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Alphas Embrace - Nixon - Wilde

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Zusammenfassung

🚨 Überarbeitete Vollversion bei Amazon/Kindl 🚨 „Du bist mein Schicksal - aber der Preis für unsere Verbindung ist zu hoch.“ Als Harper nach Nixon kommt, nur um ihre Großmutter zu besuchen, und verkündet, dass sie bleiben will, verändert sich mein Leben auf eine Weise, die ich nie für möglich gehalten hätte. Denn die tief verwurzelten Traditionen und Regeln meines Rudels, die ich immer respektiert habe, erscheinen mir plötzlich lächerlich. Eine Flucht vor der Vergangenheit. Eine Rückkehr zur Familie. Und ein Mann, den sie nicht lieben darf. Was für Harper Green als harmloser Familienbesuch beginnt, löst eine Kettenreaktion aus, die die geheimen Traditionen und Gesetze unserer Stadt in Frage stellt. Ihre Ankunft in Nixon wird zu einer gefährlichen Reise in eine Welt, die sie nie für möglich gehalten hätte - vor allem, als sie Wilde Donovan begegnet, dem geheimnisvollen und verführerischen Mann, zu dem sie sich sofort unwiderstehlich hingezogen fühlt. Doch was zwischen den beiden entsteht, ist alles andere als einfach: Die uralten Gesetze verbieten eine Verbindung zwischen ihnen. Und doch kann Wilde seine Gefühle nicht verleugnen. Zerrissen zwischen der Faszination der verbotenen Liebe und den düsteren Geheimnissen, die um sie herum verborgen liegen, wird Harper von ihrer eigenen Vergangenheit verfolgt. In einem Wettlauf gegen die Zeit erfährt sie mehr über

Genre:
Erotica
Autor:
Jum T.
Status:
Auszug
Kapitel:
4
Rating
5.0 25 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1 - LP

Wilde

Mir steigt der Geruch von Papier und alten Druckerpatronen in die Nase, als ich mit geballten Fäusten in Rhys’ Büro stürme. Mein älterer Bruder sitzt hinter seinem massiven Eichenschreibtisch. Seine Augen verengen sich, als ich hereinkomme.

»Ihr seid die Alphas. Ich bin nicht einmal euer Beta. Warum sollte ich mich jetzt um den Scheiß kümmern?«, knurre ich und meine Stimme hallt von den holzvertäfelten Wänden wider.

Rhys’ Nasenflügel blähen sich, und ein leises Knurren ist in seiner Brust zu hören. Ich spüre, wie sein Wolf an die Oberfläche kommt und sich über meine Respektlosigkeit empört, obwohl er genau weiß, dass ich recht habe.

»Du weißt, dass Raphael gerade mit anderen Dingen beschäftigt ist«, knurrt Rhys. Sein formeller Ton kann seine Verärgerung kaum verbergen.

Ich verdrehe die Augen. Raphael ist natürlich wieder unterwegs, um nach seiner Gefährtin zu suchen. Jedes Jahr dieselbe beschissene Geschichte.

»Und Brandon? Er ist euer Beta und kennt sich mit Menschen aus«, argumentiere ich, mir bewusst, dass ich mich auf gefährlichem Terrain bewege. Wäre Rhys nicht mein Bruder, hätte er mich mit seiner Alphastimme längst zum Schweigen gebracht.

Stattdessen fixiert er mich mit einem vernichtenden Blick. »Brandon ist auch beschäftigt. Du machst das.«

Ich fahre mir durch die Haare, während die Frustration in mir aufsteigt.

Warum ich?

Warum nicht Calle?

Doch auch wenn mir dieser Gedanke durch den Kopf schießt, kenne ich die Antwort. Wahrscheinlich hat sich unser jüngster Bruder in seiner Kneipe verkrochen, um sich nicht mit dieser Scheiße herumschlagen zu müssen.

Mit einem resignierten Seufzer strecke ich meine Hand aus. »Also gut. Gib mir die Details.«

Rhys schiebt mir einen Zettel über den Tisch. Als ich die Adresse darauf sehe, wird mir übel. Das Haus der alten Lady Green.

»Das muss ihre Enkelin sein«, murmle ich und setze die Puzzleteile zusammen. Auf dem Zettel steht, dass die Nachbarin gesehen hat, wie eine junge Frau gestern Abend spät in das Haus der alten Lady Green gekommen ist und dort geschlafen hat.

Niemand lässt nachts einen Fremden herein, schon gar nicht jemanden von außerhalb.

