Fighting for Pleasure

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Summary

✨Polyamory✨ Mia kehrt nach einer längeren Auszeit nach New York zurück, um ihren Traum zu verwirklichen. Matteo und Luca haben voller Sehnsucht auf diesen Moment gewartet. Sie sind entschlossen, sie mit allen Mitteln zu unterstützen und um sie zu kämpfen.

Status
Ongoing
Chapters
23
Rating
5.0 12 reviews
Age Rating
18+

U N O

MIA

An Louise gab es kein Vorbeikommen. Sie nahm nicht einmal den Brief entgegen, den ich vorbereitet hatte. Wiederholt ermahnte sie mich, dass ich das Restaurant verlassen sollte, sonst ruft sie die Cops.

Irgendwann gab ich auf. Ich gab ihr Lucas Wagenschlüssel und ging zurück auf die Straße. Ich kam mir vor wie ein Bittsteller. Ja, es wäre richtig gewesen, es ihm gleich zu sagen. Das war aber auch der einzige Fehler, den ich begangen hatte.

„Mia, was willst du hier?“ Seine Stimme schnitt eisig, wie der Wind, der mir um die Nase wehte durch die Luft. Ich ging ein paar Schritte rückwärts.

Ich zog meinen Kopf ein und versteckte ihn bis zur Nasenspitze in meinem Schal, der eigentlich seiner war. Dann drehte ich mich um.

Meine Hand hielt den Brief, den ich erfolglos bei Louise abgeben wollte. Seine Worte waren deutlich genug, warum ging ich nicht einfach und versuchte ich es noch immer. Meine Hände knüllten das Papier zusammen und steckten es in die Jackentasche.

“Ich habe dich nicht bestohlen“, krächzte ich. Das heulen von Sirenen und dem starken Straßenverkehr ließ meine dünne Stimme kaum hören.

“Das sagtest du schon. Ich bin an einer Erklärung nicht interessiert. Du hattest die Kette in deinem Besitz. Wann wurde dir bewusst, dass sie mir gehört?“, fragte er. Sein Ton war eiskalt.

Sofort, als ich es sah, sollte ich sagen. Die Worte kamen mir jedoch nicht über die Lippen. Würde er mir glauben, dass in den Tagen mir alles zu viel war und ich einfach überfordert war? Nein.

“Ja, ich wußte, dass sie Alexa hatte und habe dir nichts gesagt“, sagte ich ihm, was er hören wollte.

„Gut, dass du es endlich zugibst. Erleichtert es dein Gewissen?“, verspottete er mich.

Die fiebrige Hitze stieg mir zu Kopf und ich hüstelte ein paar Mal in den Schal.

“Nein, tut es nicht. Tut mir leid, wenn ich dich damit verletzt habe“, sagte ich mit belegter Stimme.

“Sollte es. Das Armband war ein Weihnachtsgeschenk für meine Frau“, brüllte er mich an. „Es war das Letzte, was ich für sie gekauft hatte“, wurde er noch lauter.

Tränen stiegen mir in die Augen. Mir war auf einmal so heiß, trotz des kalten Wetters. Mein Herz pochte, Schweißperlen sammelten sich auf meiner Stirn und ich lockerte den Schal um meinen Hals.

Ich wusste nicht mehr, was ich tun sollte. Mir wurde mit einem Mal schwindelig und ich sah ihn nur noch verschwommen.

“Es tut mir leid“, murmelte ich leise. Er konnte es sicher nicht hören.

“Verschwinde. Lass dich hier nie wieder blicken und sonst rufe ich die Cops.“

“Wird nicht nötig sein“, schüttelte ich den Kopf. Ich beerdigte in einer Sekunde alles. Meinen Traum von der Kochschule, wie den nicht mehr alleine zu sein.

“Ich wollte niemanden verletzten“, flüsterte ich und drehte mich um. Ich rannte los und drängte mich zwischen den Menschenmassen hindurch. Hauptsache weg von ihm. Der erste Eindruck täuscht nie, so sagt man. Ich wusste, wie er war und hatte mich von für ein paar Wochen blenden lassen.

