Create New List
Share with your friends
Customize readability

Verboten Nah

All Rights Reserved ©

Summary

Tessa ist nicht hier, um sich zu verlieben. Sie ist hier, um zu überleben. Zu lernen. Nicht aufzufallen. Bis er auftaucht. Jake ist alles, was sie vermeiden wollte – zu selbstsicher, zu nah, zu gefährlich. Und trotzdem… ist er plötzlich überall. Neben ihr. In ihren Gedanken. In ihrem Leben. Was mit harmlosen Gesprächen beginnt, wird schnell zu etwas, das sie nicht mehr kontrollieren kann. Zu intensiv. Zu echt. Zu viel. Er bringt sie zum Lachen, bringt sie aus der Ruhe… bringt sie dazu, ihm zu vertrauen. Und genau das ist ihr größter Fehler. Denn je näher sie ihm kommt, desto mehr verliert sie sich selbst. Und irgendwann wird sie sich fragen müssen: Hätte sie ihm jemals vertrauen dürfen?

Status
Complete
Chapters
55
Rating
5.0 (5 reviews)
Age Rating
18+

Chapter 1

Ich knie vor meinem halb gepackten Koffer und starre hinein, als würde er mich gleich anstarren und sagen: Bist du dir sicher?

Bin ich mir sicher?

Ich ziehe mein Lieblingsnotizbuch aus dem Regal – das mit den kleinen Eselsohren an den Seiten – und lege es vorsichtig zwischen meine ordentlich gefalteten T-Shirts. Alles muss seinen Platz haben. Ordnung hilft. Ordnung bedeutet Kontrolle.

Und Kontrolle… war schon immer das Einzige, worauf ich mich wirklich verlassen konnte.

„Tessa, hast du alles?“, ruft meine Mom aus der Küche.

Ich atme einmal tief durch. „Fast!“

Fast. So wie alles in meinem Leben.

Ich sehe mich in meinem Zimmer um. Die hellen Wände, die Bücherstapel, die kleine Lichterkette über meinem Bett. Nichts Besonderes. Nie besonders gewesen.

Und ehrlich gesagt… war das okay.

Ich war nie das Mädchen, das alle kannten. Nie die, über die geredet wurde. Keine Partys, keine Dramen, keine Jungs, die plötzlich vor der Tür standen.

Ich hatte meine Ruhe.

Und genau das wollte ich.

Meine Finger streifen über ein altes Foto auf meinem Schreibtisch. Mary und ich. Irgendein Schulfest, ich erinnere mich nicht mal mehr genau welches. Wir lachen, beide mit viel zu großen Getränken in der Hand, als wären wir Teil von etwas Größerem.

Mary war meine Konstante.

Ist sie immer noch.

Während alle anderen sich verändert haben – neue Freundeskreise, neue Versionen von sich selbst – ist sie geblieben. Laut, ehrlich, manchmal ein bisschen zu direkt… aber genau das habe ich an ihr geliebt.

„Du bist viel zu gut für diese Schule“, hat sie einmal zu mir gesagt, als wir zusammen in der Cafeteria saßen. Ich mit meinem Biobuch, sie mit ihrem halb gegessenen Sandwich.

Ich hatte nur gelacht.

Ich war nicht „zu gut“.

Ich war einfach… anders.

Ich mochte es zu lernen. Mochte es, Dinge zu verstehen. Mochte dieses Gefühl, wenn plötzlich alles Sinn ergibt.

Während andere sich darüber beschwert haben, Hausaufgaben zu machen, habe ich mich dabei… sicher gefühlt.

Vielleicht, weil es etwas war, das ich kontrollieren konnte.

Ich schnappe mir den nächsten Stapel Kleidung und lege ihn in den Koffer. Mein Blick bleibt kurz an meinem Spiegel hängen.

Braune Haare, meistens zu einem lockeren Zopf gebunden. Brille. Kein besonderes Make-up. Einfach ich.

Unauffällig.

Und genau das hat mich durch die Highschool gebracht.

Keine Feinde. Aber auch keine große Aufmerksamkeit.

Und das war okay.

Wirklich.

„Tessa?“, diesmal ist es mein Dad. Seine Stimme klingt näher. „Wir wollten gleich los.“

Ich schlucke leicht und sehe mich noch einmal um.

Das hier war mein Zuhause. Der Ort, an dem alles… einfach war.

Meine Eltern waren nie reich. Keine großen Urlaube, keine teuren Geschenke. Mom arbeitet im Büro, Dad in einer kleinen Werkstatt. Normale Jobs. Normales Leben.

