Nicht immer nur geradeaus
Diese Geschichte kann für sich alleine stehend gelesen werden. Doch wer wissen möchte, wie es zu dem folgenden Telefonat kam erfährt es in "Und es war Sommer" - Teil 1

„Wir müssen reden.“
Roland war erst spät in sein Hotelzimmer zurückgekehrt. Sein Job als Außendienstmitarbeiter verlangte ihm einiges ab. Nur alle zwei Wochen kam er am Wochenende nach Hause zu seiner Familie. Die restliche Zeit verbrachte er „on the road“ und reiste zu Kunden in ganz Deutschland. Abends hatte er manchmal noch Geschäftstermine oder er musste Organisatorisches erledigen. Gegen halb neun telefonierte er in der Regel per Videochat mit seiner Frau Lea. Sophia, seine Tochter, war dann noch nicht ins Bett gegangen und so konnte Roland sich auch mit ihr über die Neuigkeiten des Tages austauschen. Heute war Donnerstag und Roland würde morgen wieder nach Hause fahren um das Wochenende bei seiner Familie zu verbringen. Dass er schon drei Videoanrufe in Abwesenheit erhalten hatte erstaunte ihn, als er das Handy aus der Jackentasche zog. War etwas passiert? Was war so wichtig, dass Lea ihn schon dreimal versucht hatte zu erreichen? Hatte Sophia vielleicht einen Unfall? Als er seine Frau zurückrief bemerkte er sofort, dass etwas nicht stimmte und sie ein ernsthaftes Gespräch mit ihm führen wollte.
„Was ist denn passiert, Schatz?“
Roland erkannte an Leas stockenden Worten, dass es ihr schwerfiel zu sprechen.
„Du weißt doch“, begann sie mit zitternder Stimme zu erzählen, „dass wir vereinbart hatten uns nichts davon zu erzählen, falls wir während unserer Ehe einem anderen Sexualpartner begegnen…“
Roland wurde etwas mulmig zumute und sein Adrenalin schoss in die Höhe. Worauf sollte dieses Gespräch hinauslaufen? Seine Miene verfinsterte sich.
„Gibt es einen anderen?“
„Nein. Das nicht.“
„Aber?“
„Ich hatte Sex mit einer Frau.“
Diese Worte trafen Roland wie einen Blitz. Sein Puls raste und er konnte nicht glauben, was ihm seine Frau da gerade offenbarte.
„Du hattest Sex mit einer anderen Frau? Wieso? Reiche ich dir nicht mehr? Willst du mich verlassen?“
„Nein, Roland. Das ist es nicht.“
„Du hast mir gerade offenbart, dass du es mit einer anderen Frau getrieben hast. Was soll ich davon halten? Ich weiß, dass ich nur selten zu Hause bin und dich vernachlässige...“
„Es ist nicht so wie du denkst. Lass es mich erklären…“
„Wer war es? Kenne ich sie?“
„Es war mit Jule.“
„Jule? Welche Jule?“
„Jule, Sophias Schulfreundin.“
Erneut fühlte sich Roland, als hätte man ihm den Boden unter den Füßen weggezogen.
„Du hast es mit einem Mädchen getrieben?“
„Jule ist eine schöne junge Frau geworden.“
„Wieso hattest du es ausgerechnet auf sie abgesehen?“
„Ich hatte es nicht auf sie abgesehen.“
„Ich verstehe. Eines Tages klingelte es an der Tür, Jule kam herein und dann hattet ihr Sex. Kann ich mir das so vorstellen?“
„Roland, bitte hör mir zu. Ich weiß, dass das für dich ein Schock ist. Aber es ist alles nicht so wie du denkst.“
„Ach ja? Dann klär mich bitte mal auf!“
Lea versuchte Fassung zu bewahren. „Am Montag klingelte es an der Tür. Jule wollte eigentlich Sophia besuchen, um etwas mit ihr zu besprechen. Sophia war aber an diesem Tag beim Volleyball. Ich bat Jule herein und bot ihr an zu warten, bis Sophia wieder zurückkam. Sie wollten ein „Frauengespräch“ führen, das für Jule sehr wichtig war.“
„Und wie ging es dann weiter?“
„Jule brauchte dringend Rat. Sie hat einen Jungen kennengelernt, von dem sie mehr wollte. Also habe ich mich angeboten um mit ihr darüber zu reden.“
„Und?“
„Sie hat sich mir dann offenbart. Die beiden sind wohl schon einige Zeit zusammen, aber Jule weiß nicht wie sie mit der Situation umgehen soll. Sie wurde nie richtig aufgeklärt und war auch noch nie beim Frauenarzt. Da sie die Pille nicht nimmt wollte sie wissen wie man ein Kondom benutzt. Du erinnerst dich, dass wir das damals auch nicht wussten, und ich dann mit Sophia schwanger wurde?“
„Ja, natürlich weiß ich das.“
„Genau dieses Schicksal wollte ich Jule ersparen. Also holte ich meinen rosafarbenen Vibrator aus dem Schlafzimmer und ein paar Kondome. Dann zeigte ich Jule, wie man die Dinger benutzt.“
Roland lief es heiß und kalt den Rücken herunter.
