Und es war Sommer - Teil 1

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Summary

Als Jule sich in ihren ersten Freund, Sebastian, verliebt, stehen beide noch unerfahren und voller Fragen da. Doch als Jule sich ratsuchend an ihre Freundin Sophia wenden möchte, ist diese nicht zu Hause. Stattdessen gerät sie in ein ungeplantes Gespräch mit Sophias Mutter, Lea. Was als einfache Suche nach Rat beginnt, entwickelt sich zu einer unerwarteten Reise der Selbsterkenntnis und des Erwachsenseins. Zwischen den Beteiligten verschwimmen allmählich die Grenzen zwischen Schüler und Lehrer...

Status
Complete
Chapters
3
Rating
5.0 2 reviews
Age Rating
18+

Da traf ich sie

„Hallo Jule!“

„Hallo Frau Mahler! Ist Sophia da?“

Die Sonne brannte heiß, am letzten Tag im August. Kurz vor halb drei klingelte es an der Eingangstür des Hauses. „Familie Mahler“ stand auf dem Klingelschild gleich neben der Eingangstür. Hier im Haus Nr. 6 in der Reihenhaussiedlung am Stadtrand wohnten Roland und Lea Mahler mit ihrer Tochter Sophia. Sophia war ein aufgeschlossenes Mädchen, das vielfältig interessiert war. Sie lernte Klavier, las gerne und spielte im Volleyballverein. Jule und Sophia gingen in dieselbe Klasse. Schon in der fünften Klasse hatten sie sich angefreundet und waren seither unzertrennlich. Jules Mutter war alleinerziehend und musste unter der Woche bis abends arbeiten. Sie kam erst spät nach Hause und so verbrachte Jule die Nachmittage meist bei Sophia. Die beiden machten zusammen Hausaufgaben, hingen ab oder lästerten über Jungs. Das war ihr Lieblingsthema! Jedoch fehlten Jule und Sophia bisher Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, die über oberflächliche Begegnungen hinausgingen.

„Tut mir leid, Jule. Sophia ist gerade mit dem Bus zum Volleyballtraining gefahren. Das Training wurde vorverlegt, da die Turnhalle morgen anderweitig vergeben ist. Am Wochenende steht doch ein Turnier an.“

„Es ist aber tierisch wichtig! Ich muss dringend etwas mit ihr bequatschen. Quasi ein Notfall, sozusagen…“

„Wenn du möchtest, kannst du gerne hereinkommen und warten.“

Jule trat herein und zog ihre Schuhe an der Garderobe aus wie sie es immer tat. Sie hatte rosafarbene Socken an, denn rosa war ihre Lieblingsfarbe.

„Geh ins Wohnzimmer, du kennst dich ja aus. Magst du etwas trinken?“

„Ja eine Erfrischung wäre jetzt nicht schlecht, bei der Hitze!“

Jule setzte ihren Weg auf Socken fort und Sophias Mutter kam herein und brachte zwei Gläser und eine Karaffe Eistee mit einem Minzezweig.

„Probier mal! Der ist selbstgemacht. Viel erfrischender, als der, den man in der Packung im Supermarkt kaufen kann!“

Sophias Mutter schenkte die zwei Gläser voll und beide gönnten sich erst einmal eine Abkühlung.

„Der ist wirklich lecker Frau Mahler. Ideal für unser Schulfest!“

„Freut mich, wenn er dir schmeckt. Steht die Planung für das Schulfest schon?“

„Wir sind gerade dabei ein Konzept zu erstellen. Wenn Sie mir das Rezept geben werde ich vorschlagen, dass unsere Klasse einen Cocktailstand macht!“

„Eistee zu machen ist einfach. Man braucht nur Schwarztee, Zitronen, Zucker, Eiswürfel und Wasser. Ich kann dir gerne zeigen, wie man ihn zubereitet.“

„Das hört sich nicht schwer an…“

„Ist es auch nicht. Du solltest es nur vor dem großen Event ein paarmal ausprobiert haben. Vielleicht zu Hause, damit dann auch alles klappt, wenn es darauf ankommt.“

„Meinen Sie, dass es noch sehr lange dauert, bis Sophia wieder da ist?“

„Du hast sie gerade verpasst. Vor zehn Minuten ist sie aus dem Haus gegangen.“

„So ein Mist!“ schimpfte Jule verärgert, „Sophia war meine letzte Hoffnung…“

„Dann geht es bestimmt um Jungs?“ fragte Sophias Mutter mit einem Hauch von Vorahnung.

