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Die Sieben

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Zusammenfassung

Leia ist anders, eine Wahrheit, die sie seit ihrer Geburt unter Verschluss hält. Während sie von der Welt gemieden wird, ist ihre Mutter der einzige Mensch, der sie vor den Schatten ihrer eigenen Identität schützt. Doch als Leia zum ersten Mal eine Schule besucht, bricht ihre sorgsam gehütete Isolation auf. Dort trifft sie auf Ash. Er ist unnahbar, abweisend und strahlt eine Dunkelheit aus, die Leia wie ein Magnet anzieht und zugleich vor Angst erstarren lässt. Während ihre Banknachbarin Julie ihr eine unschuldige Freundschaft bietet, spürt Leia, dass Ash mehr über sie weiß, als er preisgibt. Er ist kein gewöhnlicher Mitschüler; in seinen Augen lodert ein Feuer, das nicht von dieser Welt zu stammen scheint. Als Leia ihr Geheimnis offenbart, überschlagen sich die Ereignisse. Was sie bisher für Mythen hielt, wird zur grausamen Realität, als sie in einen uralten Krieg zwischen den Welten gezogen wird. „Die Sieben“ haben sich die Macht im Untergrund untertan gemacht, doch sie haben nicht mit der Kraft gerechnet, die in Leia schlummert und mit dem Dämon, der ihr nicht mehr von der Seite weicht. Zwischen Verrat, göttlichem Zorn und einem Verlangen, das alles zu zerstören droht, muss Leia entscheiden: Ist Ash ihr schlimmster Feind oder der einzige, der sie vor dem Abgrund bewahren kann?

Status:
In Arbeit
Kapitel:
45
Rating
4.9 15 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Alles auf Anfang

Leia stand am Fenster ihres Zimmers. Mit starrem Blick sah sie der Morgendämmerung entgegen. Ihr Herz hämmerte wie tausende Schmiede, die ihren Stahl auf dem Amboss bearbeiteten. Tausende Fragen schossen ihr durch den Kopf. Doch zwei hoben sich immer wieder hervor. Werden sie mich mögen? Auch dann noch wenn sie sehen, dass ich anders bin?

Leia war anders. Anders als alles was es auf dieser Welt gab.


Susen, ihre Mutter wurde nach einem One Night Stand Schwanger. Damals war sie in einem der angesagtesten Nachtclubs unterwegs. Sie war gerade erst 19 Jahre alt geworden. Dort am Tresen stand er, ein gut aussehender junger Mann. Hochgewachsen, schwarzhaarig mit großen stahlblauen Augen. Augen in denen Susen ertrunken war. Sie war sofort von ihm angetan, hatte sie Leia erzählt. Er kam mit einem Drink zu ihr und fing eine Unterhaltung an. Sein Name war Levi, zumindest hatte er sich ihr so vorgestellt. Die Augen ihrer Mutter nahmen immer einen feuchten Glanz an, wenn sie von ihm erzählte. Je mehr sie sich unterhielten, umso mehr fiel Susen auf, dass sie die gleichen Interessen hatten. Sie lachten viel und kamen sich schnell näher. Damals war sie zu naiv um zu erkennen, dass es nur eine Masche war. So nahm sie Levi mit Nachhause und vollzog mit ihm den Beischlaf. Er sagte ihr er würde sie anrufen und sie glaubte ihm. Sie glaubte er würde sie mögen. Könnte sich in sie verlieben. Zumindest dachte sie dies zu diesem Zeitpunkt. Heute, ganze 17 Jahre später, wusste sie es besser. Männer waren alle gleich. Immer wieder predigte sie Leia diese Sätze.


„Glaube ihm nicht, wenn er dir Komplimente macht, oder dir seine Aufmerksamkeit schenkt. Das ist geheucheltes Interesse, nur um dich ins Bett zu bekommen. Am besten lässt du die Männer links liegen", sagte ihre Mutter mindestens einmal pro Woche, mit erhobenem Finger zu ihr.


