Lavants - Das Erwachen der Macht

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Summary

Mira führt ein zurückgezogenes Leben, bis der geheimnisvolle Sam in ihr Leben tritt – und plötzlich alles verändert. Als Sam von dunklen Mächten verschleppt wird, muss Mira sich ihrer verborgenen Gabe stellen, um ihn zu retten. Zwischen Magie und Technik, Verrat und Vertrauen beginnt ein gefährlicher Wettlauf gegen die Zeit. Doch um Sam zu befreien, muss Mira nicht nur ihre Kräfte meistern, sondern auch die Wahrheit über sich selbst entdecken.

Genre
Fantasy
Author
Marie Ber
Status
Complete
Chapters
32
Rating
5.0 7 reviews
Age Rating
16+

Prolog

Er blickte nach hinten und war zufrieden, seine Leute bewegten sich in einer eingeübten Formation - leichtfüßig und mit leisen Schritten. Trotz der Tatsache, dass sie seit Tagen mit nur kurzen Pausen in diesem Tempo unterwegs waren, waren keine Anzeichen von Ermüdung zu erkennen. Michael, sein Zweiter, zwinkerte ihm zu. Natürlich, sie konnten noch Stunden so weiterlaufen. So wurden sie gemacht. Und sie mussten auch viel Abstand zwischen sich und ihren Verfolgern schaffen.

Als er seinen Kopf wieder nach vorne wandte, ließ ihn ein Duft jäh innehalten. Bittersüß und verheißungsvoll. Er sog ihn tief ein, kostete jede Nuance aus, er erkannte darin Bergamotte, Bittermandel und eine ihm unbekannte Komponente. Seine Sinnesorgane waren viel stärker ausgeprägt als bei normalen Menschen. Optimiert. Er konnte Gerüche mehrere Kilometer weit ausmachen und sie, falls er sie schon einmal gerochen hatte, gleich einordnen.

Hinter ihm zischte es. Er spürte ihre Anspannung, natürlich passte ihnen die Verzögerung nicht. Sie wussten so gut wie er, dass sie weiter mussten. Aber er ist ihr Anführer, ihr Erster, sie tun, was er ihnen aufträgt. Sie würden nichts sagen und sich nicht bewegen, bis er ein Signal gab. Nachdenklich ballte er die Faust, die einzige Geste, die zeigte, dass er unschlüssig war. Kurz gab er mit der Hand ein Zeichen Richtung See, vielleicht hatten sie seine Schwäche nicht bemerkt.

Das könnte fatal sein, Schwäche können sie sich nicht leisten und in der jetzigen Situation sowieso nicht. Lautlos schlichen sie zum See. Dass es eine gute Entscheidung war, merkte er, als er den ersten Schluck nahm. Es war heiß heute und auch wenn sie darauf programmiert waren, ihre Körper jederzeit und beständig einzusetzen, mussten sie essen und trinken. Er überlegte, wann die beste Zeit zum Jagen wäre, und nahm einen weiteren tiefen Schluck.

Als er sich wieder erhob, sah er sie. Sie lag auf einem Steg auf der anderen Seite des Sees und schien zu schlafen. Blonde Haare lockten sich um das fein geschnittene Gesicht. Sie zog die Nase kraus, als würde sie etwas stören. Der Wind wehte aus ihrer Richtung und er wusste nun, dass es ihr Geruch war. Wie ein Blitz durchfuhr es ihn. Eine leise Sehnsucht breitete sich in ihm aus. Er wusste nicht, was mit ihm passierte, aber er wusste, dass er sie wollte und dass er es bereuen würde.

Leicht schüttelte er den Kopf und sah sich nach seinen Männern um. Michael grinste ihn verschmitzt an, offensichtlich hatte er alles gesehen. Ihm entging nichts. Sam ärgerte sich über seine Unachtsamkeit. Er knurrte seinen Zweiten an, ein verärgertes leises Heulen entfuhr ihm. Michaels Grinsen verflüchtigte sich und alle stimmten in das Geheul mit ein.