Kapitel 1: Der erste Schlag
Die steinernen Mauern der Festung Starkfurt ragten majestätisch über die schroffen Gipfel des Gebirges, ein Bollwerk gegen die Dunklen Ritter, die wie Schatten über das Land zogen. Der Geruch von feuchtem Moos und brennendem Holz lag in der Luft, während Norfgart, der Ausbilder, entschlossen an der Frontlinie stand. Seine Augen waren fest auf die herannahenden Feinde gerichtet, die in einer unaufhörlichen Welle auf die Festung zustürmten. „Wir können das schaffen!“, rief er, seine Stimme dröhnte über das Schlachtfeld. „Für Starkfurt! Für unsere Heimat!“ Neben ihm stand Nok, schmal und mit großen, neugierigen Augen, die nun von einer neuen Entschlossenheit erfüllt waren.
Nok hatte seine Nervosität überwunden und fühlte sich mutig, bereit, an der Seite seines Lehrers zu kämpfen. In seiner Hand hielt er sein Holzschwert, das ihm wie ein echter Schild schien, als er es fest umklammerte. Die Dunklen Ritter schienen unaufhaltsam, doch in Nok brodelte ein Gefühl, das er nicht länger ignorieren konnte. „Ich werde kämpfen, Norfgart“, murmelte er, während er sich an die Worte seines Ausbilders erinnerte. „Ich werde nicht weglaufen.“ Norfgart nickte, ein stolzes Lächeln spielte auf seinen Lippen, während er den jungen Mann ansah. „Das ist der Geist, den wir brauchen, Nok. Zeig ihnen, dass wir nicht weichen werden!“
Die ersten Pfeile flogen über die Mauer, einige prallten mit einem lauten Klirren gegen die steinernen Wände, während andere in die Menge der Verteidiger einschlugen. Norfgart zog sein Schwert aus der Scheide und hob es hoch, das Licht der untergehenden Sonne spiegelte sich auf der Klinge. „Haltet die Linie! Verliert nicht den Mut!“, rief er und seine Worte hallten durch die Reihen der Kämpfer. Nok sah zu, wie die Männer um ihn herum sich auf den Kampf vorbereiteten, ihre Gesichter angespannt, aber entschlossen. Er fühlte, wie sein Herz schneller schlug, als er das Adrenalin durch seine Adern pumpen spürte.
„Hier kommen sie!“, schrie einer der Wachen, als die Dunklen Ritter näher rückten. Ihre Rüstungen glänzten düster, und das Geräusch ihrer schweren Schritte hallte wie ein unheilvolles Trommeln in Noks Ohren. Er trat einen Schritt vor, das Holzschwert fest in der Hand, und fühlte sich plötzlich stärker. „Ich bin bereit“, flüsterte er leise zu sich selbst, während er sich an Norfgart wandte. „Was soll ich tun?“ Norfgart blickte ihn an, seine Augen voller Vertrauen. „Bleib an meiner Seite, Nok. Wir kämpfen zusammen.“
Die Dunklen Ritter stürmten voran, und die ersten Kämpfer der Ritter Orden trafen auf sie. Ein ohrenbetäubender Lärm erfüllte die Luft, das Klirren von Klingen und das Geschrei der Kämpfer vermischten sich zu einem chaotischen Konzert des Krieges. Nok fühlte, wie die Angst wieder in ihm aufstieg, doch Norfgarts ruhige Präsenz hielt ihn fest. „Atme, Nok. Konzentriere dich. Du bist nicht allein.“ Die Worte seines Lehrers waren wie ein Anker, und Nok zwang sich, den Blick auf den Feind zu richten.
Mit einem kräftigen Schwung seines Holzschwerts stieß Nok vor, als ein Dunkler Ritter näher kam. Der Ritter war größer und stärker, und Nok spürte, wie sein Mut kurzzeitig schwankte. „Komm schon, Nok!“, rief Norfgart, der neben ihm kämpfte und einen weiteren Ritter mit einem präzisen Schlag niederstreckte. „Zeig ihnen, dass du ein Kämpfer bist!“ Nok holte tief Luft und ließ den Zweifel hinter sich. Er sprang vor und traf den Ritter am Schienbein, was diesen kurz ins Wanken brachte. Ein Gefühl des Triumphes durchströmte ihn.
„Gut gemacht, Nok!“, rief Norfgart, während er einen weiteren Feind abwehrte. „Halte durch! Für Starkfurt!“ Die Worte seines Lehrers brannten sich in Noks Gedächtnis ein. Er fühlte sich jetzt nicht mehr wie ein Schüler, sondern wie ein echter Kämpfer, der für seine Heimat kämpfte. Die Dunklen Ritter schienen unaufhaltsam, aber mit jedem Schlag, den er führte, wuchs sein Selbstvertrauen. Er war nicht mehr der ängstliche Junge von zuvor. Er war ein Teil dieser Verteidigung, ein Teil des Kampfes.
Die Dunklen Ritter drängten weiter vor, und die Verteidiger der Festung kämpften verzweifelt, um ihre Heimat zu schützen. Norfgart war in seinem Element, seine Bewegungen waren präzise und kraftvoll, während er die Angriffe der Feinde parierte. Doch Nok bemerkte, dass die Zahl der Verteidiger allmählich abnahm. „Norfgart, wir müssen etwas unternehmen!“, rief er, als er einen weiteren Ritter niederstreckte. „Wir können sie nicht länger aufhalten!“ Norfgart sah ihn an, seine Augen funkelten vor Entschlossenheit. „Wir müssen standhalten! Jeder von uns zählt!“
Plötzlich ertönte ein lauter Schrei, und Nok drehte sich um. Ein verletzter Verteidiger lag am Boden, und die Dunklen Ritter drängten sich auf ihn zu. „Nein!“, rief Nok und rannte los, das Holzschwert fest in der Hand. Er fühlte, wie die Panik in ihm aufstieg, aber er konnte nicht wegsehen. Er musste helfen. „Nok, warte!“, rief Norfgart, doch es war zu spät. Nok sprang vor, schwang sein Schwert und traf den ersten Ritter, der sich dem verletzten Mann näherte. „Ich lasse euch nicht zu ihm!“
Die Dunklen Ritter waren überrascht von Noks Mut, und für einen kurzen Moment hielt die Zeit an. In diesem Augenblick begriff Nok, dass er nicht mehr der schüchterne Schüler war. Er war ein Kämpfer, und sein Herz schlug für Starkfurt. „Für unsere Heimat!“, schrie er und stürzte sich in den Kampf, bereit, alles zu geben.








