Kapitel 1
Sarah
Ich sitze gerade mit unserem Hochzeitsplaneri Wohnzimmer.
Alexander hat mir die freie Hand bei der Planung gelassen, weil er wollte, dass ich die Hochzeit bekomme, die ich mir immer gewünscht habe.
Wir haben lange nach einem geeigneten Hochzeitsplaner gesucht und sind dann auf Benjamin Winter gestoßen.
Er hat schon mehrere große Hochzeiten hier in München geplant und hatte gute Bewertungen erhalten.
Nach unserem ersten Treffen, waren wir mit ihm sehr zufrieden und haben ihn dann auch engagiert.
Heute besprechen wir die letzten Details, denn in vier Wochen, soll die Hochzeit stattfinden. Genau am 10.12.
Ich möchte, dass alles perfekt ist, vor allem, weil die Presse anwesend sein wird.
Alexander und Benjamin hatten mich davon überzeugt, dass wir eine große Hochzeit veranstalten, obwohl ich die Hochzeit eigentlich klein halten wollte. Aber das geht anscheinend nicht, wenn man mit jemanden wie Alexander Groß verlobt ist. Seitdem unsere Verlobung bekannt gegeben wurde, stand auch ich im Mittelpunkt der Presse.
Jedes Mal, wenn ich etwas unternommen hatte, war irgendjemand von ihnen da und beobachtete mich. Deswegen habe ich mich etwas zurückgezogen und gehe nicht mehr so viel vor die Türe.
Auch mit Nathalie habe ich mich entweder bei mir getroffen oder nach meinem Kurs im Gemeindezentrum. Nachdem die Reporter keine Schlagzeile bekamen, haben sie mich hier in Ruhe gelassen. Nathalie hatte ihnen verboten, Fotos vom Zentrum zu machen, also wurde es schnell langweilig für sie. Somit war ich hier sicher und es wurde für mich ein Rückzugsort aus dem Alltag.
Deswegen sitzen Benjamin und ich auch bei uns im Wohnzimmer, damit wir alle Details in Ruhe besprechen können und nichts im Vorfeld nach außen tritt.
“Also Sarah, an welche Farben hast du gedacht, die wir für die Dekoration verwenden können.“, fragte Benjamin.
“Ich weiß nicht so recht. Was sind denn die gängigsten Farben?“, fragte ich hingegen.
“Sarah, es soll eure Hochzeit sein und nicht von jemand anderem. Du möchtest eine authentische Hochzeit, dann muss sie auch so gestaltet werden.“, schimpfte Benjamin.
"Wenn du keine Schlagzeilen haben möchtest, dann musst du die Hochzeit so planen, wie sie dir gefällt. Die Reporter haben ein Gespür dafür, wenn du sie nur nach anderen planst. Und dann hast du definitiv negative Schlagzeilen", fügte Benjamin hinzu und schaute mir direkt in die Augen.
Diese Diskussion haben wir schon mehrere Male gehabt. Und jedes Mal, schimpfte Benjamin mit mir.
Die Sache mit der Presse macht mir wirklich Sorgen. Sie suchen nur ein kleines Detail, woran sie sich hochziehen können. Und das möchte ich ihnen auf keinen Fall liefern.
Vielleicht sollte ich wirklich anfangen, mit ihm meine Wünsche zu besprechen und er kann mir Ratschläge geben, wie wir es verbessern könnten.
Seufzend gab ich mich geschlagen, denn tief im inneren wusste ich, dass er Recht hatte. Und ich würde nur einmal im Leben heiraten.
"Also gut. Ich habe es verstanden.", gab ich zu und erntete ein lächeln von Benjamin.
"Ich mag die Farben rot, weiß und lila. Kann man daraus irgendetwas machen?".
Ich sah Benjamin unsicher an, weil ich nicht wusste, ob man aus dieser Farbkombination etwas machen könnte.
"Natürlich kann man daraus was machen. Ich würde vorschlagen, dass wir deinen Brautstrauß aus roten Rosen machen und darin weiße Perlenstecker verarbeiten. Die Sitzdekoration für die Trauung können wir in lila halten, weil wir die Trauung im Schloss abhalten, können wir dort lila und weiß verwenden.
Und bei der Feier können wir wieder auf rot und weiß umschwenken, weil es dort ein anderer Raum sein wird.", schlug Benjamin vor.
Das hörte sich nicht schlecht an.
Ich hatte schon oft Sträuße gesehen mit roten Rosen und sie gefielen mir sehr gut.
"Ich hätte gerne eine Strauß der lang nach unten geht, so, dass man die Halterung und meine Hände nicht sieht", sagte ich.