Was eigentlich total unnötig war, denn Leia war immer Zuhause. Seit sie das Licht der Welt erblickte. Denn genau zu diesem Zeitpunkt wurde sehr schnell klar, dass Leia anders war. Als der entbindende Arzt Leia einen Klaps auf den Po gab, fing sie an zu weinen. Beinahe hätte der Arzt sie vor schreck fallen gelassen. Denn ihre Haut begann damit, ihre Farbe zu ändern. Von einem menschlichen rosigen Teint, zu einem blassen Lila. Etliche Zeichen und Symbole erschienen in einem etwas dunklerem ton und überdeckten die gesamte Haut des Babys. Dies war der Moment in dem Susen wusste, dass Leia etwas besonderes war. Als sie in die selben stahlblauen Augen sah, war sie verliebt. Dann begannen die etlichen Untersuchungen. Irgendwann hatte Susen sie jedoch gestoppt. Denn nicht ein einziger Arzt hatte eine plausible Erklärung dafür. Leia war vollkommen gesund. Außerdem bekam die Presse davon mit. Wie die Geier standen sie vor dem Krankenhaus und wollten sehen ob die Gerüchte der Wahrheit entsprachen. Susen wollte einfach nur mit ihrem Kind Nachhause. Sie liebte Leia, egal was sie war oder welche kuriose Krankheit sie hatte. Doch der normale Alltag einer Familie blieb bei ihnen aus. Immer wenn Leia anfing zu weinen, wegen Hunger oder durch schmerzen, änderte sich die Farbe ihrer Haut. Susen gab umgehend ihren Job als Sekretärin auf. Da sie niemanden hatte, der auf Leia aufpassen wollte. Die Leute hatten Angst vor ihr und mit ihrer Mutter war sie seit Jahren zerstritten. Sie widmete ihr Leben und ihre gesamte Aufmerksamkeit ihrem Kind, dass sie über alles liebte. Als die Zeit kam, dass Leia in die Schule gehen sollte, wurden die Probleme jedoch immer größer. Da sie das, was mit ihrem Körper geschah, nicht kontrollieren konnte. Immer wenn sie sich aufregte, zu weinen begann oder traurig war, begann die Verwandlung. Die Kinder hatten ebenso Angst vor ihr, wie die Lehrer. Niemand wollte Leia eine Chance geben. Immer wieder zogen sie um. Wechselte sie die Schule. Doch es lief immer gleich ab. Also Unterrichtete Susen ihr Kind selbst. Ihr blieb nichts anderes über. Doch nun war Leia alt genug und hatte es weitgehend unter Kontrolle, zumindest wenn sie sich darauf konzentrierte. Immer hin wurde sie bald 17 Jahre alt und ihre Mutter wollte wieder arbeiten gehen. Damit sie sich und ihrer Tochter was bieten konnte. Gerade erst vor zwei Wochen waren sie von Glancoe hier her zurück nach London gezogen. Dort lebte Susen zu dem Zeitpunkt, als sie Levi begegnete.

In ein kleines schnuckeliges Häuschen mit Garten, welches an einen schönen angelegten Park grenzte. Leia gefiel es hier wirklich sehr, obwohl sie ihre geliebten Highland's schmerzlich vermisste. Dennoch hatte sie Angst. Angst davor wieder verstoßen zu werden. Erneut der seltsame freak zu sein, den jeder mied und niemand mochte. Was wenn es hier auch geschah? Wenn sie durch eine blöde Situation die Kontrolle verlor? Wenn alle ihr wahres Ich sehen würden?

Die Angst davor schnürte ihr die Kehle zu. Ihr Blick glitt umgehend auf ihre zitternden Hände hinab. Alles normal, kein Anflug von der Färbung ihrer Haut. Erneut hob sie ihren Blick. Die Kronen der vielen Bäume des Parks wehten sanft im Wind. Die Sonne kroch allmählich den Himmel empor und tauchte London in ein sanftes gelb rotes Licht.


Der Geruch von frischem Kaffee kroch unter dem Schlitz ihrer Zimmertür hindurch. Sie mochte diesen Duft, doch gleich würde ihre Mutter nach ihr rufen. Mit zittrigen Knien kehrte sie dem Fenster den Rücken zu und schritt zu ihrem Kleiderschrank. Was sollte sie bloß anziehen? Etwas schlichtes, unauffälliges sollte es sein. Sie mochte es nicht im Mittelpunkt zu stehen. Warum, war wohl klar. Schnell nahm sie ihre schwarze Hose, welche sie so mochte und griff nach dem dunkelblauen Shirt, mit dem Wasserfallkragen und zog sich an. Ihr schwarzer Parka würde dieses Outfit komplettieren. Unauffälliger ging es kaum. Im Bad sah sie ihrem Spiegelbild müde entgegen. Ihre langen, schwarzen, welligen Haare fielen ihr sanft über die Schultern. Leia mochte es ihre Haare offen zu tragen. Doch heute entschied sie sich zu einem Zopf. Ihre großen stahlblauen Augen waberten vor Aufregung. Sie trug ein wenig Mascara auf. Mehr benötige sie auch nicht. Leia war eine natürliche Schönheit. Winzige blasse Sommersprossen überzogen ihre kleine Stupsnase. Ihre vollen geschwungenen Lippen glichen denen von Angelina Jolie. Ihre hohen Wangenknochen waren die eines Models ebenbürtig, genauso wie ihre Figur. Was es ihr erschwerte, unauffällig zu sein. Selbst Mädchen drehten sich nach ihr um. So hübsch war sie. Heute war sie dazu auch noch die Neue. Die Neue zu sein bedeutete, ungeteilte Aufmerksamkeit aller zu bekommen. Die Neugier siegte meist über die Scham, jemanden anzustarren.