„Woher wissen sie das?“

„Wenn sechzehnjährige Mädchen ein Gespräch unter Frauen führen wollen geht es immer um Jungs…“

Ein Hauch von Röte zeichnete sich auf Jules Gesicht ab.

„Es ist ein Notfall…“ stammelte Jule.

„Möchtest du es mir erzählen, so von Frau zu Frau, oder ist es dir unangenehm? Vielleicht kann ich dir ja auch weiterhelfen.“

„Da ist so ein Typ aus der Parallelklasse…“ begann Jule verschämt zu erzählen. „Sebastian heißt er. Wir haben uns auf der Geburtstagsfeier von Fia kennengelernt. Dann haben wir uns wieder getroffen und ein paar Sachen zusammen unternommen. Wir waren Eis essen und so. Er hat mich dann ein paarmal ins Kino eingeladen. Meist holen wir uns nach dem Film noch einen Hamburger mit Pommes. Vor ein paar Wochen haben wir die letzten Pommes miteinander geteilt. Er hat auf der einen Seite angefangen zu knabbern und ich auf der anderen... Als sich unsere Lippen in der Mitte trafen haben wir uns dann geküsst. Das war ein tolles Gefühl! Seitdem halten wir Händchen und knutschen, wenn wir uns treffen.“

„Ja aber das ist doch alles wunderschön. Du hast einen Jungen kennengelernt und bis in ihn verliebt und es sieht wohl so aus, als wenn Sebastian auch in dich verliebt ist. Wo ist denn das Problem?

„Naja, das geht jetzt schon eine Weile so. Und irgendwie will er mehr und ich irgendwie auch, aber ich weiß irgendwie nicht, was ich machen soll…“

„Hmmm… Irgendwie...“ dachte Lea laut. „Was möchtest du denn gerne mit ihm machen?

„Naja, so ’rummachen halt…“ druckste sie verlegen herum. „Also…“ Jule riss ihren ganzen Mut zusammen, um den Satz zu vollenden, „also ich bin noch Jungfrau und er ist es auch…“

„Und nun möchtest du Sophia, die genauso unerfahren ist, um Rat fragen, was du tun sollst, richtig?“ fragte Lea verständnisvoll.

„Genau das wollte ich heute tun“ antwortete Jule wahrheitsgetreu.

„Warum fragst du nicht deine Mutter? Die hat bestimmt viel mehr Erfahrungen auf diesem Gebiet. Schließlich wärest du sonst nicht auf der Welt…“

„Ich kann meine Mutter da nicht fragen. Die macht da nur Stress und blockt voll ab. Die ist so was von old school…“

Lea musste schmunzeln, als sie das hörte.

„Sie hat mit mir nie über Aufklärung und sowas geredet. Das Thema war für sie tabu. Ich darf ihr gar nicht sagen, dass ich einen Freund habe. Die Tickt dann total aus und würde mir das sofort verbieten, mich mit ihm zu treffen.“

„Warst du denn schon mal beim Frauenarzt?“

„Beim Frauenarzt? Meine Mutter würde voll austicken, wenn ich ihr gesagt hätte, dass ich da hinwill.“

„Dann nimmst du auch nicht die Pille, richtig?“

Traurig ließ Jule ihren Kopf sinken.

„Und über Verhütung hat deine Mutter vermutlich auch nicht mit dir gesprochen?“

Jule schüttelte den Kopf.

„Möchtest du mit mir darüber reden?“ fragte Lea einfühlsam.

Jule nickte beschämt.

„Als ich in deinem Alter war. Ich hatte genau das gleiche Problem wie du und dann ist es schließlich passiert…“

Jule sah Sophias Mutter fragend an.

„Was ist passiert?“

„Ich war fünfzehn und hatte mich auf einer Party unsterblich in einen Jungen verliebt. Er hieß Roland, hatte lockiges Haar, Sommersprossen und sah unglaublich süß aus. Ich werde diesen Tag nie vergessen! Er war etwas älter als ich. Wir wussten damals nicht, was wir taten. Wir hatten uns ausprobiert. Ich mochte ihn wirklich sehr und wir verbrachten von da an viel Zeit miteinander. Irgendwann blieb meine Regel aus. Er war dabei, als ich den Schwangerschaftstest machte. - Positiv! - Ein paar Wochen vor meinem sechzehnten Geburtstag kam dann Sophia auf die Welt...“

