hatte ihn als „Engel auf Erden“ bezeichnet.

William hatte keine Ahnung, was er darauf hätte antworten sollen. „Das ist doch wegen dieser dämlichen Artikel, oder?“, fragte er.

Seine Mutter musste lachen.

„Unter anderem.“

„Die Frauen, die ständig irgendwelche Sachen über mich erzählen?“

„Auch.“

William ließ den Kopf nach hinten fallen. „Oh Gott.“

Sein Vater grinste. „Du bist nun einmal sehr beliebt.“

„Ich wäre lieber unsichtbar.“

„Das wird vermutlich schwierig.“

William sah ihn an. „Danke.“

Alexander lachte.

William schwieg einen Moment. Ein Internat. Kanada. Eine neue Schule. Neue Leute. Ein neues Zimmer. Und vor allem: weg von zu Hause. Er wusste nicht einmal, ob er das gut oder schlecht finden sollte.

„Wann?“, fragte er schließlich.

Seine Mutter sah ihn an. „Schon bald.“

William richtete sich wieder auf. „Wie bald?“

„Zum neuen Schuljahr.“

Er starrte seine Eltern an. „Ihr habt das alles schon geplant.“

Sein Vater lächelte etwas verlegen. „Ja.“

William ließ sich wieder zurücksinken. „Unglaublich.“ Dann musste er trotz allem kurz lachen.

„Ich weiß nicht, ob ich euch dafür danken oder euch verklagen soll.“

„Du bist fünfzehn“, sagte seine Mutter.

„Dann brauche ich wohl einen Anwalt.“

Isabelle schüttelte lachend den Kopf. William lächelte ebenfalls. Er lehnte sich zurück und sah seine Eltern abwechselnd an. „Wann fahre ich?“

Sein Vater sah kurz zu seiner Mutter. „Montag.“

William rechnete im Kopf nach. „Also in drei Tagen.“

„Genau.“

Er nickte langsam.

Seine Mutter lächelte. „Vielleicht findest du dort ja sogar eine Freundin.“

William sah sie für einen Moment einfach nur an. „Eine Freundin?“

„Ja.“

„Mama, ich gehe zur Schule.“

„Das schließt sich doch nicht aus.“

William musste kurz lachen und schüttelte den Kopf. „Ihr seid unmöglich.“

„Wir meinen es nur gut“, sagte sein Vater.

William stand auf. „Ich gehe packen.“

„Schon?“

„Wenn ich in drei Tagen losfahre, sollte ich vielleicht anfangen.“

Am Sonntagabend stand der letzte Koffer neben Williams Bett. Er hatte Kleidung, einige persönliche Sachen, seine Schulsachen und ein paar Dinge eingepackt, auf die er nicht verzichten wollte. Seine Uhr lag bereits an seinem Handgelenk. Die kleine Kette, die er seit seiner Taufe trug, hing wie immer um seinen Hals. William sah sich noch einmal in seinem Zimmer um. Es fühlte sich noch nicht so an, als würde er wirklich gehen. Morgen würde er wiederkommen. Nur eben nicht am Abend. Er nahm seinen Koffer und stellte ihn vor die Tür.


Montagmorgen.

Vor dem Anwesen warteten bereits drei Fahrzeuge. Eine Limousine in der Mitte und zwei dunkle Sicherheitsfahrzeuge davor und dahinter. William kam mit seinem Koffer aus dem Haus.

Seine Mutter umarmte ihn zuerst. „Pass auf dich auf.“

„Mach ich.“

Sein Vater legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Und meld dich.“

„Versprochen.“

Logan, Williams kleiner Bruder, stand etwas weiter hinten. „Du bist echt erst wieder in ein paar Monaten hier?“

William grinste. „Du wirst mich vermissen.“

„Vielleicht.“

„Lügner.“

Logan grinste ebenfalls.

