Die Kleine Schweiz von OlegBelyiAutor bei Inkitt
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Die kleine Schweiz

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Zusammenfassung

Eine Sammlung leichter, humorvoller und ein wenig märchenhafter Geschichten über eine erfundene Schweiz – über ihre Menschen, Dörfer, Häuser, Handwerke, Gewohnheiten und die kleinen Wunder des Alltags. Jede Geschichte steht für sich, doch zusammen ergeben sie eine ganz eigene kleine Welt, in der das Gewöhnliche plötzlich ein wenig magisch werden kann.

Status:
vor einer Stunde
Kapitel:
1
Rating
n/a
Altersfreigabe
13+

Chapter 1

Hoch oben in den Schweizer Bergen lag ein Dorf, das so klein war, dass die Sonne weniger als eine Minute brauchte, um nach dem Rechten zu sehen.

Zuerst der Kirchturm.

Dann die Dächer.

Dann die einzige Strasse.

Und wenn über Nacht offenbar nichts Bedeutendes geschehen war, zog sie weiter ins nächste Tal.

Im Dorf lebten dreiundvierzig Menschen.

Ausserdem zweiundsiebzig Kühe und ein Briefträger namens Ludwig.

Warum Ludwig nicht zu den Menschen gezählt wurde, wusste niemand so genau. Vielleicht, weil er nur dienstags kam und den Rest der Woche irgendwo jenseits der Berge existierte. Dadurch wirkte er weniger wie ein Einwohner als wie ein regelmässig wiederkehrendes Ereignis.

Dann gab es noch Gustav.

Gustav war eine Taube.

Er wurde überhaupt nicht gezählt.

Gustav hielt das für ein administratives Versäumnis.

Eines Abends, kurz vor dem Nachtessen, kam der Teufel den Berg hinauf.

Er erschien nicht in Rauch.

Es donnerte nicht.

Der Boden tat sich nicht auf.

Er spazierte einfach ins Dorf, in einem schwarzen Mantel von hervorragender Qualität, mit blank geputzten Schuhen, einer goldenen Uhr und dem Gesichtsausdruck eines Mannes, dem noch nie jemand erklärt hatte, dass gewisse Dinge nicht zum Verkauf standen.

Beim Brunnen blieb er stehen.

Gustav, der gerade daraus getrunken hatte, hüpfte auf den Rand und musterte ihn.

Der Teufel sah teuer aus.

Gustav mochte teure Leute.

Bei ihnen fielen die besseren Krümel ab.

Dann stellte der Teufel seine lederne Aktentasche ab und sagte:

«Ich bin gekommen, um euer Dorf zu kaufen.»

Nichts geschah.

Der Teufel wartete.

Ein Vorhang bewegte sich.

Dann noch einer.

Über der Bäckerei ging ein Fenster auf.

Auf der anderen Seite des Platzes knarrte eine Tür.

Schliesslich kam Hans, der Gemeindepräsident, heraus.

Hans war ein grosser, kantiger Mann und der festen Überzeugung, dass sich nur sehr wenige Dinge dadurch verbesserten, dass man sich beeilte.

Er ging über den Platz, blieb vor dem Teufel stehen und fragte:

«Wofür?»

Der Teufel lächelte.

Es war ein professionelles Lächeln.

«Ich werde etwas daraus machen.»

Hans sah sich um.

Zum Kirchturm.

Zum Brunnen.

Zu drei Kühen, die ohne jede Eile über die Strasse gingen.

«Woraus?»

«Aus dem Dorf.»

Hans dachte darüber nach.

«Es ist bereits ein Dorf.»

«Ich meine richtig. Ein Luxushotel. Ein Kasino. Neue Bergbahnen. Geschäfte. Restaurants. Gäste aus aller Welt.»

Hans hörte zu.

«Ihr werdet alle reich», fügte der Teufel hinzu.

Offenbar hielt er die Sache damit für erledigt.

Hans rieb sich das Kinn.

«Und die Kühe?»

Der Teufel warf einen Blick auf die Kühe.

«Die müssen weg.»

Ein Fenster neben dem Brunnen flog auf.

