Demon´S Sweet Dreams by Joy at Inkitt
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Demon´s sweet Dreams

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Summary

Wenn sich die Abgründe deiner Seele offenbaren... Wenn du nicht mehr du selbst bist... Wenn alles, woran du noch glaubst, ins Nichts versinkt... Wenn du plötzlich Angst vor dir selbst hast... Dann weißt du, etwas ist in dir erwacht! Eigentlich hätte es noch ewig so weitergehen können, den Alltag verteufeln, ein wenig Spaß hier und da und einfach das Leben genießen. Aber es kommt ja selten wie geplant, so bringt einziger Überfall nicht nur Gwendolyn Riedels Leben, sondern auch ihr gesamtes Weltbild durcheinander. Plötzlich wird etwas aus ihr hervorbrechen, Besitz von ihr ergreifen, etwas, das schon lange in ihr lauert und nur darauf gewartet hat, sich zu zeigen. Auf einem Kreuzzug durch das Land tilgen der attraktive Theo und sie Unrecht vom Antlitz der Welt und versuchen so das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkel zu wahren. Doch der Kampf zwischen Gut und Böse infiziert auch Gwendolyn, nimmt sie ein, lässt die Abgründe ihrer Seele noch größer werden, so groß, dass sie zu zerspringen droht. Wird es ihnen gelingen, Gwendolyns Seele zu retten?

Genre
Fantasy/Romance
Author
Joy
Status
Ongoing
Chapters
2
Rating
n/a
Age Rating
18+

Kapitel I

„Noch zehn Minuten, dann kannst du Feierabend machen”, sagte meine Kollegin Inezu mir und ich atmete erleichtert auf. Zehn Minuten noch nett lächeln und freundlich sein und dann könnte ich endlich diese aufgesetzte Dauer-Gute-Laune von meinem Gesicht waschen.

Ein letztes Mal drehte ich die altbekannte Runde um meine Tische, fragte die verbleibenden Gäste noch ein letztes Mal, ob alles in Ordnung sei und ob es noch etwas sein dürfe, bevor ich nach unten in den Personalraum ging und meine Schürze mit einem wohligen Seufzen von den Hüften zog.

Erleichtert ließ ich mich auf den Schreibtischstuhl in dem stickigen kleinen Kellerraum sinken, der für das Personal zum Umziehen und Abrechnungen schreiben vorgesehen war. Die weiß verputzten Wände wirkten grell im Licht der nackten Glühbirne, ein unschöner Kontrast nach dem warmen Dämmerlicht im Café oben, in dem ich jobbte.

Der Staub und die Spinnweben in den Ecken zeigten mir, dass seit unser letzten Grundreinigung hier unten schon wieder Monate ins Land gegangen waren. Wie schnell die Zeit doch vergeht, wunderte ich mich. Mir kam es vor, als hätte ich erst gestern auf der Leiter gestanden. Ungeduldig fuhr ich mir durch das Gesicht und genoss die willkommene Ruhe nach dem hektischen Treiben oben. Nur noch kurz die Abrechnung fertig machen und dann könnte ich endlich hier verschwinden. Ich zählte das Geld in meinem Kellnerportemonnaie, legte die Einnahmen laut meines Schichtzettels beiseite und betrachtete die Scheine, die noch vor mir lagen. Heute war ein guter Tag gewesen. Abzüglich meines Wechselgelds hatte ich fast dreißig Euro Trinkgeld gemacht. Wenigstens eine kleine, materielle Entschädigung, die der Stress meines Jobs mit sich brachte. Nun fiel es mir dann doch nicht mehr allzu schwer, den Laden mit einem leisen Schmunzeln zu verlassen, nachdem ich mich mich von meinen Kolleginnen verabschiedet hatte.

