Sombs Die Schattenmagier von Maire Frye bei Inkitt
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Sombs - Die Schattenmagier

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Zusammenfassung

Teagan Redleaf ist eine junge, 17- jährige Frau, die einer alten Linie von Schattenmagiern entstammt. Doch in einer Welt, in der ihresgleichen verhöhnt wird, ist ihre Abstammung mehr von Nachteil als Vorteil. Bemüht, gemeinsam mit ihren Vätern und ihrem Zwillingsbruder ein neues Kapitel in ihrem Leben aufzuschlagen, findet sich die junge Magierin schnell zwischen zwei gefährlichen Fronten wieder und muss sich entscheiden. Wird sie weiter im Schatten anderer stehen oder aus ihm treten, um ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen?

Status:
In Arbeit
Kapitel:
34
Rating
4.6 9 Bewertungen
Altersfreigabe
16+

Prolog

England, 1725

Ich konnte hören, wie sie sich die Seele aus dem Leib schrien, als ich aus dem hölzernen Käfig gelassen wurde.

Schreie und Jubel ertönten, soweit das Ohr reichte.

"Schickt sie zurück in die Hölle!", rief eine erzürnte Stimme zu meiner Rechten.

"Monster!", ergänzte sie eine andere.

"Sünder!", stieg eine weitere Person grimmig ein und zeigte mit ihrem Finger auf mich. Ihr Gesicht zu einer Fratze verzogen.

All diese hasserfüllten Worte waren an mich gerichtet.

Worte, die wie ein Funken zum Leben erwachten und sich zügig in ein unkontrollierbares Feuer umwandelten, das immer mehr Herzen und Gewissen erfasste und sie zu Asche verbrennen ließ, bis nichts mehr davon übrig blieb.

Ich wurde eines Verbrechens beschuldigt, das ich nicht begangen hatte.

Nein.

Ich wurde eines Verbrechens beschuldigt, das keines war.

Dennoch spürte ich, wie mir jemand einen groben Stoß gegen den Rücken verpasste, um mich dazu zu bewegen, meinem Ende entgegenzutreten.

Beinahe wäre ich dabei über den einst weißen, jetzt von Dreck beschmutzten Saum meines weißen Kleides gestolpert. Aber ich konnte mich rechtzeitig fassen. Mein starrer Blick fiel auf meine dreckigen, blutigen Füße, während ich auf schwachen Beinen voranschritt. Jeder Schritt, den ich setzte, tat mir körperlich und seelisch weh.

Mein träger Blick hob sich und landete auf dem Podium, auf dem Galgen aufgestellt waren und ich spürte, wie mein eben noch von Müdigkeit geplagter Körper mit einem Schlag hellwach wurde.

Zum ersten Mal seit Tagen beschleunigte sich mein Herzschlag. So schnell, dass ich mein eigenes Blut in meinen Ohren rauschen hörte und jeden Atemzug bewusst wahrnahm.

Die Rufe der Menschen, die sich heute hier versammelt hatten, um meinen Tod zu bezeugen, verzogen sich. So als ob ich mich von ihnen entfernt hätte. Als ob ich weg von hier und an einem sicheren Ort wäre.

Aber das war ich nicht.

"Geh weiter, du Miststück!", bellte ein Soldat hinter mir und versetzte mir mit dem Ende seines Brown-Bess-Gewehrs einen festen Hieb in das ohnehin schon wunde Fleisch meines Rückens.

Ein schmerzerfülltes Zischen entwich meinen Lippen, während mir unwillkürlich die Tränen in die Augen stießen und meine Sicht trübten.

Die Augen fest zusammendrückend, lehnte ich mein Kinn gegen meine Brust, sodass meine einst seidigen schwarzen Haare mir jetzt wild ins Gesicht fielen und den freudigen Gaffern um mich herum die Sicht auf mein Elend und Kummer nahmen.

Ich würde ihnen nicht die Genugtuung geben, meine Tränen zu Gesicht zu bekommen.

Hektisch hob ich meine gefesselten Hände zu meinem Gesicht und rieb mir über die Augen und Wangen, als sie mich auf das Podium hoben.

Ich holte einige Male tief Luft, bevor ich die Augen öffnete und mich zu der johlenden Menge drehte, die vehement meinen Tod forderte.

Wie elendige Geier, die über einem Aas Kreise schlagen, um ihren Hunger zu stillen, dachte ich mit erhobenem Haupt und spürte, wie meine Finger sich verkrampften.

Je länger ich ihnen zusah, desto mehr wurde ich mir bewusst, dass nicht ich mich vor ihnen fürchten musste.

Nein. Sie fürchteten mich. Einzig diese Tatsache war der Grund, weshalb ich heute hier stand und sterben sollte.

