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Amanda Dawson: Ein letzter Fall

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Summary

Die letzte Maske ist gefallen. Amanda Dawson kennt endlich den Strippenzieher hinter allem, was Bright Falls in den vergangenen Monaten erschüttert hat. Gemeinsam mit der Dawson Crew setzt sie alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen und Gerechtigkeit für die Opfer zu erzwingen. Doch während Amanda glaubt, ihrem größten Feind näher zu kommen, zieht bereits eine neue Dunkelheit über der Stadt auf. Eine düstere Prophezeiung offenbart das mögliche Schicksal der Dawson Crew und plötzlich steht mehr auf dem Spiel als nur ein weiterer Fall. Freundschaften, Vertrauen und Opferbereitschaft werden auf eine harte Probe gestellt. Zur gleichen Zeit geschehen auf dem Friedhof von Bright Falls unheimliche Dinge: Gräber werden geöffnet, Leichen verschwinden spurlos. Wurden sie gestohlen? Oder sind sie tatsächlich von den Toten auferstanden? Amanda Dawsons letzter Fall in Bright Falls verlangt ihr alles ab. Der Kampf zwischen Gut, Böse und allem, was dazwischen lauert, beginnt und dieses Mal könnte niemand unversehrt daraus hervorgehen.

Status
Complete
Chapters
26
Rating
5.0 (3 reviews)
Age Rating
18+

Kapitel 1 - Küstenfest mit Todesfolge

Das diesjährige Küstenfest fand am Strand von Bright Falls statt. Für unsere Stadt war es jedes Jahr eines der größten Ereignisse. Menschen aus dem gesamten Seaside County kamen dafür an die Küste, um gemeinsam den Beginn des Frühlings zu feiern.

Drei Monate waren seit der Flutkatastrophe vergangen. Drei Monate, in denen Bright Falls versucht hatte, sich wieder aufzurichten.

Die Schäden waren noch überall sichtbar. An einigen Häusern fehlten Fenster, Fassaden waren notdürftig ausgebessert worden, und an den Straßenrändern standen weiterhin Container voller Schutt. Trotzdem kehrte mit jedem Tag ein kleines Stück des alten Stadtbildes zurück.

Heute fühlte sich Bright Falls zum ersten Mal seit Langem wieder lebendig an.

Zwischen den Ständen hingen bunte Wimpelketten, die sich im Wind bewegten. Musik drang über den Strand, Kinder rannten lachend durch den Sand, und der Geruch von gebratenen Zwiebeln, Zuckerwatte und salziger Meeresluft ließ beinahe vergessen, was hier vor wenigen Monaten geschehen war.

Denn noch immer lag ein Schatten über der Stadt.

Blackwood Industries hatte aus einem Teil des County Parks ein Industriegebiet gemacht und rund um den Riss eine Sperrzone errichtet. Hohe Zäune, Wachposten und Warnschilder hielten die Menschen fern. Herold Blackwood forschte dort unermüdlich weiter, als wäre der Riss lediglich ein wissenschaftliches Rätsel und keine Bedrohung, die uns schon mehr als einmal beinahe alles gekostet hatte.

Ich wartete nur auf den Tag, an dem das Chaos erneut ausbrechen würde.

Doch heute wollte ich wenigstens versuchen, nicht ständig daran zu denken.

Ace und ich liefen gemeinsam über das Küstenfest und hatten es uns offenbar zur Aufgabe gemacht, jeden einzelnen Essensstand auszuprobieren. Zumindest fühlte es sich so an. Wir hatten bereits Pommes, frittierte Garnelen und kleine Teigbällchen gegessen, und Ace hielt nun einen Holzspieß mit einer halben Bratwurst in der Hand.

Er blieb plötzlich stehen und betrachtete mich mit einem amüsierten Funkeln in den Augen.

„Du hast da Ketchup“, sagte er grinsend und deutete mit dem Holzspieß auf meinen Mund.

Ich fuhr mir mit der Zunge über die Lippen. „Weg?“

Ace schüttelte langsam den Kopf. „Nein. Andere Seite.“

Ich versuchte es noch einmal und sah ihn fragend an. „Jetzt?“

Er nickte zufrieden. „Jetzt.“

Bevor ich etwas erwidern konnte, beugte er sich vor und küsste mich. Es war nur ein kurzer Kuss, aber er sorgte trotzdem dafür, dass ich lächeln musste.