Jule wusste gar nicht was sie sagen sollte. Schwanger wollte sie keinesfalls werden; zumindest jetzt noch nicht. Ihr war schon lange aufgefallen, dass Sophias Mutter noch sehr jung war. Als Jule Sophia zum ersten Mal zusammen mit ihrer Mutter auf der Straße vor der Schule sah dachte sie, dass Sophia noch eine ältere Schwester hat. Auch sonst nahm sie das Verhältnis zwischen Sophia und ihrer Mutter eher wie das Verhältnis zwischen zwei Freundinnen wahr, als zwischen Mutter und Tochter. Jule betrachtete Lea eingängig. Sie hatte eine sportliche Figur und lange, schlanke Beine, die ihr jugendliches Aussehen noch betonte. In ihren Augen lag etwas Herzliches und Verständnisvolles. Ihre schulterlangen braune Haare trug sie manchmal offen oder auch hochgesteckt, je nachdem wie es ihr gerade gefiel, da sie sehr spontan handelte. Jule fühlte sich wohl, wenn sie in ihrer Nähe war. Eine ungewöhnliche Anziehung ging für Jule von ihr aus; sie hätte gerne noch eine Freundin wie Sophias Mutter gehabt. Jule mochte auch den Stil, wie sich Sophias Mutter kleidete. Passend zum Wetter trug sie heute ein weißes Sommerkleid und geflochtene Sandalen. Wie alt mochte sie wohl sein?

„Ich bin jetzt einunddreißig!“ löste Sophias Mutter das Rätsel auf, ohne dass Jule nach ihrem Alter gefragt hatte.

„Sie sehen doch aus wie sechsundzwanzig! Sie sind sehr schön...“

„Danke für das Kompliment!“

Lea fühlte sich geschmeichelt. Sie mochte Jule auch und freute sich jedes Mal, wenn sie kam um mit Sophia zusammen Hausaufgaben zu machen. Das Lernen fiel Jule leicht, denn sie war wissbegierig und sie liebte es, sich in neue Themengebiete einzuarbeiten. Jule verhielt sich oft zurückhaltend, war aber dennoch selbstbewusst genug, um trotz ihrer Jugend keine leichtfertigen Entscheidungen zu treffen. Lea gefiel ihre ehrliche, natürliche Erscheinung.

„Ich dachte halt“, fuhr Jule fort, „dass Sebastian und ich irgendwann zusammen Sex haben sollten. Das gehört doch dazu! Aber ich weiß nicht was ich da machen soll. Und schwanger will ich auch nicht werden…“

„Wenn du die Pille nicht nimmst solltet ihr Kondome verwenden. Wenn dein Freund damit auch noch keine Erfahrungen gesammelt hat solltest du ihm helfen damit umzugehen. Er wird bestimmt auch sehr aufgeregt sein und deine Hilfe kann er dann bestimmt gut gebrauchen.“

„Aber ich weiß ja gar nicht, wie ich das mit einem Kondom machen soll! In der Schule gab es da mal einen Lehrfilm, aber mehr nicht.“

„Soll ich es dir erklären?“ fragte Lea und lächelte Jule dabei vertrauensvoll an.

Jule war etwas unwohl bei dem Gedanken mit einer fremden Frau über ein so heikles Thema zu sprechen. Sie druckste etwas herum und wusste nicht so genau, was sie jetzt sagen sollte.

„Vielleicht hilft es dir, wenn du mich einfach Lea nennst.“

„Ja, Frau Mahler… ich meine Lea. Ich bin Jule, aber das wissen Sie ja schon.“

„Du darfst mich ruhig duzen, wie eine Freundin. Und unter Freundinnen kannst du ganz offen über alles mit mir reden, wenn du möchtest.“

Lea stand auf und ging ins Schlafzimmer. Jule hörte, dass Lea in ihren Sachen stöberte. Nach kurzer Zeit kam sie mit einem rosafarbenen Vibrator zurück. In der anderen Hand hielt sie mehrere Kondome.

„Setzen wir uns auf die Couch?“ fragte Lea und legte die Utensilien auf den Wohnzimmertisch. Jule setze sich zu Lea auf die Couch und betrachtete interessiert den Vibrator. Er war leicht geschwungen und hatte eine Verdickung am oberen Ende. Lea nahm den Vibrator in die Hand und richtete die Verdickung nach oben.

„Weißt du, was das ist?“

„Hmmm... Ich glaube das ist ein Vibrator“, antwortete Jule.

„Stell dir einfach vor, dass wäre der Penis deines Freundes…“

Jule musste kichern, denn für sie war es ungewohnt über solche Dinge zu reden. Sebastians Männlichkeit hatte sie noch nie gesehen und sie konnte sich auch nicht vorstellen, inwiefern sie diesem Modell ähnelt. Wäre sie genauso lang und genauso dick?

