Prolog

Sie hatten sich um seinen Körper versammelt. Wie stummen Zeugen eins Unheils. Er war einer von ihnen. Manche waren kreidebleich. Auf anderen Gesichtern lag ein Ausdruck purer Fassungslosigkeit. In einigen Augen schimmerte Angst und auf anderen schien sich ein unausgesprochenes Fragezeichen abzuzeichnen. Stille. Niemand wagte es, die Wahrheit auszusprechen. Wer hat es getan? Wer hat ihn umgebracht? Und vor allem war es einer von Ihnen? War es das wert?

Vor zehn Jahren war alles anders gewesen. Damals hätten sie die Gesichter, die jetzt so starr auf ihn blickten, nicht einmal wiedererkannt. Sie waren fremde, unbedeutende Silhouetten in einer Masse. Doch dann geschah etwas, das ihre Leben für immer miteinander verflocht – wie ein Schicksalsschlag, als hätten die Moiren ihre Finger in die Fäden ihres Lebens gelegt.
Vor zehn Jahren hatten sich genau diese zweiundzwanzig Männer zum ersten Mal getroffen – auf einer Pride-Party, die beinahe in einer Katastrophe endete. Die Party war in vollem Gange, als plötzlich Waffenschüsse durch den Club hallten. Innerhalb von Sekunden war die heitere Stimmung in Chaos und Panik umgeschlagen. Die Männer hatten sich in einen kleinen Raum geflüchtet, die Tür verbarrikadiert. Ihre Herzen schlugen wie Trommeln. Eingepfercht immer noch in dem Raum, wagte niemand, laut zu atmen. Es war der Beginn von etwas, das sie veränderte. Die Schreie draußen verklangen, und nur das Dröhnen der Sirenen hallte noch nach, bevor Stille wider einkehrten.
An diesem Abend starben Menschen. Doch diese zweiundzwanzig Männer überlebten.
Dieses traumatische Ereignis schweißte sie zusammen. Es war mehr als ein Versprechen – es war ein ungeschriebenes Gesetz. „Wir treffen uns jedes Jahr, um das Leben zu feiern.“ Die Party war der Anfang, aber es war Felix, der das Versprechen am Leben hielt.
Anfangs hielten sie ihr Versprechen. Drei Jahre hintereinander trafen sie sich regelmäßig. Doch mit der Zeit wurde es schwieriger. Der Alltag, die Arbeit, Privates – all das zerrte an den Verbindungen, die einst so stark gewesen waren. Die Treffen wurden seltener, der Kontakt flüchtiger, bis schließlich vier Jahre ohne ein einziges Treffen vergingen.
Felix, einer von ihnen und ein vierzigjähriger Unternehmensberater, der immer in seiner Tasche ein Goldenes Füller trug, gab jedoch nie auf. Der goldene Füller war mehr als nur ein Accessoire – für Felix war er ein Symbol seines Versprechens. Nach einem halben Jahr intensiver Planung, zahllosen Nachrichten und Diskussionen gelang es ihm, alle noch einmal zusammenzubringen Doch diesmal war es anders. Es sollte das Ende sein. Einige bestanden darauf, dass es das letzte Treffen sein würde. Die Bindung, die sie einst durch das traumatische Erlebnis verband, war brüchig geworden. Für manche war es keine Freundschaft mehr – nur noch eine Bekanntschaft. Dennoch einigten sich alle, aus diesem letzten Treffen das Beste zu machen – ein Abschied ohne Trauer, dafür aber mit einem unvergesslichen Knall.
Ihr erstes Treffen fand fast ein Jahr nach der Pride-Party statt. Damals begannen sie, sich wirklich kennenzulernen, und die ersten Spitznamen entstanden.

Felix hatte bereits nach ihrem letzten Treffen mit der Planung für das nächste begonnen. Sein Motto lautete: „Nach dem Treffen ist vor dem Treffen.“ Doch diesmal war alles anders. Noch vor zehn, neun oder acht Jahren war es für ihn kein Problem gewesen, alles zu organisieren und die Gruppe in der richtigen Stimmung zu halten. Die ersten drei Treffen liefen reibungslos, doch ab dem vierten wurden die Abstände länger. Zwei Jahre lagen zwischen dem vierten und fünften Treffen – und selbst damals war es ein ständiges Hin und Her gewesen. Wenn einer zusagte, sprang ein anderer ab. Felix musste immer wieder telefonieren, motivieren und Überzeugungsarbeit leisten. Doch er gab nicht auf.
