Kitchen Drama

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Zusammenfassung

Bei der Suche nach einem neuen Job trifft Kim Namgi auf ein kleines, unscheinbares Restaurant längs einer Seitengasse in Seoul. Doch auch wenn die Inhaberin Gefallen an ihm als Angestellten hat, so ist sich Namgi sicher; er gehört nicht in die Küche. Denn er ist nicht nur unfähig im Kochen, sondern auch gleichzeitig unglaublich tollpatschig. Und sein größtes Problem: Chefkoch Kim Sungjin, der jederzeit bereit ist, Namgi mit dem Nudelholz zu tadeln.

Genre:
Humor/Romance
Autor:
Li Han
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
9
Rating
5.0 1 Bewertung
Altersfreigabe
16+

Kapitel 1

Es war ein kleines und unscheinbares Restaurant, weder besonders teuer noch wirklich bekannt. Aber es war gut besucht und das Essen schmackhaft und speziell. Inmitten der großen Stadt Seoul lag der kleine Pub längs einer belebten Seitengasse, in der es von Koreanern und Touristen nur so wimmelte. Angelockt wurden sie von den vielen Geschäften und Restaurants, die ihnen gutes Essen und hochwertige Waren boten.


Namgi wusste nicht wirklich, was er hier in diesem Restaurant zu suchen hatte. Wenn es nach ihm ging, würde er gar nicht hierher gehören. Denn er war kein Gast in diesem Restaurant - das sich übrigens »Ban Seo« nannte. Er war ... ein Angestellter, ein Koch, der von nun an in diesem Restaurant arbeiten sollte.


Aber zugegeben, Namgi konnte gar nicht kochen. Er hatte es eben nie für nötig gehalten zu lernen, wie man Essen klein schnitt und in Töpfe warf. Es reichte ihm, wenn man Reis oder Ramen zubereiten konnte.

Doch dann war Namgi eines viel zu schönen Tages in den kleinen Pub reinspaziert und wollte die Inhaberin nach einem guten Job fragen, den man hier in der Gegend eventuell erwerben könnte. Freundlich gelächelt und ein paar Mal mit den Augen gezwinkert und plötzlich hatte sie nur feierlich gemeint, dass er als Koch im Ban Seo eingestellt war.


Das war zwar nicht das, was sich Namgi vorgestellt hatte, aber wenigstens hatte er überhaupt einen Job, wenn er schon aus Werkstatt und Büro geflogen war. Ja, selbst die Zeitungsausträger wollten ihn nicht haben.


Das Kochen würde man ihm bestimmt schon beibringen und so schwer konnte das ganze nun wirklich nicht sein. Man schnitt Fleisch und Gemüse klein, warf es in Topf und Pfanne, ein wenig würzen, abschmecken und schon war das perfekte Gericht gezaubert.


Voller Entschlossenheit betrat er das kleine Restaurant und steuerte weiter auf die Küche zu. Nur dass er plötzlich im Frauenklo stand, anstatt in der erwarteten Küche. Denn eine sich schminkende Frau starrte Namgi nur mit geschocktem Blick an, als dieser den Kopf durch die Tür steckte.


War doch ein guter Start in seinen ersten Arbeitstag, oder nicht?


Fluchend und brüllend scheuchte sie Namgi wieder aus der Damentoilette heraus. Dabei warf sie ihm ihren roten Lippenstift nach, mit dem sie sich vor Schreck über das halbe Gesicht gemalt hatte.

Nochmal von vorn. Also suchte Namgi weiter nach der Küche, nur dass er diesmal darauf achtete, welche Tür er nahm. Nicht dass er erneut in so eine peinliche Situation geriet. Stattdessen lief er doch der Restaurantinhaberin Yo Yerin in die Arme, die ihn auch schon mit einem erfreulichen Lächeln anstrahlte. Sie sah jung aus. Jung, frisch und noch relativ gut aussehend mit ihrer glatten Haut, dem leicht geschminkten Gesicht und den leicht welligen dunklen Haare. Dabei hatte sie die fünfziger Marke längst überschritten. Aber sie war Namgi sympathisch und er konnte sich gut vorstellen, für sie im Ban Seo zu arbeiten.