Mit einem tiefen Atemzug sog ich die frische Nachmittagsluft in meine Lungen und schwang mich auf mein Fahrrad. Es roch nach Sommerregen und der Wind kühlte mir mein erhitztes Gesicht. Es war praktisch, so nah an der Arbeit zu wohnen, sodass ich bereits nach wenigen Minuten durch die vertraute Pforte trat. Ein kurzer Blick in den Briefkasten zeigte mir, dass außer Werbung nichts auf mich wartete. Die kleine Ein-Zimmer-Wohnung im Dachgeschoss eines Altbaus, die ich zur Miete bewohnte, lag beinahe direkt in der Lüneburger Innenstadt, mit Blick auf die Gärten meiner Nachbarn. Kein Loft, eher der Versuch, ein versifftes Apartment zu horrenden Preisen an den nächsten Dummen loszuwerden, doch mir gefiel es hier. Ich hatte mein Leben selbst in der Hand, war endlich unabhängig und konnte all das tun, was ich wollte. Nach einem neuen Anstrich der Wände, der der vergilbten Tapete zu neuem Glanz verholfen hatte, und einem hochflorigen Teppich, der den Großteil des fleckigen alten Holzbodens verdeckte, war es hier sogar relativ wohnlich geworden. Ich fühlte mich hier wohl, auch wenn ich mich erst daran gewöhnen musste, dass ich praktisch in meiner Küche schlief, die gleichzeitig Wohn- und Arbeitszimmer war. Doch bevor ich mich auf meinen Zweisitzer legen konnte, checkte ich erst einmal auf der Toilette, was ich alles während meiner Arbeitszeit verpasst hatte. Zwei verpasste Anrufe und vier neue Nachrichten in zwei Chats, zeigte mir das Display meines Smartphones an. Mein Freund mit gewissen Vorzügen, Dennis, hatte angerufen und fragte, wann ich Feierabend hätte und ob er vorbeikommen könne. Nach kurzem Überlegen sagte ich zu und tippte, dass er in einer halben Stunden vorbeikommen könne. Gegessen hatte ich auf der Arbeit, also müsste ich nur schnell duschen gehen und etwas Klarschiff machen.

Die vierte Nachricht war ein belangloses „Hey” von einem gewissen Nick, mit dem ich ebenfalls gelegentlich schlief. Der wollte wahrscheinlich genau das, nur war mir nach einem so stressigen Tag wie heute eher nach dem zärtlichen, sanften Dennis, als nach Nick, dem Grobian. Also ignorierte ich seine Nachricht und schob den Duschvorhang beiseite, nachdem ich die nach Kaffee und Kuchen stinkenden Klamotten achtlos auf den Boden geworfen hatte.

Das heiße Wasser war eine Wohltat für meine verspannten Muskeln und ich drehte die Temperatur noch weiter auf, bis es mich fast verbrannte. Mit routinierten, schnellen Bewegungen seifte ich meinen Körper ein, rasierte mich und blieb noch einen Augenblick länger als nötig unter dem warmen Strahl stehen. Die Wasserperlen beobachtend, die meinen Körper hinabliefen und in die Duschwanne tropften, versuchte ich mich zu erden und den Stress mit dem Wasser von mir abzuwaschen. Es war nur ein Tag wie jeder andere, sagte ich mir und ließ meinen Nacken kreisen. Du musst das nicht ewig machen und du verdienst gutes Geld dabei, also jaule nicht rum und freu dich lieber, dass du gleich Besuch bekommst! Meiner inneren Stimme Recht gebend, machte ich das Wasser aus, trat aus der Dusche und trocknete mich ab. Ein Blick auf mein Handy sagte mir, dass ich nur noch sieben Minuten Zeit hatte, bis Dennis hier auftauchen würde und bis dahin wollte ich noch Zähne geputzt und mir etwas angezogen haben. Meine Haare und das Make-Up von der Arbeit ließ ich einfach so, ich wollte ihn ja nicht beeindrucken oder musste noch mit Oberflächlichkeiten werben, um ihn ins Bett zu bekommen.

Dennis und ich hatten uns vor ein paar Monaten über eine Hausparty kennengelernt und hatten ein bisschen was getrunken, Nummern ausgetauscht und uns dann spontan nochmal zu einem ‘Netflix and Chill’-Abend getroffen. Wir hatten allerdings nicht einmal eine ganze Folge geschafft, bevor wir irgendwie miteinander rumgemacht und eins zum anderen kam. Seither treffen wir uns immer mal wieder, meistens nur um abzuhängen, gemeinsam am See zu chillen oder einfach um bei einem Gläschen Wein zu reden, doch am Ende lief es trotz all der zunächst platonischen Vorsätze immer auf das Eine hinaus. Nicht, dass ich damit ein Problem gehabt hätte. So wie auch heute.

