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Zusammenfassung

Die vierundzwanzigjährige Kashvi Acharya will nicht heiraten. Erst recht nicht, wo sie gerade am Wendepunkt ihrer Karriere steht. Sie will arbeiten, beruflich aufsteigen und sich ein Leben jenseits von Herd und Haushalt aufbauen – ganz anders als die Frauen in ihrer Familie. Eine Ehe kommt für sie im Moment absolut nicht infrage. Bedauerlicherweise hat ihre konservative Familie das nicht mitbekommen. Nun steckt Kashvi in einem Dilemma: Soll sie die gehorsame Tochter bleiben, die sie immer war, und den attraktiven Fremden heiraten, der sie gleichzeitig fasziniert und einschüchtert ... oder soll sie in die Freiheit fliehen? Nur zur Info: Letztere Option hat einen Haken – einen sitzen gelassenen Bräutigam, der womöglich auf Rache aus ist.

Genre:
Romance/Drama
Autor:
Manjari
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
71
Rating
4.9 34 Bewertungen
Altersfreigabe
16+

Kapitel 1: Arbeit! Arbeit!

Kashvi Acharya

Ich starrte wütend auf die Codezeilen auf meinem Bildschirm und verfluchte meinen Manager in Gedanken.

Vor etwa einer Stunde hatte ich gerade meine Aufgaben für heute erledigt. Da drückte mir unser Teamleiter Biswa noch ein Modul zum Überprüfen in die Hand. Er sagte, es sei wichtig, dass ich das mache. Anscheinend bin ich eine der Besten. Er gab mir gar keine Chance, eine Ausrede zu finden. Ich hasse diesen Job.

Ich konnte es kaum erwarten, hier wegzukommen. Das Gehalt war niedrig und Überstunden wurden fast jeden Tag erwartet. Das Taschengeld meines kleinen Bruders war fast höher als der Jahresbonus, den wir dieses Jahr bekamen. Dieser Bonus war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Ich musste endlich meinen Hintern hochkriegen und mir einen Job in einer anderen Firma suchen. Ich wollte nicht den Rest meines Lebens in diesem riesigen Getriebe namens Vision Corporation feststecken. Mit einem mickrigen Gehalt, das kaum zum Überleben reichte, wenn ich nicht noch bei meinen Eltern wohnen würde.

Ich hatte mich schon bei anderen Firmen beworben und einige Vorrunden bestanden. Nun wartete ich sehnsüchtig auf Einladungen zum Vorstellungsgespräch. Hoffentlich klappte es mit einem Job. Dann könnte ich meine Kündigung bei der Personalabteilung einreichen und endlich verschwinden. Sogar der Gedanke, während der zweimonatigen Kündigungsfrist noch hier arbeiten zu müssen, drückte meine Stimmung.

Ich musste hier uuuunbedingt weg.

Ich hasste diesen Job. Es ging nicht nur ums Geld. Die Arbeit bot mir keinen Nervenkitzel und keine Chance, mich weiterzuentwickeln.

Mein Handy klingelte. Ich sah, wer anrief, und seufzte tief, bevor ich abhob.

„Warum bist du noch nicht zu Hause?!“, schrie meine Mutter am anderen Ende der Leitung.

Sie wollte, dass ich heute früh heimkomme. Eigentlich wollte sie das immer. Aber heute Morgen meinte sie, es sei etwas Wichtiges. Ich hatte es eilig und fragte nicht weiter nach. Wahrscheinlich kamen mal wieder Verwandte zu Besuch.

„Es ist was dazwischengekommen, Maa. Ich mache gerade nur noch fertig –“

„Arbeit! Arbeit! Warum arbeitest du so viel, Mithi?“, jammerte Maa. Sie benutzte meinen Spitznamen, bei dem mich zu Hause alle nannten. „Ich verstehe gar nicht, warum du überhaupt arbeiten musst. Dein Vater gibt dir doch alles. Hat er dich jemals hängen lassen?“

Ich runzelte die Stirn. Nicht schon wieder. „Maa, du weißt, warum ich arbeite. Fang nicht wieder damit an.“ Ich hatte jetzt wirklich keine Zeit dafür.

„Um ehrlich zu sein, Mithi, ich begreife es einfach nicht“, fing sie an und ignorierte meine Bitte völlig. „Dein Vater kann für dich sorgen. Unser Mädchen sollte sich nicht für jemanden abrackern. Du könntest alles haben, was du willst –“

„Es geht nicht immer nur ums Geld“, murmelte ich.

„Natürlich nicht. Aber dieser Job bezahlt nicht mal genug, um ein paar ordentliche Sarees zu kaufen.“ Okay, das saß. „Anstatt in diesem zweitklassigen Job zu schuften, solltest du zu Hause sein. Du solltest kochen lernen und dich um den Haushalt kümmern. Bereite dich darauf vor, eine gute Ehefrau zu sein. Welcher Mann will schon eine Frau, die nicht mal Halwa kochen kann?“

Ich wusste sehr wohl, wie man Halwa macht. Ich hatte es nur einmal vermasselt... okay, zweimal. Bevor ich sie korrigieren konnte, redete sie schon weiter.

