PROLO — Gesetzt des Raubtiers
Geld kauft keine Klasse. Aber es kauft die absolute Macht über das Leben anderer Menschen.
Wer die Marmorhallen des V-MAGAZIN-Imperiums in Gangnam betrat, betrat kein normales Büro. Man betrat ein Raubtiergehege, in dem Perfektion die einzige Überlebenschance war. In den gläsernen Fluren roch es nach teurem Kaffee, Nischenparfum und der permanenten Angst vor dem Versagen. Hier wurden Trends geboren und Karrieren mit einem einzigen Federstrich vernichtet.
An der Spitze dieser Nahrungskette stand eine wandelnde Naturgewalt: Kang Hwan.
Die Medien nannten ihn den „männlichen Anna Wintour“ der Modewelt – doch das war eine Untertreibung. Hwan war nicht nur der Chefredakteur, er war das Gesetz. Mit seinen 1,85 Metern, den brutal breiten Schultern im Maßanzug und diesem messerscharfen Kiefer sah er aus wie eine Sünde.
Er war charismatisch, unverschämt reich und von einer so verhängnisvollen Anziehungskraft, dass Frauen in seiner Nähe das Atmen vergaßen. Er hatte alles, was man brauchte, um absolut lebensgefährlich zu sein.
Er war der ultimative Traum jeder Frau. Topmodels, Designerinnen, Millionenerbinnen – sie alle warfen sich ihm vor die Füße. Sie wollten seinen Blick, sein Bett, seine Aufmerksamkeit.
Und er? Er ließ sie alle eiskalt auflaufen.
„Das ist ein Witz, oder?“, Hwans tiefe Bassstimme schnitt durch den Konferenzraum wie ein Skalpell.
Die Chefdesignerin, eine wunderschöne Frau, zitterte merklich. Hwan saß am Kopf des Tisches, die Ärmel seines weißen Hemdes hochgekrempelt, sodass die dunklen Tattoos auf seinem Arm im Licht schimmerten.
Er hielt ein einziges Foto ihrer neuen Kollektion zwischen zwei Fingern – und ließ es achtlos auf den Tisch gleiten.
Er fixierte sie mit seinen pechschwarzen, psychopathisch emotionslosen Augen. Ein leises, sadistisches Lächeln spannte seine perfekten Lippen.
„Es ist Müll. Und ich dulde keine Gewöhnlichkeit in meinem Haus. Sie sind gefeuert. Verlassen Sie das Gebäude. Sofort.“
Niemand wagte es, Kang zu widersprechen. Er genoss es, seine Macht zu demonstrieren und zu sehen, wie Menschen unter seinem Blick zerbrachen. Er rührte keine dieser Frauen an – nicht, weil er keusch war, sondern weil sie ihm alle zu schwach und zu leicht zu brechen waren. Sie waren Spielzeuge, die nach einer Minute ihren Reiz verloren.
Macht und Geld hatten Kang Hwan zu einem sadistischen Psychopathen gemacht, der sich an Kontrolle weidete. Er dachte, es gäbe niemanden mehr, der ihn überraschen könnte.
Bis genau eine Woche später die Tür zu seinem Vorzimmer aufging und ein schüchterner, kleiner Bücherwurm seine Welt betrat. Shia Yoong. 1,65 Meter groß, lange braune Haare, eine viel zu große Brille – aber ausgestattet mit klugem Verstand und eisernen Werten.
Er wusste noch nicht, dass dieses süße Mädchen seine dunkelste Obsession werden würde. Und sie wusste noch nicht, dass sie einem Teufel verfallen war, der sie mit seinen wilden, sadistischen Vorzügen komplett an sich ketten würde.
Das Spiel um Macht, Geld und absolute Unterwerfung war eröffnet. 😏🔥