Felix war anders gestrickt. Als Unternehmensberater hatte er sich eine Position erarbeitet, die ihm erlaubte, selbst zu entscheiden, mit welchen Firmen er zusammenarbeitete. Durch kluge Entscheidungen und seinen Ruf als hochkarätiger Berater hatte er es geschafft, sich still und leise den Status eines „Millionärs“ zu erarbeiten. Doch Felix sprach nie über Geld. Er hielt sich zurück, fast so, als würde er sich dafür schämen, mehr zu besitzen als wahrscheinlich alle anderen in der Clique zusammen.
Was Felix auszeichnete, war seine Freiheit, nicht nur sein finanzieller Erfolg. Er konnte sich seine Arbeit so einteilen, wie es ihm gefiel. Es kam vor, dass er in einem Jahr nur einen einzigen Monat arbeitete und trotzdem drei Großunternehmen beriet. Sein Einkommen übertraf in diesem einen Monat das, was ein Normalverdiener in fünf Jahren erwirtschaftete. Felix war teuer, aber jeder Cent wert – so sagten es seine Kunden. Doch trotz all seiner Erfolge war es nicht sein Beruf, der ihm wirklich am Herzen lag. Es waren diese Treffen, die ihn motivierten. Die Zeit mit den Jungs. Er wollte die Verbindung nicht verlieren.
Felix hatte bereits vor vier Jahren mit der Planung für das nächste Treffen begonnen. Er war optimistisch und glaubte, dass sie sich in ein oder zwei Jahren wiedersehen würden. Doch dann geschah etwas Unerwartetes: Liam brach den Kontakt ab, als wäre er spurlos von der Bildfläche verschwunden. Er war nicht mehr erreichbar. Weder für Felix noch für die anderen. Und ohne Liam wollte die Hälfte der Gruppe nicht. Es fühlte sich an, als würde die Ära ihrer Treffen langsam zu Ende gehen. Felix war enttäuscht, fühlte sich hintergangen – fast verarscht. Aber er zeigte es nicht. Er blieb höflich, distanziert, und ließ die anderen nie spüren, wie tief ihn das traf, aber in den stillen Stunden fragte er sich, ob sie seine Mühen jemals verstehen würden.
Doch letztendlich legte Felix die Planung schweren Herzens auf Eis.

Es war vorbei, dachte Felix. Bis plötzlich vor einem Jahr meldete sich Liam wieder, als wäre nichts gewesen. Er entschuldigte sich und erklärte, dass die Umstände ihn gezwungen hätten, sich zurückzuziehen. Doch jetzt wollte er die Jungs wiedersehen.
Für Felix war das wie ein grünes Licht. Sein Ehrgeiz flammte erneut auf. Doch nicht alle waren begeistert. Einige fanden die drei Jahre ohne Felix’ „Druck“, wie sie es nannten, angenehm. Sie waren nicht bereit, wieder regelmäßig zu planen, und stimmten nur unter einer Bedingung zu: Dieses Treffen sollte das letzte sein. Felix akzeptierte es widerwillig. Er stimmte zu, obwohl er mit der Entscheidung haderte. Als schließlich auch Kofi, der Letzte, mit einer knappen Nachricht antwortete: „Wenn es sein muss, bin ich dabei,“ war der Pakt besiegelt. Felix legte los.
Er wollte dieses Treffen unvergesslich machen. Es war das zehnjährige Jubiläum jenes schicksalhaften Vorfalls, der sie alle verbunden hatte – doch das war nicht der einzige Grund. Viel wichtiger war, dass dieses Treffen das letzte sein würde. Felix wusste, dass dies ihre letzte Chance war, die Verbindung, die sie einst so stark gemacht hatte, ein letztes Mal zu feiern. Deshalb scheute er weder Zeit noch Geld. Er bot an, alles zu organisieren und zu bezahlen. Das Einzige, was er von den anderen verlangte, war ein Datum. Wann?
