Romeos Devote by Mediha C. at Inkitt
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Romeos Devote

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Summary

Auf Amazon erhältlich ❗️Leseprobe❗️Nichts für schwache Nerven❗️ Julia, eine junge Kellnerin aus Rom, erhält ein verlockendes Jobangebot: Sie soll auf einer privaten Insel in einer luxuriösen Villa leben, um an erotischen Spielen teilzunehmen und am Ende eine beträchtliche Geldsumme zu gewinnen. Doch die ständigen Partnerwechsel und die Besessenheit eines Mannes namens Romeo bringen die Situation zum Eskalieren. In 12 Spielen voller Leidenschaft, Erniedrigung, Hass, Wut und vor allem Liebe und Tod muss Julia sich behaupten.

Status
Complete
Chapters
3
Rating
4.8 62 reviews
Age Rating
18+

Der Exklusivvertrag

In der warmen Stille des Abends stecke ich in einem winzigen Restaurant fest. Jeden Tag dasselbe zu erleben, ist so frustrierend. Mein Name ist Julia Piva, ein Waisenkind seitdem ich denken kann. Aufgewachsen in Armut und Leere, ist meine Großmutter die Einzige, die ich in meinem Leben habe. Als meine Eltern mich verlassen haben, als ich noch ein Baby war, war sie die Einzige gewesen, die mich aufgenommen hat. Sie allein ist der Grund, weshalb ich versuche, Tag für Tag diesen Laden hier zu ertragen, denn sie ist todkrank und braucht Geld für eine Operation in Amerika.

Sie lebt derzeit in einem Pflegeheim und wird täglich von mir besucht. Jede freie Minute, die ich habe, verbringe ich bei ihr, versuche ihr Trost zu spenden und Hoffnung zu geben. Doch die Realität ist unerbittlich, und die Kosten für die Operation sind astronomisch. Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt einen Ausweg aus diesem endlosen Kreislauf der Verzweiflung gibt.

Ich wünschte, ich könnte reich werden, damit wir einen Neuanfang starten und andere Länder bereisen könnten, die bisher für mich unerreichbar waren. Ich stelle mir vor, wie wir gemeinsam durch die Straßen von Paris schlendern, die Sonne auf unseren Gesichtern. Oder wie wir den majestätischen Anblick der Alpen genießen, während wir in einem gemütlichen Chalet übernachten. Doch das Glück und ich sind wie zwei völlig unterschiedliche Planeten, die sich nie berühren.

Jeden Abend, wenn ich die Tische abräume und die Stühle auf die Tische stelle, träume ich von einem besseren Leben. Die warmen Lichter des Restaurants werfen lange Schatten, und die Stille umhüllt mich wie eine schwere Decke. Mein Körper ist müde von der harten Arbeit, aber mein Geist ist rastlos, immer auf der Suche nach einem Funken Hoffnung.

»Hallo?! Ich rede mit dir!«, sagt der Gast und wedelt vor mir mit der Hand, da ich seine Bestellung total verschlafen habe.

»Was hätten Sie denn gerne?«, frage ich höflich, obwohl ich ihn am liebsten anschreien würde.

»Was ich möchte?! Den Geschäftsführer - und zwar sofort!«, tippt er mit dem Finger auf den Tisch und kann nicht einmal gerade sitzen, da er zu betrunken ist.

»Aber natürlich. Warten Sie hier«, sage ich lächelnd und laufe zum Tresen, wo meine Freundin Dalia steht.

»In der Kaffeemaschine steckt wieder eine Maus fest, es ist bereits die fünfte in dieser Woche. Wie soll das so weitergehen?! Wir werden noch von irgendwelchen Viren befallen!«, redet sie und hält mir die Kaffeemaschine hin, damit ich hineinsehen kann.

»Ich kann diese alte Bruchbude hier nicht mehr ertragen. Geh du zu dem alten Typen da, er will den Geschäftsführer sehen. Diesmal bist du dran. Gestern musste ich den Trottel mit einem Hammer vertreiben. Viel Spaß also.« Ich beachte die tote Maus nicht mehr, sondern halte vor der Spiegelwand an. Ich nehme mir das Haargummi von meinen langen, dunklen Haaren und binde sie straff zusammen.