Marta lehnte sich hinaus.

Sie war zweiundachtzig, hielt das Alter jedoch für eine Information, nach der höchstens Ärzte und Grenzbeamte fragen durften.

«Dann kannst du gleich wieder gehen.»

Der Teufel sah hinauf.

«Wie bitte?»

«Keine Kühe, kein Geschäft.»

«Warum?»

Marta sah ehrlich erstaunt aus.

«Ein Dorf ohne Kühe ist verdächtig.»

Der Teufel schloss für einen Moment die Augen.

Dann öffnete er sie wieder.

«Gut. Einige Kühe bleiben.»

«Wie viele?»

«Genug.»

«Wofür?»

«Für die Atmosphäre.»

Jetzt kam Josef, der Hirte, aus einer Seitengasse.

Josef war dünn, wettergegerbt und in Begleitung einer Ziege, die wirkte, als hätte sie ein berufliches Interesse an den Verhandlungen.

«Welche Atmosphäre?», fragte Josef.

«Die alpine.»

«Und was sollen die Kühe tun?»

«Herumstehen. Malerisch aussehen.»

Josef starrte ihn an.

«Eine Kuh gibt Milch.»

«Ja.»

«Wenn sie keine Milch gibt, ist sie keine Dekoration.»

«Nein?»

«Dann ist sie ein sehr grosser Stadthund.»

Es wurde still.

Gustav flog vom Brunnen auf die Aktentasche des Teufels.

Der Teufel scheuchte ihn weg.

Gustav setzte sich daneben.

Für Gustav bedeutete das, dass sie nun miteinander bekannt waren.

Der Teufel öffnete die Aktentasche.

Darin lag ein Beutel.

Im Beutel war Gold.

Echtes Gold.

Er schüttete es auf den Tisch neben dem Brunnen. Die Münzen schlugen mit jener Art von Klang auf dem Holz auf, die schon Kriege beendet, Ehen begonnen und mehrere durchaus anständige Familien ruiniert hatte.

Jetzt kamen tatsächlich alle aus den Häusern.

Der Schmied nahm eine Münze.

Biss hinein.

«Echt.»

«Natürlich ist sie echt», sagte der Teufel.

Marta nahm ebenfalls eine.

Wog sie in der Hand.

«Und was sollen wir damit?»

Der Teufel starrte sie an.

«Ausgeben.»

«Wofür?»

«Für alles.»

Marta sah die Münze noch einmal an.

«Käse wird keiner daraus.»

Der Teufel hatte mit Königen verhandelt.

Mit Bankiers.

Mit Menschen, die ihre eigene Grossmutter verkauft hätten, wenn der Vertrag nur übersichtlich genug gewesen wäre.

Noch nie hatte jemand Käse so früh in eine Verhandlung eingebracht.

Also verbesserte er sein Angebot.

«Ein Haus am Meer für jede Familie.»

Hans schüttelte den Kopf.

«Zu heiss.»

«Ein Auto für jeden.»

«Wohin damit?»

«Eine Haushaltshilfe für jedes Haus.»

Marta runzelte die Stirn.

«Ein fremder Mensch in meiner Küche?»

«Ewige Jugend.»

Da änderte sich etwas.

Der Platz wurde still.

Sogar Josefs Ziege hörte für einen Moment auf zu kauen.

Der alte Peter trat vor.

Peter war vierundneunzig und hatte seit zwanzig Jahren jeden Morgen angekündigt, nun werde er wirklich sterben.

Nach dem Frühstück überlegte er es sich jeweils anders.

«Ewige Jugend?», fragte Peter.

«Ja.»

«Mein Rücken?»

«Wie neu.»

«Die Knie?»

«Perfekt.»

«Das Gehör?»

«Perfekt.»

Peter nickte langsam.

Dann zeigte er auf seine Frau.

«Und sie?»

Der Teufel zögerte.

Peters Frau stand mit verschränkten Armen da.

«Was ist mit ihr?»

«Würde ihr Charakter besser?»

Der Teufel sah Peters Frau an.

Peters Frau sah zurück.

Der Teufel war vieles.

