Gemischtes Doppel

All Rights Reserved ©

Summary

Als Kerstin in Marias neue Wohnung tritt, ahnt sie nicht, dass eine Einladung auf einen Drink ihr Leben auf den Kopf stellen wird. Was als harmloser Besuch beginnt, entwickelt sich zu einem Abenteuer voller Leidenschaft und unvorhergesehener Wendungen, als zwei charmante Nachbarn die Frauen in ihre Welt der verführerischen Herausforderungen einladen.

Status
Complete
Chapters
4
Rating
5.0 1 review
Age Rating
18+

Neuland

„Wow! Deine neue Wohnung ist ja echt der Hammer!“

Kerstin war begeistert. Eigentlich hätte sie vor Neid fast zerspringen müssen, doch sie gönnte Maria ihre neue Wohnung von Herzen. Seit der Grundschulzeit verband Maria und Kerstin eine innige Freundschaft. Sie hatten gemeinsam Höhen und Tiefen durchlebt, und jede kannte die Geheimnisse und dunkelsten Abgründe der anderen. Zuerst war Kerstin traurig, als Maria ihr mitteilte, dass sie wegziehen wollte in eine andere Stadt. Das war vor einem viertel Jahr und Maria hatte sich gerade von Holger getrennt. Eigentlich passten die beiden ganz gut zusammen und jeder kam auch voll auf seine Kosten. Die Welt war in Ordnung bis zu diesem Abend, als Holger mal wieder das leidige Thema auf den Tisch brachte nun endlich zu heiraten und Kinder in die Welt zu setzen. Eins. Zwei. Fünf? Maria würde im Oktober achtundzwanzig werden. Holger behauptete, dass die Zeit reif sei. Maria war da anderer Meinung. Sie wollte noch etwas vom Leben haben und noch ein paar Jahre warten. Außerdem waren ihr fünf Kinder zu viel. Vielleicht zwei. Höchstens. Und ein Urlaub auf den Malediven. Aber ohne Kinder. Sie liebte es ausgiebig und auch manchmal ausgefallenen Sex zu haben aber sie war noch nicht bereit die Pille abzusetzen und die Konsequenzen zu tragen, die sich daraus ergeben würden. Und dann gab es noch ihren Beruf in der Steuerkanzlei. Schließlich wollte sie auch noch ein wenig an ihrer Karriere basteln, bevor sie sich an den heimischen Herd zurückziehen wollte, und das auch nur temporär. Sie liebte ihren Beruf. Und sie liebte es auch gutaussehenden Männern, die manchmal die Kanzlei betraten, einen Kaffee zu servieren und ein wenig mit ihnen zu flirten. Aus ihren Steuerakten konnte sie ja ersehen, wie potent sie waren. Es gab schon den einen oder anderen, der eine Sünde wert gewesen wäre. Auch das eine oder andere Gespräch wurde von den Klienten in eine Richtung gelenkt, in der Maria nur hätte „Ja“ sagen müssen um sich neuen Abenteuern hingeben zu können. Doch Holger hätte sie niemals betrogen. Schließlich erwartete sie das auch von ihrem Partner, dass er fest an ihrer Seite stand. Allerdings kam es ihr bei Holger zunehmend vor, dass er nicht nur an ihrer Seite stand, sondern ihr Leben immer mehr und mehr bestimmen wollte. Mit Schaudern sah sie täglich den jungen Mütter nach, die ständig auf ihr Handy starrten und dabei teilnahmslos den Kinderwagen in Richtung Spielplatz schoben, es sei denn, es regnete in Strömen. Momentan konnte sie sich überhaupt noch nicht damit anfreunden ihr Leben auf stumpfsinnige Monotonie zwischen Grießbrei, Bauklötzen und Klettergerüst auszurichten. Sie wollte noch etwas erleben, bevor sie die Verantwortung für eigene Kinder übernehmen würde. „Man muss die Feste feiern, wie sie fallen!“, war ihre Devise. Maria war jung und hübsch und selbstbewusst genug, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Darum fiel es ihr auch schwer, sich von Holger zu trennen und bei ihm auszuziehen. Viele gemeinsame Erinnerungen hingen ihr nach. Maria musste raus. Sie brauchte einen Tapetenwechsel! Da kam das Angebot ihres Arbeitgebers gerade recht, in eine andere Niederlassung zu wechseln. Maria packte ihre Sachen und zog in die Stadt, mit all ihren Verlockungen.

„Wie groß ist denn die Wohnung?“ wollte Kerstin wissen.