Hätte ich ihm sofort von dem Schmuck erzählt, hätte es auch nichts geändert. Ich war seine Angestellte gewesen, danach sein Zeitvertreib. Ich dachte, ich hätte den wahren Matteo unter dieser kalten Fassade gesehen, scheint, als hätte ich mich getäuscht.




Es schien so lange her, dass all das passiert war, dabei war es erst ein knappes halbes Jahr und doch verfolgte es mich in meinen Träumen und selbst tagsüber. Die letzten Wochen mehr, da mein Flug näher rückte.

Es gab kaum einen Tag, an dem ich nicht daran dachte, selbst Luca schaffte es nicht, mich mit seinen täglichen Anrufen abzulenken. Zunächst hatte ich gehofft, dass ich meiner neuen Wohnung zur Ruhe kommen würde, doch das Gegenteil war der Fall.

„Du kannst auch bleiben“, legte mir Lucy die Arme von hinten um die Schultern. „Es gibt noch so viel, was ich dir beibringen kann.“ Lächelnd sah ich mich nach ihr um.

Das hier war genau das, was ich gebraucht hatte. Ich blickte mich in dem leeren Restaurant um, in dem ich das letzte halbe Jahr verbracht hatte.

Die Monate in Hongkong vergingen wie im Flug. Lous Verlobte zeigte mir kleine versteckte Garküchen, brachte mich dazu, Dumplings im Akkord zu formen. Je besser ich wurde, durfte ich einen Schritt weiter in der Reihe aufrücken. Verrückt, wenn man zu sechst nebeneinander steht und Teig formt, ihn füllt und verknotet, bevor er in den Steamer kam. Sie beharrte jedoch darauf, dass nur selbst Gemachte die besten sind. Klar zeigte sie mir auch die Maschinen, die man einsetzen konnte, aber ihre Kunden schätzten es, dass alles traditionell in ihrer Küche ablief.

Ich machte alles mit. Hühner schlachten, Fische ausnehmen, das war alles kein Problem bis auf frittierte Insekten. Ihr zuliebe hatte ich sie einmal probiert. Es gab nichts daran auszusetzen, mein Kopf spielte nur nicht mit.

„Hongkong wird mir fehlen und ich komme sicher wieder. Es gibt noch so viel zu lernen.“

„Was ist mit deinen zwei Männern, werden sie auf dem Flughafen auf dich warten?“ Lächelnd sah ich vor mich hin. Ich war von Anfang an ehrlich zu ihr gewesen. Nun, zunächst hatte ich mich bei Lou ausgeheult und er hatte es vorgeschlagen, dass ich eine Weile nach Hong Kong gehe.

„Wann kommst du mich in New York besuchen?“

„Gar nicht. Solange ich mit Lou nicht verheiratet bin, kann ich hier nicht weg. Er kommt wohl auch auf lange Sicht hierher.“

„Dann komme ich zu eurer Hochzeit. Gibt es schon einen Termin?“

„Lou wird nächstes Jahr seine Ausbildung abschließen und wird es so weit sein. Eine gute Ausbildung ist uns sehr wichtig. Danach wird geheiratet und ich würde mich sehr freuen, wenn du auch kommst.“

„Das würde ich auf keinen Fall verpassen wollen.“

„Bist du dir sicher, dass ich dich nicht fahren soll?“, fragte sie nach. Sie hatte es mir die letzten Tage unentwegt angeboten.

„Ich nehm die U-Bahn. Kein Thema.“ Meine Koffer standen am Eingang und ich saß hier seit einer Stunde mit einer Kanne Tee und ließ noch einmal alles sacken. „Auf geht’s“, stand ich auf. Den Flug wollte ich nicht verpassen. Luca hatte eine Menge Geld dafür ausgegeben

Wir verabschiedeten uns voneinander und zwei Stunden später saß ich in meinem Sitz im Flieger. Ich fischte mein Telefon aus der Tasche, weil es vibrierte.

Freu mich auf dich – Luca.

Vermisse dich – Luca.

Das schrieb er mir jeden Tag, mehrmals täglich letzte Woche. Wir waren übereingekommen, dass ich hier meine Zeit genießen sollte und er hatte darum gebeten, dass wir regelmäßig telefonierten, was wir getan hatten.