Wir waren mittlerweile offiziell ein Paar, und es fühlte sich noch immer ungewohnt, aber gleichzeitig wunderschön an. Ace war aufmerksam, geduldig und brachte mich selbst dann zum Lachen, wenn ich glaubte, dass mir überhaupt nicht danach war.

Wenn ich im Nachhinein an all unsere gemeinsamen Momente dachte, war ich wahrscheinlich schon an dem Tag in ihn verliebt gewesen, an dem wir uns damals an der Universität in der Bibliothek kennengelernt hatten. Vielleicht hatte ich es nur nie bemerkt oder ich hatte es nicht bemerken wollen.

Das bedeutete nicht, dass ich Shane nie geliebt hatte. Ich war noch immer nicht vollständig über ihn hinweg. Manche Gefühle verschwanden nicht einfach, nur weil eine Beziehung endete. Doch wenn ich sah, wie glücklich er jetzt mit Tessa war, wusste ich, dass er mit mir niemals so glücklich geworden wäre. Vielleicht waren wir füreinander nur eine Zwischenstation gewesen. Ein wichtiger Teil unseres Lebens, aber nicht das Ziel.

Wir warfen unseren Abfall in einen Eimer und gingen weiter.

Überall liefen Kinder, Familien und Freundesgruppen über das Fest. Einige standen am Rand einer künstlich angelegten Wasserbahn und jubelten den kleinen gelben Plastikenten beim Entenrennen zu. In einem Gatter meckerten Ziegen, die sich von Kindern streicheln und füttern ließen. Nicht weit davon entfernt fand ein Hotdog-Wettessen statt, bei dem die Zuschauer die Teilnehmer lautstark anfeuerten.

Die Sonne schien vom fast wolkenlosen Himmel, das Meer glitzerte hinter den Ständen, und für einen kurzen Moment wirkte alles beinahe perfekt.

Dann entdeckte ich einen großen Pappaufsteller, der vor einem kleinen Fotostand aufgebaut war. Darauf war eine Kuh mit ausgeschnittenem Kopf zu sehen.

Ich blieb stehen. „Mach ein Foto.“

Ace sah von mir zu der Kuh. „Das meinst du ernst, oder?“

„Natürlich.“

Ich ging hinter den Aufsteller, beugte mich vor und steckte meinen Kopf durch die Öffnung. Ace nahm sein Handy aus der Tasche und richtete die Kamera auf mich.

„Steht dir“, sagte er.

„Mach einfach das Foto.“

Der Blitz leuchtete auf.

Ich zog meinen Kopf wieder zurück und ging zu ihm. „Jetzt du.“

Ace hob abwehrend die Hand. „Nein.“

Ich nahm ihm das Handy ab. „Doch.“

„Amanda.“

„Ace.“

Er seufzte übertrieben, ging hinter den Aufsteller und steckte schließlich seinen Kopf durch das Loch. Dabei blickte er so wenig begeistert, als wäre er gerade verhaftet worden.

Ich hob das Handy. „Lächeln.“

„Vergiss es.“

Der Blitz leuchtete erneut auf.

Als ich mir das Foto ansah, konnte ich nicht anders, als laut loszulachen. Ace sah darauf aus, als wäre er gerade von einem Auto erfasst worden.

„Was ist?“ Er kam hinter dem Aufsteller hervor und blickte über meine Schulter auf den Bildschirm. Seine Augen wurden groß. „Ach du Scheiße. Mach ein neues.“

Er griff nach dem Handy, doch ich zog es schnell weg.

„Auf gar keinen Fall. Das muss ich meinen Eltern schicken.“

Ace sah mich entsetzt an. „Bitte nicht.“

Ich lachte inzwischen so laut, dass sich bereits ein paar Leute nach uns umdrehten. „Zu spät.“

Ich tippte auf Senden.

„Amanda.“

„Es ist schon raus.“

„Das kriegst du zurück.“

Er legte seine Hände an meine Seiten und begann, mich zu kitzeln. Ich zuckte zusammen, versuchte mich wegzudrehen und stieß dabei beinahe gegen den Pappaufsteller.