Meine Existenz bedrohte sie dermaßen, dass sie sich wie wilde Tiere verhielten. Tiere, die sich in die Enge getrieben fühlten.

Ich holte erneut tief ein. So tief wie noch nie zuvor. Und wieder. Ich sog die Luft tief in meine Lungen ein und hielt sie gefangen, denn ich wusste, dass dies meine letzten freien Atemzüge waren, ehe man mir die Schlinge um den Hals legen würde.

Mein wildes Herz besänftigte sich langsam, aber stetig.

Bis meine wandernden Augen in der Menge seine fanden.

Seine wunderschönen, aber gequälten Augen.

Ich spürte, wie mein Hals sich bei seinem Anblick zuschnürte und meine eben noch aufgebaute Fassade der Teilnahmslosigkeit zu bröckeln begann, als meine Sicht wieder verschwamm.

Er wollte zu mir. Das sah ich ihm an.

Er wollte sich einen Weg durch die Menge bahnen, sei es auch mit roher Gewalt, um mich zu erreichen und zu retten, aber er wurde von seinem Begleiter zurückgehalten.

Wir wussten beide, dass er das nicht konnte. Nicht ohne seine wahre Identität der blutrünstigen Meute zu offenbaren und meine bisherigen Mühen zunichtezumachen. Wir hatten viel zu viel Kraft und Zeit in diese Sache gesteckt, um es meinetwegen zu ruinieren.

Aus dem Augenwinkel bekam ich mit, wie mir ein maskierter stämmiger Mann nähertrat. Zwischen seinen Händen hielt er einen Leinensack, den er mir über den Kopf ziehen wollte, ehe er mich auf den Hocker unter der Schlinge hob.

Doch ich schüttelte den Kopf.

"Nicht", flüsterte ich ihm zu und fand seine Augen mit einem bittenden Ausdruck. "Das ist mein letzter Wunsch."

Eine Träne entkam meinem Augenwinkel, als mein Blick wieder seinen kreuzte und ich spürte, wie mein Körper erbebte.

Ich wollte ihn noch, solange ich konnte, sehen.

Der maskierte Mann senkte den Sack in seinen Händen, bevor er meine Beine mit einem Arm umschlang, um mich anzuheben und auf dem Hocker abzustellen.

Die Menge tobte und hoben ihre Hände energisch in die Luft. Sie wurde ungeduldiger. Ungeduldig mit einer Zeit, die nicht ihre war.

Ich konnte mir ein bitteres Schmunzeln nicht verkneifen bei ihrem Anblick.

Das Schmunzeln verblasste jedoch so schnell, wie es erschienen war, als mir die Schlinge über den Kopf gezogen wurde und sie sich an meinen Hals schmiegte. Mein Körper versteifte und ich sah über die tobende Menge hinweg zu ihm.

Ich sah, wie sein Mund sich zu einem verzweifelten Schrei öffnete, wie er vehement versuchte, dem eisernen Griff seines Begleiters zu entkommen. Doch sein Ruf nach mir ging im freudigen Gejohle der Masse unter.

Ich spürte, wie man den Knoten hinter meinem Nacken fester zog und das raue Material des Seils an meiner Haut kratzte, als ich versuchte, den Kloß in meinem Hals herunterzuschlucken und ein letztes Mal mutig zu sein.

Den Blick fest mit seinem verhakend zwang ich mich dazu, ihm ein letztes Mal mit einem Lächeln entgegenzutreten.

Ein Lächeln, das vieles innehielt.

Liebe, Trauer, Schmerz und Sehnsucht. Doch was am meisten hervorstand, war Trauer. Trauer um die Zeit, die wir noch hätten haben können, aber jetzt nicht mehr haben konnten.

Ich schloss die Augen, um mir ein letztes Mal in Erinnerung zu rufen, wie es war, als er mich noch angelächelt hatte. Ein warmes, seliges Gefühl machte sich in meiner Brust breit bei dieser Vorstellung.

Dann spürte ich, wie mir der Halt unter den bloßen Füßen weggerissen wurde und das Seil sich tief in meine Kehle drückte.

Japsend griffen meine verbundenen Hände nach dem Griff des Todes, der sich erbarmungslos um meinen Hals gelegt hatte, bis das wilde Zappeln meiner schweren Beine langsamer wurde und mein Verstand dazu bereit war, Abschied zu nehmen.

Abschied von ihm.

Mögen wir uns in einem anderen Leben und einer besseren Zeit wiederbegegnen, mein Liebling.

Kapitel
1. Prolog
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Gutes Schreiben

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Toller Charakter

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author

Wow, mit einem Knall begonnen!🫣 sehr schön geschrieben!😊

3 Jahre
1
author

Wow cooler anfang

3 Jahre
1
author

Ich kann mich dem nur anschließen

3 Jahre
1

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