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Flying into the future

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Summary

1 Jahr Ausland - 1 Jahr weg von zuhause - 1 Jahr Abenteuer - 1 Jahr beim ASV Für Svea ändert sich alles - ihr Zuhause, ihr Job, ihr Sport und vor allem die Jungs!

Status
1yr ago
Chapters
26
Rating
5.0 (1 review)
Age Rating
16+

Neuanfang

Ja, so fühlte sich Freiheit an, so und nicht anders. Der laue Frühlingswind rauschte mir um den Kopf und blies all meine Gedanken weg, weit weit weg. Und ich blieb übrig – mit einem Lächeln im Gesicht.

Als ich zum Hof zurückkehrte und mein schnaubendes Pony lobte, liebte ich das Leben, genauso wie es war und ich fühlte mich glückselig und leicht. Doch das war nicht immer so. Kaum war ich im Alltag zurück waren meine Gedanken wieder da. Zukunftsängste, Verwirrungen, die Angst vorm Alleinsein und meine Träume, immer wieder meine Träume, die ja doch großteils so unrealistisch waren.

Eine Stunde später fuhr ich über die Landstraße nach Hause und kaum war ich die Tür hereingekommen, hatte mein Leben mich wieder. Schreierei, Chaos und ganz viel Liebe – meine Familie.

Aber heute sollte alles anders sein – im Esszimmer angekommen fand ich einen Brief. An mich adressiert. Vom ASV – österreichischer Skiverband. Wow, wow, wow!!! Schnell nahm ich ihn an mich und verdrückte mich in mein Zimmer, denn niemand wusste von meinem Traum, von meiner Bewerbung und es würde ja sowieso eine Absage sein. Da war ich mir eigentlich sicher, ich wollte nur nichts unversucht lassen auf dem Weg ins Glück.

Ich las und las und las… und meine Augen wurden immer größer und ich las noch einmal um zu begreifen was ich doch schwarz auf weiß vor mir hatte. Eine Zusage! 1 Jahr ASV, passabel bezahlt und meinem Traum ziemlich nahe. Persönliche Trainerassistentin und bei Bedarf Mitarbeit in der Presseabteilung. Ich war hin und weg. Zwischen Weinen und Schreien, als meine Mum rein kam und mich verwirrt ansah.

„Was ist denn mit dir? Ich dachte du wärst noch bei Alskjoni?! Und was war das für ein Brief?“ Ich konnte nicht antworten, ich war schockiert, aber glücklich. So hielt ich ihr den Brief nur hin, damit sie selber lesen konnte. In der Zeit wo Mum las ging mir alles durch den Kopf, von himmelhochjauzend bis zutodebetrübt.

Dann ließ sie das Blatt sinken und sah mich fragend an. Ich musste ihr was erklären. „Ja Mum, mmh, ich dachte ja sowieso, dass das nichts gibt. Deshalb hab ich’s auch nicht erwähnt. Ich dachte ja eigentlich, dass die gar nicht antworten. Ich meine was wollen die eigentlich mit mir. Ich kann nicht mal wirklich gut Skifahren und ach keine Ahnung. Ich weiß gerade auch selber nicht was ich denken, fühlen, machen soll. Ach ka!“ Als Mum merkte, dass ich wirklich verwirrt war und gerade kurz vor dem Gefühlszusammenbruch, nahm sie mich in den Arm und murmelte: „Wird schon alles gut. Wenn das dein Traum ist, dann kriegen wir das hin. Auch mit Alskjoni. Ich weiß ja, dass er dein größtes Problem ist bei der Entscheidung wegzugehen. Aber solch eine Chance. Die ist unglaublich. Du wärst ein Idiot, wenn du das nicht annehmen würdest.“

So kam es, dass ich 4 Tage später das letzte Mal mit dem Kleinen durchs Gelände galoppierte und töltete und die deutsche Frühjahrssonne genoss. Denn keine 5 Stunden später saß ich schon in Frankfurt am Flughafen. Auf mich gestellt, alleine und tierisch nervös. Ein Bild von Alskjoni in der Hand flog ich gen Innsbruck, wo mich mein neues Leben fürs erste Erwarten sollte.

Loszulassen ist immer schwer. Denn beim Loslassen stirbt man kleine Tode, doch nur wer loslässt, kann auch Neues dazu gewinnen. Ich musste loslassen. Doch trotzdem liefen mir die Tränen, als ich daran zurück dachte, wie ich mich umgedreht und den Paddock verlassen hatte, in dem Wissen, dass ich so schnell nicht mehr zurückkehren würde, obwohl er der Meinung war ich würde nur für eine Nacht gehen, wie immer. – Morgen würde er vergeblich warten, genau wie übermorgen und den Tag darauf. Es würde hart werden. Aber irgendwann würde er verstehen, dass ich ihn im Stich gelassen hatte und nicht mehr für ihn da war.

Der Flug ging wahnsinnig schnell vorbei. Schon knappe 1, 5 Stunden nach dem Einchecken stand ich vor dem Innsbrucker Flughafen und suchte mir ein Taxi. Aufregend solch fremde Luft zu schnuppern, obwohl Österreich ja nun wirklich nicht die Welt war. Immerhin sprechen sie „fast“ die gleiche Sprache wie ich!

