Verlangen nach dir - ALPHA NAIR 4

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Summary

Nachdem Amara in einem impulsiven Akt versucht, Nairs Ex-Freundin zu töten, zieht sie sich damit seinen Zorn zu. Enttäuscht und verletzt beschließt Nair, Amara zu bestrafen und lehnt sie ab – doch um sicherzustellen, dass sie nie wieder einen solchen Fehler begeht, unterwirft er sie einer strengen Gefangenschaft, um sie zu brechen und auf seinen Willen einzustellen. Doch während er alles daran setzt, ihre Ungehorsamkeit zu zügeln, tauchen um sie herum immer mehr Feinde auf, die das Rudel und seinen Erfolg untergraben wollen. Bald stellt sich die Frage, ob Nairs Gedanken und Handlungen wirklich allein auf Amaras Fehltritt zurückzuführen sind oder ob andere, dunklere Mächte im Spiel sind. Schwarze Magie und tiefer Hass drohen, Nair auf einen Pfad voller Misstrauen und Selbstzweifel zu führen. Doch wer könnte ihn so sehr verabscheuen, dass er bereit ist, ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen und seine Herrschaft zu gefährden? Und wird Amara trotz aller Hindernisse in der Lage sein, das Unheil abzuwenden und Nair vor der dunklen Macht zu retten, die sich immer weiter in sein Herz frisst?

Status
Complete
Chapters
35
Rating
4.9 26 reviews
Age Rating
18+

Kapitel 1 - EIFERSUCHT


PROLOG


Rom, Italien

NAIR

Meine Rückkehr wird groß gefeiert. In der Hoffnung, eine Gefährtin, eine potentielle Luna für das Rudel mitzubringen, bringe ich stattdessen eine Gefangene mit.

Die kühle Luft im Keller lässt mich leicht frieren, obwohl ich genug Muskelmasse habe, um mich warm zu halten, während ein alter Modergeruch in meine Nase steigt. Neben dem Modergeruch rieche ich den metallischen Geruch von Blut.

Das Blut meiner Gefährtin.

Mit einer Eisenstange schlage ich gegen einen der Gitterstäbe, und sie wird von dem klirrenden Geräusch aufgeschreckt.

Ihr Atem geht unregelmäßig, ihr Puls rast - Panik.

"Guten Morgen Amara...", Amara ist ihr süßer Name, der mir wie Honig auf der Zunge zergeht. Ihre einst wilden Locken sind nur noch fettige Haare, die ihr über die Schultern hängen. Ihre eisblauen Augen kann man selbst in dieser Dunkelheit erkennen, und sie sind Ausdruck von nichts als Zorn.

In ihr tobt ein innerer Kampf und der Grund dafür ist, dass sie unser Rudel beinahe in einen Krieg gestürzt hätte. Das passiert, wenn Dinge im ungünstigsten Moment passieren.

An jenem Abend bin ich Amara auf dem Ball begegnet. Sie sah bezaubernd aus, sie trug das schönste rote Kleid von allen, ich war von ihrer Schönheit geradezu verzaubert. Doch ihre Schönheit verblasste, als sie etwas Waghalsiges versuchte, doch dazu komme ich noch.

"Steh auf", fordere ich sie erneut auf und lasse die Stange wieder gegen den Kerker krachen. Der Ton ist so hoch, dass es mir selbst in den Ohren schmerzt.

Ihr Rudel war gezwungen, sie uns auszuliefern. Niemand wollte mit dem einzigen italienischen Rudel Krieg führen. Unser Rudel war selbst für die Vampire eine Herausforderung, weshalb Jamal, ihr Alpha, einwilligte, sie zu bestrafen, anstatt sich mit uns anzulegen.

Langsam und kraftlos zieht sie sich hoch, ihr Kleid, das sie seit jener Nacht trägt, lasse ich sie nicht wechseln. Sie soll sich in ihrem eigenen Dreck beschmutzen und so sehr ich versuche sie zu brechen, sie lässt sich nicht brechen.

"Nair...", flüstert sie mit ihrer Harfenstimme, während sie sich dem Gitter nähert und mir in die Augen schaut. Ihre Augen sehen müde aus, ihre ganze Erscheinung wirkt dünner, als ich sie das erste Mal gesehen habe.

"Du bist wieder da...", stellt sie fest, als ich meine Arme auf die Gitterstäbe stütze und mein Gesicht vorziehe, um sie besser sehen zu können.