„Als ich Jule alles gezeigt hatte wollte ich den Vibrator wieder wegräumen. Jule war neugierig darauf, zu erfahren, wie er funktioniert. Ich habe es ihr dann gezeigt und ihr gesagt, sie soll das Gefühl der Vibrationen spüren. Das hat sie dann auch gemacht.“
„Und dann habt ihr euch geküsst und es miteinander getrieben?“
„Nein. Jule fand die Vibrationen sehr anregend und ich konnte mich ihrer Faszination nicht entziehen. Ich wurde immer geiler als ich sah, wie Jule den Vibrator über ihren Unterleib führte. Dann gab ich ihr den Tipp ihre Jeanshose auszuziehen, damit sie die Vibrationen stärker spürt. Das hat sie dann auch gemacht.“
„Und sie hatte keine Scheu ihre Hose vor einer fremden Frau auszuziehen?“
„Anfangs wohl schon, aber ihr Interesse am Vibrator war größer. Es war eine ganz neue Erfahrung für sie. Es hat sie sehr erregt, sich mit dem Vibrator zu befriedigen. Sie wurde immer geiler und ich auch. Ich sah ihr die ganze Zeit dabei zu und bin vor Geilheit fast explodiert. Dann bat ich sie ihren Slip und ihren BH auszuziehen. Ich wollte ihre Muschi sehen. Ich wollte sie nackt sehen! Sie hat einen so tollen Körper und eine starke erotische Ausstrahlung, die mich total heiß gemacht hat. Zuerst hatte ich auch meine Zweifel, ob das richtig ist, was ich da tue. Aber dann zog sie sich aus und befriedigte sich vor mir auf der Couch im Wohnzimmer.“
„Auf unserer Wohnzimmercouch?“
„Als sie kam war ich so geil wie schon lange nicht mehr. Wir unterhielten uns über verschiedene sexuelle Spielarten. Sie wollte wissen was Oralsex ist. Um meine Lust zu befriedigen habe ich es ihr erklärt und mich dann von ihr lecken lassen.“
„Sophias Schulfreundin hat dich geleckt?“
„Es war so geil, Roland! Ich kam dabei so gigantisch, obwohl sie keine Erfahrungen mitbrachte. Aber sie hat intuitiv eine sehr gute Technik entwickelt, die mich komplett abgeschossen hat.“
„Eine bessere Technik als meine?“
„Eine andere. Ihre Zunge war so fein und glatt. Es war einfach ein tolles Erlebnis. Ich habe ihr gesagt, dass Sebastian solch eine Stimulation bestimmt auch toll finden würde.“
„Wer ist Sebastian?“
„Jules Freund. Er ist auch noch unerfahren.“
„Warum erzählst du mir das alles? Wollt ihr es euch in Zukunft jeden Tag auf unserer Wohnzimmercouch besorgen während ich hier die Brötchen verdiene? Oder willst du mich in Zukunft heiß machen und mir von euren Eskapaden erzählen?“
„Jule möchte mit ihrem Freund zusammenkommen.“
„Wofür braucht sie dann dich?“
„Sie probiert sich aus, wie wir es damals auch getan haben. Sie möchte Erfahrungen sammeln. Sie möchte ihre neugewonnen Erkenntnisse auf ihn übertragen.“
„Wie meinst du das genau?“
„Sie möchte nicht nur neue Gefühle erleben, sondern sie auch praktisch anwenden. Sie möchte einfach wissen, was sie da tut, wenn sie mit Sebastian zusammenkommt. Und du weißt genauso gut wie ich, dass man Wissen durch Lernen erwirbt.“
„Sie hat sich aber eine Frau als Lehrerin ausgesucht.“
„Genau darum rufe ich dich an…“
„Mich? Ich verstehe das nicht. Was soll ich ihr beibringen?“
„Jule hat mich gebeten dich anzurufen. Sie möchte von einem Paar lernen. Und von einem Mann.“
Roland war fassungslos, als er diese Worte vernahm.