Felix hatte sich fest vorgenommen, für diesen besonderen Anlass seiner Clique nur das Beste zu bieten. Geld spielte keine Rolle – er wollte nichts dem Zufall überlassen. Nach wochenlanger Suche fand er schließlich eine Villa, die all seinen Ansprüchen gerecht wurde: groß, luxuriös und abgelegen. Mit ihren 25 Zimmern, einem großzügigen Pool, einer Bar, einer voll ausgestatteten Küche und einem eleganten Speisesaal schien sie wie geschaffen für ihr Treffen. Sogar Bedienung und eigene Köche konnten gemietet werden, allerdings gegen einen Aufpreis. Voller Vorfreude teilte Felix seine Pläne in der Gruppe mit. Kofi, Elias, Adrien, Malcom, Nikos und ein paar andere waren begeistert. „Perfekt! Das wird legendär!“, kommentierte Kofi, und die anderen stimmten zu. Doch Santiago blieb skeptisch, und Felix spürte, dass hinter seinen Worten mehr steckte als nur Geldsorgen.
„Du, Felix, das klingt echt toll, aber das wird doch sicher eine Menge kosten, oder? Ich weiß nicht... Vielleicht wäre das Geld woanders besser aufgehoben“, schrieb Santiago in den Gruppenchat. Felix ließ sich davon nicht beirren. „Keine Sorge. Niemand von euch muss sich um die Kosten kümmern – ich übernehme alles“, antwortete er festentschlossen. Für Felix war klar: Er würde keine Mühen scheuen, um die Jungs wieder zusammenzubringen. Diese Gruppe war für ihn das Wichtigste. Es waren die einzigen Menschen, bei denen er sich wirklich akzeptiert fühlte – nicht wegen seines Geldes, sondern wegen seiner Persönlichkeit. Diese Verbindung war sein Anker, und er wollte sie nicht verlieren.
Trotz Felix’ Großzügigkeit beschlossen die Jungs, auf Bedienung und Köche zu verzichten. Sie waren sich einig, dass es gemütlicher und persönlicher wäre, wenn sie sich selbst versorgten. Ob sie nun etwas bestellen, zusammen kochen oder auswärts essen gehen – es sind ja nur drei Tage. Felix akzeptierte ihren Vorschlag ohne Widerrede, auch wenn er insgeheim gehofft hatte, sie mit seinem rundum perfekten Plan beeindrucken zu können. Wichtig war ihm nur, dass alle dabei waren. Drängend bat er die Gruppe, ihm möglichst schnell Bescheid zu geben, wann er die Villa reservieren solle. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, und als die Zusagen eintrafen, spürte Felix einen Moment des Stolzes. Es würde tatsächlich passieren. Das letzte Treffen. Doch für ihn war es mehr als nur ein Treffen – insgeheim hoffte er, die Jungs davon überzeugen zu können, wie sehr sie einander wirklich brauchten. Für ihn war es mehr als nur ein Abschied. Felix wollte ihnen zeigen, dass sie mehr als nur eine Clique waren – sie waren eine Familie.

In der Zwischenzeit machte sich die Gruppe mit der Villa vertraut. Auf der Webseite, auf der die Villa beworben wurde, studierten sie die Grundrisse und Bilder der Räume. Jeder hatte schnell sein Lieblingszimmer gefunden und entschieden, wo er unterkommen würde. Die Vorfreude wuchs, und für Felix war es das schönste Gefühl zu wissen, dass er sie alle bald wieder vereint sehen würde.
Eine Woche vor dem Treffen fing der Gruppenchat an zu überlaufen – wie immer bei dieser Gruppe: chaotisch, laut und ein wenig albern. Hier sind einige Ausschnitte aus dem Gruppenchat.

Zuerst wollten die Jungs die Villa genauer orten:
[22:03] MARCO: Hey, die Villa ist aber irgendwo mitten im Dschungel, oder?
[22:10] LIAM: Wo hast du in diesem Land Dschungel?
[22:32] VICTOR: Pssst… Ich hoffe, dass Santiago diesmal anders drauf ist als beim letzten Treffen!
[22:37] SANTIAGO: Ach, habe ich das richtig gelesen? Wald? Wisst ihr, um das Wochenende in Ruhe zu verbringen und böse Geister zu vertreiben, müssen wir jeden einzelnen Baum umarmen?
[22:37] LIAM: =]
[22:49] VICTOR: Alter, das meinst du nicht ernst, oder?
