Deal mit dem Teufel der Mafia

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Summary

Ein Deal mit dem Teufel der Mafia Komplett auf Amazon Es gibt nichts mehr, das mir etwas bedeutet. Er hat mir alles genommen. Er nahm meine Frau und meinen Sohn. Er nahm meinen Hund und mein Auto und zerstörte mein Haus. Jetzt gibt es nichts mehr, das ihn vor mir retten könnte. Sie nennen mich den Teufel der Mafia, denn meine Seele ist verloren. Er hat nichts, was er mir bieten könnte, um seine Gnade zu bewilligen. Nichts außer Dich! Es gibt nur ein Problem: Du siehst deiner Schwester viel zu ähnlich. Wenn du wüsstest, was du mir bedeutest, würdest du weglaufen. Nichts ist schlimmer, als vom Teufel geliebt zu werden, denn meine Liebe vernichtet. Sie zieht dich in eine Dunkelheit, in der du nicht überleben kannst. Dennoch bist du hier, breitest deine Arme aus und versuchst, mich zu retten. Ich bin ein Gefallener, eine verlorene Seele ohne Hoffnung. Dein Licht leuchtet so hell und stark. Du lockst das ganze Ungeziefer an wie das Licht eine Schar Motten. Ich werde jeden Einzelnen umbringen, der dir zu nahe kommt. Niemand wird dich verletzen. Ich habe bereits einmal versagt, doch diesmal bin ich vorbereitet. Ich weiß, dass sie kommen. Sie werden kommen, um dich zu holen, und ich werde dein ständiger Schatten sein, der sie verschlingt.

Status
Complete
Chapters
26
Rating
4.5 2 reviews
Age Rating
18+

Lucien

Wenn es eines gibt, dass ich zurzeit wirklich erträglich finde, dann ist es das Gefühl, wenn die Dunkelheit hereinbricht.

Sie gleicht meiner Seele und umhüllt mich, als sei ich ein Teil von ihr. Der Schmerz, dich verloren zu haben, zwingt mich in die Knie. Ich kann es nicht glauben und doch ist es so real, dass es sich nicht leugnen lässt. Dein lebloser Körper lag auf diesem eisigen Metalltisch, deine Augen zu einem Schrecken geweitet. Der Bauch, den ich jeden Abend küsste, war leer. In einem Nebenzimmer liegt unser Sohn. Du bist tot. Der Anruf aus der Klinik, die Hoffnung, den Weg über dorthin und dann der vernichtende Moment. Die Türen öffnen sich und ein Arzt trägt unseren Sohn herein. Meine letzte Hoffnung zerbricht, als mir die Stille bewusst wird. Er schreit nicht, er atmet nicht und seine kleinen Finger, die aus der Decke herausschauen, sind bläulich verfärbt. Ich reiße ihn an mich, presse ihn an meine Brust und kann zwischen all meiner Trauer kaum damit umgehen, wie wunderschön er dennoch ist.

Mein Blick gleitet über die Silhouetten der Stadt. Ein Anblick, der mich früher erfreut hat. Jetzt ist es nur eine große Stadt mit blinkenden Lichtern in der Nacht. Es gibt kein heiseres Lachen mehr beim Flugzeugzählen. Keine lustigen Geschichten mehr, die wir uns zu den umherlaufenden Menschen nachts ausdenken. Denn du bist nicht mehr da. Du bist weg für immer, und morgen muss ich mich von dir verabschieden. Mein Blick wandert zu den Fotos auf dem Kaminsims. Mit steifen Schritten gehe ich herüber und nehme das neuste Bild in die Hand. Es zeigt dich vor unserem Pool. Du hast deine Hände auf deinen Bauch gelegt und strahlst mich an.

Deine wilden Locken umwirbeln dein Gesicht und deine Freude ist durch dieses einzige Bild spürbar.

Es waren noch 4 Wochen, dann hätten wir unseren kleinen Sohn in den Armen gehalten. Jetzt ist alles vorbei, sie haben ihn aus deinem Bauch geholt und gehofft, ihn retten zu können. Es war unmöglich, die Kugeln haben euch durchlöchert, ohne Gnade auf Verlust. Genau das wird ihn erwarten, es gibt keine Gnade mehr. Ich habe dafür gesorgt, dass du unseren kleinen Engel in deinen Armen hast, mein Herz. Ich werde dafür sorgen, dass ihr nie vergessen werdet.