»Sie möchten mich sehen, Herr?«, fragt Dalia und schlüpft in die Rolle des Geschäftsführers.

»Ja!! Und zwar... Und zwar... Habe ich vergessen, warum!« Gott, ... Immer dasselbe mit den betrunkenen Leuten hier.

»Ich habe gehört, Sie wollten sich bei mir bedanken, weil das Essen hervorragend war?« Während Dalia mich zum Lächeln bringt, ertönt die Glocke über der Tür. Ein weiterer Gast betritt die Bar.

Ohne mich umzudrehen, werfe ich einen Blick über die Theke.

»Einen Kaffee für meinen Chef! Sofort!«, fordert der unhöfliche Typ hinter mir. Er steckt in einem Anzug, klopft auf den Tresen und wartet auf meine Reaktion. Sein Chef, in einem hochwertigen, tiefschwarzen Anzug und mit Sonnenbrille, setzt sich vor mir auf den Barhocker.

»Unsere Kaffeemaschine ist defekt. Sie müssen etwas anderes bestellen«, erkläre ich und greife nach einem Lappen, um den Tresen zu säubern.

»Ich habe ihn vergrault, Julia, und er hat dir Trinkgeld hinterlassen, weil ich gesagt habe, dass du ihn super bedient hast«, sagt Dalia und stellt das Trinkgeld vor mir auf den Tresen ab.

»Verratet uns euer Alter?«, möchte der etwas ältere Mann mit uns sprechen.

»Ich bin 21 und meine Freundin hier ist 18.« Dalia sollte langsam ihre Kontaktfreudigkeit zurückschrauben. Sie könnte sonst noch Probleme bekommen.

»Wir haben in drei Minuten Feierabend. Wenn Sie nichts mehr bestellen möchten, sollten Sie gehen«, sage ich zu dem fremden Typen und reinige weiter den Tresen mit dem Lappen.

»Du bist leicht reizbar. Ist etwa dieser rostige Ort der Grund dafür, dass du die Krallen zeigst, kleine Julia?« Seine Frage lässt mich nicht meinen Platz verlassen, deshalb wende ich mich erneut ihm zu.

»Erstens... bin ich nicht deine Kleine.« Meine Blicke treffen seine.

»Und zweitens...«

»Wenn du dein ganzes Leben an dem schlimmsten Ort der Welt verbringst, vergisst du zu leben«, unterbricht er mich.

»Das Unglück hat in deinen Augen einen Palast gebaut. Du solltest diese honigfarbene Klarheit nicht verschwenden, die durch die Welt blickt.« Seine Worte scheinen an mich gerichtet zu sein, aber seine Augen schauen mich nicht an.

»Manchmal sollten wir ein Angebot, auf das wir zufällig stoßen, nicht ablehnen. Denn manchmal verbirgt sich hinter einem kleinen Spiel eine große Lebensveränderung.« Einzelne Wörter hören sich verschleiert an.

»Wenn ihr euer Leben ändern wollt, meldet euch bei meiner Sekretärin.« Er holt eine vergoldete Visitenkarte heraus und schiebt sie uns über den Tresen. Auch seine Brille setzt er wieder auf. Ohne noch etwas zu sagen, verlässt er mit seinem Wachmann das Restaurant.

»Also auch wenn er etwas unheimlich war, würde ich mich von dem Typen dennoch entführen lassen, Julia. Meinst du, er ist 40?« Während Dalia von dem mysteriösen Mann schwärmt, nehme ich die Karte in die Hand.

Privat Island Italy

Tony Russo

Tel.: 0039/45107***

E-Mail: [email protected]

Da ist sogar ein Bild von seiner privaten mediterranen Insel mitten im Meer, die weit entfernt von der Außenwelt liegt. Ein prächtiges Schloss.

»Vergiss den Typen jetzt und lass uns den Laden schließen. Es ist schon spät geworden. Ich will noch kurz bei meiner Großmutter vorbeischauen.« Die Visitenkarte knülle ich in meiner Hand und werfe sie in den Müll.

»Werden wir sie nicht anrufen?«, fragt sie mich.