[22:53] LIAM: Wir gehen einfach, und Santiago kann die drei Tage alle Bäume umarmen…
[23:09] MARCO: Können wir das filmen? Für wissenschaftliche Zwecke natürlich.
[23:17] VICTOR: Ja, nennen wir es ‘Der Baumflüsterer’.
Dann brach der Austausch über das Wetter los:
[10:06] JAVIER: Jungs, ich glaube, wir werden kein gutes Wetter haben. Es wird regnen.
[12:34] ROHAN: Nein, im Wetterbericht sagen sie, es wird 35 Grad und sonnig sein.
[13:21] VOLKAN: Ja, sehe ich auch so. Meine App zeigt das Gleiche.
[14:01] JAVIER: Ja, aber ich habe leichten Schnupfen.
[14:03] VOLKAN: Na und??? O_o
[14:04] ROHAN: ???
[14:05] JAVIER: Wenn ich manchmal Schnupfen habe, dann regnet es manchmal.
[14:06] ROHAN: Buahahahaha!
[14:06] VOLKAN: Oh man… rofl
[14:07] ROHAN: Schnupfen = Regen? Javier, das ist keine Wissenschaft, das ist Hexerei.
[14:07] VOLKAN: Buahahaha, nächstes Treffen dann mit Wettergott Javier.
Dann gab es noch das Drama um Klamotten:
[18:22] KOFI: HALO JUNGES! HELP!
[18:23] KARIM: Was los?
[18:23] FELIX: Hoffentlich ist nichts Schlimmes passiert.
[18:25] DIEGO: Kofi??? Bist du noch da?
[18:27] EITAN: KOFIIIIIIII!!!!!!!
[18:31] JONAS: Was passiert?
[18:40] KOFI: JUNGES. ICH STERBE!
[18:41] FELIX: Was? Brauchst du Hilfe?
[18:42] KOFI: Ja. Ich fühle mich schlecht. Ich weiß nichts.
[18:43] EITAN: Ja, aber was ist los?
[18:43] DIEGO: Fühlst du dich nicht wohl?
[18:44] KOFI: Nein. Ich weiß nicht. Soll ich die Jogginghose von Puna oder die Cargo-Hose von Aramani mitnehmen? HELP!
[18:45] KARIM: Und deswegen jagst du uns so einen Schreck ein?
[18:46] KOFI: JAAAAAA!!!!! ES IST EIN UNFALL!!!!!
[18:46] JONAS: Gut, dass ich das Problem nicht habe. Ich nehme Pullis mit.
[18:47] KARIM: Kofi, nimm beide mit. Für den Fall, dass du deinen Stil alle fünf Minuten ändern musst.
Irgendwann nahm das Ganze eine noch schrägere Wendung:
[3:19] RORY: Wie viele Zimmer hat die Villa nochmal?
[5:11] NIKOS: Küche, Bar, Speisesaal, Pool, Zimmer, Stockwerke… Badezimmer? 😉
[6:07] IVAN: Also wie jedes andere Haus? :P
[7:01] THIAGO: Ja, aber Rory hat doch nach was anderem gefragt. Wie viele Zimmer sind es? Wir sind 22 Leute.
[07:04] RORY: Genau!
[07:07] HIROSHI: Wir sind 22, und laut Felix – und der Webseite – gibt es 25 Zimmer.
[07:10] RORY: Danke. Ich weiß nur nicht mehr, welches Zimmer ich wollte. *shocked*
[07:11] NIKOS: Vielleicht gibt’s ja eine Karte?!? :D
[07:11[IVAN: O_o
[07:13] THIAGO: Oder eine App… „Villa Mapp App“, die dir den Weg zu deinem Zimmer zeigt. Hm? 😉
[07:13] HIROSHI: Soll ich euch eine Karte zeichnen, wenn ihr wollt?
[07:14] RORY: Würdest du das machen? :’(
[07:15] NIKOS: Was? Für drei Tage? Das ist doch viel zu viel Aufwand! Wir fahren übermorgen. ;P
[07:17] RORY: Na toll.
[07:20] HIROSHI: Also… braucht jetzt jemand die Karte, oder nicht?