„Es ist natürlich jetzt nur ein Modell. Aber wenn du einen Jungen erregst, wird sein Penis steif. Davon hast du doch bestimmt schon gehört?“

Jule bejahte kichernd. „In der Schule haben wir das mal in Sexualkunde gehabt.“

„Die Schwellkörper in seinem Glied füllen sich mit Blut. Das ist erforderlich damit er in deine Vagina eindringen kann.“

Wieder begann Jule zu kichern.

„Du weißt ja, was deine Vagina ist, oder?“

„Ja, das ist meine Muschi!“

Lea musste auch grinsen, als sie das hörte. „Jeder hat seine eigene Bezeichnung für die männlichen und weiblichen Geschlechtsteile. Welche Bezeichnungen soll ich denn in unserem Gespräch verwenden?“

„Also ich sage immer Muschi und Jungs haben einen Schwanz!“

Wieder hielt Lea die Vibratorspitze nach oben. „Gut! Also stell die vor, das wäre Sebastians steifer Schwanz. Wenn er so nach oben steht könnte er ihn in deine Muschi einführen. Vorher musst du, oder er, aber noch ein Kondom überstreifen. Ein Kondom ist eine ganz dünne Hülle die die Übertragung von Geschlechtskrankheiten verhindert und mit der man auch verhüten kann, da das Sperma in einem kleinen Vorratsgefäß aufgefangen wird. Mach doch mal eine Verpackung auf!“

Neugierig nahm Jule ein Kondom vom Wohnzimmertisch und öffnete die Verpackung. „Das ist ja rosa!“, rief sie erfreut aus.

„Ja, die gibt es in allen Farben. Nimm das Kondom doch mal ganz vorsichtig aus der Verpackung heraus. Es ist wichtig, dass es nicht beschädigt wird.“

Bedächtig entnahm Jule das Kondom und sah es sich genauer an.

„Hier oben ist so eine kleine Zipfelmütze. Das ist das Reservoir. Hier sammelt sich später das Sperma, wenn dein Freund eine Ejakulation hatte. Ich könnte auch sagen „wenn er gekommen ist“ oder „wenn er abgespritzt hat“. Das ist alles das gleiche!“

Als Jule diese Worte hörte, musste sie wieder kichern.

Lea fuhr fort: „Hier unten ist das Kondom aufgerollt. Das sieht aus wie ein Ring. Beim Aufsetzen musst du darauf achten, dass es richtigherum sitzt. Warte ich zeige dir das mal. Hältst du mal den Vibrator nach oben?“

Mit zwei Fingern fasste Lea das Kondom am Reservoir und setzte es auf die Spitze des Vibrators. Gespannt verfolgte Jule jede ihrer Erklärungen.

„Siehst du: Das Reservoir sitzt nun auf der Spitze des Vibrators und der Ring ist außen. Jetzt drücke ich die Luft aus dem Reservoir und streife das Kondom nach unten ab.“

Augenblicklich war der Vibrator mit der rosafarbenen Hülle überzogen. Jule staunte, dass Lea das so gut konnte.

„Möchtest du das auch einmal probieren?“

Aufgeregt nahm Jule ein neues Kondom vom Wohnzimmertisch. Sie öffnete die Verpackung vorsichtig am Rand, wie Lea es gezeigt hatte, und nahm das Reservoir zwischen zwei Finger.

„Andersherum!“, korrigierte Lea. So wäre die Rolle innen und du könntest das Kondom nach dem Aufsetzen nicht abstreifen.“

Jule drehte das Kondom um und setzte es zielsicher auf die Spitze des Vibrators.

„Siehst du, dass der Ring nun leicht geriffelt und nicht mehr glatt ist wie vorher? Dann ist es richtig herum aufgesetzt.“

Jule rollte das Kondom nach unten ab.

„Perfekt!“, lobte Lea, „Gleich nochmal!“

Erneut öffnete Jule eine Verpackung, nahm das Kondom richtig herum zwischen die Finger, setze es passgenau auf die Vibratorspitze und rollte es über den Vibrator ab.

„Du bist ja ein Naturtalent!“, rief Lea begeistert aus.

Fasziniert sah Jule schon die ganze Zeit den rosafarbenen Vibrator an. Lea entfernte das Kondom und wollte ihn gerade wieder in ihr Schlafzimmer zurückbringen als Jule sie mit einer Frage davon abhielt.