»Zieh dich an, Dalia. Du kannst dich auch von mir entführen lassen«, kann ich nur mit schüttelndem Kopf sagen und mich auf den Weg in die Umkleidekabine machen. Nach unserer außergewöhnlichen Begegnung mit dem Typen machen wir uns mit Dalia auf den Weg zu unserer gemeinsamen Wohnung. Eine alte Bruchbude, die schon dazu droht, in Brüche zu gehen.

»Jetzt funktioniert die Klimaanlage wieder nicht! Gott! Es sind unglaubliche 40 Grad, und mein Hintern brennt schon total heiß!« Sie steht vor dem Kühlschrank und hält ihren Kopf hinein, um sich einigermaßen abzukühlen.

»Ich hasse dieses verdammte Leben, Julia! Jeder lebt, und wir verrecken hier! Das ist so unfair!« Sie nimmt ein kaltes Getränk aus dem Kühlschrank, knallt die Tür zu und setzt sich vor ihren Laptop.

»Halte aus, ich spiele SuperEnalotto. Diesmal werde ich den Jackpot knacken. Ich fühle es!«, sage ich und liege weiterhin auf dem Rücken, während ich auf meinem Handy die letzten Zahlen hochscrolle.

»Oh Gott, ... Vergiss die verdammten Lottozahlen und sieh dir mal das hier an!« Die Flasche führt sie schnell wieder weg von ihren Lippen, da sie auf ihrem Laptop etwas sieht, was ihr den Atem raubt.

»Das hier ist einfach ein unbeschreiblicher Anblick!« Da lässt sie sich mit dem Laptop neben mich fallen, und wir betrachten gemeinsam die prächtige Insel, die eingezäunt ist und mitten im Meer liegt.

»Dies hier ist das Paradies!«, sagt sie und zoomt noch näher an den von Hainbuchen geformten Gang heran. Mit den Pfeilen bewegt sie sich vorwärts, als wäre sie selbst in diesem Prachtexemplar drin.

»Hast du schon mal so einen Brunnen gesehen? Sieh dir das an! Es ist gigantisch und hat sogar Lederschaukeln!« Es wirkt mehr wie ein modernes Kettenkarussell mit Wasserspielen. Es befindet sich unter einer großen Rosenpergola, die mit roten Lichterketten bestückt ist. Um den gigantischen Brunnen herum stehen Lederliegen und vergoldete Tische, auf denen sich Champagnerflaschen befinden. Die Insel ist voll mit neuester Technik ausgestattet. Eine Treppe führt sogar zum Swimmingpool hinauf, der direkt über dem Meer erbaut wurde. Er ist so groß, und mit seinem Glasdach gibt er einem das Gefühl, als wäre es ein schwebendes Raumschiff.

»Gott... Schau dir diese Villa an! Wie viele Zimmer hat sie, Julia???« Sie nähert sich einer tiefschwarzen Villa, die einen H-förmigen Grundriss hat und von einem großen Kreuzgang umgeben ist. Die Villa hat neun Etagen mit dutzenden Räumen und ist mit unzähligen Überwachungskameras ausgestattet. Die riesigen Panoramafenster sind mit dunklen Rollen zugezogen, sodass wir die Villa nicht sehen können. Aber ein Rundgang durch den Kreuzgang ermöglicht es, endlose Gänge und eine hohe Decke mit funkelnden Kronleuchtern zu erkunden.

»Sieh dir das an, Julia... Da führt eine Treppe unter das Wasser... Nein! Ins Meer verdammt noch mal!«, sagt Dalia und zoomt auf den Felsen, der an das Wasser grenzt. Tatsächlich befindet sich dort eine Wendeltreppe, die unter das Wasser führt. Sie klickt mehrmals mit der Maus auf die Stelle, damit sie die Treppe hinuntersteigen kann. Doch sie kann nicht weitergehen, denn das Einzige, was sie sieht, ist eine schalldichte Metalltür am Ende der letzten Stufe.

»Warum sollte er uns auf diese Insel einladen wollen?« Ihre Frage lenkt meine Augen wieder vom Laptop ab.

»Wer?«, möchte ich wissen und richte mich auf.

