Herzstolpern Inklusive

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

đŸ©ș✹ Herzstolpern inklusive – Mein Leben zwischen Kittel, Katastrophen & Karma ✹đŸ©ș‹Eine romantische Comedy mit OP-Fail-Garantie, Herzklopfen-Faktor und ganz viel Selbstironie. Ich bin Dr. Leni Franke.‹29, AssistenzĂ€rztin. Chronisch ĂŒberfordert. Emotional instabil bei Kontakt mit attraktiven OberĂ€rzten. Nach einer Trennung mit Netflix-Overdose und 6 Kilo Trennungsschokolade dachte ich:‹"ZurĂŒck in die Heimat, neuer Job, keine MĂ€nner!"‹Dumm nur, dass mein neuer Chef Tom Lennox ist – heißer als die Kaffeekanne in der Notaufnahme und 
 ja, leider mein Jugendschwarm.‹Und Ex-One-Night-Stand. Ups. Zwischen NotfĂ€llen, NervenzusammenbrĂŒchen und Neurotikern stolpere ich nicht nur ĂŒber OP-SchlĂ€uche – sondern auch immer wieder ĂŒber mein eigenes Herz.‹Denn wenn Liebe dein Puls ist und Chaos dein Alltag – wie zur Hölle ĂŒberlebt man dann das Leben? 💉 FĂŒr alle, die Grey’s Anatomy feiern, Bridget Jones verstehen – und bei Doctor’s Diary mitgefĂŒhlt (und mitgelacht) haben.‹

Genre:
Humor
Autor:
L.S Dawson
Status:
In Arbeit
Kapitel:
16
Rating
5.0 1 Bewertung
Altersfreigabe
16+

Kapitel 1 Diagnose:Lebenskrise

*Montag, 07:08 Uhr. Kaffeetasse leer. Lebensfreude ebenso.*


Wenn mein Leben ein EKG wĂ€re, dann wĂ€re es ein Flimmern. Kein schönes, rhythmisches „Lub-dub“, wie es sich fĂŒr ein ordentliches Herz gehört – sondern eher so ein wackeliges Zucken kurz vorm Kollaps. Und heute? Heute flimmert es besonders schön.


„Du siehst aus, als hĂ€ttest du ein Tinder-Date mit einem Lastwagen gehabt“, bemerkt meine Schwester Mila – Influencerin, Selfie-Expertin und Besitzerin von exakt null Filtern. Weder optisch noch verbal.


Ich wĂŒrd ihr gern widersprechen, aber ich trage seit drei Tagen denselben Dutt, habe exakt 42 Minuten geschlafen und bin mental ungefĂ€hr auf dem Energielevel einer leeren Infusion.


Heute ist mein erster Tag als AssistenzĂ€rztin an der „St. Urbanus Klinik“.

In meiner Heimatstadt.

In der Klinik meines Vaters.

Und, Überraschung: Ich habe NICHT vor, zu glĂ€nzen. Ich habe vor, zu ĂŒberleben.


Was Mila nicht weiß: Mein „Neuanfang“ ist ein Fluchtversuch in weißem Kittel.

Flucht vor meinem Ex, meinem verkorksten Beziehungsleben – und meiner dramatischen Neigung, mich in MĂ€nner zu verlieben, die aussehen wie wandelnde Fehlerquellen.


Ich habe einen Plan:

☑ Karriere

☑ Kaffee

☑ Keine Kerle


Kein Drama. Kein Herzklopfen. Kein Tom Lennox.


...Jep. Ich sollte echt aufhören, Dinge zu denken. Denn kaum fĂŒnf Stunden spĂ€ter stehe ich in der Klinik. In einem viel zu engen Kittel. Und vor ihm:

**Tom Lennox.**

Mein neuer Oberarzt.

Mein Jugendschwarm.

Und – richtig geraten – mein einmaliger (leider unvergesslicher) One-Night-Stand von vor sechs Jahren.


Mein Herz? Macht Saltos.

Mein Hirn? Logout.

Meine Stimme? Im Streik.


Willkommen zurĂŒck, Leni. Willkommen im OP-Chaos deines Lebens.

Ich schwöre, mein Gehirn hat in dem Moment kurz einen Notfallplan erstellt. So wie: *Sofortige Flucht durch den nĂ€chstgelegenen LĂŒftungsschacht. Alternativ: Totstellen. Oder lachen. Oder sterben. Oder alles zusammen.*


„Franke?“

Seine Stimme ist tiefer, als ich sie in Erinnerung hatte. Kratzig, leicht mĂŒde – wie der perfekte Whiskey in einer Nacht, in der man nichts Gutes mehr erwartet.


„Äh 
 ja. Ich. Also. Dr. Franke. Leni. Ich bin
 ich bin neu. Hier. Heute. Also nicht *neu-neu*, weil ich ja eigentlich von hier bin, also
“

Ich rede. Und rede. Und rede.

Er hebt eine Augenbraue.


Verdammt.


Tom Lennox sieht nicht aus, als wĂŒrde er sich an mich erinnern. Was vielleicht gut ist. Vielleicht aber auch die ultimative DemĂŒtigung. Immerhin habe ich damals direkt nach dem Sex seine Dusche geflutet und dann seinen Hund aus Versehen mit Bodylotion eingeschmiert.


„Deine Personalakte ist spannender als deine BegrĂŒĂŸung“, murmelt er trocken und wendet sich ab, ohne mir auch nur ein einziges Mal ein echtes LĂ€cheln zu schenken.