Ihre Hände begannen erneut zu schwitzen.

Es wird schon schief gehen. Dachte sie sich und atmete tief durch.

Es muss einfach.

Leia zog ihre schwarzen Stiefel an und nahm zittrig ihre neue Schultasche auf, welche ihre Mutter ihr vor vier Tagen in Londons Einkaufspassage gekauft hatte. Eine schlichte schwarze Tasche, welche man sich lässig über eine Schulter hing. Dann schritt sie umgehend zur Tür.

Genau zum richtigen Zeitpunkt.


„Leia liebes, kommst du", rief ihre Mutter als die Uhr in dem kleinen Flur Punkt sieben Uhr zeigte.


„Schon auf dem Weg Mom", ertönte ihre vor Aufregung fremd klingende Stimme.


Räuspernd stieg sie die Stufen hinab und ging in die kleine Küche, wo ihre Mutter bereits lächelnd an dem kleinen gedeckten Tisch saß.


„Schon wieder schwarz Leia? Du hast so schöne bunte Sachen. Warum trägst du immer nur schwarz?", sah ihre Mutter sie fragend an.


Leia mochte buntes, aber eben nicht heute.


„Weil es mir hilft unauffällig zu sein und zu bleiben. Ich bin so schon nervös genug Mom. Ich habe Angst...", brach ihre Stimme zittrig ab und sie schloß ihre wunderschönen Augen.


Umgehend griff Susen nach der Hand ihrer Tochter. Sie konnte Leia die Angst ansehen. Es war ein großer Schritt, für Sie beide. Doch sie war zuversichtlich. Ihre Tochter war soweit, ein normales Teenagerleben zu führen.


„Ich weiß Liebes, es ist nicht leicht. Doch traue dir ruhig etwas mehr zu. Du bist eine starke junge Frau und sie werde dich mögen. Es ist nun Zeit, endlich Freunde zu finden und Spaß zu haben. Die Schule wird dir gut tun Leia. Es hilft dir, deinen eigenen Weg zu finden. Ich werde nicht immer da sein, um für dich zu sorgen", redete sie sanft, aber doch bestimmend auf ihre Tochter ein.


Natürlich wusste Leia das alles. Sie wusste, dass ihre Mutter recht behalten würde. Dennoch fiel es ihr schwer, das Ganze zu akzeptieren. Außer ihrer Mutter, hatte sie niemanden. Keine Familie, keine Freunde. Nur die Freundin ihrer Mutter, Mina. Welche ihre Mutter nun aber auch in Glancoe zurück gelassen hatte.


„Schon okay Mom, ich weiß ja das du es nur gut meinst. Es wird schon schief gehen. Wenn ich diesen Tag gut überstehe, werde ich die weiteren ebenfalls meistern", versuchte sich Leia an einem Lächeln und nahm einen Schluck Kaffee.


Hunger hatte sie keinen, dafür war ihr einfach zu flau im Magen. Sie würde sich später in der Schule etwas zu essen kaufen gehen. Susen nickte und ließ die Hand ihrer Tochter los. Auch sie aß nichts. Je länger sie in die Augen ihrer Tochter sah, desto wehmütiger wurde Susen. Auch für sie war es schwer. Immerhin waren die beiden nun 16 Jahre lang, Tag und Nacht zusammen gewesen. Die beiden waren mehr wie Mutter und Tochter. Sie waren gleichzeitig auch beste Freundinnen. Doch heute war auch Susen's großer Tag. Das erste Vorstellungsgespräch stand an und sie hoffte, dass man sie nehmen würde. Susen hatte sich bei der Londoner Times beworben. Eine überregionale Tageszeitung des gesamten Vereinigten Königreiches. Wenn sie dort Fuß fassen könnte, würde sich das Leben der beiden endlich zum Guten wenden. Sie müsste nicht mehr auf jedes Pfund achten.

Leia stierte immer wieder zur Uhr rüber. Die Zeit schien zu rennen, schneller denn je. Es war bereits viertel nach sieben. Ihre Schule war nur vier Haltestellen mit der U-Bahn entfernt.


„Du musst nun los mein Schatz, weißt du noch den Weg?", fragte Susen ihre Tochter.


Mit diesem kleinen Häuschen hier, hatten sie wahnsinnig Glück gehabt. Es lag an einem ruhigen Park und gleich gegenüber, auf der anderen Straßenseite befand sich der Eingang zum Underground. Ein kleiner Bahnhof. Sehr praktisch für die beiden.


„Natürlich Mom, wir sind diesen Weg ja schon drei mal gefahren. Ich drücke dir die Daumen, dass du diesen Job bekommst", antwortete Leia im Flüsterton und stand auf.

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Überzeugende Handlung

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