[07:22] IVAN: Sorry, Hiroshi. Ich spreche für alle: Danke, aber „Nope“. 😉
[07:29] NIKOS: Rory, ich bestelle dir einen Butler, der uns alle direkt ins Bett führt. Mit integriertem Navi. Zufrieden? ;P :D
[07:38] THIAGO: Kann der Butler dann auch meinen Koffer tragen? :] Und Nikos… wenn der Butler nicht kommt, weißt du, was zu tun ist. :P Versprochen ist versprochen! :D :* <3
Die letzten zwei Tage wurden schon komplett mit jedem möglichen Thema im Minutentakt gefüllt.
[18:02] ADRIEN: Verzeiht bitte, aber ich will mich erkundigen – wie viele Koffer nehmt ihr mit?
[18:03] ELIAS: Warum fragst du? Hast du schon wieder übertrieben?
[18:03] MALCOLM: Haha, wieder sind die Schränke leer, und du kommst mit einem Mini-Bus? :D
[18:05] SAMIR: Ja, die Koffer bleiben in deinem Zimmer – aber wo willst du dann schlafen?
[18:06] THIAGO: Ich denke, Adrien will in einem Wasserbett schlafen… im Pool! :D :D :D
[18:10] IVAN: Ich nehme einen Koffer. Für drei Tage reicht das.
[18:19] ADRIEN: Ja, aber wir wissen nicht, was für Umstände auf uns zukommen. Was, wenn es regnet? Oder wenn es heiß wird? Und ich brauche was Elegantes fürs Abendessen. Danach noch was Passendes für die Bar – ich muss mich doch umziehen!
[18:22] KOFI: Ey Adrien, ich dir leihen super Mantel von LANGERFELD… Willst du? Ich bringe. Für dich!
[18:23] ADRIEN: Ok, ok. Ich packe nochmal alles um. Also die sieben Koffer nehme ich doch nicht mit.
[18:25] SAMIR: Ein Anzug reicht. Und was Bequemes.
[18:26] MALCOLM: Und am Ende läufst du dann doch nackt rum.
[18:28] ADRIEN: Nackt?! Das wäre zu einfach, Malcolm. Ich brauche Stil!
[18:31] KOFI: Eigentlich ich hier nichts sagen sollen… Aber ich kenne guten Outlet in Nähe von Villa. Markenklamotten: DIUOR, PUNA, ARAMANI, LANGERFELD, GUCHI, VERSAKE… Alles, was du wollen und brauchen!
[18:32] ELIAS: Ja, Kofi. Ja.
[18:33] KOFI: Billig, fast geschenkt!
Dann wurden es noch zwei Tage – Zeit, die letzten Punkte auf den Notizzetteln zu streichen oder abzuhaken und sie mit den anderen zu besprechen:
[19:44] ELIAS: Hey, wann wollt ihr eigentlich so losfahren?
[19:52] JONAS: Ich muss noch schauen, wie lange ich überhaupt bis dahin brauchen werde.
[19:52] ADRIEN: Ich weiß noch nicht… Ich bin noch nicht fertig mit Packen. Ich kann mich nicht entscheiden.
[19:54] DIEGO: Was? Du weißt noch nicht, wann du fährst?
[19:55] NIKOS: Hey, ich finde die Adresse nicht mehr.
[19:56] KARIM: Ich schicke sie dir privat, Nikos. :*
[20:00] HIROSHI: Ich will ja nichts sagen, aber ich bin letztes Wochenende schon mal hingefahren, um zu prüfen, wie lange ich brauche, damit ich am Freitag pünktlich ankomme.
[20:03] RORY: Hiro, nicht böse sein, aber du bist ein Freak. 😉 :P
[20:05] SANTIAGO: Ich fahre wahrscheinlich schon heute Abend los… wisst ihr…
[20:06] VIKTOR: Was ist, Sani?
[20:07] SANTIAGO: Na ja, ich glaube, ich werde per Anhalter ankommen.
[20:08] DIEGO: Soll ich dich abholen?
[20:10] ADRIEN: Yhmmm… Um die Frage von vorhin zu beantworten: Ich packe immer noch meine Koffer. Jedes Mal, wenn ich fertig bin, muss ich sie wieder auspacken, weil ich mir nicht sicher bin, ob das die Kleidung ist, die ich mitnehmen und tragen will.