»Tony Russo«, antwortet sie, während meine Wimpern mehrmals aufeinanderschlagen.

»Ich habe die Karte mitgenommen. Dachtest du etwa, dass ich so einen Typen nicht stalken werde? Du kennst deine beste Freundin überhaupt nicht, Julia. Sehr enttäuschend.« Während sie sich immer noch die Insel ansieht, nehme ich das Laptop an mich.

»Können wir den Typen nicht einfach vergessen?« und lasse mich auf die Couch fallen.

»Na komm schon, lass uns dort mal anrufen. Wir rufen nur an und fragen die Sekretärin aus, was genau er von uns wollte. Was haben wir schon zu verlieren? Vielleicht hat er ein tolles Jobangebot? Ich finde, er hat auch sehr seriös geredet und wirkt äußerst souverän. Ein Mann mit solch einem Anzug kann nur ein weltbekannter, vertrauensvoller Geschäftsmann sein.« Auch sie lässt sich wieder neben mich fallen.

»Ich rufe jetzt da an und erkundige mich. Denn wie sagte der heiße Tony Russo: Manchmal sollten wir ein Angebot, auf das wir zufällig stoßen, nicht ablehnen. Denn manchmal verbirgt sich hinter einem kleinen Spiel eine große Lebensveränderung.« Die Visitenkarte holt sie aus ihrer Hosentasche hervor.

»Du kannst im Restaurant nicht mal die Bestellungen richtig aufnehmen und du erinnerst dich an seinen Satz?« Ja, sie ist schon ein wenig verrückt nach dem anderen Geschlecht.

»Seine Stimme klingt wie ein Orgasmus in meinen Ohren. Ich kann meine Mutter vergessen, aber nicht ihn.« Als sie den Lautsprecher einschaltet, höre ich, dass es läutet.

»Tony Russo Anwesen hier. Wenn Sie sich für den Exklusivvertrag entschieden haben, verraten Sie mir, wo Sie sich aufhalten. Sie werden mit dem Privatjet abgeholt. Jegliche Kosten übernimmt Herr Tony Russo. Ganz egal, ob Sie sich am anderen Ende der Welt aufhalten, scheuen Sie sich nicht und werden Sie ein Teil der Familie.« Die Frau überrumpelt uns so mächtig, dass wir uns nur noch staunend ansehen müssen.

»Hallo? Sind Sie noch dran?«

»Ja, ja...« Sofort richtet Dalia sich auf und stellt ihre Füße auf den Boden ab. Auch ich mache es ihr gleich.

»Wir haben die Karte von Herrn Tony bekommen und wollten uns informieren, was genau wir auf der Insel tun müssen.« Dabei kann sie nicht anders, als mich erneut anzustarren.

»Ich kann leider nicht über das Telefon sprechen, weil ich mich an die Schweigepflicht halten muss, deshalb sollten Sie sich mit uns auf der Insel treffen.«

Auf der Insel???

»Bitte geben Sie mir Ihre Adresse. Sie sind die letzten von den Frauen, die sich noch melden mussten.«

Die Letzten?

»Dalia und Julia.« Meine Hände schießen sofort in die Luft, da Dalia, ohne meine Zustimmung, unseren Namen nennt.

»Bitte nennen Sie mir Ihre Adresse oder schicken Sie mir diese per Nachricht.«

»Ja, ich werde es ihnen per Nachricht mitteilen.«

»Dann wünsche ich Ihnen eine angenehme Reise mit der Hoffnung, dass Sie sich für uns entscheiden.« Der Anruf wird beendet.

»Du willst auf die Insel gehen?«, frage ich sofort und werde immer unruhiger.

»Jetzt hör mir doch mal zu! Wir werden nur hingehen und uns das Ganze anhören. Wir werden nichts machen, was uns nicht gefällt, Julia. Komm schon, lass uns einmal in unserem Leben eine private Insel betreten. Stell es dir wie eine Abenteuerreise vor. Wir gehen kurz unter die Palmen, machen Urlaub und kommen dann wieder zurück.« Das Mädchen lässt meine Nerven nicht mehr ruhig harmonieren.