William stieg schließlich in die Limousine. Die Tür wurde geschlossen. Wenige Minuten später setzte sich der Wagen in Bewegung. William lehnte den Kopf gegen die Scheibe und beobachtete, wie sein Zuhause langsam hinter ihm verschwand.

Stunden später bog der Konvoi auf eine lange Zufahrt ein. Vor ihnen tauchte das Schulgebäude auf. William richtete sich etwas auf. Das Gebäude sah aus wie eine Mischung aus einem riesigen Schloss und einem modernen Internat. Mehrere Türme ragten über die Dächer hinaus. Vor dem Eingang befand sich ein großer Vorplatz.

„Wow“, murmelte William.

Die Fahrzeuge hielten. Einige Schüler standen in der Nähe des Eingangs und sahen neugierig herüber. William stieg aus. Sofort bemerkte er die Menschen, die dort auf ihn warteten.

Eine Frau mittleren Alters trat auf ihn zu. „Willkommen am WIC, Prince William.“

William lächelte höflich. Dann fiel sein Blick für einen kurzen Moment zur Seite. Ein Junge stand etwas weiter entfernt bei einigen anderen Schülern. Dunkelbraunes, leicht lockiges Haar. Dunkelgrüne Augen. Jeans und T-Shirt. Der Junge sah ebenfalls zu ihm. Nur für einen Moment. Dann wurde Williams Aufmerksamkeit wieder auf die Direktorin gelenkt.

„Darf ich Ihnen unsere Direktorin vorstellen“, sagte eine Mitarbeiterin.

Die Frau reichte William die Hand. „Es freut mich sehr, Sie kennenzulernen.“

„Mich ebenfalls.“

„Dann sollten wir Sie erst einmal offiziell begrüßen.“

Sie wandte sich an die wartenden Schüler. „Darf ich vorstellen: Prince William Alexander Louis XIII Van Bridgeton.“

William lächelte nur kurz, hob die Hand und winkte den Schülern zu. Ein paar winkten zurück. Andere starrten ihn einfach an. William kannte diesen Blick. Er hatte ihn schon oft gesehen.

Die Direktorin bedeutete ihm, ihr zu folgen. „Kommen Sie. Ich zeige Ihnen zunächst Ihr Zimmer und erkläre Ihnen alles Weitere.“

William nahm seinen Koffer. Während er ihr ins Gebäude folgte, sah er noch einmal kurz zurück. Der Junge von eben stand noch immer dort. Er sah William nach.

William wandte sich wieder nach vorne. Die großen Eingangstüren schlossen sich hinter ihnen.

„Das hier ist der Hauptflur“, erklärte die Direktorin.

William sah sich um. „Es ist größer, als ich erwartet habe.“

„Das hören wir ziemlich oft.“

Sie gingen weiter. „Sie befinden sich in Tower C. Dort wohnen die Schüler der fünften und sechsten Klasse.“

William nickte.

„Und Ihr Zimmer befindet sich im zweiten Stock.“

Vor einer Tür blieb sie stehen. „Sie teilen sich das Zimmer mit einem anderen Schüler.“

William sah sie an. „Mit wem?“

Die Direktorin öffnete die Tür. „Das werden Sie gleich kennenlernen.“

William trat ein. Zwei Betten standen an gegenüberliegenden Seiten des Zimmers. Ein Schreibtisch war bereits für ihn vorbereitet. Sein Koffer wurde neben dem Bett abgestellt.

William sah sich kurz um. „Das ist mein Zimmer?“

„Ja.“

Er nickte zufrieden. „Gefällt mir.“

Die Direktorin lächelte. „Dann lasse ich Sie erst einmal ankommen. Stundenplan liegt auf Ihren Schreibtisch.”

William setzte sich auf sein Bett. Zum ersten Mal seit der Abfahrt war es wirklich still. Er sah zur Tür. Neues Zimmer. Neue Schule. Neue Menschen.

Und irgendwo draußen war der Junge mit den dunkelgrünen Augen. William wusste noch nicht einmal, wie er hieß.

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