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Nothing but Everything

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Summary

Melissa versucht nach einem schweren Schicksalsschlag den Fuß in die Zukunft zu setzen, während sie am Anderen immer wieder in die Vergangenheit zurückgezogen wird. Es fällt ihr schwer ihrem inneren Kind zu verzeihen und sich endlich wieder frei im Leben bewegen zu können. 'Für ihn bedeutete es scheinbar nichts aber für mich bedeutete es alles.'

Genre
Romance
Author
rewrixe
Status
Complete
Chapters
61
Rating
5.0 (1 review)
Age Rating
18+

Kapitel 1

Wir heben ab und lassen New York im fahlen Grau zurück. Obwohl ich in Manhattan aufgewachsen bin, habe ich eine Abneigung gegen die Stadt entwickelt, besonders nach einem Jahr an der University of North Florida. Hier sitze ich nun im Flugzeug, auf dem Weg zurück. Jacksonville ist so ruhig, im starken Kontrast zu New York, und es fühlt sich an, als wäre es Meilen entfernt von allem, was ich kenne. Nolan streicht beruhigend über meinen Arm, ein breites Lächeln auf seinem Gesicht. Er freut sich genauso sehr auf Jacksonville wie ich. Wir sind beste Freunde, seit wir denken können, und natürlich haben wir uns für dasselbe College entschieden. Nachdem wir letztes Jahr in einem Wohnheim auf dem Campus gewohnt haben, sind wir umso glücklicher, dass wir dieses Jahr zusammen in eine Wohnung außerhalb des Campus ziehen werden. Unsere Wohnsituation im letzten Semester war miserabel. Ich hatte eine Mitbewohnerin, die ständig am telefonieren war, und Nolan wurde ständig ausgesperrt, wenn sein Mitbewohner jemanden mitbrachte, was ziemlich oft vorkam. Also haben wir uns vor den Sommerferien auf die Suche nach einer passenden möblierten Wohnung gemacht. Die Vorfreude ist riesig. Obwohl ich die ganze Nacht wachlag, kann ich auch jetzt nicht schlafen. Die Aufregung ist einfach zu groß.

“Morgen könnten wir einkaufen gehen”, unterbricht Nolan meine Gedanken. “Mal schauen, was wir noch für die Wohnung brauchen könnten.”

“Die Wohnung ist möbliert, und wir haben schon alles, was wir brauchen”, erwidere ich.

“Ich meine Dekoration oder so, damit unsere Wohnung nicht so langweilig aussieht”, erklärt Nolan.

“Ich habe sowieso schon genug Ausgaben”, sage ich. “Ich werde kein Geld für unnötige Dinge ausgeben.”

Letztes Jahr habe ich als Kellnerin gearbeitet, um mein Studium zu finanzieren, zumindest einen Teil davon. Meine Eltern bezahlen zwar das Studium, aber ich habe für die Unterkunft und die Verpflegung selbst aufkommen müssen. Jetzt muss ich die Miete für die Wohnung auch selbst tragen. Ich kann es mir nicht leisten, Geld für dekorativen Schnickschnack auszugeben.

“Weißt du”, fährt Nolan fort, “ich könnte die Miete auch alleine zahlen. Das wäre überhaupt kein Problem.”

“Wohl eher könnten deine Eltern die Miete alleine zahlen”, entgegne ich etwas sarkastisch und verdrehe die Augen.

Nolan hat mir schon seit letztem Jahr gesagt, dass ich nicht nebenbei arbeiten muss, aber ich möchte das nicht annehmen. Nachdem ich im letzten Jahr auf der High School fast nichts mehr auf die Reihe bekommen habe, habe ich mir geschworen, selbstständiger zu werden. Selbst wenn ich Leute habe, die mir immer helfen werden, möchte ich so leben, als ob ich niemanden hätte. Denn man weiß nie, wer bleibt oder nicht. Ich möchte mich nicht zu sehr auf einen einzigen Menschen verlassen. Andernfalls würde ich wieder in Selbstmitleid, Trauer und Wut versinken, wenn dieser plötzlich nicht mehr da wäre. Ich möchte lernen, mir selbst zu helfen, selbst in den schwierigsten Zeiten.

