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Das Blut der Drachen - Band 3

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Zusammenfassung

Nach dem großen Kampf steht Yelir vor einem großen Problem. Die Fürsten der Nordlande sind tot. Genau wie ihre Armeen. Überlebt haben wenige. Vorrangig Frauen und Kinder. Wie soll er das Land verwalten, wenn die Fürsten fehlen? Er wünsch sich Hilfe, doch ihm bleibt nichts anderes übrig, als selbst zu entscheiden, auch wenn er von überall her gute Ratschläge bekommt. Dann erhält er einen Brief, der ihm viele Möglichkeiten bietet, doch gleichzeitig ein großes Opfer erfordert. Ist er bereit dieses einzugehen, um das zu schützen, was Zunae so am Herzen lag?

Status:
vor einem Jahr
Kapitel:
58
Rating
5.0 (5 Bewertungen)
Altersfreigabe
16+

Prolog

Weibliche Schreie vermischten sich mit den Stimmen hunderter Männer, die immer und immer wieder: »Das Kind der Götter«, murmelten, wie eine Beschwörung.

In weiße Roben gehüllt und die klein, schwarzen Flügel auf den Rücken, hatten sie sich vor einem einfachen Steinaltar versammelt und blickten auf die junge Frau, die um Atem rang und immer wieder schmerzerfüllt aufstöhnte.

Einer der Männer hielt ihre Hand. »Das machst du gut«, flüsterte er beruhigend, doch wurde fast sofort von den Männern übertönt.

In Nions Augen sammelten sich Tränen, während sie auf die Anweisungen der einzigen weiteren Frau im Raum hörte.

Eine alte Dame mit ebenfalls schwarzen Flügeln, aber einer beigefarbenen Kutte, hatte sich zwischen Nions Beinen positioniert, während sie auf die Ankunft des ersehnten Kindes wartete. »Weiter pressen und atmen. Ein und aus«, wies sie an, was Nion auch versuchte. Nur war das nicht so einfach.

Ihre Finger gruben sich in Sissenems Hand, als eine Welle der Schmerzen durch ihren Körper fuhr. Um nicht erneut zu schreien, biss sie die Zähne zusammen. Nie hätte sie sich erträumt, dass es so schwer sein könnte, ein Kind zur Welt zu bringen. Nicht einmal ein solch besonders.

Das Glasdach, unter dem sie lag, präsentierte einen wunderschönen Anblick von hunderten, strahlenden Sternen, die in regelmäßigen Abständen vom Himmel fielen. Doch der Anblick reichte Nion nicht, um sich abzulenken.

Sie hatte nur eine Aufgabe: Das Kind gesund und wohlbehalten zur Welt zu bringen.

Dass sie dabei von zwei Wesen beobachtete wurde, die sich in den Schatten verborgen hielten, ahnte sie nicht.

»Deine Leute machen ganz schönen Kracht«, bemerkte ein schwarzer Kater mit kleinen Feldermausflügelchen, der sich gelangweilt seine Pfote leckte.

»Denkst du nicht, du solltest ein wenig mehr Interesse zeigen?«, fragte der schwarze Rabe, der seine Augen direkt auf die Frau gerichtet hatte. Das dritte Auge auf seiner Stirn war jedoch geschlossen.

Als Antwort erhielt er ein Gähnen. »Wieso? Es wird noch mindestens zehn Jahre dauern, bis ich Nae wiedersehen werde«, bemerkte Chiaki mit einem leisen Seufzen. Er hatte so lange gewartet, da waren diese Jahre auch nicht mehr wichtig. Sehr viel länger würde er diese Gestalt jedoch nicht aufrechterhalten können. Es war also gut, dass sie sich endlich für ihre Wiedergeburt bereit machte.

»Solltest du dich nicht um dein eigenes Gefäß kümmern?«, fragte der Rabe, der kurz die Flügel ausschüttelte.