So einen habe ich mir schon immer gewünscht.
"Natürlich, ich werde das mit unserer Floristin besprechen. Wenn du so einen Strauß willst, dann sollst du ihn natürlich bekommen.
Wo wir schonmal dabei sind, hast du dir schon Gedanken über dein Kleid gemacht?", fragte Benjamin.
Ich hatte mir zusammen mit Nathalie schon viele Kleider angesehen, aber meistens nur in Zeitschriften oder im Internet. Aber keines hat mir bisher so richtig gefallen.
Vielleicht muss ich welche anprobieren, um diesen WOW-Effekt zu bekommen. Eine kleine Vorstellung von meinem Kleid habe ich natürlich.
"Es sollte auf jeden Fall weiß sein. Die Ärmel sollten aus Spitze sein und es soll eine Schleppe haben. Aber über die Form bin ich mir noch nicht einig, weil ich mich bisher nicht entscheiden konnte", antwortete ich Benjamin.
"Dann sollten wir schnell einen Termin in einem Brautladen machen. Dort hast du die Möglichkeit mehrere Kleider anzuprobieren, um dann dein Traumkleid zu bestimmen. Trotzdem hilft diese Vorstellung weiter, damit wir einen kleinen Anhaltspunkt haben.
Du glaubst gar nicht, wieviele Bräute ich schon kennen gelernt habe, die überhaupt keine Vorstellung hatten. Das ist viel schwieriger.", erzählte Benjamin.
"Ach und es soll lang sein, ich will nicht frieren.", fügte ich noch hinzu.
"Ich werde mich nachher mit dem Brautmodegeschäft in Verbindung setzen und dir danach eine Mail schreiben, wann der Termin genau ist. Möchtest du jemanden zum Termin mitbringen, der dich zusätzlich berät?", fragte Benjamin.
"Ja gerne. Nathalie und Elena werden mich begleiten. Vielleicht können wir für Elena dort auch ein passendes Kleid finden."
Alexander und ich hatten uns mit Elena zusammen geeinigt, dass sie auch ein weißes Kleid bekommt. Elena wird das Blumenmädchen und soll genauso hübsch aussehen, wie wir. Sie gehört schließlich dazu.
"Habt ihr schon eine Vorstellung, was Elena tragen wird?", hackte Benjamin nach.
"Ja, sie wird auch ein weißes Kleid tragen, genauso wie ich", antwortete ich.
"Dann werde ich dem Geschäft das mitteilen und ich gebe dir dann später den Termin durch", sagte Benjamin und notierte sich alles.
"Auch wenn Alexander dir die Planung überlassen hat, muss er bei einem Termin anwesend sein. Und zwar beim Probeessen, damit wir das Menü und die Torte für den Tag bestimmen können."
Oh, daran hatten wir gar nicht mehr gedacht.
"Warte kurz, ich hole seinen Terminkalender, damit ich diesen Termin direkt eintragen kann", sagte ich und stand auf.
Zum Glück hatte Alexander seinen Terminkalender immer im Büro in unserer Wohnung liegen.
Das war sehr nützlich, wenn ich irgendwelche Termine machen musste, bei denen er anwesend sein sollte.
Ich bin zwar seine Sekretärin geworden, nachdem er Sandy gekündigt hatte, aber ich erledigte diesen Job nicht jeden Tag.
Nathalie und ich waren so sehr mit unserer Organisation beschäftigt, dass Alexander noch jemanden in Teilzeit eingestellt hat.
Nur dieses Mal hat er jemanden männliches eingestellt, damit so etwas wie mit Sand nicht noch einmal passiert.
Mir war das Geschlecht vollkommen egal, aber Alexander wollte auf Nummer sicher gehen und diesen ganzen Stress entkommen.
Deswegen hatte ich einen zweiten Kalender mit seinen Terminen bei uns zu Hause deponiert, damit ich immer auf dem neusten Stand bin.
Der Kalender befand sich auf dem Tablet das mit dem Büro synchronisiert ist.
Mit dem Tablet ging ich zurück zu Benjamin.
"Wann soll das Essen denn stattfinden?", fragte ich und öffnete den Kalender.
"Am besten Anfang nächster Woche.", antwortete Benjamin.
Ich schaute den Kalender durch.
Natürlich war die kommende Woche schon sehr voll bei Alexander, weil er an einem neuen Projekt arbeitete und wir kurz vor der Abnahme standen.
Deswegen sahen wir uns im Moment nicht oft, weil er das Projekt noch vor der Hochzeit beenden wollte.
Aber ich fand abends eine Lücke. Natürlich war es genau der Tag, an dem ich eigentlich meinen Kurs habe. Vielleicht kann ich den Kurs an dem Tag mal ausfallen lassen.
