Kapitel 1 ~ aus Sophies Perspektive
Ich schaue aus dem Fenster des Flugzeugs und überlege, ob über den Wolken eigentlich immer die Sonne scheint. Leise seufze ich auf, was mir ein Lächeln des Geschäftsmannes neben mir einbringt. Ich lächle zurück und schnappe mir aus meiner Handtasche eine Hebammenzeitschrift. Die einzige, die ich heimlich mitgenommen habe. Laut Nathan soll ich mich ja mal so richtig entspannen. Ganz ohne irgendwelches berufliches Zeug. Der hat gut reden. Erneut seufze ich. Mein Nachbar grinst und zwinkert mir zu. Ich sinke etwas im Sitz zusammen - wie peinlich. Als die Stewardess vorbeikommt, winke ich ihr zu und bestelle mir etwas zu trinken. Ich lasse meine Gedanken wandern. Ich bin gespannt, ob ich mich wirklich entspannen kann in Madeira. Nathan hat Nägel mit Köpfen gemacht und direkt einen Flug für mich gebucht, nachdem er Rücksprache mit Joana gehalten hatte. Auch meine Eltern fanden die Idee, dass ich mal etwas anderes mache und sehe sehr gut. Typisch. Glücklicherweise hat Nathan ihnen nicht den Grund für meinen Auszeit erzählt. Mein Vater wäre sonst wahrscheinlich ausgerastet und hätte mir doch eine Therapie mit Cortison aufgezwungen. Ich muss allerdings sagen, dass es tatsächlich jetzt schon deutlich besser ist, als vorher, nachdem Nathan mich gespritzt hat. Sonderbarerweise verpassen Leon, mein Bruder, und ich uns knapp. Er ist heute morgen nach Deutschland geflogen, um seinen Vertrag in einer Klinik endgültig zu kündigen. Ich bewundere es, dass er es tatsächlich durchzieht und so Joana zieht.
Kurze Zeit später sind wir schon im Ladenanflug auf Madeira. Ich liebe diese Insel sehr! Mein Herz geht ein bisschen auf. Joana muss heute leider in der Klinik arbeiten, dementsprechend werde ich ein Taxi nehmen und zur Hotelanlage fahren. Joana hatte zwar auch angeboten, dass ich bei ihnen übernachten kann. Jedoch möchte ich ihnen nicht zur Last fallen. Ich hoffe insgeheim, dass ich wieder einen kleinen Bungalow in der Nähe des Strands haben werde.
Nachdem ich mein Gepäck eingesammelt habe, suche ich mir ein Taxi. Ich bin ganz schön erschöpft und auch etwas durchgeschwitzt. Endlich sitze ich im Wagen und werde zum Hotel kutschiert. Es dauert nicht lang und wir erreichen das Hotel. Es wird sich dort direkt um mein Gepäck gekümmert. Joanas Mama eilt direkt auf mich zu und nimmt mich mütterlich in den Arm.
“Du siehst blass aus, Kind. Gut dass du hier bist. Wir werden dich aufpäppeln!“, sagt sie entschlossen und scheucht mich zum Empfang, wo sie den Schlüssel für meine Unterkunft holt und sofort einen der Angestellten zu sich ruft. “Wir haben dir einen schönen Bungalow hergerichtet. Joana wird nachher nach dir schauen!” Sie lächelt mir zu und übergibt mich dann dem Angestellten. Dieser verfrachtet mich in eines dieser komischen Golfcaddies. Meine Vorfreude und Erschöpfung steigt. Kurz darauf sind wir an dem gleichen Bungalow angekommen, in dem Nathan und ich das letzte Mal übernachtet haben. Ich steige aus. Meine Knie sind etwas weich. Ich gebe dem Angestellten ein Trinkgeld und lasse mich im Bungalow erstmal auf das Sofa plumpsen. Gott bin ich fertig!









Liebe Freya, schon jetzt Dankeschön für die vielen Kapitel 😊 ich freue mich schon, sie zu lesen 🤩 Kleiner Hinweis: anscheinend sind auch hier einige Kapitel durcheinander bzw. fehlen.
Danke dir!