„Hör auf!“, brachte ich lachend hervor.

Ace nutzte den Moment, schnappte sich sein Handy und steckte es wieder in die Tasche.

„Jetzt kann ich es trotzdem nicht mehr löschen“, sagte er.

„Genau das war der Plan.“

„Du bist furchtbar.“

„Und trotzdem bist du mit mir zusammen.“

Ich stieß ihn leicht mit dem Ellenbogen an, während er grinste.

In diesem Moment kam Sheriff Wilson auf uns zu. In einer Hand hielt er eine große Tüte Popcorn. Ich war so überrascht, ihn einmal ohne Uniform zu sehen, dass ich ihn beinahe nicht erkannt hätte. Er trug Jeans, ein kariertes Hemd und eine dunkle Jacke. Ohne seinen Sheriffhut wirkte er plötzlich viel weniger einschüchternd.

Sein Haar war für sein Alter schon ziemlich dünn geworden. Bei dem Stress in diesem Beruf wunderte mich das allerdings nicht.

Ich musterte ihn gespielt kritisch von oben bis unten. „Wer steht denn da vor mir?“

Wilson hob eine Augenbraue. „Das Gleiche könnte ich von Ihnen behaupten.“ Er warf sich etwas Popcorn in den Mund. „Sie sehen erholt aus.“

Ich strich mir eine Haarsträhne hinters Ohr und zuckte mit den Schultern. „Erholt vielleicht. Aber eine gewisse Anspannung bleibt, solange der Riss geöffnet ist.“

Sofort veränderte sich sein Gesichtsausdruck. Sheriff Wilson sah sich nervös um, als wolle er überprüfen, ob jemand unser Gespräch belauschte.

„Lassen Sie uns ein Stück gehen“, sagte er leiser.

Er legte mir kurz eine Hand an den Rücken und deutete Ace an, uns zu folgen. Gemeinsam entfernten wir uns von den dicht gedrängten Ständen und gingen in Richtung eines Strohballenlabyrinths, das am Rand des Festgeländes aufgebaut worden war. Dort waren weniger Menschen unterwegs, und die Musik war nur noch gedämpft zu hören.

„Sie sollten die Sache hinter sich lassen“, begann Wilson. „Ich weiß, dass Herold Blackwood schlimme Dinge getan hat. Aber im Moment sieht es so aus, als wäre alles unter Kontrolle.“

Ich blieb stehen und sah ihn an. „Unter Kontrolle?“

Ace räusperte sich. „Herold Blackwood ist ein Mörder. Er hat Carl Madison umgebracht, damit er die alleinige Kontrolle über den Riss bekommt.“

Wilson zog die Stirn kraus. „Das können wir nicht beweisen. Es gibt keine Spuren, keine Zeugen und keine belastbaren Beweise.“

„Aber er war es“, sagte ich und verschränkte die Arme vor der Brust.

Sheriff Wilson antwortete nicht sofort. Stattdessen sah er kurz zu Boden und seufzte. Schließlich nickte er.

„Wie gesagt“, erwiderte er, „beweisen können wir es trotzdem nicht.“

„Also soll ich einfach gar nichts tun?“, hakte ich nach.

Wilson verdrehte die Augen, als hätte er genau mit dieser Frage gerechnet. „Sie haben doch sicherlich genug andere Dinge zu tun.“

Sofort musste ich an die fehlenden Leichen auf dem Friedhof denken. Mehrere Gräber waren ausgegraben worden, und die Körper darin waren verschwunden.

„Da fehlen mir die Anhaltspunkte“, sagte ich.

„Dad!“

Die Stimme eines kleinen Mädchens erklang aus einiger Entfernung. Sheriff Wilson schaute auf. Am Eingang des Festgeländes winkte ein Mädchen in einer roten Jacke aufgeregt zu uns herüber.

„Meine Tochter ruft mich.“ Wilson legte mir eine Hand auf die Schulter. Sein Blick wurde ernster. „Fangen Sie von vorne an.“

„Was soll das heißen?“

Doch er antwortete nicht mehr. Er drehte sich um und ging zu seiner Tochter.