Rhys nickt und sein Gesichtsausdruck wird etwas weicher. »Vielleicht hat sie nur vergessen, sich anzumelden. Es wird nichts Ernstes sein.«

»Das habe ich mir auch gedacht«, fährt Rhys fort und seine Stimme nimmt diesen herrischen Ton an, den ich nur zu gut kenne. »Aber die alte Lady Green hätte sie trotzdem anmelden müssen. Sie muss sich genauso daran halten wie alle anderen, sonst macht hier bald jeder, was er will.«

Ich nicke, denn ich weiß, dass er recht hat. Regeln sind Regeln, auch für jemanden, der so beliebt ist wie Lady Green.

Sie haben uns geholfen, zu überleben. Die Regeln unseres Rudels, unserer Stadt, unserer Zuflucht sind für diejenigen, die unsere wahre Natur nicht verstehen, tabu. Wir sind traditionell und unnachgiebig in unseren Überzeugungen. Die Ahnungslosen werden nur unter bestimmten Umständen und nach Antrag oder für rein geschäftliche Zwecke geduldet.

Nur eine Handvoll Menschen lebt unter uns. Nicht ganz zwanzig, wenn ich mich recht erinnere. Es sind Gestaltwandler, die sich nicht verwandeln können, denen der innere Wolf fehlt, der uns ausmacht.

Rhys’ Stimme durchbricht meine Gedanken, streng und bestimmt. »Zuerst sprichst du mit Lady Green und klärst mit ihr, warum ihre Enkelin nicht angemeldet ist.«

Ich nicke und beiße die Zähne zusammen, denn ich kann mir eindeutig Besseres vorstellen, als einen so undankbaren Job zu machen. Vor allem, wenn er so beschissen ist.

»Dann sprichst du kurz mit ihr«, fährt er fort, während seine Augen mich durchbohren. »Wenn du ein gutes Gefühl hast, kann sie bleiben, aber nicht länger als zwei Wochen.«

Zwei Wochen.

Er muss es nicht sagen, aber ich weiß, warum. Der nächste Mondlauf steht bevor.

Wir alle wollen die Erinnerung an vergangene Tragödien vergessen.

»Aber erinnere Frau Green daran«, fügt Rhys mit einem Ton, der keinen Widerspruch zulässt, hinzu, »dass wir das nächste Mal, wenn jemand zu Besuch kommt, ihn sofort rausschmeißen, wenn sie wieder vergisst, ihn anzumelden – egal, ob er zur Familie gehört oder nicht.«

Ich zucke unweigerlich zusammen. Genau aus diesem Grund habe ich mich nie um die Beta-Stelle beworben. Soll ich der alten Lady Green drohen? Nach allem, was sie für mich getan hat? Es fühlt sich falsch und respektlos an.

»Verstanden, Rhys.«

Die Tür hinter mir öffnet sich, und Brandon und Dalton kommen herein. Sie haben die Arme voller Akten. Ich werfe ihnen einen verächtlichen Blick zu, wohl wissend, dass sie hier sind, um die Finanzen des Rudels zu besprechen – Angelegenheiten, von denen ich keine Ahnung habe und mich auch nicht dafür interessiere.

Rhys zieht eine Augenbraue hoch und fordert mich stumm auf zu gehen. Ich schüttle den Kopf, um meinen aufsteigenden Ärger zu unterdrücken. Doch ohne ein weiteres Wort drehe ich mich um und gehe.

Während ich den Flur entlanggehe, rasen meine Gedanken. Wie soll ich das nur anstellen? Die alte Lady Green ist schließlich nicht irgendein Rudelmitglied. Für die Hälfte von uns – mich eingeschlossen – war sie eine Ersatzgroßmutter.

Immer, wenn ich mich mit meinen Brüdern gestritten hatte – besonders mit Rhys oder Raphael – und sie mich im Wald zurückgelassen hatten, ging ich zu ihr.

Sie hatte immer ein offenes Ohr für mich.

»Scheiße«, murmele ich und fahre mir durchs Haar. Das wird nicht leicht.

Aber es ist nur ein Gespräch – ein Gespräch zwischen zwei Erwachsenen.

Was kann da schon passieren?

Dieser Gedanke begleitet mich, als ich auf die Einfahrt von Lady Green zufahre, der Kies knirscht unter meinen Reifen. Sie sitzt schon auf ihrer Veranda in diesem alten Schaukelstuhl, genau wie damals. Nur ist sie heute noch älter, genau wie der Stuhl, der vor sich hin knarrt.