[20:11] VIKTOR: OMG. Leute, ich gehe raus, sonst werde ich noch Gaga.
[20:12] ELIAS: Adrien, ich könnte dir einen Style-Berater schicken. Dann brauchst du keine sieben Koffer mehr.
[20:12] DIEGO: Und Sani? Wie sieht‘s aus?
[20:13] SANTIAGO: Ok. Danke.
[20:15] RORY: Ich hätte dich, Sani, auch mitgenommen. Aber jedes Mal, wenn du an mein Auto kommen würdest und die Tür öffnen willst, würde ich ein paar Meter wegfahren.
[20:16] SANTIAGO: Ja, ich weiß. Du bist ein bösartiger Kobold…
[20:17] RORY: Nein, ich bin lieb!
[20:18] DIEGO: Sani, ich hole dich nicht nur ab, sondern bringe dir auch Kaffee mit.
[20:18] ELIAS: Wer’s glaubt, wird selig.
[20:18] JONAS: Genau, Rory, wenn du schläfst und nicht weinst, dass du Hunger hast. :P
[20:19] ELIAS: Zur Ergänzung: Es ging um dich, Rory, nicht um den Kaffee, den Diego für Santiago mitbringt. :P
Noch einen Tag vor dem Treffen gab es weitere Diskussionen – diesmal um ein sehr wichtiges Thema: Essen.
[10:06] ROHAN: Ja… wie ist eigentlich der Plan?
[11:18] VOLKAN: Geht das noch geheimnisvoller?
[11: 29] SAMIR: Keine Ahnung, was Rohan will.
[11:45] LIAM: Same.
[12:17] ROHAN: Mit Essen.
[12:31] EITAN: Ja. Wir haben gesagt, keine Extra-Kosten und keine Extra-Köche.
[13:58] JAVIER: Also ich bin dafür, dass wir selbst kochen, aber ich werde es nicht alleine tun.
[14:11] KOFI: Ja, alleine ist wie bei Mama.
[14:13] MALCOLM: Wir haben doch zwei Köche, oder?
[14:18] MARCO: Solange es auch Spaghetti gibt und nicht nur Tacos und Burritos, bin ich dafür, dass wir selbst kochen und alle mithelfen.
[14:19] LIAM: Einer von den „Köchen“ schweigt.
[14:27] VOLKAN: Ist doch klar, die Jungs wollen auch feiern wie wir alle und nicht uns bekochen.
[14:46] JAVIER: Also ich habe mit Diego geredet, und wenn alle mithelfen, kochen wir zusammen.
[15:00] FELIX: Ja, das wäre ein Plan. Ihr sollt auch entspannen und nicht arbeiten.
[15:02] LIAM: Ja, wir helfen.
[15:04] FELIX: Und wenn nicht, dann bestellen wir halt. Ich habe versprochen, dass ich alles organisiere, also würde ich dann auch zahlen.
[15:05] MALCOLM: Cool.
[15:05] KOFI: Aber ich will helfen. Wir wohnen dann im Wald, fast wie Camping. Ich will Pilze sammeln gehen.
[15:07] SAMIR: Was???
[15:08] KOFI: Ja, Pilze. Ich habe noch nicht gegessen, aber die roten sind so schön, die müssen schmecken.
[15:09] JAVIER: Ok. Kofi wird von der Küchenarbeit befreit oder steht unter genauer Beobachtung, wenn wir Essen zubereiten.
[15:09] SAMIR: Wenn ich Kofi nur in der Nähe des Topfes sehe, hungere ich lieber.
[15:10] MALCOLM: Dann vielleicht doch lieber bestellen?
[15:11] KOFI: Ihr respektiert mich nicht. Ich will euch Pilze sammeln… so schöne Pilze, rot mit weißen Punkten, die müssen lecker sein. Guckt, Guchi, Aramani, DIUOR, VERSAKE – alles, was ich trage, schön, teuer und gut. Ihr wollt mich beleidigen. Ich muss nachdenken.
[15:12] EITAN: Kofi, wenn du die Pilze mitbringen willst, nimm auch gleich ein Krankenwagen-Abo.
[15:14] ROHAN: Oder wir lassen Kofi kochen und schauen, wer von uns überlebt. :D 😉 :P
[15:15] FELIX: Ich denke auch, dass wir lieber bestellen. Sonst bleibt uns nur noch beten.