Ich sah ihm ungläubig hinterher. Ich konnte nicht verstehen, dass der Sheriff nach allem, was wir wegen Herold Blackwood durchgemacht hatten, einfach aufgeben wollte. Blackwood war ein absolutes Arschloch und ein Mörder.

„Kannst du das glauben, Ace?“

Ace schüttelte langsam den Kopf. „Ehrlich gesagt bin ich etwas enttäuscht.“

Bevor ich etwas sagen konnte, ertönte ein lauter Schrei aus dem Strohballenlabyrinth.

Ich fuhr herum.

Ein zweiter Schrei folgte, schrill und voller Panik.

Ohne nachzudenken, rannte ich zum Eingang des Labyrinths. Ace folgte mir dicht hinterher. Die hohen Strohballen versperrten uns die Sicht. Immer wieder hörte ich Schreie, doch durch die engen Gänge ließ sich nicht erkennen, aus welcher Richtung sie kamen.

Ich bog links ab, dann rechts, stieß auf eine Sackgasse und lief zurück.

„Hier entlang!“, rief ich.

Meine Schritte wirbelten Stroh und Sand auf. Der süßliche Geruch des trockenen Strohs lag schwer in der Luft. Ein weiterer Schrei hallte zwischen den Wänden wider, diesmal näher.

Schließlich bog ich um eine Ecke und blieb abrupt stehen.

Ein kleines Mädchen stand mitten im Gang. Es hatte beide Hände vor den Mund geschlagen und starrte auf eine Leiche, die vor ihm auf dem Boden lag.

Die Haut der Toten war unnatürlich blass. Erde und dunkler Dreck klebten an ihrem Hals und an ihrer Kleidung. Aus ihren Augen waren schmale Blutspuren über die Wangen gelaufen, doch das Blut war längst getrocknet. Auch an den Ohren und am Mund waren dunkle Ränder zu erkennen.

Sie musste schon länger hier liegen.

Auf ihrer Stirn war ein einziges Wort eingeritzt worden.

Sünder.

Mir stockte der Atem.

Diese Methode kam mir auf erschreckende Weise bekannt vor.

Ace reagierte als Erster. Er ging zu dem Mädchen, kniete sich neben sie und nahm vorsichtig ihre Hand.

„Komm“, sagte er ruhig. „Wir suchen deine Eltern.“

Das Mädchen ließ sich von ihm fortführen. Als die beiden um die Ecke verschwanden, zog ich schnell mein Handy hervor und machte ein Foto von der Leiche.

Das Blut aus Augen, Ohren und Mund. Das eingeritzte Wort auf der Stirn. Der blasse Körper.

Ein unangenehmes Gefühl kroch mir den Rücken hinauf. Bilder aus der Vergangenheit blitzten vor meinem inneren Auge auf.

„Amanda!“, hörte ich Sheriff Wilson irgendwo im Labyrinth rufen.

„Ich bin hier!“, rief ich zurück.

Seine Schritte kamen näher, bis er um die Ecke kam und plötzlich stehen blieb, als er sie sah. „Ach du scheiße.“

„Das können Sie laut sagen.“

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Shocking

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Good Writing

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Compelling Plot

2

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Great Character

2

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Strong Dialog

2

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author

Amanda und Ace sind jetzt offiziell ein Paar, das dachte ich mir schon. Es fing ja schon im letzten Teil mit ihnen an, aber dass Shane jetzt mit Tessa zusammen ist, darauf wäre ich nie gekommen.
Beide Paare sind glücklich und das ist das Wichtigste.
Und schon wieder haben Amanda und Ace eine neue Leiche gefunden. Ob das mit dem Riss zusammen hängt und der Fall mit den verschwundenen Leichen vom Friedhof sind ja auch noch nicht aufgeklärt.

a month
2
author

Es war gerade etwas Ruhe eingekehrt in Bright Falls, eine trügerische Ruhe...

a month
2
author

ok, es geht dem Ende des letzten Teils angemessen weiter. Ein kleines Mädchen stolpert sozusagen über eine Leiche. Amanda und Ace sind als erstes bei dem geschockten Mädchen.

a month

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