Ich schaue hinter mich und erstarre für eine Sekunde. Sie läuft durch unsere Wohnung und sieht aus wie du. Sie ist dein vier Jahre jüngeres Abbild, und obwohl ihr euch äußerlich so gleicht, seid ihr innerlich so verschieden wie Tag und Nacht.

Mit einem Seufzen stelle ich dein Bild zurück und gehe herunter in den Keller. Ich brauche jetzt dringend ein hartes Training, sonst drehe ich durch.

Erst als mir der Schweiß am Rücken herabrinnt und meine Beine zu zittern beginnen, steige ich langsam vom Laufband. Ich gehe auf die Matte, um mich dem Boxsack zu widmen. Ein leises Räuspern lässt mich herumfahren.

»Wenn du nichts dagegen hast, stelle ich mich zur Verfügung.« Romeo grinst und krempelt seine Ärmel herauf. Er ist meine rechte Hand und schleicht schon seit Tagen um mich herum, um sich zu beweisen.

Ich nicke ihm zu und stelle mich bereit. Ein lebendes Ziel ist mir immer lieber als der alte Ledersack, der schon seit etlichen Jahren von der Decke hängt.

»Wie geht es dir?«, fragt er und stellt sich ebenfalls bereit.

Ich antworte nicht und habe auch keine Lust zu warten, bis er bereit ist. Romeo kennt mein Temperament und fängt den ersten Schlag gekonnt ab. Dem Zweiten weicht er nur knapp aus, um mir dann selbst eine zu verpassen. Ich lache rau auf, als seine Faust direkt auf meinen Kiefer prallt. Der Schmerz zieht bis hinauf in meine Schläfe und lässt mich wissen, dass ich noch lebe. Wir geben uns gegenseitig keine Pause und nach zwei weiteren Runden schicke ich ihn auf die Knie.

»Das war erstaunlich gut«, stöhnt Romeo und streckt mir die Hand hin, damit ich ihm aufhelfe.

Ich ziehe ihn herauf und klopfe ihm auf die Schulter.

»Geh und mach Feierabend für heute, wir haben morgen viel vor«, seufzte ich und streife mir die tropfnassen Haare aus der Stirn. Ich gehe ins angrenzende Badezimmer, schalte das Licht ein und streife meine Trainingsshorts ab.

Das leise Rauschen der Brause erklingt und ich stelle mich unter die Dusche. Ich genieße das heiße Wasser und lehne den Kopf gegen die Steinfliesenwand. Du hast gewollt, dass ich eine separate Dusche für nach dem Training bekomme, damit du meine durchgeschwitzte Wäsche nicht im Wäschekorb hast.

Ich habe immer gelacht, wenn du mit langen Fingern nach meinen Trainingsshirts gegriffen hast, um sie in die Waschmaschine zu werfen. Ich merke, wie etwas Heißes an meinen Wangen herabläuft und starre fassungslos ins Licht der Lampe. Wer hätte gedacht, dass noch genug Emotionen übrig sind, um auf so eine schöne Erinnerung mit Wehmut zu reagieren.

Nach dem Duschen tragen mich meine Beine wie jeden Abend zuvor denselben Weg entlang. Wir haben uns alles angesehen. Doch jetzt bist du nicht mehr hier. Meine Brust zieht sich ungewohnt zusammen und ich habe das Gefühl, nicht atmen zu können. Ich werde deinen Tod rächen. Auch wenn ich dich dadurch nicht wieder bekomme, ich brauche diese Gerechtigkeit. Meine Schritte werden langsamer, als ich bemerke, dass die Tür bereits offen ist. Leise schiebe ich sie weiter auf und richte meinen Blick auf den in sich gesackten Körper deiner Schwester. Sie sitzt mitten in unserem Kinderzimmer und weiß nicht, wie sie weitermachen soll. Ich kenne dieses Gefühl und ihr Anblick macht es mir nicht leichter. Sie erinnert mich jede Sekunde daran, dass du nicht mehr hier bist. Ihre Schluchzer lassen mich zusammenzucken. Ich muss mich zusammenreißen und stark sein. Das ist es, was von mir erwartet wird. Innerlich sitze ich jedoch genau wie sie auf dem Boden der Tatsachen und bin starr vor Wut, Trauer und Verzweiflung.