Der Duft von frischem Apfelkuchen liegt in der Luft und vermischt sich mit etwas Unbekanntem – süß, aber fremd.

»Wilde. Wie schön, dich zu sehen.« Lady Greens Augen funkeln vor Wärme, als ich mich neben sie auf die Bank setze. Genau wie damals.

»Nimm dir ruhig ein Stück«, sagt sie und nickt in Richtung Haus. »Aber lass etwas für Harper übrig.«

Bei diesem Namen zieht sich mein Magen zusammen. Ich muss sie ansprechen. Lieber früher als später. »Lady Green, Harper ist der Grund, warum ich hier bin.«

Der Schaukelstuhl stoppt abrupt. Für den Bruchteil einer Sekunde erhasche ich einen Blick auf den Wolf in ihren Augen – scharf, wachsam, beschützend. »Was willst du von Harper?« Ihr Ton ist so schneidend, wie ich ihn selten von ihr gehört habe.

Frustriert reibe ich mir das Gesicht. Verdammt. Das ist nicht meine Aufgabe. Ich bin nur der Bruder des Alphas.

Kein Beta.

Ich bin nichts.

Nur ein Rudelmitglied.

Ich nehme all meinen Mut zusammen und schaue ihr in die Augen. »Lady Green, Sie haben vergessen, Harper anzumelden. Sie ist doch Ihre Enkelin, oder?«

Sie schaukelt wieder, und das Geräusch des Schaukelstuhls und der Grillen wird in meinem Kopf viel lauter als vorher. »Ach so. Ja, das ist sie. Sie ist hier, weil ich sie angerufen habe, als ich die Treppe hinuntergefallen bin. Sie hat sofort ihre Sachen gepackt und ist hergekommen, um mir zu helfen, bis es mir wieder besser geht. In der Aufregung muss ich vergessen haben, sie anzumelden.«

Ich runzle die Stirn. Lady Green ist ein Wolf – selbst in ihrem Alter wäre sie nach einem Sturz in kürzester Zeit wieder auf den Beinen.

Warum sollte Harper deswegen hierherkommen? Es sei denn …

»Sie weiß nichts über uns«, fährt Lady Green fort und bestätigt damit meinen Verdacht. »Nichts über uns Gestaltwandler, nichts über unsere Heilkräfte. Nichts.«

Diese Worte treffen mich wie ein Schlag in die Magengrube. »Sie ist … menschlich? Ahnungslos? Aber wie? Ihr Vater war einer von uns!«

Ich spitze die Ohren und lausche, ob ich irgendein Zeichen von jemandem im Haus entdecken kann. Aber nichts.

Wo ist sie?

»Lady Green, der Alpha schickt mich, um zu fragen, wie lange sie bleibt und was ihre Absichten sind.« Die Worte liegen mir schwer auf der Zunge, als ich sie herauspresse. »Alpha Rhys hat gesagt, dass sie zwei Wochen bleiben kann, aber er wusste nicht, dass sie eine Ahnungslose ist.«

Ihre Augen funkeln gefährlich, ihre Lippen kräuseln sich zu einem Knurren. Sie schnaubt höhnisch, ein Laut, der eher nach Wolf als nach Mensch klingt. »Die Alphas sind deine Brüder, und ich kenne euch alle. Da habt ihr euch noch in die Hosen gemacht.«

»Lady Green …«, beginne ich, doch sie unterbricht mich mit einer Geste ihrer knorrigen Hand.

»Wilde«, sagt sie und ihre Stimme wird etwas sanfter. »Als sie am Telefon hörte, dass ich gestürzt war, konnte ich sie nicht davon abhalten, hierherzukommen. Ich habe sie wegen der Regeln, die wir haben, eine Ewigkeit nicht gesehen. Nach einem Tag hat sie gesagt, sie überlegt, ob sie bleibt. Für immer. Verstehst du, was das für mich bedeutet?«

Mir dreht sich der Magen um.

Harper will hier leben?

Eine komplett Ahnungslose in unserer Mitte?

Das widerspricht allem, was wir aufgebaut und erhalten haben.

Lady Green fährt fort und ihre Augen bekommen einen entrückten Ausdruck. »Ich bin die einzige Familie, die sie noch hat, und das werde ich ihr nicht nehmen. Sie hat das Recht zu wissen, wo sie herkommt, wer ihre Vorfahren waren, und eine Verbindung zu diesem Ort aufzubauen, so wie jeder andere auch.«

Ich spüre, wie sich mein Wolf unter meiner Haut regt, aufgewühlt durch die Konsequenzen ihrer Worte. Das wird Ärger geben, viel Ärger. Vor allem für sie.