»Herr Kim Namgi! Schön, dass Sie gekommen sind. Sind Sie auch so aufgeregt wie ich?« Sie kicherte leise, was Namgi ebenfalls mit einstimmen ließ. Daraufhin folgte er Yo Yerin in die Küche, die er vergebens versucht hatte zu suchen - und sich so nebenbei erwähnt direkt neben ihm befunden hatte.


»Begrüßt euren neuen Kollegen Kim Namgi, meine Freunde!«, rief sie laut durch den Raum und klopfte Namgi zufrieden auf die Schulter.

»Kim Sungjin, der junge Chefkoch, wird dich in alles einweisen. Dahinten hätten wir noch Choi Hyujin, eine 1A-Köchin, und unsere Kellner Jeon Junghoo und Park Jinwoo. Nicht fetzen, seid fleißig und gebt euer Bestes, ihr Zuckermäuschen«, flötete sie noch zum Abschied. Dann drückte sie Namgi die Arbeitskleidung in die Arme - die sie wohl einfach aus dem Nichts hergezaubert hatte - und verschwand wieder, noch bevor Namgi ihr irgendeine von vielen Fragen stellen konnte. Verloren drehte er sich zu seinen neuen Kollegen um, die ihre Arbeit kurz gestoppt hatten und ihn aus erwartungsvollen Augen ansahen.


»Hallo Neuer«, begrüßte Hyujin ihn freundlich und wedelte ihm zur Begrüßung mit dem Messer zu. Sungjin hingegen hielt die Bratpfanne in der Hand und musterte ihn mit einem kritischen Blick.

»Ein Neuzugang also? Warum hielt Yerin es eigentlich wieder für nötig, einen neuen Koch einzustellen? Zwei sind doch mehr als genug«, schnaubte dieser und kam mit langsamen Schritten auf Namgi zu, die Pfanne in der Hand drohend erhoben. Doch Namgi ließ sich nicht davon einschüchtern. Stattdessen setzte er nur sein breitestes Lächeln auf, sodass die Grübchen nur so herausstachen.


»Freut mich! Ich bin Kim Namgi«, stellte er sich noch einmal unnötigerweise vor und verbeugte sich respektvoll, wobei er jedoch nicht Sungjins Pfanne bedacht hatte. Denn bam! Schon hatte er das metallene Ding an seinem Kopf, als er beim Verbeugen volle Kanne dagegen stieß. Innerlich zischte er auf, stellte sich jedoch nur mit einem schräg aufgesetzten Lächeln wieder aufrecht hin und versuchte, den Schmerz zu ignorieren.


Sungjin war natürlich nicht blöd, selbstverständlich hatte er mitbekommen, wie Namgi seinen Kopf gegen die Pfanne gedonnert hatte. Doch er sagte nichts Weiteres dazu. Nur eine Augenbraue zuckte nach oben.

»Hast du davor schon mal in einem Restaurant oder ähnlichem gearbeitet?«, fragte Sungjin nur und Namgi sah ihn nachdenklich an.


»Nö?«


Der Chefkoch sah ihn verständnislos an.

»Also dein erster Tag als Restaurantkoch.«

Namgi nickte.

»Spezialität?«


»Was?«, echote Namgi verwirrt, woraufhin sich Sungjins Gesicht immer mehr verzog.

»Was ist deine Spezialität? Was kannst du am besten kochen?«


»Instant-Ramen.«


»Instant-Ramen?«


»Und Reis.«


»Instant-Ramen und Reis?«


»Ich denke schon?«


»Du denkst es?!«, Sungjin sah ihn fassungslos an, ehe er mit der Pfanne herumfuchtelte und den Kopf schüttelte.

»Naja, egal. Wir werden es ja gleich sehen. Geh dich umziehen. Die Spinde stehen alle da hinten. Such dir einen aus. Viele sind ja nicht wirklich besetzt, wenn hier nur vier Beschäftigte arbeiten. Und wenn du fertig bist, komm her und mach mir deinen besten Ramen. Ich will wissen, wo bei dir der Löffel hängt.«