"Wie wäre es mit dem Mittwoch?", schlug ich Benjamin vor.
"Ja, das wäre kein Problem. Dann treffen wir uns im Restaurant in der Stadt. Die übernehmen das Catering für eure Hochzeit und geben euch eine Auswahl an Speisen, an die sie gedacht haben für das Menü.", erklärte Benjamin.
Es war eines unserer Lieblings Restaurants. Deswegen hatten wir sie auch für das Catering ausgewählt.
"Denk dran, dass wir nächste Woche auch den Termin mit dem Standesbeamten haben, um eure Trauung zu besprechen", erinnerte Benjamin mich.
Diesen Termin hatte ich völlig vergessen.
Schnell schaute ich in den Kalender von Alexander, ob er sich den Termin eingetragen hatte.
Wenigstens einer von uns hatte daran gedacht. Alexander hatte sich den Termin notiert und dick markiert.
Wie konnte mir der Termin so dadurch gehen?
Ich holte mein Handy heraus und sah in meinen Kalender. Mist genau zu der gleichen Uhrzeit hatten Nathalie und ich einen Termin mit dem Notar.
Dann müssen wir den Notartermin verschieben. Hoffentlich hat Nathalie dafür Verständnis.
Schnell trug ich den Termin mit dem Standesamt ein, damit ich diesen nicht noch einmal aus den Augen verlor.
"Ich hatte den Termin völlig vergessen. Aber ich habe ihn mir jetzt eingetragen und bei Alexander ist er auch notiert", beichtete ich.
Schockiert sah Benjamin mich an.
"Wie du hast den Termin vergessen? Das ist dir doch noch nie passiert", sagte er und sah mich mit großen Augen an.
"An dem Tag ist der Notartermin für die Eintragung unserer Organisation. Davon habe ich dir doch erzählt. In letzter Zeit waren wir noch mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt. Deswegen muss mir der Termin mit dem Standesamt entfallen sein.", ich schämte mich, denn mir war noch nie ein Termin so durchgegangen.
Benjamin kicherte über meine Antwort.
"Sarah, das kann jedem mal passieren. Wenn du den Termin nicht verschoben bekommst, dann können wir versuchen den Termin mit dem Standesamt zu verschieben. Sag mir einfach Bescheid.
Ich weiß wie wichtig der Notartermin für dich ist. Natürlich helfe ich dir.", sagte Benjamin in einem ernsten Ton.
Ich bin froh, dass wir einen so fürsorglichen Hochzeitsplaner haben. Wenn ich mir vorstelle, dass ich die Hochzeit jetzt gleichzeitig noch alleine planen müsste, dann würde alles in einer Katastrophe enden.
Durch Benjamin kann ich mich stressfrei auf alles andere vorbereiten.
"Für heute hätten wir dann alles besprochen. Ich schreibe dir nachher noch wegen dem Termin im Brautladen. Vielleicht kannst du mir dann auch schon was sagen, wegen dem Standesamt".
Benjamin und ich verabschiedeten uns und ich brachte ihn bis zur Tür.
Nachdem Benjamin gegangen war, rief ich sofort beim Notar an.
Ich hatte Nathalie vorher noch schnell eine Nachricht geschrieben und sie meinte ich könnte den Termin ruhig verschieben.
Zum Glück habe ich den Termin beim Notar auf Freitag legen können, damit wir am Donnerstag zum Standesamt können.
Um mich ein wenig abzulenken, habe ich mir einen Film angemacht. Die letzten Tage waren sehr anstrengend gewesen.
Alexander würde heute auch erst spät nach Hause kommen, weil er noch ein Meeting mit seinem neuen Investor hat. Das Projekt an denen sie arbeiten, ist kurz vorm Start.
Sein Assistent und ich haben die Feier dafür schon letzte Woche geplant und es ist alles dafür vorbereitet. Deswegen brauche ich mich darum nicht mehr zu kümmern.
Mit einer Decke machte ich es mir auf der Couch bequem und schaute den Film.
Elena übernachtete heute bei einer Freundin, also war ich ganz alleine. Ich schaute mir 'Fifty Shades of Grey' an, auch wenn ich den Film schon mehrere Male gesehen hatte.
Trotzdem war ich fasziniert von der Handlung.
Manchmal verglich ich uns mit den Hauptfiguren.
In der Mitte des Films fielen mir plötzlich die Augen zu und ich driftete in den Schlaf.









Oh Mann, wie kann man bei Fifty Shades Of grey einschlafen ?
das Kapitel kam mau rüber bei mir