„Sie will einen Dreier? Mit sechzehn?“
„Jule will keinen Dreier, sie möchte zusehen und Erfahrungen mit beiderlei Geschlecht sammeln, bevor sie mit Sebastian zusammenkommt.“
„Also doch einen Dreier?“
„So wie ich sie erlebt habe wird es letztendlich darauf hinauslaufen…“
Roland verschlug es den Atem. Er konnte nicht glauben, was er da gerade von seiner Frau erfahren hatte. Für einen Mann ist ein Dreier mit zwei Frauen wie ein Sechser im Lotto, zumal wenn beide noch jung und hübsch sind. Welcher Mann bekommt in seinem Leben solch ein Angebot? Und er bekommt es von seiner Ehefrau auf einem silbernen Tablett serviert! Was sollte er dazu sagen?
„Dieses Angebot ist verlockend… Aber ist sie dafür nicht viel zu jung?“
„Sie ist reif genug um zu wissen, was sie will.“
„Und wie hast du dir das vorgestellt? Wie soll das ablaufen?“
„Wir müssten uns an einem Wochenende treffen. Du musst natürlich zu Hause sein. Sophia hat ja ab und zu Auswärtsspiele mit dem Volleyballverein, dann wäre sie für längere Zeit unterwegs. Jule müsste Zeit haben und wir dürften natürlich beide nicht unsere Tage haben…“
„Wann wäre das der Fall?“
„Du kommst morgen nach Hause, richtig?“
„Ja, am Freitagabend bin ich da.“
„Am Samstag macht Sophia einen Ausflug mit dem Volleyballverein. Sie spielen ein Turnier und anschließend veranstaltet der Verein noch ein Grillfest. Sophia kommt erst am Abend zurück…“
„Und Jule?“
„Muss ich noch anrufen. Ich wollte erst mit dir reden…“
Roland rang nach Luft. Wie sollte er sich entscheiden? Würde es bei einem reinen Zuschauen bleiben, wenn er und Lea Sex hatten? Könnte er erleben wie seine Frau von einer anderen Frau befriedigt wird? Würde er mit der Freundin seiner Tochter ein intimes Verhältnis eingehen? Konnte er ein Angebot abschlagen, dass es ihm ermöglichte das erste Mal in seinem Leben Sex mit einer anderen Frau als Lea zu haben? Die Erfahrung zu erlangen wie sich eine andere Frau anfühlt, wie sie reagiert, wie sie ihn erregen wird?
„Du möchtest es, Lea?“
„Du doch auch.“
„Du gibst mir dann Beschied, falls Jule am Samstag Zeit hat?“
„Ich rufe sie gleich an.“
Lea beendete das Gespräch mit Roland um gleich darauf Jule anzurufen. Ihre Hände zitterten, als sie Jules Handynummer wählte. Was würde sie zu dem Vorschlag sagen? Vielleicht hatte sie es sich ja mittlerweile anders überlegt und nahm von ihrem Angebot Abstand.
„Hallo Jule, hier ist Lea...“
„Oh, hallo Lea…“
Lea merkte, dass Jule am anderen Ende der Leitung erfreut und erschrocken zugleich war, als sie Leas Stimme hörte.
„Ich wollte fragen, ob du am Samstag zu uns kommen möchtest…“
„Zu euch?“
„Roland kommt an diesem Wochenende. Und Sophia macht einen Ausflug mit dem Volleyballverein…“
Jule spürte, welche Bedeutung zwischen diesen Zeilen lag. Es war ihre Chance das Erlebnis mit Lea zu wiederholen und noch viel tiefgreifendere Erlebnisse zu sammeln, die sie ihr ganzes Leben lang begleiten würden.
„Du hast mit deinem Mann gesprochen?“
„Er freut sich, wenn du kommen würdest…“
Jules Freude kannte keine Grenzen. Natürlich wollte sie vorbeikommen!
„Am Samstag hat meine Mutter eine Fortbildung. Ich bin den ganzen Tag alleine…“
„Das heißt du kommst?“
„Wann soll ich da sein?“
„Um halb elf?“
Jule konnte es kaum fassen. Sollte das der Tag werden, an dem sie nochmals ihre Ekstase ausleben und befriedigt nach Hause gehen konnte?
„Halb elf passt gut. Ich komme dann bei euch vorbei!“
„Dann sehen wir uns am Samstag!“
Als die beiden Frauen den Hörer aufgelegt hatten wurde ihrer beider Gefühlswelt durchgeschüttelt wie bei einer Achterbahnfahrt. Lea rief gleich ihren Mann an, um ihm die Botschaft mitzuteilen.
„Samstag um halb elf?“ fragte Roland nach, als er die Nachricht von Lea vernommen hatte.
„Ja. Samstag um halb elf. - Du, ich und Jule.“
„Das wird ein heißer Sommertag…“