Letzte Woche jedoch schien er nachts ständig an seinem Handy zu hängen.

Erste Klasse ist toll. Danke – Mia.

Schade, dass du meinen Flieger nicht wolltest. Der ist viel besser– Luca.

Ja, das war auf dem Hinflug schon ein Thema. Er war ziemlich beharrlich gewesen und ich dachte, dass er es vergessen hatte. Aber als er mich zum Flughafen gebracht hatte und mir ein Flugticket für die erste Klasse in die Hand drückte, hatte ich über ihn nur den Kopf geschüttelt.

„Rückflug ist offen, jederzeit warte ich hier auf dich“, hatte er gesagt.

Die nächsten Stunden im Flieger machte ich kein Auge zu. Ich hatte nichts weiter zu Luca gesagt, wie er nie etwas über Matteo offenbarte. Luca hatte ihn nie mit einem Wort erwähnt und ich hatte es mir verkniffen, nach ihm zu fragen.

Wusste er überhaupt, dass ich in Hong Kong war? Luca mich nicht aus den Augen ließ?

„Champagner?“, fragte mich die Stewardess erneut.

„Klar. Zwei“, murmelte ich und sah aus dem Fenster über die Wolken.

„Sehr gerne. Sie stellte ein Glas und die ganze Flasche auf meinen Tisch.

„Ich will schon noch selbst aus dem Flieger steigen“, lachte ich und sie nahm die Flasche, um mir einzuchenken.

„Der ist alkoholfrei. Schmeckt fantastisch, wie das Essen“, zwinkerte sie mir zu.

„Was für Essen?“, fragte ich überrascht.

„Es ist wundervoll. Wir haben es schon auf dem Herflug von New York genossen. Sie probieren irgendwas neues aus mir einem Koch aus“, wackelte sie mit dem Kopf.

Matteo, schoss es mir durch den Kopf.

„Gibt es einen Namen zu dem Koch?“, fragte ich nach.

„Bestimmt“, lächelte sie und stellte die Flasche wieder auf meinen Tisch. Ungeduldig wartete ich, bis sie mit dem Essen wieder zu mir kam. Auf dem Tablett lag ein Flyer vom Borgio.

Mein Herz schlug ein paar Takte schneller und ich zog es unter dem Teller hervor. Viel stand nicht darauf, außer dass die Flugbegleiter ihre Meinung abgeben sollten. Ich scannte den QR-Code und eine Seite poppte auf.

„Das ist eigentlich nur für uns, aber ein paar Meinungen mehr, schaden nie“, lächelte sie. „Sagen Sie mir, wenn Sie noch etwas brauchen“ und deutete auf den Knopf, den ich tätigen sollte.

„Mach ich“, murmelte ich und hob die kleinere Glosche hoch, die mein Essen warm hielt. Eine Minestrone. Schnell deckte ich sie wieder ab und hob die Große hoch. Dort lag ein Heilbutt auf gelbem Erbspüree.

Ich nahm noch einmal den Flyer in die Hand. Matteo konnte es nicht wissen. Das roch alles zu sehr nach Lucas Handschrift.

„Der hat das wirklich gekocht?“, rief ich durch den Gang und wedelte mit dem Flyer in der Hand.

„Hat er. Das ist fantastisch, oder?“, kam die Stewardess zu mir geeilt.

„Ist es“, murmelte ich. „Unerwartet.“

„Wir versuchen unseren Service ständig zu verbessern“, lächelte sie. „Benötigen Sie noch etwas?“

„Beruhigungstabletten“, murmelte ich.

„Hab welche, die darf ich ihn leider nicht geben. Mehr Champagner mit Alkohol?“, zwinkerte sie.

„Nein. Ich denke, ich versuche nach dem Essen ein wenig zu schlafen.“ Sie entfernte sich mit einem Nicken und ich die Gosche von meinem Essen.

Es schmeckte genauso, wie ich es in Erinnerung hatte, als ich die Gabel zu meinem Mund führte.

Verdammt, Luca. Warum tust du mir das an?

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