Nolan sagt eine Zeit lang nichts mehr. Vielleicht hätte ich etwas ruhiger antworten sollen. Obwohl er mich wegen dieser Sache schon seit Ewigkeiten nervt, will er mir doch nur helfen.

Das Flugzeug beginnt langsam an Höhe zu verlieren, und der vertraute Flughafen wird immer deutlicher. Nolan ist vorhin eingeschlafen, aber als der Pilot die Landung ankündigt, wecke ich ihn. Unsere Freude breitet sich so aus, dass die angespannte Stimmung von vorhin einfach verschwindet. Wir lächeln uns gegenseitig an und vergessen alles um uns herum. Ich weiß sofort, dass Nolan dasselbe denkt wie ich. Endlich haben wir unsere eigene Wohnung, keine Probleme mehr mit Mitbewohnern, keine lauten Nachbarn, die uns beim Lernen stören, und kein ständiger Geruch von Alkohol und Marihuana. Wir sind so vertieft in unser telepathisches Gespräch, dass wir die Landung fast verpassen. Plötzlich berühren die Räder den Asphalt, und mein Herz rast vor Aufregung. Obwohl ich dasselbe vor einem Jahr schon erlebt habe, mischen sich Nervosität und Sorgen unter meine Freude. Ich muss mir wieder einen Job suchen, genug für die Prüfungen lernen und mich in der neuen Wohnung einleben. Ich bin froh, dass wir zwei Wochen Zeit haben, bevor die Uni wieder losgeht. Hoffentlich reicht die Zeit für alles.

Mit all unserem Gepäck steigen wir in das nächste Taxi, das wir erwischen können.

“Hey Mel!“, ruft Nolan. “Was werden wir als erstes machen?”

“Auspacken”, antworte ich kurz.

“Ja, ich weiß, aber ich meine, nach dem Auspacken. Wir haben zwei Wochen Zeit, bevor die Uni wieder beginnt. Was möchtest du in dieser Zeit tun?”

“Ich werde mich vorbereiten müssen. Ich muss noch einen Job finden, bevor es losgeht.”

Nolan rollt mit den Augen und starrt aus dem Fenster, während wir fahren. Ich fühle mich schuldig. Wir sind beste Freunde seit unserer Kindheit, aber in letzter Zeit bin ich ihm gegenüber ziemlich abweisend. Dennoch ist er immer für mich da, auch wenn ich ihn oft verletze.

Ich schaue aus dem Fenster und denke über mein Verhalten nach. Hochhäuser verwandeln sich langsam in Wohnhäuser, und der Asphalt zu Wiesen. Das ist einer der Gründe, warum ich die University of North Florida gewählt habe. Sie liegt nicht direkt in der Stadt, sondern ist von Wäldern und Wiesen umgeben und nicht so weit vom Strand entfernt. Es ist zwar Jacksonville, aber außerhalb des städtischen Trubels. Ich weiß jetzt schon, dass ich nicht für immer in New York bleiben möchte. Irgendwann, wenn ich mein Studium abgeschlossen habe, werde ich eine Zeit lang im Ausland arbeiten, vielleicht in Europa oder anderswo. Aber das liegt noch in weiter Ferne, bevor ich mich entscheiden muss, was genau ich tun werde.

Wir erreichen die Siedlung, in der sich unsere Wohnung befindet. Hier wohnen einige Studenten, und sie ist in der Nähe der Uni und ziemlich erschwinglich. Wir waren letztes Jahr auf einigen Studentenpartys in dieser Gegend. Es gibt auch Verbindungshäuser in der Nähe. Wir haben Glück gehabt, diese Wohnung zu bekommen. Normalerweise sind sie immer vergeben, aber jetzt parken wir vor einem zweistöckigen Gebäude, in dem wir bald eine Wohnung beziehen werden.

Wir steigen aus und holen unsere Koffer aus dem Auto, als uns auffällt, dass wir offenbar nicht die einzigen sind, die in dieses Haus einziehen. Ein weiteres Auto parkt vor der Wohnanlage, und drei Männer mit Koffern bewegen sich in Richtung Haustür.

“Hey, zieht ihr auch hier ein?” fragt Nolan die drei.

Sie drehen sich gleichzeitig zu uns um und legen dann ihre Koffer ab.