Zwar hatte ich gerade noch keine Lust auf Bettsport, doch das würde sich sehr schnell ändern, sobald er zur Tür reinkommen und wir uns auf mein kleines Sofa setzen würden. Wir verstanden uns auch menschlich sehr gut, nicht nur im Bett. So kam es auch, dass ich in ihm nicht nur den Sex sondern auch, trotz der Tatsache, dass wir uns verhältnismäßig kurz kannten, einen Freund sah. Ich spuckte die Zahnpastareste ins Waschbecken und zog mir eine Leggins und ein loses Tanktop über. Da klingelte es auch schon und ich betätigte den Türöffner.

Dennis brauchte einen Moment, um bis in die Dachgeschosswohnung hinaufzugelangen und ich begrüßte seine keuchende Erscheinung mit einem breiten Lächeln und einer herzlichen Umarmung.

„Du hast Bier mitgebracht!“, grinste ich statt eines Hallos und er lachte.

„Ja, na klar, dachte mir, du hast bestimmt nichts da”, bestätigte er und drückte mir das Sixpack Astra gewinnend in die Hände. Er setzte sich schnurstracks auf meine Couch und ich gesellte mich zu ihm, mit einem Flaschenöffner in der Hand. Bei einem netten Feierabendbier, mit dem ich wirklich nicht gerechnet hatte, erzählte er mir von seinen Sorgen mit einem Mädchen, das er toll fand und welches er gerne nach einem Date fragen wollte. Ich versuchte mein Möglichstes ihm in dem Bereich Tipps zu geben, doch leider konnte ich zu der ganzen Dating- und Beziehungskiste nicht wirklich viel beitragen. Viel Erfahrung hatte ich mit romantischen Beziehungen, die über Körperlichkeiten hinausgingen, hatte ich nämlich nicht. Oberflächlich betrachtet störte mich das auch nicht, aber ein Teil von mir wollte sich schon gerne einmal so richtig verlieben und all den ganzen Kitsch genießen, von dem ich immer las.

„Und bei dir?“, fragte er mich plötzlich unvermittelt und riss mich aus meinen Gedanken. Hatte er gemerkt, dass mein gelegentlich „Hmmm”, „Aha” und „Wirklich?” gar nicht richtig meiner Aufmerksamkeit entsprachen, sondern zum Ende hin eher reiner Höflichkeit?

„Nichts weiter... Wie immer”, wich ich aus.

„Ach, komm schon, Gwendolyn, gibt es denn keine Person, die dir schlaflose Nächte bereitet?” Er drehte mein Kinn so, dass ich ihn ansehen musste.

„Nein”, seufzte ich, doch auch nach kurzer Bedenkzeit hatte sich kein Gesicht vor mein inneres Auge geschoben. Nur die zahlreichen Sexualpartner, die sich über die Jahre angesammelt hatten, von denen allerdings niemand je wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte.

„Eine Schande, bei deinem schönen Gesicht. Vielleicht kann ich ja zumindest für den Moment der sein, der dich glücklich macht”, murmelte er, streichelte meine Wange und zog mich an seine Brust. Sein langsamer, stetiger Herzschlag und das Auf und Ab seines Atems hatten eine beruhigende Wirkung und ich genoss seine Zuneigung, wenn sie auch einer verdrehten Mischung aus Freundschaft und Leidenschaft entsprang. Nach einigen Minuten des entspannten Schweigens begann er kleine Küsse von meinem Haaransatz bis zu meinem Mund zu hinterlassen, bis ich mich überwand und seinen Kuss erwiderte. Viel lieber hätte ich es heute beim Kuscheln belassen, doch der Gedanke an mein leeres Bett behagte mir noch weniger, als eine halbe Stunde so zu tun, als würde es mir wirklich gefallen. Mit einem Seufzen, das ich schnell als Stöhnen tarnte, öffnete ich meinen Mund und ließ zu, dass seine Zunge die meine berührte. Sein Mund fühlte sich warm und vertraut an an meinem, seine Hände schoben sich mit sanftem Druck unter mein Top und an meinem Rücken hinab bis zu meinem Hintern.

„Du bist so heiß, weißt du das?“, stöhnte er, als sich seine Hände um meinen Allerwertesten legten.

„Halt die Klappe!“, lachte ich gegen seine Lippen, freute mich aber über das Kompliment und ließ auch den Rest geschehen.

*

„Wir konnten die Finger schon wieder nicht voneinander lassen”, lachte ich halb auf ihm liegend und mit seinem Brusthaar spielend, nachdem er zum Abschluss gekommen war.