"Anscheinend", antworte ich kühl und blicke einen kurzen Moment in ihre Augen. Es hat mich alle Kraft gekostet, sie zurückzuweisen. Eine Kraft, einen Schmerz, der so groß ist, dass man ihn nicht beschreiben kann. Unter uns gesagt, ich habe gelitten wie ein verdammter Hund, aber jetzt ist es vorbei. In den zwei Wochen im Crescent Rudel konnte ich diesen Schmerz verarbeiten und jetzt stehe ich hier, wütender denn je auf Amara, weil sie versucht hat, meine Ex-Freundin zu töten.

Sie hatte nicht das Recht, Menschen aus meinem Umfeld zu töten. Aber sie hat es gewagt, Milena beim Ball anzugreifen, in Anwesenheit ihres Lebensgefährten, und hat dafür gesorgt, dass die Hölle losbrach. Abgesehen davon, dass ich Milena gefühlte Stunden operieren musste, musste ich sie auch noch selbst behandeln, nur um sie hierher bringen zu können. Um sie zu bestrafen.

Sie nimmt die Wut in meinem Tonfall wahr und senkt unterwürfig den Blick zu Boden, während sie sich an den Gitterstäben festhält und nichts mehr sagt.

"Du warst so verdammt leichtsinnig, Amara. Dachtest du, wenn du sie tötest, bist du dein Problem los? Dachtest du, das hätte keine Konsequenzen für dich? Willst du wissen, was ich jetzt mit dir mache, bevor ich dich zu deinem Rudel zurückschicke und du nichts weiter als eine wertlose Wölfin bist?", knurre ich sie leise an und ziehe jedes Wort in die Länge, nur um sicher zu gehen, dass sie alles verstanden hat.

"Es tut mir leid... In diesem Moment hat meine Wölfin die Kontrolle über mich übernommen... Ich schwöre es!", ihre zitternden Lippen sind kaum zu übersehen, während sich ihre eisblauen Augen mit Tränen füllen und das Blau nun dem Wasser des Meeres gleicht.

"Deine Wölfin...", ich kann mir ein leichtes Grinsen nicht verkneifen und schüttle fassungslos den Kopf. Natürlich war es einfacher, jemandem die Schuld zu geben, als zuzugeben, dass sie selbst eifersüchtig war. Sie wollte Milena tot sehen, weil sie es nicht ertragen konnte, sie in meiner Nähe zu sehen.

Ihr denkt vielleicht, dass ich das große Arschloch bin, aber das bin ich nicht. Ich habe ihr ganz klar gesagt, dass ich mich bei ihr melden werde, aber sie hat sich nicht darauf verlassen. Sie hat auf eigene Faust gehandelt.

"Natürlich ist deine Wölfin schuld, wer denn sonst?", seufze ich laut, als ich sie plötzlich an ihrem Kleid packe und fest gegen die Gitterstäbe ziehe. Ein Knurren entfährt mir, als Amara unter dem Druck der Gitterstäbe leise aufstöhnen muss.

"Willst du wissen, wann du hier rauskommst, Amara? Du kommst erst raus, wenn du vernünftig bist, wenn du der Wahrheit in die Augen siehst und dir eingestehst, was du getan hast."

Mein wütender Blick bleibt an ihr hängen, als plötzlich ein Schluchzen aus ihr herausbricht und eine Träne ihre Wange hinunterkullert.

"Du bestrafst mich für meine Gefühle, gibst einer Hure mehr Privilegien als mir, deiner Gefährtin, und sagst mir ich soll meine Fehler eingestehen?!", sagt sie plötzlich lauter, während sie sich aus meinen Händen reißt und nach hinten zur Wand taumelt. Weinend lässt sie sich auf den Boden fallen und lehnt ihren Kopf an die kalte Wand, während mir das Blut in den Adern kocht, weil sie anscheinend immer noch nicht zur Besinnung kommen will.

"Das wird dich noch dein Leben kosten", zische ich ihr zu, während ich mich von ihrem Kerker entferne und die Treppe hinaufsteige. Ich habe genug von ihr und will nicht schon am frühen Morgen ausrasten, aber das werde ich gleich tun.

Ich schließe die große Holztür hinter mir und seufze verzweifelt, als ich im Flur stehe und ins Bad gehen will, um mir die Hände zu waschen.

"Du machst dir das Leben unnötig schwer, mein Sohn...", höre ich plötzlich meine Mutter hinter mir sagen. Ich drehe mich zu ihr um und schaue sie einen Moment an. Sie sieht besorgt aus, seit Amara hier im Rudelhaus ist, sind alle angespannt. Meine Befehle waren während meiner Abwesenheit klar. Aber meine Mutter war immer diejenige, die Probleme mit Gewalt hatte und sich dagegen wehrte. Jetzt, als Luna, tut sie es immer noch, und das ist wahrscheinlich der Grund, warum Amara noch nicht tot ist.