»Hier wohnen?«, platzt es aus mir heraus. »Lady Green, Ihre Enkelin ist eine Ahnungslose! Sie kann hier nicht wohnen und Sie können es ihr nicht sagen. Was, wenn sie sich dagegen entscheidet und es der ganzen Welt erzählt?«

Ein leises, bedrohliches Knurren ertönt aus ihrer Brust. Ihre freundliche, großmütterliche Fassade schmilzt dahin und macht Platz für etwas Uraltes und Wildes. Ihre Augen glühen vor innerem Feuer, als sie sich zu mir herüberbeugt. »Willst du damit sagen, dass Harper eine Verräterin ist?«

Instinktiv lehne ich mich zurück. Mein eigener Wolf erhebt sich, um der Herausforderung in ihrer Stimme zu begegnen. Das ist nicht die alte Lady Green, die mir Kekse gebacken und meine aufgeschürften Knie verbunden hat. Das ist eine Wölfin, die ihre Familie beschützt.

»Sie bleibt hier«, knurrt sie, »egal, was die Alphas, die Betas oder du mir sagen! Bei der nächsten Versammlung werde ich es allen sagen. Es ist ihr Geburtsrecht, hier zu leben, wenn sie will – schließlich ist sie meine Enkelin!«

Meine Gedanken rasen. Wenn sie diese Drohung wahr macht, könnte sie aus dem Rudel ausgestoßen werden. Ich muss die Situation um jeden Preis entschärfen. Ich atme tief durch und zwinge meinen Wolf, sich zu beruhigen.

»Lady Green«, sage ich leise, »ich verstehe deine Sorge. Wir wollen nichts Böses. Wir machen uns Sorgen um das Rudel, aber auch um die Besucher. Dass sie eine Ahnungslose ist, macht es nur noch komplizierter. Sie wissen, was vorgefallen ist.«

Ich beobachte sie aufmerksam und hoffe, dass meine Worte den rationalen Teil in ihr erreichen, der das Rudel immer an erste Stelle gesetzt hat. In diesem Moment hängen Harpers Schicksal und vielleicht sogar unser ganzes Leben in der Schwebe.

Sie kann es sich nicht leisten, alles auf den Kopf zu stellen.

Sie antwortet mit einem tiefen Knurren, das durch die Veranda hallt und die Dielen unter meinen Füßen vibrieren lässt. Das Geräusch lässt meinen Wolf sofort bereitstehen, als würde ich mich gleich auf sie stürzen. Ich schlucke schwer und nehme mir Zeit, meine nächsten Worte sorgfältig zu wählen.

»Wir sollten nichts überstürzen. Lassen Sie mich Harper zwei Wochen begleiten. Ich verspreche, dass ich mich um sie kümmern werde. Ich werde ihr die Stadt zeigen und dafür sorgen, dass sie nichts von uns erfährt. Nach dieser Zeit können wir immer noch weitersehen, oder?« Vielleicht gefällt es ihr hier gar nicht. Sie wissen ja, woran die Leute in der Stadt gewöhnt sind.

Die Worte hängen schwer und bedeutungsvoll zwischen uns in der Luft. Ich biete mehr als nur Schutz. Ich riskiere meinen Ruf und meinen Platz im Rudel für dieses Menschenmädchen, dem ich noch nie begegnet bin. Mein Wolf regt sich unruhig in mir, doch ich schiebe dieses Gefühl beiseite. Es fühlt sich richtig, sogar notwendig an.

Denn hier geht es um mehr. Es geht um die alte Lady Green und um mein Rudel.

Ich will das Beste für sie und gleichzeitig mein Rudel beschützen.

Lady Greens Augen verengen sich, sie sucht mein Gesicht nach Anzeichen von Täuschung ab. Die Sekunden dehnen sich, jede fühlt sich wie eine kleine Ewigkeit an. Ich kann fast hören, wie sich die Zahnräder in ihrem Kopf drehen, wie sie ihre Optionen abwägt und meine Aufrichtigkeit an ihrem starken Beschützerinstinkt misst.

Schließlich öffnen sich ihre Lippen, und ihre Stimme wird zu einem leisen, gefährlichen Flüstern. »Ich bin alt, Wilde, und Harper ist nur ein Mensch. Aber wenn du ihr auch nur ein Haar krümmst, bringe ich dich um.«

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