„Sechsundsechzig Quadratmeter plus Stellplatz.“

„Ist das nicht viel zu groß für dich alleine?“

„Wer sagt denn, dass ich hier ewig alleine bleiben will?“ antwortete Maria mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

„Und wieviel zahlst du dafür?“

„720 Euro kalt.“

„720 Euro für sechsundsechzig Quadratmeter Neubau? In der Stadt? Mit Stellplatz? Du bist echt ein Glückspilz! Wie hast du das denn hingekriegt?“

„Ich habe meinen Vermieter gevögelt.“

„Du hast was?“

„Naja, ich war halt bei der Wohnungsbesichtigung ein bisschen nett zu ihm…“

„Du hast mit deinem Vermieter geschlafen um den Mietpreis so weit zu drücken?“

„Einmal reichte nicht. Erst wollte er 850 Euro haben und Stellplatz extra. Bei der Besichtigung habe ich ihm gesagt, dass ich mich auch um die „Haushaltsnahen Dienstleistungen“ kümmern werde und habe ihm einen geblasen. Dann ging er runter auf 820.“

„Er ging um dreißig Euro runter?“

„Ja. Bei mir ging schließlich auch was runter. Sein Sperma schmeckte nicht unbedingt lecker…“

„Du hast…? Oh Gott… Sieht er wenigstens gut aus?“

„Ferdinand ist Ende fünfzig und Brillenträger.“

„Und wie ging es dann weiter? Was hast du angestellt, dass er nochmal einen Hunni nachgelassen hat? Da musstest du ihm doch etwas mehr bieten, als nur deinen Charm spielen zu lassen…“

„Wenn du es genau wissen willst…“

„Ja, das will ich! Details, bitte.“

„Dann koche ich uns jetzt erst einmal einen starken Kaffee, denn den habe ich auch bitter nötig, wenn ich mich daran zurückerinnern soll…“

Maria verschwand in die Küche und Kerstin sah sich weiterhin in Marias neuem Wohnzimmer um. Die Einrichtungsgegenstände kamen ihr alle vertraut vor, doch hier in der neuen Umgebung wirkte alles viel lockerer und leichter. Die Enge ist gewichen, die Farben der Wände sind heller und fröhlicher, alles wirkt offener. Kaffeeduft zog aus der Küche ins Wohnzimmer und Kerstin setzte sich auf das cremefarbene Ecksofa. Maria war zwar kein Kind von Traurigkeit, aber es erstaunte sie doch, dass sich Maria jetzt hemmungslos ihre persönliche Mietpreisbremse ervögelt hatte. Stürzte sie sich damit von Holger nicht gleich in die nächste Abhängigkeit von ihrem Vermieter? Sollte das jetzt auf ewig so weitergehen? Kerstin war ein wenig besorgt, denn sie befürchtete, dass Marias Vermieter sie dauerhaft ausnutzen könnte.

Maria brachte ein Tablett mit einer Kanne heißem, duftendem Kaffee, zwei Tassen und einem Teller mit Keksen herein.

„Total bequem, dein neues Ecksofa!“

„Und auch schon versaut. Wenn du das Kissen da in der Ecke wegnehmen würdest, könntest du die Flecken sehen.“

„Du meinst die Flecken als ihr…?“

„Ja, Ferdinand hat ein wenig gekleckert. Viel Milch, wie immer?“

Ohne abzuwarten schenkte Maria den Kaffee ein und goss reichlich Milch dazu. Sie selbst bevorzugte ein intensiveres Aroma.

„So heiß wie die Liebe eines Mädchens am ersten Tag, so süß wie ihre Küsse am dritten Tag und so schwarz wie die Flüche der Mutter, wenn sie davon erfährt… So muss mein Kaffee sein! Kerstin, ich sage dir. Den Kaffee habe ich mir wirklich verdient…“

„Jetzt erzähl schon! Wie ging es dann weiter?“

„Ferdinand ist eigentlich ganz in Ordnung. Er ist nicht unbedingt mein Typ, scheint aber genügend auf der hohen Kante zu haben. Drei Wohnungen hat er hier im Block gekauft; als Geldanlage. Sein Aussehen ist ziemlich bieder. Meist trägt er eine zu weit geschnittene Cordhose und einen altmodischen Pullover mit V-Ausschnitt über dem Hemd. Unten abgewetzte schwarze Lederschuhe und oben Mittelscheitel. Andauernd rückt er seine dicke Hornbrille auf seiner Nase zurecht, die ständig schief sitzt und seine wässrigen Augen noch viel mehr vergrößert. Er ist verheiratet und hat zwei große Kinder, die aber schon ausgezogen sind.“