Zuerst ging’s mit dem Taxi ein gutes Stückchen durch Innsbruck, ich war ja schon einmal da gewesen, am Bergisel, aber ich hätte nicht gedacht, dass es doch so groß ist. Und da war ich: Olympiastraße 10. Angekommen. Ich war wahnsinnig aufgeregt und völlig überfordert mit meinem ganzen Gepäck. Wieso besaßen Frauen eigentlich immer viel zu viel von dem sie sich niemals trennen konnten?

Eine halbe Stunde später war ich im Sekretariat gewesen hatte einige Unterlagen und eine Hotelkarte bekommen. Mein Gespräch würde erst morgen stattfinden, sodass ich mich nun auf den Weg ins Hotel machte. Dort verbrachte ich den kompletten Tag, auspacken tat ich zwar nicht, da ich wohl nicht lange hier bleiben würde, aber es war schon spätnachmittags und ich war einfach zu müde. So schlief ich ziemlich früh ein.

Am nächsten Morgen weckte mich ein Anruf meiner Mum, die stinksauer war, dass ich gestern vergessen hatte mich bei ihr zu melden. Ich konnte mich tausend Mal entschuldigen, sie meckerte weiter und ich fühlte mich beinahe wieder wie zuhause.

Es war Mitte April und als ich aus dem Hotel trat musste ich meine Jacke enger an mich ziehen, denn hier war es nicht schon so frühsommerlich warm wie bei uns zuhause. Trotzdem musste ich blinzeln um gegen die Sonne ankommen zu können und so entschied ich mich zu Fuß zum Zentrum zu laufen um ein wenig mehr von Innsbruck zu sehen. Ca. 20 Minuten später erreichte ich mein Ziel und ich war wirklich gespannt auf mein Gespräch mit dem Vizepräsidenten des ASV Franz Baumeister.

Er war sehr freundlich gewesen und doch war ich etwas enttäuscht. Ausgerechnet Abteilung Ski Alpin. Warum bloß? Ich war wirklich Wintersport begeistert, aber Ski Alpin war, obwohl es die einzige Disziplin war in der ich selbst „Erfahrung“ hatte, wirklich nicht mein Ding. Biathlon, Kombination oder natürlich Skispringen. Das wär’s gewesen. Vielleicht auch noch Bob oder Rodel. Aber Ski Alpin? Weiß der Teufel warum. Nun war ich also Markus Bruckmeier zugeteilt, der zufällig vor Ort war und mich einweisen sollte.

Nach einer weiteren halben Stunde war alles geklärt. Es war wie gesagt Mitte April, eine denkbar ungünstige Zeit im Wintersport. Denn was passierte Mitte April? Ja genau, gar nichts. Und so würde ich die nächsten Wochen mit Archivarbeit verbringen. Diese konnte problemlos von Innsbruck aus gemacht werden und so konnte ich auch in meinem Hotel bleiben, das ja sowieso der ASV bezahlte. Soweit,so gut. Markus entpuppte sich als echt netter, doch nach nur 2 Tagen gemeinsamer Arbeit verabschiedete auch er sich in den wohlverdienten Urlaub nach Hawaii. Es war ja auch wirklich eine harte und lange Saison gewesen. Und ich blieb zurück. Allein mit mir selbst, meinen Wünschen, meinen Erinnerungen und dem Archiv.

Sechs Wochen war ich nun schon in Innsbruck und ich muss zugeben ich war ziemlich einsam. Und alles in allem fing ich an zu bereuen, dass ich gegangen war. Abends weinte ich oft, weil ich Alskjoni so sehr vermisste und mich damit anfreunden musste, dass er mich sicher nicht mehr so liebte wie vorher, falls ich zurückginge, denn ich hatte ihn verlassen. Auch meine Familie und meine Freunde fehlten mir und doch wusste ich, dass sie mich wieder aufnehmen würden. In manchen Momenten überlegte ich wirklich meine Sachen zu packen, gerade abends war’s schrecklich einsam und langweilig im Hotel. Aber ich wollte meine Träume noch nicht aufgeben und ich wollte auch nicht heulend nach Hause zurückkehren, sondern einmal auf eigenen Beinen stehen und durchhalten. Also atmete ich jedes Mal tief durch, sagte mir immer wieder, dass es schon noch besser werden würde und wischte mir die Tränen weg.

Nach weiteren Tagen schrieben wir den 02.Juni und ich gammelte mal wieder im Archiv, indem man wohl noch 100 Jahre hätte verbringen können ohne alles gesehen geschweige denn geordnet zu haben, da kam Angelika Breitenwang zu mir in den Keller, die ebenfalls zu den Vizepräsidenten des ASVs gehört, und sagte mir, dass meine Zeit im Archiv zu Ende gehen würde. Ich konnte mein Glück kaum fassen und war arg gespannt, was nun auf mich zu kommen würde. Doch Angelika gab mir nur einige Unterlagen und meine neue Adresse, an der ich morgen im nächsten Hotel einchecken sollte.

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Good Writing

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