Aber wenn die Wahrheit sicherer war, blieb er bei ihr.

«Nein», sagte er.

Peter seufzte.

«Dann lohnt es sich nicht.»

Seine Frau nickte.

Einmal waren sie sich einig.

Die Verhandlungen dauerten die ganze Nacht.

Der Teufel bot Geld.

Besitz.

Jugend.

Einfluss.

Komfort.

Dinge, die im Dorf niemand verstand, und einige Dinge, die alle sehr gut verstanden, aber trotzdem nicht wollten.

Jedes Angebot scheiterte an einem kleinen, vernichtenden Einwand.

Bei Tagesanbruch schlug der Teufel schliesslich mit beiden Händen auf den Tisch.

«Was wollt ihr eigentlich?»

Die Dorfbewohner stellten sich im Kreis zusammen.

Sie flüsterten.

Sie stritten.

Josef zeigte den Hang hinunter.

Marta zeigte zur Schule.

Hans hörte zu.

Peter schien etwas vorzuschlagen, das von allen anderen sofort verworfen wurde.

Schliesslich drehte sich Hans wieder zum Teufel um.

«Eine Brücke.»

Der Teufel blinzelte.

«Eine was?»

«Eine Brücke.»

«Ihr verhandelt die ganze Nacht mit mir wegen einer Brücke?»

«Die alte wird jeden Frühling weggespült.»

Der Teufel starrte ihn an.

Marta hob einen Finger.

«Das Dach der Schule ist auch undicht.»

«Gut. Eine Brücke und ein Dach.»

«Und Bertas Glocke», sagte Josef.

Der Teufel drehte sich um.

«Wer ist Berta?»

Hinter ihm stand eine braun-weisse Kuh.

Sie kaute.

«Die da», sagte Marta.

Der Teufel sah Berta an.

Berta sah den Teufel an.

Ihre Glocke gab ein erbärmliches kleines Klonk von sich.

«Sie klingt falsch», sagte Josef.

«Es ist eine Kuhglocke.»

«Eine schlechte Kuhglocke.»

Der Teufel atmete ein.

Dann aus.

«Ihr bekommt eine neue Brücke, ein dichtes Schuldach und die beste Kuhglocke der Schweiz.»

Marta nickte.

«Gut.»

«Und dafür gehört mir das Dorf.»

«Nein», sagte Hans.

Der Teufel wurde ganz still.

«Nein?»

«Du darfst ein Jahr hier wohnen.»

Der Teufel lachte.

Hans nicht.

«Ein Jahr», wiederholte er. «Danach kannst du uns noch einmal fragen.»

Der Teufel sah die Häuser an.

Die Kühe.

Die Leute.

Gustav, der irgendwie wieder auf seiner Aktentasche gelandet war.

Er lächelte.

«Ein Jahr.»

Er war sicher, dass zwölf Monate mehr als genug sein würden.

Bis dahin würden sie ihm das Dorf verkaufen, die Häuser, die Kühe und vermutlich auch die Socken, die sie gerade trugen.

Man gab ihm das leer stehende Haus beim Friedhof.

Es hatte die schönste Aussicht im Dorf und die ruhigsten Nachbarn.

Am ersten Morgen klopfte Hans an seine Tür.

«Der Zaun ist umgefallen.»

«Welcher Zaun?»

«Deiner.»

Der Teufel ging hinaus.

Am zweiten Morgen kam Josef.

«Meine Ziege ist weg.»

«Warum ist das mein Problem?»

Josef dachte darüber nach.

«Du bist da.»

Am dritten Morgen klopfte Peter.

«Mittwoch.»

Der Teufel wartete.

Peter wartete ebenfalls.

«Was ist mit Mittwoch?»

«Der Schrank.»

«Welcher Schrank?»

Peter sah überrascht aus.

«Meiner.»

Es stellte sich heraus, dass Peter jeden Mittwoch denselben riesigen Schrank an eine andere Wand stellte.

Niemand wusste warum.

Peter am wenigsten.

Am Anfang stellte der Teufel Fragen.

Nach einem Monat hörte er damit auf.

Er lernte, einen Zaun zu reparieren.