Und dann kam der Donnerstag, der Tag vor dem Treffen – es blieb nur noch ein letzter Punkt zu klären:
[18:00] FELIX: So Jungs, morgen ist es soweit. Ihr wisst nicht, wie sehr ich mich freue. Ich hoffe, ihr auch. Es ist schon so lange her. Aber es gibt noch einen letzten Punkt zu klären: Jeder von euch sollte sich überlegen, was er zum Jubiläum und gleichzeitig letzten Treffen mitbringt.
[18:02] KOFI: Ich wollte was Gutes machen und Pilze mitbringen, aber ihr habt mich beleidigt. Also keine Pilze für euch. :/
[18:03] JONAS: Ich weiß noch nicht recht… Kann mich nicht entscheiden.
[18:03] ADRIEN: Ich bringe Klasse mit. Aber im Ernst – ich werde fünf Flaschen Champagner Moet & Chandor ‘Imperiale’ Brut Salmanassar mitbringen.
[18:04] KOFI: WAAAAAAAASSSS??? Ich wollte Champagner Domer Pignon bringen… habe 50 Flaschen gekauft. Bei Outlet sehr billig – 2 Euro pro Flasche. Sehr gute Marke, die teuerste, die beste. Aber ich lasse sie zu Hause. Mehr gutes Zeug für mich.
[18:06] EITAN: Kofi, ich glaube, das hast du dir gerade ausgedacht.
[18:06] KARIM: Keine Ahnung, was ich mitbringen werde. Meine Wohnung wird immer voller mit irgendeinem Krimskrams. Vielleicht Duftkerzen – für Stimmung?
[18:06] THIAGO: Ich bringe eine ganze Menge Playlists mit. Damit wir auch tanzen können.
[18:07] EITAN: Ich kümmere mich um Getränke. Wasser? Still? Oder mit Sprudel?
[18:08] KOFI: Ich will KEIN WASSER trinken, dann lieber Domer Pignon – teuer Champagner, guter Champagner, aber billig gekauft. 15 Euro pro Flasche. Bleibt aber zu Hause. Ich muss nachdenken.
[18:09] JAVIER: Kofi, ich bin verwirrt. Waren die “Domer Pignons” jetzt für 2 Euro oder 15 Euro pro Flasche? O_o
[18:10] FELIX: Lasst ihn. Kofi rechnet immer inklusive seines Stylings.
[18:11] ELIAS: Ich bringe Schokoriegel mit, damit keiner zur größeren Diva wird als ich selbst. ;)
[18:11] JAVIER: Also ich weiß nicht... Eigentlich wollten wir zusammen mit Diego für euch etwas Leckeres zaubern. Vielleicht am Samstag zum Mittag.
[18:13] DIEGO: Ja, hört sich nach einem Plan an. Und dazu bringe ich Santiago mit.
[18:14] KOFI: Also doch Pilze bringen?!?!?! :) Ich bin zufrieden.
[18:15] JAVIER: Nein, Kofi, sorry. Keine Pilze. :/
[18:16] VICTOR: Ich bringe Knabberzeug mit. Salzstangen, Brezeln, Party-Mix und ein paar Kräckers.
[18:17] SAMIR: Und ich Sonnenblumenkerne. Weiße, Schwarze... alle die Ihr wollt.
[18:18] RORY: Jaja, und vielleicht auch rote, blaue und grüne. Ich bringe einen Gewinn mit – einen Topf mit Gold am Ende des Regenbogens. Also haltet am Wochenende Ausschau nach Regenbögen. Und dann sucht das Gold.
[18:20] KOFI: Ich brauche KEIN Gold!!! Ich bin reich!!! Ich bin Gold!!! Ich arbeite in Bank. Ich habe genug Geld und Gold für Versake und Guchi. Ihr könnt suchen, ich suche lieber Marken-Pilze. Ich suche lieber “Bling-Bling”, schön designt, rot mit Punkten. <3
[18:20] VOLKAN: Pistazien… ist klar.
[18:20] NIKOS: Ich bringe viele Geschichten mit.
[18:21] KOFI: NEIN. Ich bin NICHT Schüler, du kannst Geschichten zu Hause lassen. ALLE!!!