»Und was, wenn Tony nicht so ist, wie in den Romanen, sondern ein geisteskranker Psychopath ist, der uns dort versklavt und am Ende den Haien zum Fraß wirft?« Meine Angst ist total gerechtfertigt.

»Ach komm schon, Julia. Denkst du wirklich, dass ein gutaussehender Mann wie Herr Tony ein soziopathischer Krimineller ist, vor dem wir uns fürchten müssen?«, fragt sie mich.

»Ja, das glaube ich«, antworte ich.

»Er hat sich artikuliert wie ein gebildeter Mann und trägt einen Anzug. Diese Männer sind Vorbildfiguren und die aufrichtigsten Männer der Welt.«

»Dalia, ich habe kein gutes Gefühl dabei.« Ich bleibe vernünftig.

»Komm, schau es dir mal an.« Sie stellt den Laptop auf meinen Schoß.

»Schau dir mal diesen Ort an, Julia.« Dalia zoomt heraus, damit wir die Insel aus der Entfernung betrachten können.

»Hier vergräbt niemand Leichen. Dieser Typ hier vergräbt wahrscheinlich nur die Unterwäsche seiner Geliebten. Wir atmen nur die frische Luft ein und hören uns das an. Wenn es uns nicht anspricht, packen wir unsere Sachen und schwimmen zurück. Okay?«, fragt sie. Mit einem Nicken bestätige ich es.

»Danke, danke, danke!«, ruft sie und umarmt mich.

»Los, zieh dein bestes Strandoutfit an, Babe!« Mit nicht gerade aufmunternden Worten ziehe ich mir ein rotes Tanktop und eine weiße kurze Hose an. Innerhalb von Minuten holt uns auch schon ein Mann ab. Er bringt uns zum Hafen und von dort aus mit dem privaten Jachtschiff zur Insel.

Sein Anwesen liegt weit weg, mitten im Meer, als würden alle Sterne der Welt auf dieser Insel leben. Überall leuchten LED-Lichter und sogar die Bäume, an denen wir vorbeigehen, funkeln. Überall sind Überwachungskameras, als würde man beobachtet werden. Die Männer führen uns den Kreuzgang entlang, ein Weg, der so lang ist, als würde er nie enden. Vor der überdimensionalen, doppelflügeligen Tür verharren wir. Er schaut in die Kamera, und sofort öffnet sich die Tür per Knopfdruck. Wir betreten eine Villa, die modern und äußerst dunkel gestaltet ist. Die zwei großen Pyramiden-Treppen, die uns von beiden Seiten umzingeln, lassen wir hinter uns. Antike, vergoldete Möbel sehen uns von allen Seiten an, wie gigantische Bilder von Raubtieren. Es wirkt hier unten wie in einer Oase. Die Steinwände sind wie leuchtende Wasserfälle. Dutzende goldene Statuen reichen bis zur Decke und überwachen uns. Ein langer Tresen ist mit alkoholischen Getränken gefüllt, sogar ein offenes Buffet gibt es. Die Männer führen uns mitten in den Raum zwischen den eingebauten Wasserbecken. Unter dem großen Kronleuchter haben sich 10 Frauen versammelt. Sie sitzen auf hochwertigen Sesseln direkt vor einem länglichen Tisch, der vor dem gigantischen Panoramaausblick platziert ist.

Und dort sitzt niemand anderes als Herr Tony.

»Herr, die letzten beiden Damen sind jetzt auch da.« Herr Tony macht nur eine Handbewegung und fordert uns auf, neben den anderen Frauen Platz zu nehmen. Wir tun es, und erst jetzt erkenne ich, dass hier Frauen aus aller Welt sind. Vor allem sehen sie alle so umwerfend und wunderschön aus, dass wir wie zwei Mauerblümchen neben ihnen wirken.

»Lasst die Jungs rein!« Die Männer öffnen eine große doppelflügelige Tür, und 12 Jungs kommen in den Raum gelaufen. Sie tragen alle Netzoberteile und schwarze Lederhosen.