Er lernte, dass eine Ziege verschwinden konnte, obwohl sie fast direkt hinter einem stand.

Er lernte, dass Kühe Charakter hatten, auch wenn er das jedes Mal bestritt, wenn jemand danach fragte.

Er lernte zu melken, ohne getreten zu werden.

Er lernte, welcher Käse aus dem Tal kam und welcher für Touristen gemacht wurde.

Er lernte, dass der Laden um sechs schloss, ganz gleich, was er davon hielt.

Er lernte, dass es überhaupt keinen Sinn hatte, vor dem Kaffee mit Marta zu diskutieren.

Und Gustav kam jeden Morgen.

Zuerst jagte der Teufel ihn weg.

Dann warf er Dinge nach ihm.

Dann begann er, eine Brotkruste aufs Fensterbrett zu legen.

Gustav deutete das völlig richtig als Entwicklung einer engen persönlichen Freundschaft.

Nach drei Monaten sah der Teufel, wie ein Besucher sein Auto beim Dorfbrunnen abstellte.

Er ging sofort hinaus.

«Das können Sie hier nicht stehen lassen.»

Der Besucher sah sich um.

«Warum nicht?»

«Weil die Leute durchmüssen.»

«Es hat doch genug Platz.»

«Bevor Sie gekommen sind, hatte es noch mehr.»

Der Teufel schrieb sich das Kontrollschild auf.

Hans sah ihn von der anderen Seite des Platzes.

Er sagte nichts.

Nach einem halben Jahr stand der Teufel vor der Bäckerei und schimpfte:

«Jetzt graben sie schon wieder unsere Strasse auf.»

Marta hörte es.

Sie sagte nichts.

Josef hörte es ebenfalls.

Auch er sagte nichts.

Nur Gustav reagierte.

Er plusterte die Brust auf.

Unsere Strasse, dachte er.

Genau.

Dann kam der Winter.

Der Schnee bedeckte die Berge.

Dann die Dächer.

Dann die Strasse.

Dann alles, was noch von der übrigen Welt übrig war.

Einige Tage lang kam niemand herein und niemand hinaus.

Am Abend versammelte sich das ganze Dorf im Wirtshaus.

Im Ofen brannten Holzscheite.

Nasse Handschuhe dampften bei der Tür.

Auf den Tischen standen Brot und Käse.

Jemand brachte heissen Wein.

Jemand anderes spielte Schwyzerörgeli, schlecht, aber mit grossem Einsatz.

Die Kinder verschwanden unter den Tischen und behaupteten, dort klinge die Musik besser.

Berta stand im Stall hinter dem Wirtshaus und trug ihre neue Glocke.

Sie hatte einen tiefen, klaren Klang.

Josef hatte zwölf geprüft, bevor er diese gelten liess.

Der Teufel sass etwas abseits.

Marta bemerkte es.

Natürlich bemerkte sie es.

Sie setzte sich zu ihm.

«Was ist los mit dir?»

«Nichts.»

«Du siehst aus wie einer, der etwas verloren hat.»

«Ich verstehe diesen Ort nicht.»

«Dann sind wir schon zwei.»

«Es ist kalt.»

«Ja.»

«Die Strasse ist gesperrt.»

«Ja.»

«Der Laden schliesst um sechs.»

«Immer noch.»

«Fast kein Empfang.»

Marta nickte.

«Und es gibt nichts zu tun.»

«Am Mittwoch ist der Schrank.»

Der Teufel sah sie an.

Marta nahm einen Schluck Wein.

Ihr Gesicht blieb vollkommen ernst.

Nach einer Weile fragte der Teufel:

«Warum seid ihr glücklich?»

Marta sah aus dem Fenster.

Schnee zog am Glas vorbei.

Irgendwo dahinter war die Kirche.

Die Häuser.

Der Brunnen.

Die Strasse.

Die Kühe.

Man sah nichts davon.

Aber alles war noch da.

«Weil morgen», sagte sie, «fast alles noch hier sein wird.»

«Was denn?»

«Die Berge.»

Sie nahm einen Schluck.

«Die Häuser.»

Eine Pause.