[18:21] IVAN: Ich bringe einfach gute Laune mit. Keine Zeit, noch was zu organisieren.
[18:22] ROHAN: Was? Sowas konnte man auch mitbringen? Ich bringe was Süßes.
[18:23] KOFI: Ich bringe... ich bringe... ich bringe... Ich Immer Gute Laune. Ich Immer Schick. Ich Immer Puna. Naaaa -Fast Immer Puna, manchmal NAIKE oder ADADIS. Aber anscheinend reicht das euch nicht mehr! Jetzt gute Laune nicht mehr originell.
[18:23] LIAM: Ich mache einen Fotostand auf. Bringe auch Polaroids – eine ganze Menge, damit wir ab und zu spontan was schießen können.
[18:25] SANTIAGO: Ich bringe meine Gitarre – aber nur in Gedanken, weil sie kaputt ist. Aber ich kann auch Diego bringen.
[18:27] KOFI: Pffffff…. DIEGO. Diego ist nichts Neues. :/ Diego dich bringen in Kofferraum. Vielleicht mit Champagner Domer Pignon – 50 Flaschen, billig gekauft. Ich muss überlegen, was ich mitbringen kann. Ich will euch ein Geschenk machen. Jedem. ‘Bling-Bling’-Geschenk. :D
[18:28] HIROSHI: Ich habe für jeden ein Animationsporträt angefertigt. Also bekommt jeder eines zur Erinnerung.
[18:28] MALCOLM: Ich bringe Proteinpulver.
[18:30] KOFI: Proteinpulver?!?!?!? Muskeln mitbringen!!! Nicht Gehirn!!! Muskeln! Besser aussehen! Immer gut aussehen! :D Ich brauche keine Muskeln, ich bin schon perfekt! Perfekt wie Versake und Guchi! :* :)
[18:31] MALCOLM: Was los mit dir? Chill mal!
[18:32] KOFI: ICH???? ICH IMMER RUHIG!!! Ich immer chillen. Ich habe meinen Schrank durchwühlt und ein super Geschenk gefunden. Teure Marken (sehr gute Marke, exklusiv und luxuriös). Für jeden ein Geschenk. <3
[18:33] FELIX: Und wieder ein Märchen aus KOFIs Zauberreich.
[18:34] MARCO: Ich bringe eine Torte. Eine richtig schöne, die ich extra habe machen lassen.
[18:34] KOFI: Mein Geschenk ist so toll. Jeder kriegt von mir ein Flakon Parfüm. So schön, so teuer, so luxuriös. Kofi hast du gut gemacht. Ich liebe dich Kofi. Kofi du bist der Beste! Alle sollen dich lieben Kofi! :*
[18:34] FELIX: Ok, da ich alles organisiere, bringe ich nichts mehr mit – ich bezahle ja schon alles. Also, Jungs, bis morgen :).
[18:35] KOFI: Ja. Mein Geschenk. Mein Parfüm für euch. Von Outlet. Sehr teuer, luxseriös, extravagant, aber sehr billig gekauft. Die Beste Marke. Ich sehe sie immer in den Märkten. Marke „Tester“. Für alle. :)
[18:36] MARCO: OMG, ich passe... sorry Jungs. :)
[18:36] MALCOLM: Jungs, mein Fell ist nass geworden von lachen... =] =D
[18:38] KOFI: Ich sage nichts mehr... Pfff... Ich bringe nichts mit!!!! Nicht mal super Marke „Tester“!!! NIX FÜR EUCH!!! NIX!!!
[18:38] VOLKAN: Ich kann nicht aufhören zu lachen... :D :D :D
[18:40] KOFI: NIX FÜR EUCH!!! NIX!!! Nicht mal ‚Tester‘, die Beste Marke von allen!!! Ich bin beleidigt! Punkt.
[18:40] FELIX: Jungs, ruhig. Kofi, du weißt, sie meinen es nicht so.
[18:41] KOFI: Ok. Ich nehme die Entschuldigung an.
[18:43] FELIX: Na dann, bis morgen. :) Morgen beginnt ein Wochenende, das keiner von uns je vergessen wird.
Felix wusste, dass dieses Wochenende nicht nur Erinnerungen schaffen würde – sondern auch Antworten bringen musste. Antworten, die mehr verändern würden, als er sich je hätte vorstellen können.