„Die Mädchen von heute sind so auf dem Holzweg. Der wahre Wert einer Frau kommt durch ihren Ehemann und ihre Familie. Wir Frauen sind anders erschaffen. Es ist dumm, wie diese Mädchen versuchen, die Männer zu kopieren.“ Wenn sie einmal anfing, wusste sie nicht, wie sie aufhören sollte. „Es macht mich traurig, dass du genau wie sie geworden bist. Als Kind warst du so brav und gehorsam. Du hast immer auf mich gehört und mir in der Küche geholfen. Du hast sogar kleine Kleider für deine Puppen genäht. So ein liebes Mädchen.

Deine Großmutter hat mich gewarnt. Ich hätte dich nicht auf die Klosterschule schicken sollen. Die waschen den Kindern dort den Kopf. Ich hätte auf sie hören sollen. Die staatliche Schule war viel besser. Da tragen sie Salwar Suits als Uniform statt dieser kurzen Röcke. Das wäre besser gewesen –“

„Maa! Hör auf damit!“, zischte ich. Ich fühlte mich sofort schuldig, als sie tatsächlich verstummte. Ich wurde selten laut ihr gegenüber. Sie wurde von anderen schon oft genug mundtot gemacht. Ich wollte nicht noch ein Familienmitglied sein, das sie wie eine Fußmatte behandelte. Aber manchmal stellte sie mich wirklich auf die Probe.

Ich atmete tief durch, um mich zu beruhigen. „Das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Bitte versteh das“, sagte ich ruhig.

Sie schwieg einen Moment, bevor sie antwortete. „Na gut. Ich habe auch keine Zeit.“ Ihr Ton war kurz angebunden, aber ich wusste, dass sie sich in einer Stunde wieder beruhigt hätte. „Dein Vater ist sauer, weil du noch nicht da bist. Ich sage ihm, dass es bei dir noch etwas dauert.“

Meine Mutter wusste genau, wie sie mich unter Druck setzen konnte.

„Ich bin in zehn Minuten da!“, gab ich sofort auf und packte meine Sachen zusammen. Ich würde das Modul von zu Hause aus bearbeiten. „Halt ihn einfach hin, okay... bitte“, fügte ich hinzu, als sie nicht antwortete.

„Du bist besser in zehn Minuten hier.“ Damit legte sie auf.

Ich winkte Zainab, meiner Freundin und Kollegin, zum Abschied zu und stürmte hinaus. Sie kannte das Spielchen schon. Ich rannte immer weg, wenn es spät wurde. Mittlerweile zuckte sie nicht mal mehr mit der Wimper.

Völlig außer Atem erreichte ich meinen Roller auf dem Parkplatz. Die Fahrt nach Hause war geprägt vom dichten Verkehr in Lucknow und der Angst, zu spät zu kommen. Mein Vater war ziemlich aufbrausend. Es war besser, seine Geduld nicht überzustrapazieren. Ein wütender Papa ist kein guter Papa.

Ich parkte meinen Roller auf der Veranda neben dem Motorrad meines Bruders. Mit langsamen Schritten ging ich zum Wohnzimmer.

Als ich näher kam, hörte ich Gelächter und lebhafte Gespräche. Ich lugte hinein, um zu sehen, wer da war, bevor ich mich zeigte. Ich mochte diese Tanten nicht besonders. Sie erinnerten meine Eltern ständig daran, dass es Zeit sei, einen passenden Jungen für mich zu finden und mich zu verheiraten. Nein, die konnte ich wirklich nicht leiden.

Plötzlich trafen meine Augen auf tiefbraune Augen, und mir stockte der Atem. Mitten im Wohnzimmer saß ein Mann, der eine königliche Ausstrahlung besaß. Er trug ein makelloses weißes Hemd und eine maßgeschneiderte blaue Hose. Seine olivfarbene Haut, die leicht krumme Nase und das zurückgegelte dunkle Haar passten perfekt zu seinen glatt rasierten Wangen.

Er ist so... wunderschön.

Ich war wie erschlagen.

„Da ist sie ja!“ Mein Starren auf den attraktiven Fremden wurde unterbrochen. Mein jüngerer Bruder Kshitij zeigte mit dem Finger auf mich.

„Geben Sie uns eine Minute“, sagte meine Mutter, stand auf und kam zu mir.

Jetzt bemerkte ich auch die anderen Leute im Raum. Neben meiner Familie und dem gutaussehenden Fremden saß dort noch ein älteres Ehepaar. Sie saßen auf dem anderen Sofa. Es war klar, dass es seine Eltern waren. Ich hatte kaum Zeit, sie genauer anzusehen, da wurde ich schon von meiner Mutter weggezogen.

„Ich bringe sie gleich wieder“, sagte sie zu ihnen und schleifte mich aus dem Zimmer.

Ich runzelte die Stirn. Was war hier eigentlich los?

Meine Augen weiteten sich. Warte mal... Sag mir bitte nicht, dass es das ist, was ich denke.

Ich warf noch einen Blick auf den attraktiven Fremden und sah, dass er mich bereits ansah. Eine wohlige Wärme durchströmte meinen Körper und mein Herz begann zu rasen.

Bitte lass es nicht das sein, was ich denke, betete ich, als ich seinem brennenden Blick entkommen war.

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Halwa – Eine indische Süßspeise.

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