»Sucht euch eine Frau aus und stellt euch hinter sie.« Die Jungs folgen seinen Anweisungen, und einer von ihnen nähert sich mir mit aufdringlichen Blicken. Er ist 1,90 m groß und hat einen sehr athletischen, gut durchtrainierten Körper. Seine pechschwarzen, welligen, vollen Haare über den kurz rasierten Seiten, die er fein nach hinten gestylt hat, lassen ihn mit dem glatten Teint wie ein Raubtier aussehen. Die braune glatte Haut in seinem Gesicht scheint von der Sonne leidenschaftlich berührt zu sein. Markante Gesichtszüge mit kantigen, breiten pechschwarzen Augenbrauen lassen ihn äußerst dominant aussehen. Seine mächtigen schmalen hellen, weißblauen Augen durchdringen alles, was sie sehen, und geben ihm eine starke Ausstrahlung. Neben seinem rechten Auge an der Schläfe hat er ein Tattoo, eine Schlange, die bis über seine Augenbraue schlängelt. Auf der anderen Seite über seiner Wange steht das Wort: Devil. Seine Arme werden von Skelettköpfen umringt und sein Oberkörper von diversen abstrakten Figuren und Dämonen. Seine Hände sind bis zu den Fingern tätowiert, geheime Schriften schmücken seine Haut. Vor allem sein maskuliner Duft wirkt so, als hätte er sich in verführerischen holzigen Aromen gewälzt. Eins seiner Augenbrauen ist sogar gepierct.

Ein Mann, der einem das Gefühl gibt, ein Raubtier zu sein.

Seine Finger, umhüllt von Goldringen, richten die teure, breite Uhr an seinem Handgelenk zurecht. Er stellt sich hinter mich. Herr Tony macht eine Handbewegung und fordert seine Sekretärin, die neben ihm in einem winzigen Lederrock und nur einem BH steckt, auf, die Mappen zu verteilen, die auf dem Tisch liegen.

»Was passiert hier, Dalia?«, flüstere ich, während die Frau in ihren hohen High Heels die Mappen nacheinander an jeden aushändigt.

»Das werden wir gleich erfahren«, antwortet sie und nimmt die Mappe an sich. Auch ich tue es ihr gleich.

»Man, Romeo, ich bin nur hier, weil du gesagt hast, wir werden Millionäre.« Der Junge mit den kurzen blonden Haaren, der hinter Dalia steht, spricht zu dem Jungen hinter mir.

»Wenn ich jetzt meine Seele an den Teufel verkauft habe, hänge ich an deinen Hoden, damit du Bescheid weißt!«, redet er. Und das bringt Dalia und mich zum Lächeln.

»Wie wäre es, wenn wir die Partner tauschen, Romeo? Du bevorzugst doch Frauen mit mehr Oberweite. Die da hat viel mehr, nur zwei Äpfel.« Der unverschämte Typ mit den dunklen, länglichen Locken, der direkt neben mir steht, lässt mich mit offenem Mund ihn anstarren. Er zwinkert mir zu und fährt sich mit der Zunge über die Lippen.

»Den Gestank deines Zungenpiercings kann ich schon von hier aus riechen. Es wäre besser, wenn du schweigst, bevor man es dir abnimmt«, sage ich, während er jetzt Romeo ansieht und grinst.

»Jeden Monat sucht Herr Tony Russo in allen Ländern 12 Frauen und 12 Männer aus, die hier eine einmalige Chance erhalten, ihr gewöhnliches Leben gegen ein extravagantes einzutauschen.« Die Frau spricht weiter. Ich öffne die Mappe, und auch die Jungs tun es.

Ein Exklusivvertrag von Tony Russo.

»An dem heutigen Tag ist der Tag der Hingabe für die Frau. Sie hat sich dazu bereit erklärt, einen Vertrag zu unterzeichnen, der ihre Loyalität, ihre Unterwerfung und ihre Ergebenheit betont. Eure Aufgaben bestehen darin, eure Partner zu dienen und alle ihre Wünsche, Gelüste und Forderungen zu erfüllen. Die Frauen sprechen ihre Partner mit der Höflichkeitsform an. Für die Männer gilt es, alle Anweisungen von Herrn Tony Russo zu befolgen, um eure Devoten bestmöglich zu erziehen und zum Sieg zu führen. Sollten eure Partnerinnen nicht gehorchen, bestraft sie, damit sie gehorsam werden. Wenn sie sich weigern sollten, werden sie unwiderruflich eliminiert.« Da muss ich kurz über meine Schulter schauen. Romeo sieht mich ebenfalls an, jedoch nicht lange. Er liest den Vertrag und ignoriert mich.

