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Are you afraid of the dark?

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Zusammenfassung

er ist unglaublich PERFEKT VERKORKST, auf AGGRESSIVE Weise EMOTIONAL und BLIND für SEINER SELBST. Er ist mein Untergang. *erotische Inhalte - don't like it, don't read it :)

Status:
vor 6 Jahren
Kapitel:
3
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Chapter 1

"Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren"

-Karl Lagerfeld

Verwirrt stand ich unter einer leuchtenden Uhr mit linearen Kreuzen, Vierecken und Kreisen darauf, laut Ratgeber der Stadt sollte man daraus die Zeit ablesen können. Meine Armbanduhr zeigte 17:46, um mich herum drängelten sich die Menschen, damit sie einen Blick auf die Abfahrtstafel am Hauptbahnhof werfen können. Die ganze Woche habe ich mit "Kisten einpacken, Kisten transportieren und Kisten in den dritten Stock tragen", verbracht, deshalb habe ich heute nur eine Sporttasche mit den letzten Gegenständen bei mir. Ich atme einmal tief ein und wieder aus, grosse Menschenmassen mochte ich noch nie. St.Gallen ist nun mein neues Zuhause und deshalb werde ich mich daran gewöhnen müssen. In 3 Tagen beginnt die Uni und somit mein Weg zum Traumberuf. Entgegengesetzt dem Wunsch meiner Mutter, habe ich mich zwar an ihrer Lieblingsuniversität eingeschrieben, jedoch nicht für Wirtschaft, sondern für Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft. Meine Mutter ist die Inhaberin einer Informatik Firma und wollte diese an mich weitergeben, denn ich bin ihr einziges Kind. Mein Vater beteiligt sich nie an diesen Diskussionen, ich denke alle die Jahre mit uns beiden, haben ihn müde gemacht. Nach vielen Streitereien war die Stimmung schlussendlich angespannt und ich konnte den Tag meines Auszugs kaum erwarten. Und da stehe ich nun, alleine, 3 Stunden von meiner Heimat entfernt und sollte den richtigen Bus finden.

Den Bus habe ich nicht gefunden, aber dafür einen Coop, wo ich mich direkt mit zwei billigen Rotweinflaschen eindeckt habe. Zurück am Busbahnhof setze ich ein gekünsteltes Lächeln auf und frage eine junge Frau in einem Bleistiftrock nach dem Bus zur Haltestelle Singenberg. Mit einer Mischung aus Verwirrtheit und Abschätzung blickt sie mich an: "Es fahren diverse Busse in deine Richtung, bleib einfach hier stehen und steig in den nächsten!" Fünf Minuten später drängelte ich mich zeitgleich mit einem ungeheuerlich grossen und tätowierten Mann durch die schmale Bustür. Wir blieben bildlich darin stecken, da ich auch noch die Sporttasche umhängen hatte und gleichzeitig versuchte die Plastiktüte mit dem Wein zu retten. Er murmelte etwas vor sich hin, was sich nach einer Beleidigung anhörte und machte einen Schritt rückwärts, um mir wieder willig den Vorrang zu überlassen, was sich als schlechte Entscheidung für mich herausstellte. Ich knallte seitwärts an die andere Tür und konnte mit Mühe das Gleichgewicht zurück erlangen. Sitzplätze gab es keine mehr, Körper an Körper stand ich mit den anderen Passagieren im Gang. Der Typ sah ich nicht mehr, ich glaube er ist gar nicht eingestiegen. 3 Haltestellen später schlängelte ich mich erneut an allen vorbei und stieg aus. Die Busfahrt dauerte etwa 5 Minuten. Ich setze mich auf die Wartebank an der Haltestelle und krame in meiner Tasche nach dem glitzernden Bullet Journal, um auf meine To-Do-Liste den Kauf eines Fahrrades zu setzen. Für einen Tag im September sind die Temperaturen noch angenehm warm, der Wind streicht mir meine losen Haarsträhnen aus dem Gesicht. Ich scanne die Umgebung ab und erkenne meinen Standort wieder, wenigstens werde ich den Weg zu meiner WG finden. Das Quartier gefällt mir gar nicht, doch mein Zimmer war günstig und ich wollte nicht mehr meinen Eltern auf der Tasche liegen, sie haben sonst schon genug psychologischen Einfluss auf mich. Gerade neben meiner Wohnung ist eine kleine dunkle Bar, die Tür, die Fensterrahmen und die Regenrinne waren voller Kleber mit mir unbekannten Symbolen. An den Abenden letzte Woche sah ich sämtliche Menschen auf der Strasse stehen mit Biergläsern und Zigaretten. Die Gäste scheinen sehr verschieden zu sein, denn von Hippies, bis hin zu Rockern habe ich fast jede Sorte Mensch schon dort gesehen.

Als ich den Schlüssel unten an der Haustür ins Schloss stecke, fühle ich mich so frei wie noch nie. Ich wohne nun ohne die strengen Augen meiner Mutter, welche zu allem noch einen negativen Kommentar dazu gibt: "Sophie, du willst doch nicht etwa in Trainerhosen zum Fitness fahren? Sophie, seit wann ist diese Hose so eng? Sophie, solltest du nicht lernen? Sophie, geh doch heute noch zum Sport, dass wird dir bestimmt gut tun...", ich kanns einfach nicht mehr hören. Meine Mitbewohnerin ist heute auch Zuhause, ich kenne sie leider kaum. Seit ich die Wohnung zum ersten Mal besichtigt habe, war sie erst zwei Mal kurz dort. Sie wirkt nett, jedoch hat sie nicht viel gesprochen. Ein weiteres Zimmer stand noch leer, welches sie ebenfalls vermietet haben soll. Wohnen tut da jedoch noch niemand. Die Stufen knarren, als ich sie erklimme. Als ich im zweiten Stock ankomme starre ich wie immer in das Gesicht von einer Drachenstatue mit gelben Augen, etwa 1.70 Gross und wirklich fehl am Platz in diesem alten Haus. Das Geländer ist rau und an einer Stelle ist der Übergang nicht eben geschliffen. "Aua", murmle ich und kontrolliere meine Hand auf Splitter, sehe aber keinen. Vor unserer Wohnung werde ich doch noch nervös. Wenn ich nicht mit ihr klar komme, dann werde ich mir kurzfristig eine neue Wohnung suchen müssen, was zu Semesterbeginn fast nicht möglich ist. Bin ich vielleicht ein zu hohes Risiko eingegangen?

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