"Wie kannst du so etwas einfach durchgehen lassen?", frage ich sie verwirrt, während sie die Augen verdreht und seufzt. "Warst du noch nie eifersüchtig mein Junge?", sie tippt mir mehrmals mit dem Zeigefinger auf die Brust und seufzt ebenfalls.

"Stell dir vor, ein anderer Mann würde diese schöne Frau für sich beanspruchen...", sagt sie leise und trifft mit einem Pfeil mein Herz. Ein Schmerz durchzuckt meine Brust, wie ich ihn seit Tagen nicht mehr gespürt habe. Noch ein Mann, der Amara für sich beansprucht? Das würde ich schon aus Prinzip nicht zulassen. Ich würde dieses Biest mit Ketten an die Wand binden, nur um einem anderen Kerl ein schweres Leben zu ersparen. Amara hat keine Liebe verdient, ganz bestimmt nicht.

"Verdammt...", stöhne ich leise und halte mir mit der Hand die Brust, während Gray wieder wie ein wilder Hund in mir tobt. Ich verziehe schmerzhaft das Gesicht, während meine Mutter mich nur amüsiert ansieht und die Augenbrauen hochzieht.

"Ihr Männer seid, was Eifersucht angeht... schwach."

Mit diesen Worten winkt sie mir zu und verschwindet wieder in der Küche. Ich schaue meiner Mutter hinterher und stehe da wie der letzte Idiot, der eigentlich geglaubt hatte, das Schlimmste überstanden zu haben.

Meine Eltern waren das Traumpaar von Silvestre, niemand konnte ihnen das Wasser reichen. Er der Alpha, sie die Luna. Ein Traumpaar, das man so nicht kennt. Es war, als hätte die Mondgöttin ihnen alle Hindernisse aus dem Weg geräumt, damit sie glücklich und zufrieden zusammen sein konnten. So viel Glück war mir nicht vergönnt.

Ich hatte jahrelang nach meiner Gefährtin gesucht, sie verzweifelt nicht gefunden, als ich die Suche aufgab und mich unverbindlich auf Milena einließ. Wir waren beide junge Medizinstudenten, verzweifelt auf der Suche nach unseren Gefährten, aber die Sympathie füreinander war da. In all den Jahren bin ich mit Milena durch dick und dünn gegangen, bis sie endlich ihren Gefährten fand und nicht anders konnte, als sich mit ihm zu verbinden. Das war auch in Ordnung, denn das war die Abmachung zwischen uns.

Wir gehen getrennte Wege, wenn einer von uns seinen Gefährten findet.

Schade nur, dass meine Gefährtin versucht hat, sie umzubringen. Das dulde ich nicht. Nicht bei Menschen, die mir wichtig sind und nicht vor den Augen der ganzen Welt.

Meine Mutter ist nun bemüht, mir einen Strich durch die Rechnung zu machen, denn Gray bellt schon nach ihr. Sie glaubte an die Wahl der Mondgöttin und war trotz des Fehlers, den Amara begangen hatte, davon überzeugt, dass sie die richtige Frau an meiner Seite war.

"Hol sie da raus!", befiehlt er mir in Gedanken, doch ich versuche standhaft zu bleiben, meinen Willen durchzusetzen.

"Was hast du davon? Glaubst du, Milena will dich? Sie will nur ihren Kilian, hör auf auf deine Prinzipien zu pochen und hol sie endlich da raus!"

Es ist schlimm, wenn einem der eigene Wolf in den Ohren heult. Zwei Wochen musste ich das ertragen, bis Gray endlich nachgab und nun bin ich wieder der Strafe meiner Mutter erlegen und darf die gleiche Tour fahren.

Genervt gehe ich ins Wohnzimmer und sehe, wie einige der Wölfe miteinander reden, doch in meiner Gegenwart verstummen sie. Die Situation hat dazu geführt, dass sich einige Wölfe Sorgen um ihren zukünftigen Alpha machen und jedes Rudel will die Luna, die von der Mondgöttin auserwählt wurde. Der Druck, der auf mir lastet, ist enorm, aber etwas in mir sagt mir, dass ich darauf bestehen muss, ihr die Lektion zu erteilen.

Etwas Dunkles in mir will sie am liebsten tot sehen, aber könnte ich das jemals? Sie töten?

Ihre blauen Augen tauchen vor mir auf und machen mich benommen.

"Lass sie gehen...", sagt eine leise Stimme in meinem Kopf, die ausnahmsweise nicht Gray ist.

"Lass sie frei."