Kapitel 1
“Vrrrr”, meldet sich mein Telefon im Unterricht aus meiner hinteren Hosentasche. Abgelenkt greife ich nach meinem Handy, um herauszufinden, wer mir geschrieben hat.
“Babe ❤ hat eine Nachricht gesendet”, zeigt mir der leuchtende Bildschirm an. Sofort bin ich aufgeregt. Was will mein Freund wohl von mir? Neugierig tippe ich auf die Nachricht, um sie zu öffnen.
“Komm heute Abend nach der Schule zu mir.“, lese ich sie durch. Glücklicherweise habe ich heute tatsächlich nichts vor.
“Okay :)“, tippe ich also eine Nachricht zurück.
Mit gerunzelter Stirn lese ich mir das Ganze erneut durch, klingt ja fast wie ein Befehl. Irritiert überlege ich. Komisch, sonst schreibt er nie so. Allerdings bekomme ich keine Zeit, dem weiter Beachtung zu schenken, da ich mich auf den Unterricht konzentrieren muss.
Endlich fertig, verabschiede ich mich von meinen Freunden und steige in den Zug. Aufgeregt mache ich mich auf den Weg zu Sean. Es ist schon ein paar Tage her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben, und ich freue mich, ihn wiederzusehen.
Ein angenehmes Kribbeln macht sich in meinem Bauch breit und ein Lächeln stiehlt sich auf mein Gesicht.
Entspannt nehme ich den Weg vom Bahnhof zu seiner Wohnung in Angriff. Natürlich darf Musik als Begleitung nicht fehlen. Fröhlich summe ich mit: “Oh, Oh. Oh, love me for right now. Bevor you leave me.” (Before You Leave Me- Alex Warren)
Angekommen drücke ich gespannt auf die Türklingel und warte, bis das bekannte Surren ertönt und ich die Haustür öffnen kann. Im dritten Stock angekommen, ist die Wohnungstür bereits offen, sodass ich eintreten kann und meine Schuhe ausziehe. In der Wohnung links um die Ecke stelle ich sie ordentlich in das Regal.
“Hi, Schatz!“, werde ich von meinem Freund begrüsst.
“Heyy!“, antworte ich, und sogleich schenkt er mir einen kurzen Kuss auf den Mund.
Wie ich seine sanften Lippen vermisst habe.
“Was ist der Anlass, dass du mich zu dir rufst?“, frage ich gleich neugierig. Seine Art, wie er den Text geschrieben hat, lässt mich einfach nicht los.
“Brauche ich einen bestimmten Grund, um meine Freundin sehen zu wollen?“, kontert er mit einer Gegenfrage und zieht seine Augenbrauen überlegend zusammen.
“Natürlich nicht.“, lächle ich versöhnlich.
“Aber du hast nicht ganz Unrecht...“, gibt er zu, bevor ich weiter überlegen kann. “Ich habe uns was Leckeres zu essen besorgt, ich hoffe, du bist hungrig!“, schaut er mich eindringlich an.
Natürlich bin ich hungrig, immer und das weiss er genau. Ich grinse ihn als Antwort bloss an.
“Gut, du musst dir das Essen aber erst verdienen...“, fängt er an.
Ich wusste, es hat einen Haken an der Sache! Gespannt warte ich, bis er weiterredet.
“Ich komm’ gleich zur Sache. Du hast eine Aufgabe.“, zwinkert er mir zu und greift links hinter sich nach etwas auf dem Esstisch. Die Hand belässt er hinter seinem Rücken, bevor er weiterredet. “Wir spielen nach denselben Regeln wie immer. Du musst mir jederzeit sagen, wenn was ist.“, schaut er mich eindringlich an.
Das muss er mir nicht jedes Mal sagen, verdrehe ich innerlich die Augen, aber bestätige es mit einem Nicken. Ist ja doch irgendwie süss.
“Ich möchte heute etwas mit dir versuchen, das wir auch schon besprochen haben.“, macht er eine Pause. Mit eindringlichem Blick verändert er seine Haltung. Stolz und selbstbewusst richtet er sich auf. “Du hast ab sofort meinen Befehlen Folge zu leisten. Ohne Widerworte, sonst wirst du bestraft!“, eröffnet er mir die Spielregeln in dominantem Ton.
Ich brauche einen Moment, um es auf mich wirken zu lassen. Ein Nicken meinerseits bestätigt, dass ich verstanden habe.
Sogleich holt er seine Hand hervor. In seiner offenen Hand präsentiert er ein mir nur allzu bekanntes Gerät. Auffordernd, mit einem Grinsen hält er mir das in pink und weiss gehaltene Gerät, mit der Form eines grossen Wassertropfens, hin.
“Ach, und das brauchst du auch.“, mit der anderen Hand hält er mir Gleitgel entgegen.
Viel Fantasie, um zu überlegen, was meine Aufgabe dabei ist, brauche ich nicht.