»Es gibt viele Menschen da draußen, die sich ein luxuriöses Leben wünschen. Jetzt habt ihr die Chance, diesen Traum zur Realität zu machen. Wenn ihr den Vertrag unterschreibt, seid ihr verpflichtet, ein paar Tage an diesem Ort zu leben. Was noch besser ist? Es ist alles kostenlos. Ihr bekommt nicht nur ein luxuriöses Leben, sondern auch kostenfreie Verpflegung, Kleidung, Suiten, Saunas, Wellness - all das, was das Herz begehrt. Ihr werdet hier auf Herausforderungen stoßen, die sowohl körperlich als auch seelisch anspruchsvoll sein können. Körperkontakt sollte kein Problem für euch sein. Insbesondere Sex.«

Sex?

»Es gibt 12 Spiele, bei jedem Spiel werden die Devoten neu zugeordnet. Wer die meisten Sterne sammelt...« Sie hält einen Kristallstern hoch.

»Bekommt am Ende 1000,000,000,000,000 Billarden als Preis.« Über uns spaltet sich die Decke. Eine Kugel mit unzähligen Geldscheinen kommt heraus. Auf den Wänden hängen unsere Bilder, und dort kann man auf dem Display sehen, wer wie viele Sterne besitzt. Sofort blicke ich zu Dalia.

»Am Ende des Spiels könnt ihr zusätzliche 20 Sterne gewinnen, die alles noch einmal ändern können. Ihr fragt euch bestimmt, wer den Stern bei jedem gewonnenen Spiel bekommt. Der Herr oder die Devote? Ihr werdet euch bestimmt etwas einfallen lassen.« Mit einem schelmischen Lächeln sieht sie zu Herrn Tony.

»Der Gewinner jeder Runde bekommt jedes Mal ein Freiticket, das er mit seinem Partner einlösen kann. Gemeinsam werdet ihr eine schöne und exklusive Aktivität erleben, bei der es nicht nur um Leidenschaft geht. Seht es als Auszeit. Der einzige Ort, wo ihr nicht überwacht werdet. Verliert euer Devote, dürft ihr sie bestrafen. Nach dem Ausstieg ist es untersagt, über das, was hier geschieht, zu berichten«, erzählt sie weiter.

»Wir heißen euch herzlich willkommen und versichern euch, dass die kommenden Herausforderungen zu den spannendsten und einmaligsten Erlebnissen der Welt gehören werden. Ihr habt Zeit zum Nachdenken und könnt zum Buffet gehen, um eine Entscheidung zu treffen. Wenn ihr euch entschieden habt, könnt ihr den Vertrag unterschreiben und ihn auf den Tisch von Herrn Tony Russo legen. Es wird ein Kennenlern-Dinner geben, danach werdet ihr in eure Zimmer gebracht. Auf der Insel könnt ihr euch frei bewegen. Jeder von euch bekommt eine Green Card, mit der ihr bestimmte Türen öffnen könnt. Türen, die sich nicht öffnen lassen, sind strengstens verboten. Wenn ihr auf der Insel die Sirene hört, sammelt euch alle hier unten, dann ist es Zeit, eure Spiele anzutreten.« Nach ihrer Rede fangen alle Frauen an zu unterschreiben. Auch die Männer tun es. Für eine solche Summe willigt jeder ein.

»Also, verstehe ich das richtig? Wir sind die dominanten Raubtiere, die diese Frauen hier beherrschen werden und mit ihnen machen können, was sie wollen?« Der Junge mit den blonden Haaren lenkt meinen Blick erneut in Dalias Augen.

»Genau so ist es, Elio. Wir werden eine Menge Spaß haben.« Der Junge mit dem Piercing lacht und demütigt mich mit jedem seiner Blicke.

»Na los, Marcello. Unterschreib und komm.« Romeo geht zum Tisch, um seinen gerade unterschriebenen Vertrag abzulegen.

