Prolog
Die Nacht war klar und kalt, der Himmel übersät mit unzähligen Sternen, die wie winzige Diamanten funkelten. Sie strahlten mit einer Intensität, die Edward in seinen jungen sieben Jahren noch nie zuvor bewusst wahrgenommen hatte. Es war, als würde das Universum ihm etwas zuflüstern, ein Geheimnis, das nur für ihn bestimmt war.
Er lag in seinem Bett, die Decke bis zum Kinn hochgezogen, doch Schlaf wollte ihn nicht finden. Ein seltsames Gefühl hatte sich in ihm ausgebreitet – etwas Unbestimmtes, Unfassbares. Es war keine Angst, auch keine Unruhe, sondern eine sanfte, pulsierende Gewissheit. Etwas war geschehen. Irgendwo in der Welt, fernab von hier, hatte sich das Schicksal bewegt, hatte etwas ins Rollen gebracht, das für ihn von größter Bedeutung sein würde.
Edward setzte sich auf, schob die Decke beiseite und schwang die Beine über den Bettrand. Seine bloßen Füße berührten das kühle Holz des Bodens, doch er spürte kaum die Kälte. Stattdessen schlug sein Herz schneller, seine Sinne waren geschärft. Er wusste nicht, woher dieses Gefühl kam, aber er wusste, dass es wahr war.
Er zog sich einen Pullover über und trat ans Fenster. Draußen lagen die Felder und Wälder im silbernen Licht des Mondes. Der Wind rauschte leise durch die Bäume, flüsterte in einer Sprache, die er nicht verstand, und doch glaubte er, die Bedeutung zu erfassen.
Seine Mate war geboren.
Das Wort kannte er nicht, doch die Wahrheit war tief in ihm verankert. Ein Funken in seinem Inneren, der von einem Moment auf den anderen entfacht worden war. Er konnte es nicht erklären, nicht in Worte fassen, aber er fühlte es mit jeder Faser seines Wesens. Eine unsichtbare Verbindung, zart und doch unerschütterlich, hatte sich gebildet.
In seinem Inneren regte sich etwas. Eine Präsenz, vertraut und doch urgewaltig. Caelrath, sein innerer Drache, erhob sich aus der Tiefe seines Bewusstseins, brüllte stumm in die Dunkelheit. Sie ist da, raunte die Stimme in Edwards Geist, tief und kraftvoll. Unsere Solemate ist geboren.
Edward schluckte. Das Wort klang bedeutsam, endgültig. Seine Hände ballten sich unbewusst zu Fäusten, während sein Herz schneller schlug.
„Edward?” Die Stimme seines Vaters ließ ihn zusammenzucken. Er drehte sich um und sah, wie sein Vater in der Tür stand, die Augen von Sorge durchzogen. „Warum bist du noch wach?”
Edward öffnete den Mund, um zu antworten, wusste aber nicht, was er sagen sollte. Wie konnte er etwas erklären, das er selbst nicht verstand? Schließlich entschied er sich für die Wahrheit – oder zumindest für einen Teil davon.
„Ich... ich hatte das Gefühl, dass etwas Wichtiges passiert ist.”
Sein Vater musterte ihn lange, dann trat er näher und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Sie war warm und vertraut, doch Edward spürte auch den Hauch von Ernsthaftigkeit darin. „Manchmal fühlen wir Dinge, bevor wir sie verstehen können. Vielleicht ist es das Schicksal, das zu dir spricht.”
Edward nickte langsam. Ja, das musste es sein. Das Schicksal hatte heute Nacht eine neue Geschichte begonnen – eine, die mit Feuer und Tinte geschrieben war. Und er war ein Teil davon.
Am nächsten Morgen konnte Edward an nichts anderes denken. Während er mit seinem besten Freund Max am Fluss saß und Steine ins Wasser warf, platzte es aus ihm heraus: „Ich glaube, diese Nacht ist jemand geboren worden, der für mich wichtig ist.”
Max runzelte die Stirn. „Wie meinst du das, deine Mate?”
Edward zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht genau. Ich habe es einfach gespürt. Und Caelrath hat es auch gespürt.”
Max und Edwards haben beide innere Drachen. Er war der Einzige, dem Edward anvertraut hatteimmerhin sind sie die engsten freunde seit sie babys sind ihre Väter sind es ja auch. Und Max nahm es, wie er alles nahm – mit einem entschlossenen Nicken. „Dann ist es etwas sehr Wichtiges. Vielleicht wird sie irgendwann Teil deines Lebens.”
Edward starrte in das glitzernde Wasser. Ja. Das wusste er. Irgendwann würde er sie finden.









Das fängt ja bezaubernd an.....ich bin schon ganz neugierig 🤣🤣🤣🤣🤣