«Die Leute.»

Dann sah sie ihn an.

«Und du wahrscheinlich auch. Diese Strasse räumt heute Nacht niemand mehr.»

Der Teufel lachte.

Damit hatte er selbst nicht gerechnet.

Im Frühling baute er die Brücke.

Nicht persönlich, selbstverständlich.

Er schimpfte über Bewilligungen, stritt mit dem Unternehmer und kontrollierte jede Rechnung zweimal.

Aber er baute sie.

Er liess das Dach der Schule reparieren.

Dann bestellte er Bertas Glocke bei einem Handwerker zwei Täler weiter, der behauptete, einen falschen Ton schon zu hören, bevor das Metall ausgekühlt war.

Die Glocke kostete viel zu viel.

Der Teufel bezahlte, ohne zu handeln.

Ein Jahr nach seiner Ankunft versammelten sich die Dorfbewohner wieder auf dem Platz.

Der Teufel trug denselben schwarzen Mantel.

Er sah nicht mehr ganz so teuer aus.

Auf einem Ärmel war ein heller Fleck.

Hans sagte, es sei Verputz.

Josef behauptete, Ziegenmilch.

Der Teufel weigerte sich, darüber zu sprechen.

Hans stand beim Brunnen.

«Nun?»

Der Teufel sah ihn an.

«Nun was?»

«Kaufst du das Dorf?»

Der Teufel antwortete nicht sofort.

Er sah zum Dach der Schule.

Zur Kirche.

Zur neuen Brücke unten am Hang.

Zu den Häusern.

Zur Bäckerei.

Zum Wirtshaus.

Zu der Strasse, über die er den ganzen Sommer geschimpft hatte.

Dann kam Berta von hinten und nahm den Saum seines Mantels ins Maul.

Der Teufel zog ihn vorsichtig heraus.

«Nicht den.»

Berta kaute weiter.

Der Teufel strich den Ärmel glatt.

Dann schloss er seine Aktentasche.

«Nein.»

Hans nickte.

«Zu klein?»

«Zu teuer.»

Hans runzelte die Stirn.

«Wir haben dir nie einen Preis genannt.»

Der Teufel sah ihn an.

«Eben.»

Er nahm die Aktentasche.

Drehte sich um.

Und wäre beinahe gegangen.

Peter stellte sich ihm in den Weg.

«Wohin willst du?»

«Nach Hause.»

Peter sah ihn beinahe beleidigt an.

«Das hier ist zu Hause.»

Der Teufel öffnete den Mund.

Schloss ihn wieder.

Peter zeigte auf sein Haus.

«Ausserdem ist Mittwoch.»

Der Teufel blickte zum Himmel.

Vielleicht hoffte er zum ersten Mal in seinem sehr langen Leben auf Hilfe von oben.

Es kam keine.

Er zog den Mantel aus und legte ihn über den Brunnenrand.

«Welche Wand?»

Peter lächelte.

So blieb der Teufel im Dorf.

Man sagt, er lebe noch heute dort.

Er führt die Gemeinderechnung.

Er schimpft jeden Morgen über das Wetter.

Er behält die Touristen misstrauisch im Auge.

Und er verbietet streng, den Kühen Schokolade zu geben.

Das Dorf hat er später übrigens doch noch gekauft.

Nur nicht das echte.

Eine kleine Holzversion aus dem Andenkenladen.

Sie hatte winzige Häuser, eine winzige Kirche, einen winzigen Brunnen und zweiundsiebzig unmöglich winzige Kühe.

Der Verkäufer nannte den Preis.

Der Teufel bezahlte ohne Widerrede.

Später am selben Nachmittag rollte unter der Bank beim Brunnen eine der alten Goldmünzen hervor, die seit seiner ersten Nacht im Dorf dort gelegen hatte.

Gustav fand sie.

Sie war rund.

Sie glänzte.

Und soweit Gustav das beurteilen konnte, hatte man sie ganz offensichtlich eigens für ihn dort hingelegt.

Er nahm sie in den Schnabel und flog davon.

Niemand bemerkte etwas.

Und so fing in der Kleinen Schweiz so manches an.

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