„Was du mir da gerade schilderst hört sich aber nicht gerade erotisch an.“

„War es auch nicht unbedingt. Aber da ich Holger nicht mehr habe kam mir der Ersatz gerade recht. Wir hatten halt ein wenig Spaß zusammen. Außerdem hat Ferdinand gewisse Vorlieben…“

„Was denn für Vorlieben?“

„Er mag es halt, wenn man ihm zeigt wo es langgeht. Außerdem steht er auf Ärsche. Vor allem auf meinen!“

„Du meinst er hat dich in den…?“

„Er war artig und durfte das als Belohnung.“

„Habe ich das jetzt richtig verstanden? Du lässt hier die Herrin heraushängen und wenn der Kerl spurt, darf er dich in den Arsch ficken?“

„Seine Frau lässt ihn halt nicht ran. Wenn ich dadurch weniger Miete abdrücken muss... Das war ja nicht das erste Mal, dass ich das mache und du hast ja wohl auch schon ein paar Erfahrungen in dieser Beziehung gesammelt. Ich sage nur: Björn!“

„Jaja, von Zeit zu Zeit kann das ja mal ganz nett sein, wenn man an den richtigen Typen kommt aber ich habe den Schwanz schon lieber da, wo er normalerweise auch hingehört.“

„Ferdinand ist jetzt nicht unbedingt pervers oder so. Er steht halt auf junge Frauen mit knackigen Ärschen. Außerdem konnte ich bei ihm schon einmal ein wenig für meine Mutterrolle trainieren.“

„Willst du ihn etwa adoptieren, oder was?“

„Natürlich nicht! Aber ich habe ihm ein paar Aufgaben gegeben, die er erledigen sollte. Zum Beispiel mal seine Schuhe richtig zubinden. Und wenn er das nicht sorgfältig erledigt hatte wurde er halt bestraft…“

„Du lässt ihn deine hohen Stiefel lecken? Das tut dem alten Mann doch weh…“

„Soll es ja auch. Schließlich ist es für mich auch nicht gerade angenehm, wenn er mir seinen Pimmel in den Arsch schiebt.“

„Hat er reingespritzt?“

„Klar. Er war artig und hatte seine Hausaufgaben richtig gemacht.“

„Du hast ihn Hausaufgaben machen lassen?“

„Ich habe sie überwacht. Er sollte mir mal vorrechnen, wieviel eine sechsundsechzig Quadratmeter Neubauwohnung…“

„Inklusive Stellplatz...“

„…eine sechsundsechzig Quadratmeter Neubauwohnung inklusive Stellplatz bei einem Mietpreis von elf Euro pro Quadratmeter kostet.“

„Ich komme da aber auf 726 Euro.“

„Stimmt. Und dann habe ich ihn noch auf Zehner runden lassen.“

„Eine sechs wird aber auf 730 aufgerundet.“

„Bei dir vielleicht schon, bei mir aber nicht! Darum habe ich ihn dann auch bestraft.“

„Wie denn?“

„Facesitting. War geil.“

„Für ihn vermutlich weniger?“

„Ich habe schon darauf geachtet, dass er noch genügend Luft bekommt. Schließlich wollte ich seine Zunge möglichst lange da unten in Aktion spüren. Er war gar nicht schlecht.“

„Und dann hast du ihm vorgerechnet, dass deine zukünftige Monatsmiete 720 Euro beträgt.“

„Dieses Ergebnis hat er auch artig bestätigt und sofort in den Mietvertrag eingetragen…“

„Und dann hat er dich in den…“

„Silikongleitcreme war Pflicht. Außerdem hat er gut vorgedehnt. Zumindest hatte er seine Fingernägel kurz geschnitten und gefeilt auch wenn er sein Äußeres sonst etwas vernachlässigt.“

„Und ihr habt es hier auf dem Sofa getrieben?“

„Das war das erste Möbelstück hier in der Wohnung. Ferdinand hatte mir schon vorher den Wohnungsschlüssel übergeben. Am Tag als das Sofa geliefert wurde kam er mit dem Mietvertrag vorbei. Dann haben wir es gleich eingeweiht.“

„Und versaut.“

„Das war es wert. Ich lag hier in der Ecke und Ferdinand kniete auf dem Boden. Da er sehr ungezogen war musste ich ihm die Hände mit Handschellen auf dem Rücken fesseln. Dann spürten seine Ohren meine heißen Schenkel…“

„Hast du da vielleicht eine neue Vorliebe entdeckt?“

„Ich könnte mich daran gewöhnen. Noch Kaffee?“

„Gerne. Wer wohnt denn eigentlich nebenan?“

„Hmm… Das würdest du jetzt wohl allzu gerne wissen…“