Aber wir waren glücklich.

Und das war mehr, als viele andere hatten.

Ich erinnere mich an Abende am Küchentisch. Meine Mom, die über irgendeinen Kunden erzählt, mein Dad, der sich über ein Auto aufregt, das einfach nicht laufen wollte. Und ich, mittendrin, mit meinen Büchern, halb zuhörend, halb lernend.

Es war nichts Besonderes.

Aber es war meins.

Und jetzt… gehe ich.

Ich gehe an die UCLA.

Allein dieser Gedanke lässt mein Herz schneller schlagen.

UCLA.

Ich habe so hart dafür gearbeitet. So viele Nächte, in denen ich gelernt habe, während andere draußen waren. So viele Male, in denen ich „nein“ gesagt habe, wenn ich eigentlich vielleicht auch mal „ja“ hätte sagen können.

Aber es hat sich gelohnt.

Ich werde Medizin studieren.

Ich werde Kinderärztin.

Der Gedanke daran lässt ein kleines Lächeln über meine Lippen huschen.

Kinder waren schon immer… anders für mich. Ehrlich. Ungefiltert. Sie sagen, was sie denken, fühlen, ohne sich zu verstellen.

Vielleicht bewundere ich das.

Vielleicht wünsche ich mir manchmal, ich könnte auch so sein.

Ich schließe den Koffer und ziehe den Reißverschluss zu. Das Geräusch klingt lauter, als es sollte.

Endgültig.

„Ich komme!“, rufe ich und greife nach meinem Koffer.

Als ich die Tür öffne, stehen meine Eltern schon im Flur. Meine Mom lächelt, aber ich sehe dieses leichte Zittern in ihren Augen. Mein Dad verschränkt die Arme, als würde er versuchen, stärker zu wirken, als er sich fühlt.

„Bereit?“, fragt er.

Ich nicke.

Aber in mir drin fühlt sich nichts wirklich bereit an.

Meine Mom kommt auf mich zu und zieht mich in eine feste Umarmung. „Du schaffst das“, flüstert sie.

Ich schließe kurz die Augen.

„Ich weiß.“

Und ich will es wirklich glauben.

Als ich mich löse, sehe ich noch einmal zurück in mein Zimmer. In dieses Leben, das so ruhig, so sicher war.

Vielleicht war ich nie besonders.

Vielleicht war ich nie die, die im Mittelpunkt stand.

Aber ich hatte meinen Weg.

Und jetzt beginnt etwas Neues.

Etwas, das ich nicht mehr komplett kontrollieren kann.

Ich atme tief durch, greife fester nach meinem Koffer und gehe zur Tür.

Ohne zu wissen, dass sich alles ändern wird.

Mehr, als ich mir je hätte vorstellen können.

Let sunny_bear know what you thought about this chapter!
Love this

4

Love this

Funny

0

Funny

Spicy

0

Spicy

Suspenseful

4

Suspenseful

Emotional

1

Emotional

Profound

0

Profound

Heartwarming

1

Heartwarming

Shocking

0

Shocking

Good Writing

5

Good Writing

Compelling Plot

1

Compelling Plot

Great Character

1

Great Character

Strong Dialog

0

Strong Dialog

Further Recommendations

The zatorian

ktkirata: The story is really interesting. How the character described in the story is like you can see them and picture how they move, talk and feel in the every plots. Well done writer and keep it up.

Read Now
The Orc's Pet

JyotiRekha: Great plot Describe the life of orcos moe

Read Now
Alpha’s Claim

11busywoman: Happy ending, strength of love, trust, bond

Read Now
My Blacksmith Savior

Carla Little: This is a great book! I like the story so much I don’t want it to end! I will definitely read it again.

Read Now
To Catch a Ghost, Part 1

Denver: Superb story, can't wait for the other two parts to this. Strong characterisation and story telling.

Read Now
Silver's Second Chance

Ashley: I enjoyed the story. It was a short one so the fast pace fit. I think something should be put in to show a time jump between paragraphs like a "****" just to make it easier to follow when we skip to the next day week or month. Over all a good read.

Read Now
Ruthless Lord

NeenaJ: Well written and captivating

Read Now
THE WOMAN HE BOUGHT

jonahlee: at first i though it was a historical romance but realized it was a modern novel.I loved it ,great storyline

Read Now
[Moving to Galatea 11/5] What We Never Healed

Eileen Hulme: I liked the wringThe story is breathtaking.I’m only half way through but it’s a very good write

Read Now
Verboten Nah