“Wir haben diese Wohnung schon seit letztem Jahr. Wir sind gerade von Orlando hierher zurückgekommen”, sagt einer der Jungs. Er hat dunkelbraunes Haar und ist mindestens einen Kopf größer als ich.

“Ihr seid Studenten, richtig?” fragt er weiter. Nolan und ich nicken als Antwort.

“Ich bin Aiden. Ich warne euch, es kann ziemlich laut bei uns werden, aber wenn wir euch mal stören, sagt einfach Bescheid, damit wir leiser sein können, oder schließt euch einfach unserer Party an. Wie ihr wollt.“, erklärt er mit einem Schmunzeln.

Es entwickelt sich ein Gespräch, bei dem ich kaum etwas sage. Ich war schon immer ruhig, während Nolan das genaue Gegenteil ist, extrovertiert und kommt leicht ins Gespräch. Die anderen beiden heißen Ethan und Luke. Ethan hat schwarze Haare und braune Augen, Luke ist blond und blauäugig. Alle sind groß und kräftig, wobei Aiden mit Abstand der größte ist. Sie studieren wie wir an der UNF und sind Teil des Basketballteams, was einiges erklärt. Mit der Zeit versinke ich in meinen Gedanken und bekomme das Gespräch nicht mehr richtig mit. Wir stehen bereits seit zehn Minuten vor der Tür, und ich möchte endlich in unsere Wohnung und mit dem Auspacken beginnen. Ich bin so müde. Ich habe seit 24 Stunden nicht geschlafen. Trotzdem möchte ich das Gespräch nicht abrupt beenden.

“Heute treffen sich Studenten am Strand. Ihr seid eingeladen, wenn ihr möchtet”, sagt Aiden und beendet schließlich das Gespräch.

Wir gehen alle durch die Haustür. Die Wohnung der drei Jungs befindet sich im Erdgeschoss auf der linken Seite, und unsere liegt genau gegenüber. Wir haben einen Code für den Schlüsselsafe bekommen, der an der Wand im Flur hängt. Nolan gibt den Code ein und holt zwei Schlüssel mit unseren Namen darauf heraus. Endlich ist es soweit, unsere eigene Wohnung. Nolan grinst mich an, bevor er die Wohnungstür öffnet. Obwohl wir die Wohnung schon vor ein paar Monaten bei der Besichtigung gesehen haben, sieht sie jetzt ganz anders aus. Damals haben noch zwei andere Studentinnen hier gewohnt. Sie ist zwar voll möbliert, aber jetzt wurde alles entfernt, was ihnen gehört hat. Im Flur führen zwei Türen auf der linken Seite zu Badezimmer und WC. Auf der rechten Seite führen zwei Türen zu zwei gleich großen Zimmern, die durch große Fenster hell beleuchtet sind und mit Bett, Kleiderschrank und Schreibtisch ausgestattet sind. Geradeaus durch den Flur befindet sich ein großer Wohn-Essbereich mit einer kleinen Küche. Vom Wohnzimmer führt eine Glastür zu einer kleinen Terrasse, die mit einer Sitzgarnitur ausgestattet ist.

“Was meinst du? Gehen wir heute Abend zur Strandparty?” fragt Nolan, nachdem wir unsere Koffer im Wohnzimmer abgestellt haben.

“Ich weiß nicht. Eigentlich möchte ich nur auspacken und dann schlafen”, antworte ich. Ich fühle mich schlecht, dass ich heute wirklich jede Frage von Nolan verneint habe. Ich möchte nicht zur Strandparty gehen, aber ich möchte ihn auch nicht wieder enttäuschen.

“Komm schon! Es ist erst 10 Uhr morgens. Du kannst auspacken und trotzdem noch schlafen. Ich weiß, dass du ab morgen mit Uni und Job beschäftigt sein wirst. Komm wenigstens heute mit.”

“Okay... aber nur dieses eine Mal”, stimme ich widerwillig zu, und Nolans Hände ballen sich triumphierend zu Fäusten. Er freut sich so sehr darüber, dass selbst ich mich mit ihm freuen muss. Er hat recht. Ab morgen werde ich so beschäftigt sein, dass ich keine Zeit für mich selbst haben werde. Ich sollte wenigstens den ersten Abend mit Nolan verbringen und etwas Spaß haben.

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Compelling Plot

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Strong Dialog

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