»Er ist jetzt ein Jahr alt. Es bleibt mir also genug Zeit, es zu besetzen, sobald Nae sich niedergelassen hat«, sagte er, denn er würde nicht wieder den gleichen Fehler machen. Ein zu großer Altersunterschied für die Körper war nervig.

Dann fielen plötzlich die Sterne vom Himmel, als hätten sie sich abgesprochen und der Schrei eines Kindes erklang.

Aus dem Himmel schoss ein Wesen, das von den Menschen nicht wahrgenommen werden konnte.

Mit dem Glanz von Perlmutt umgeben, rauschte der Drache, aus blau-rosa Kristallen erschaffen, auf das Kind zu, um sich darin festzustetzen.

Chiaki sprang auf und wedelte unruhig mit seinem Schwanz. Seine Augen waren auf Nae gerichtet, als sie das Kind berührte.

Ein Strahlen umgab sie, doch dann ertönte ein Krachen. Der Boden der Götterwelt wankte, Magie zuckte umher und das Brüllen eines Drachens erklang, als etwas an Nae riss.

Ihr Körper glitt in das Kind, doch gleichzeitig wurde er zerrissen und von ihr weggezogen.

Chiaki sprang nach vorn und ohne es zu wollen, aus dem Schatten, sodass die Männer ihn sofort wahrnehmen, als er auf das Kind zustürmte. »Lass mich zu Nae«, rief er, doch in dem ausbrechenden Chaos drang lediglich ein Teil seiner Worte an die Ohren der Männer. Er klang wie ein Name. Ein Name von den Göttern gegeben.

»Zunae«, sprachen sie in Chor, ohne die Dringlichkeit des Katers zu verstehen.

Das kleine Baby, das der Mutter in die Arme gelegt wurde, schrie, ballte ihre Fäuste und kniff ihre Augen zusammen, als Magie aus ihrem Körper strömte.

Chiaki blieb stehen. Sein Herz klopfte, während er zusah, wie die Magie das Kind tötete. Er konnte Nae in ihr spüren und auch wieder nicht. Es war nicht genug von ihr da, um die Macht, die sie bereits dem Kind gegeben hatte, zu kontrollieren.

Neben Chiaki landete der Rabe, dessen drittes Auge sich geöffnet hatte. »Du wirst deinem Wunsch nur erfüllen können, wenn dieses Kind überlebt«, sagte er mit einer hallender Stimme.

Chiaki wandte ihm nur ganz kurz den Blick zu und sah dann wieder zu dem Baby, das den Namen Zunae erhalten hatte. Nur, wenn es überlebte. Aber, was sollte er tun?

Dann erstarb der Schrei und das Kind stellte das Atmen ein.

Chiakis Herz setzte aus. Er wusste, dass zwei Götter für einen Körper zu viel waren, doch er wusste nicht, wie er es sonst schaffen sollte, die Magie von Nae in ihr zu versiegeln, um sie am Leben zu halten.

Chiaki fauchte und setzte aus dem Stand zum Sprung an, um auf Zunae zu landen. Statt jedoch auf dem Körper des Kindes zu landen, drang er in sie ein, wurde umgeben von Magie, die wild um sich schlug und griff danach.

Was für eine Menge an Macht, kein Wunder, dass ein Baby es nicht aushielt.

Chiaki biss die Zähnen zusammen, bevor er die Stränge zu sich zog und seine eigene Magie über sie deckte. Er konnte nur helfen, wenn er sich selbst die Magie einverleibte, bis sie bereit dafür war.

»Zunae«, schluchzte Nion, die ihr Baby in den Arm hielt, während sie ihr sanft durch das kaum vorhandene, rote Haar strich. Sie konnte nicht glauben, dass es vorbei sein sollte.

»Lasst mich«, erklang die Stimme eines Mannes, der sich vorschob. Einer der wenigen Heiler der Raben.

Bevor er jedoch eine Hand an das Baby legen und es untersuchen konnte, schlug dieses ihre goldenen Augen auf und stieß einen protestierenden Schrei aus.

Sie war am Leben.

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