“Bevor du Essen kriegst, musst du den Vibrator installieren.“, erläutert er mir dennoch.
Ich will gerade einen Einspruch erheben, da unterbricht er meinen Atemzug.
“Keine Widerrede, schon vergessen? Du musst es dir verdienen!” Das Lächeln auf seinen Lippen erreicht seine braunen Augen nicht. Diese funkeln mich dominant an.
Hungrig gebe ich mich schliesslich geschlagen. Seufzend halte ich ihm meine offene Hand hin, als Zeichen, dass ich die Aufforderung annehme. Mit einem leeren Schlucken umschliesse ich den Vibrator mit meiner Hand. Unwissend, worauf ich mich damit einlasse, gehe ich geradeaus an ihm vorbei ins Badezimmer.
Seufzend entledige ich mich meiner Hose und Unterhose. Das Gleitgel verteile ich mit zwei Fingern auf dem Vibrator. Leicht in die Knie gebeugt, verteile ich das Gleitgel auf meiner Klitoris und streiche weiter nach unten zu meinem Eingang.
Bereits etwas angeturnt, lasse ich einen Finger hineingleiten. Sogleich nehme ich einen Zweiten dazu und verteile das Gel sanft. Zufrieden nehme ich den Vibrator zur Hand und drücke ihn gegen meine Öffnung.
Langsam lasse ich ihn hineingleiten. Mein Schliessmuskel saugt in förmlich hinein, was mich zufrieden aufseufzen lässt. Es ist irgendwie ein befriedigendes Gefühl. Ich drücke ihn noch etwas zurecht und vergewissere mich, dass die weisse Schlaufe sichtbar ist.
Die Überreste vom Gleitgel wische ich mit Toilettenpapier ab und werfe sie ins WC. Dabei fällt mein Blick auf einen kleinen Stapel.
“Anziehen!“, steht auf einem kleinen Notizzettel. Ich falte die Unterwäsche auseinander. Es ist ein passendes Set in Rot.
Wieder vollständig gekleidet gehe ich zurück zum Esstisch, wo er gerade aus der Küche schaut.
“Setz dich! Ich bringe das Essen.“, fordert er mich sogleich auf und verschwindet wieder hinter der Tür.
Nickend nehme ich Platz, auch wenn er das bereits nicht mehr sieht. Mein Blick gleitet über die angerichteten Blumen auf dem Tisch. Sie geben einen sanften, süsslichen Duft ab. Er hat bereits fertig aufgedeckt.
Verwirrt frage ich mich, warum ich kein Besteck entdecken kann. Nicht weiter darüber nachdenkend, setze ich das Glas an meinen Mund. Durstig nehme ich einen Schluck und beobachte, wie er aus der Küche kommt.
Erschreckt durch die plötzliche Vibration verschlucke ich mich. Damit habe ich jetzt echt nicht gerechnet.
Grinsend beobachtet er mich und hat eine Hand in der Hosentasche. Dort muss die Fernbedienung sein.
Hustend versuche ich, das Wasser aus meiner Luftröhre zu kriegen.
“Sorry.“, entschuldigt er sich grinsend.
Genervt funkel’ ich ihn an und verdrehe die Augen. Wenn er es eh nicht ernst meint, kann er es auch ganz lassen mit der Entschuldigung. Trotzdem gleiten meine Augen sofort über den mitgebrachten Teller.
“Sushi!“, freue ich mich laut und schenke ihm ein strahlendes Lächeln. Jetzt macht auch das fehlende Besteck Sinn. Ich greife nach den hölzernen Essstäbchen, die darauf bereitliegen und lasse die schwarzen übrig. Ich weiss, dass er die Schwarzen lieber hat.
Sofort schnappe ich mir ein Stück mit Avocado und schiebe es mir genüsslich in den Mund, während er noch eine kleine Schale mit Sojasauce füllt.
In der Zwischenzeit hat er sich ebenfalls gesetzt und sich mit den anderen Essstäbchen bewaffnet.
Bereits völlig vergessen, dass ich noch immer den Vibrator trage, mache ich mich über das Essen her. Er hat sogar daran gedacht, dass es Maki mit eingelegtem Rettich und California Rolls gibt.
Sehr aufmerksam von ihm, dass er sich gemerkt hat, welche ich am liebsten mag. Glücklich stiehlt sich ein Lächeln auf mein Gesicht. Ich starte ein Gespräch, indem ich ihm von meinem Tag erzähle und im Gegenzug auch nach seinem frage.
“Ist Fabian eigentlich nicht da?“, frage ich neugierig. Denn sonst ist er immer zu Hause.
Mein Freund schüttelt den Kopf als Antwort. “Der hat mir gesagt, dass er spontan zu seinen Eltern geht und erst morgen wieder kommt.”
“Oh, das heisst, wir haben sturmfrei.“, gebe ich unbeschwert einen Kommentar dazu ab und rede weiter. Allerdings entgeht mir dabei das dunkle Glitzern in seinen Augen.