„Ja, das stimmt”, brummte er lächelnd. Er zog verschmitzt einen Mundwinkel hoch und betrachtete wohlwollend meine Kurven. „Wie könnte ich dich denn jemals nicht berühren, wenn du so enge Leggins trägst?” Geschmeichelt boxte ich ihn gegen den Arm und gab ihm gleichzeitig entschuldigend einen Kuss auf die Wange.

„Wolltest du nicht eigentlich los?“, fragte ich mit Blick auf die Uhr an seinem Handgelenk. Es war bereits 22 Uhr und er war noch verabredet.

„Achja!” Er schlug sich vor die Stirn und sprang so schnell auf, dass er mich fast vom Sofa warf.

„Hey!“, empörte ich mich gespielt und warf ihm einen vernichtenden Blick zu. Er lachte bloß und stieg ungelenk in seine Jeans. „Sicher, dass du schon gehen willst?“, fragte ich durch halb geschlossene Lider und räkelte mich sexy auf der Couch. Es verlockte mich jedes Mal aufs Neue, jemanden zu verführen und das Begehren auf ihren Gesichtern zu sehen. Dieses Mal funktionierte es leider nicht ganz. Er seufzte bloß und gab mir einen Kuss auf die Stirn.

„Leider geht es heute Abend nicht anders. Ich werde Aline treffen und du weißt, dass ich es endlich schaffen muss, ihr mal vernünftig gegenüber zu treten. Sie kennt mich doch nur als komplett besoffenen Vollhorst.” Er verdrehte die Augen, als ich lachend etwas Bestätigendes murmelte.

„Dann viel Spaß. Schnapp sie dir, Tiger!“, ermutigte ich ihn spöttisch. Er schüttelte amüsiert den Kopf, während er sich von mir verabschiedete und sich selbst hinausließ.

Sobald Dennis weg war, begab ich mich seufzend ins Bad und betrachtete mein müdes Gesicht im Spiegel. Ich hatte Schatten unter meinen grünen Augen, meine Lippen waren gerötet und geschwollen von dem Schäferstündchen und meine Haare hingen verknotet über meine Schultern. Die blonden Wellen würden wieder ewig brauchen, bis sie wieder glatt und schön meine Reize umspielen würden.

Auf Autopilot stellte ich wieder die viel zu kleine Dusche in dem viel zu engen Badezimmer an und ließ erneut das heiße Wasser meine verspannten Muskeln entspannen und Dennis von meinem Körper waschen.

Danach fiel ich tot ins Bett, jedoch wurde ich schon nach wenigen Minuten durch den nervigen Piepton einer eingehenden WhatsApp-Nachricht geweckt.

Können wir uns morgen sehen?′, schrieb mir Nick, der Kerl, der mir vorhin schon geschrieben hatte, und setzte noch einen zweideutigen Smiley hinterher. Ich leckte mir die Lippen. Auch, wenn er mich gerade geweckt hatte, so erfüllte mich die Vorstellung, ihn morgen zu sehen doch mit Lust. So brav und zärtlich es mit Dennis zuging, so ungehemmt und hart gestalteten sich die Stunden mit Nick.

Wir hatten uns vor ein paar Wochen im Fitnessstudio kennengelernt und hatten schnell gemerkt, dass sich unsere Vorlieben wunderbar ergänzten. Seither hatten wir uns ein paar Mal auch privat getroffen und das Ende war immer sehr... speziell gewesen.

Die Erinnerung an unser letztes Treffen erregte mich sofort. Ich wollte natürlich nicht zu verzweifelt oder sehnsüchtig wirken, also schrieb ich nur ein‚Mal gucken, muss arbeiten, vielleicht danach’zurück. In freudiger Erwartung biss ich mir auf die Unterlippe und ließ meine Finger unter die Bettdecke gleiten.

*

Am nächsten Morgen wurde ich nur sehr ungern von dem nervtötenden Gebimmel meines Weckers geweckt. So schön war doch der Ausflug ins Traumland gewesen, wenn auch zu kurz, sodass ich mich kurzerhand dazu entschloss noch einmal auf Snooze zu drücken.

Das Spiel wiederholte ich noch drei weitere Male, bevor ich meinen Hintern aus dem Bett bewegte. Nach einer kurzen Katzenwäsche und einem leichten MakeUp im Gesicht fühlte ich mich dann dem Tag doch gewachsen und machte mich auf den Weg zur Arbeit. Und täglich grüßt das Murmeltier, dachte ich kopfschüttelnd, als ich mich auf mein Fahrrad schwang und durch die Straßen der Lüneburger Innenstadt radelte.

