Tidal Obsession: Forbidden Sight band 9

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Summary

„Wissen hat einen Preis – und ich werde ihn mir von deiner Haut holen.“ In einer Welt, in der die Götter die modernen Straßen beherrschen, existiert ein Gesetz, das niemals gebrochen werden durfte: Die Gabe der Prophetie gehört den Frauen. Doch Bonus Deus hat das Unmögliche getan. Er hat das Orakel gestohlen. Jung, gefährlich attraktiv und gezeichnet von glühenden Runen, lebt der stumme Seher isoliert in seinem Loft, während tief unten der Rhythmus der Großen Mutter Cybele die Stadt erzittern lässt. Wer seine Visionen will, muss bereit sein, alles zu opfern. Denn Bonus Deus spricht nicht in Rätseln – er brennt die Zukunft direkt in das Fleisch derer, die es wagen, ihn aufzusuchen. Als Elara sein Heiligtum betritt, sucht sie nach Antworten auf ihre Vergangenheit. Was sie findet, ist eine dunkle Besessenheit, die stärker ist als jedes Schicksal. Bonus Deus beansprucht nicht nur ihre Sicht, sondern ihre gesamte Existenz. Inmitten von blutroten Granatäpfeln, dem Brüllen schwarzer Löwen und der unbändigen Macht der Sexualität muss Elara entscheiden: Will sie ihre Zukunft kennen oder in der verbotenen Ekstase eines Gottes untergehen, der keine Gnade kennt? Tidal Obsession: Forbidden Sight – Wo Vision auf Besessenheit trifft.

Status
Ongoing
Chapters
4
Rating
n/a
Age Rating
18+

Leseprobe Silberne Augen, Brennende Wahrheit

Der Aufzug hielt mit einem kaum merklichen Ruck im obersten Stockwerk des gläsernen Turms. Als die Türen zur Seite glitten, schlug Elara eine Wand aus schwerer, beinahe elektrisch geladener Luft entgegen. Es roch nach verbranntem Salbei, altem Pergament und dem metallischen Beigeschmack eines herannahenden Sturms.

Und dann war da dieser Klang. Ein tiefes, rhythmisches Beben, das nicht von den Straßen Chicagos stammte, sondern aus dem Boden selbst zu kommen schien. Das Klirren von Zimbeln und das dumpfe Schlagen von Tamburinen – der unerbittliche Herzschlag der Großen Mutter Cybele.

Elara trat in das Loft. Es war riesig, minimalistisch und doch von einer archaischen Gewalt durchdrungen. In der Mitte des Raumes, beleuchtet nur vom kalten Schein des Vollmonds, der durch die Deckenkuppel brach, saß er.

Bonus Deus.

Er thronte auf einem Gestell aus geschmiedetem Eisen, den Rücken kerzengerade, die Arme auf den Lehnen. Er war nackt bis auf eine dunkle Seidenhose, die gefährlich tief auf seinen Hüften saß. Sein Körper war ein Kunstwerk aus hartem Stahl und weicher Haut; jeder Muskel an seinem Oberkörper war präzise definiert, wie von einem Bildhauer gemeißelt. Doch es waren die Runen, die Elara den Atem raubten. Sie überzogen seine Brust und seine starken Unterarme wie Narben aus flüssigem Silber, die im Rhythmus des fernen Trommelschlagens schwach pulsierten.

Er öffnete die Augen. Sie waren nicht menschlich. Sie leuchteten in einem blendenden, flüssigen Silber – die Augen eines Mannes, der das Orakel gestohlen und damit die Welt der Götter gegen sich aufgebracht hatte.

„Du hast den weiten Weg gewagt, nur um dich selbst zu verlieren?“, seine Stimme war kein Sprechen, es war ein raues Grollen, das tief in Elaras Knochen vibrierte. Er erhob sich mit einer geschmeidigen, raubtierhaften Eleganz und kam auf sie zu. Er war groß, einschüchternd und strahlte eine sexuelle Dominanz aus, die den Raum wie dichter Nebel füllte.

Elara wollte antworten, doch ihre Kehle war wie zugeschnürt. Als er vor ihr stehen blieb, war sie gezwungen, den Kopf weit in den Nacken zu legen. Die Hitze, die von seinem Körper ausging, war beinahe brennend.

„Man sagt... man sagt, du seist der Einzige, der die Wahrheit sieht“, brachte sie schließlich heraus. Ihr Blick blieb an einer Rune auf seinem Schlüsselbein hängen, die heller zu leuchten begann.

Bonus Deus lachte leise, ein dunkler, gefährlicher Klang. Er hob die Hand und legte seine langen, kräftigen Finger um ihren Hals. Er drückte nicht zu, aber der Besitzanspruch in dieser Geste war absolut. Sein Daumen strich über ihren Puls, der wie verrückt gegen seine Haut hämmerte.

„Die Wahrheit ist ein Gift, Elara“, flüsterte er und beugte sich so tief zu ihr, dass seine Lippen beinahe ihr Ohr berührten. Sein Atem war heiß auf ihrer Haut. „Und ich werde sie dir nicht einfach erzählen. Ich werde sie dir einbrennen. Bist du bereit zu bluten, um zu wissen, was das Schicksal für dich vorgesehen hat?“

Er drängte sie mit einem einzigen, unnachgiebigen Schritt zurück, bis ihr Rücken gegen die kalte Glasscheibe der Fensterfront prallte. Draußen tobte die moderne Welt, doch hier drinnen gab es nur ihn – einen jungen, sexy Gott, der die Regeln der Ewigkeit gebrochen hatte und nun bereit war, ihre Welt in Asche zu legen.

Seine Augen fixierten die ihren, und für einen Moment sah sie darin nicht die Zukunft, sondern nur eine alles verzehrende Dunkelheit.

„Knie nieder“, befahl er leise, und der Silberglanz in seinen Augen wurde zu einem lodernden Feuer. „Und vielleicht erlaube ich dir, einen Blick auf das zu werfen, was du niemals hättest sehen dürfen.“