»Das ist eine Menge Geld. Doch wie schlimm kann es sein? Ich habe schon Schlimmeres erlebt, und das Schlimmste, was mir bisher passiert ist, war, dass ein Mann auf mich uriniert hat.« Ich lausche den Worten einer Frau und beobachte, wie Romeo mit seinen Freunden neben mir steht.

»Ich steige aus, Dalia.« Die Mappe lege ich auf meinen Sitz.

»Falls Ihre Partnerin nicht zustimmt, werden Sie automatisch ausgeschlossen, Herr Romeo. Es sei denn, Sie zeigen ihr, wer ihr Herr ist, und überreden sie, hier zu bleiben.« Während sie spricht, zieht Romeo mich am Handgelenk zu sich.

»Bist du verrückt?«, rufe ich, und mein Ruf lenkt die Aufmerksamkeit aller auf uns. Herr Tony fordert die nackte Frau auf, sich auf seinen Schoß zu setzen, und beobachtet uns.

»Wenn du das jetzt zerstörst, werde ich dich finden und zu meiner persönlichen Devoten machen, und du wirst die Konsequenzen tragen müssen. Sei also vorsichtig!«, sagt Romeo in seiner Rolle und packt mein Kinn.

»Verpiss dich!«, rufe ich aus und spucke ihm direkt ins Gesicht. Über uns hört man, wie die Kameras auf uns gerichtet werden. Es ist, als würde uns jemand beobachten. Da Romeo abgelenkt ist und nach oben schaut, stoße ich seine Hand weg und gehe Richtung Tür. Doch die Nachricht auf meinem Handy hält mich zurück. Dr. Mike.

»Ich habe versucht, Sie seit zwei Wochen zu erreichen. Es geht um den OP-Termin, den Sie im Dezember für Ihre Großmutter geplant haben. Wird er immer noch stattfinden? Ich bitte um eine Rückmeldung.« So schalte ich langsam mein Handy aus. In dem luxuriösen Anwesen drehe ich mich allmählich um. Alle schauen auf mich. Romeo nähert sich mir erneut. Ich stoße ihn zur Seite und gehe zur Couch, um meine Mappe zu holen. Vor dem Tisch halte ich an. Den exklusiven Vertrag unterschreibe ich und schiebe ihn über den Tisch zu Tony.

»Hieß es nicht, dass ich sie bestrafen kann, wenn sie mir nicht gehorcht?«, fragt Romeo ihn neben mir. Herr Tony greift nach einer Fernbedienung und drückt einen Knopf. An der Wand öffnet sich ein geheimes Abteil. Darin befinden sich Dutzende Werkzeuge, von einer Peitsche bis zu einem Säbel.

»Verdammt...«, höre ich Elio sagen. Sogar einige Frauen treten einen Schritt zurück.

»Wenn Sie genauer hingeschaut hätten, hätten Sie bemerkt, dass ich zuerst die Beleidigung ausgesprochen habe und dann erst den Vertrag unterschrieben habe, nicht andersherum.« Ich zwinkere Romeo zu, während er seine Lippen immer weiter öffnen muss. Nicht ein Blitz trifft ihn, sondern alle Berge des Universums. Herr Tony schließt das geheime Abteil. So drehe ich mich um und gehe zu den anderen, mit einem Gesichtsausdruck, der all die Ernsthaftigkeit in sich trägt.

Ok, Romeo.

Dann mögen die Spiele beginnen!

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Good Writing

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Compelling Plot

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Great Character

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Strong Dialog

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View 3 previous comments…
author

Hallo, ich muss sagen das die Geschichte schon am Anfang 🔥, spannend und auch schon erotisch ist. Mir gefällt Esme. als unerfahrene Frau in diesem Bereich wird sie bestimmt frischen Wind reinbringen und eventuell nicht nur das Geld bekommen, sondern auch Herrn Tony. Ich hoffe die Geschichte bleibt so fesselnd.

3 years
author

hört sich sehr gut an nun mal sehen wie es weiter geht

3 years
1
author

wau, das fängt aber schon krass an. gut krass mein ich

a year

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