Mein einziger Lichtblick war der Gedanke an meinen bevorstehenden Feierabend und dem damit verknüpften Wiedersehen mit Nick. An diesem Tag war es relativ ruhig, was einerseits gut war, andererseits aber auch die Zeit wie zähes Kaugummi vergehen ließ. Als meine Schicht vorbei war, konnte ich es kaum erwarten, nach Hause unter die Dusche zu springen.

So gründlich ich konnte, rasierte ich mich, da ich wusste, wie ungern Nick Stoppeln unter seinen groben Händen spürte. Für ihn war gerade einmal das Beste gut genug und er ließ einen oft genug spüren, wie überlegen er sich allen anderen gegenüber fühlte. Das war mitunter etwas störend, wenn man sich mit ihm unterhielt; er war zwar ein passabler Kumpel, der gern bereit war, den einen oder anderen Gefallen zu erfüllen oder einen einzuladen, jedoch hatte man immer das Gefühl, unter seinem berechnenden Blick einzugehen.

Heute freute ich mich jedoch auf seine dominante Art, gerade nachdem ich so oft mit Dennis und anderen geschlafen hatte, die meiner Leidenschaft eher wenig entgegenzusetzen hatten. Ja, vielleicht war ich sexsüchtig, ich gab es sogar offen zu, doch ich fühlte mich wohl in meinem Körper und bei den Dingen, die ich damit anstellte und machen ließ. Dass ich das alles nur tat, weil ich Angst davor hatte, allein einzuschlafen und irgendwann eine verrückte Katzenlady zu werden, verdrängte ich wie ein Profi. Mit 25 noch single zu sein und zu kellnern, während meine Schulfreunde schon verheiratet waren und Karriere machten, war leider ein wunder Punkt für mich.

Nach zwanzig Minuten Fahrt stand ich endlich vor seiner Haustür und klingelte. Er wohnte in einer Reihenhaussiedlung im dritten Stock, am anderen Ende der Stadt. Es dauerte einen Moment, bis er die Haustür öffnete und dann nochmal, bis ich bei seiner Tür angekommen war. Wir begrüßten uns mit einer Umarmung, setzten uns auf sein Sofa und tauschten zunächst einige Belanglosigkeiten aus. Wie der jeweilige Tag gewesen sei, wie es einem ginge, solche Dinge. Nick war ein kleiner Mann, gerade einmal 1,70m, jedoch ein Muskelpaket und so hoch wie breit.

Je länger wir redeten, desto ungeduldiger wurde ich. Ich war nicht hier, um mit ihm zu reden. Dafür war er mir leider nicht sympathisch genug. Ficken, das konnte er, aber bei den meisten anderen Dingen schwammen wir nicht auf einer Wellenlänge. Die Dominanz, die ich im Bett so sehr an ihm schätzte, grenzte in allen anderen Lebensbereichen für meinen Geschmack zu sehr an Arroganz und Überheblichkeit, zudem machte er ehrlich gesagt auch keinen besonders intelligenten Eindruck, auch wenn er sich selbst für den Größten hielt. Er konnte ein wahrer Gentleman sein – sofern er wollte – genau wie er nett sein konnte – wenn er denn wollte. Jedoch war das nur sein Bestreben, wenn er auch romantisch an einer Frau interessiert war. Da das bei mir nicht der Fall war, ließ er sich doch recht schnell anmerken, wenn ihn meine Geschichten langweilten. Meistens, so wie auch heute, äußerte es sich darin, dass er einfach mitten im Gespräch meine Hand in seinen Schritt legte und von mir erwartete, dass ich ihn durch seine Hose erregte.

Ich hatte zwar genau auf diesen Moment gewartet, jedoch brachte es mich jedes mal wieder in Verlegenheit und verunsicherte mich. Normalerweise küsste man sich zuerst oder kuschelte miteinander, bevor man den anderen in die Nähe seiner Genitalien lässt, so allerdings nicht Nick. Er wollte nur das Eine von mir und nichts anderes. Die anfängliche Unsicherheit legte sich dann aber schnell und seine harte Hand ließ mich vergessen, wie einsam ich mich doch fühlte. Vergessen, dass ich mich nirgends zugehörig fühlte und vergessen, wie viel mehr ich mir doch von meinem Leben wünschte.



Chapters
1. Kapitel I
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