**BĂ€mm.**

Diagnose: Eiskalt.

Therapie: Zwei Espresso und eine Gruppentherapie mit meinen WĂŒrde-Überresten.


Ich bleibe etwas zu lange stehen und starre auf seinen RĂŒcken. Breite Schultern. Lockiges Haar. Laborkittel ĂŒber Jeans. Und diese Stimme. Diese verdammte Stimme.


„Folgen Sie mir, Dr. Franke.“

Klar. Folgen. Ich. Dir. Nichts lieber als das, du Kittelgott in menschlicher Form.


In meinem Kopf lĂ€uft bereits der Soundtrack zu meinem Untergang, als ich mit zu schnellen Schritten versuche, mit ihm Schritt zu halten. NatĂŒrlich stolpere ich ĂŒber ein Kabel. NatĂŒrlich rette ich mich mit einem akrobatischen Move, den man auch als kontrollierten Sturz bezeichnen könnte. Und natĂŒrlich dreht er sich genau in dem Moment um.


„Du warst schon immer... spektakulĂ€r in deinen Auftritten.“

Er erinnert sich doch.

Na super.


Und ich? Ich wĂŒrde gerne im Boden versinken. Oder wenigstens in einen WĂ€schewagen voller frisch gedĂ€mpfter Kittel springen und mich nie wieder blicken lassen.

„Also, das hier ist Station 4B. Innere. NotfĂ€lle, Aufnahmen, chronisch Unterbesetzt – du wirst es lieben“, sagt Tom trocken, wĂ€hrend er einen Bogen auf den Tresen knallt.

Ich zwinge mich, nicht wie ein Goldfisch zu blinzeln.


*Okay, Leni. Reiß dich zusammen. Du bist Ärztin. Du hast das studiert. Sieben Jahre lang. Du hast PrĂŒfungen ĂŒberlebt, SchockrĂ€ume, das PJ und sogar eine Notoperation unter Aufsicht bei Lichtausfall. Du. Kannst. Das.*


„Schön. Also, Ă€hm
 ich freu mich“, sage ich, obwohl sich meine Achseln gerade in ein tropisches Mikroklima verwandeln und mein Magen vage nach Flucht schreit.

Tom grinst. *Grinst!*


„Die Übergabe ist gleich. Und danach machen wir die erste Visite. Wenn du bis dahin nicht ohnmĂ€chtig geworden bist.“


„Ich bin nicht der Ohnmachtstyp“, knurre ich.

„Oh, ich erinnere mich anders.“

*Zack – Flashback!*

Schnitt: Ich. 23. Betrunken. Halbnackt. Schlafzimmer. Tom.

Herzstillstand auf emotionaler Ebene.


Ich öffne den Mund fĂŒr eine halbherzige Retourkutsche, aber da betritt Benni BĂ€hr das Spielfeld – Pflegekraft, Klatschkönig und offenbar die wandelnde Definition von *Comic Relief*.


„Ooooh mein Gott, Bambi ist zurĂŒck!“ ruft er, wĂ€hrend er mich umarmt, als hĂ€tten wir uns seit zehn Jahren nicht gesehen.

„Bambi?“ fragt Tom irritiert.

„Na, sie sieht immer aus, als hĂ€tte sie gleich ein Nervenzusammenbruch und wĂŒrde dabei trotzdem sĂŒĂŸ gucken. Wie ein ĂŒberforderter Disney-Charakter mit medizinischer Lizenz.“

„Treffend“, murmelt Tom.


Ich bin zu schwach, um zu kontern.

Oder zu sehr damit beschÀftigt, *nicht laut zu schreien*.


„Mach dir nichts draus“, sagt Benni in mein Ohr. „Der hat nur so viel Emotion wie ’ne eingeschlafene Blutdruckmanschette. Sieht aber gut dabei aus, oder?“

„Ich stehe daneben, Benni.“

„Ja und? Wahrheiten gehören ausgesprochen.“


Tom ignoriert uns gekonnt. Ich ignoriere mein inneres NervenbĂŒndel. Und dann beginnt die Visite. Also der echte Horror.


Ich schnappe mir ein Klemmbrett, das aussieht, als hĂ€tte es ein Weltkrieg ĂŒberlebt, und folge Tom wie ein Welpe auf Speed.


Patient eins: 84, Bluthochdruck, unklare Synkope.

Patient zwei: 68, Zustand nach Myokardinfarkt, zu viel Fragen, zu wenig Geduld.

Patient drei: ICH – innere Panik, erhöhte Herzfrequenz, akute ErinnerungslĂ€hmung.


Bei Patient vier kommt der Moment, in dem ich mir einreden will, ich hÀtte jetzt so richtig den Flow.

Falsch gedacht.


„Dr. Franke, was empfehlen Sie bei einer LVEF von 35 Prozent nach NSTEMI mit VES-Belastung im Ruhe-EKG?“

Ich starre Tom an.

Er sieht mich an wie ein Professor einen Erstie bei der mĂŒndlichen PrĂŒfung.

Ich sage: „Also
 Ă€hm
 ich wĂŒrde
 einen Kardiologen rufen?“


Benni hustet. Oder lacht.

Tom hebt eine Braue.

Der Patient schlĂ€ft zum GlĂŒck.

Und ich ĂŒberlege, ob ich heimlich kĂŒndigen kann.


Plötzlich durchdringt ein schrilles Piepen die Station.


„Reanimation! Zimmer 408!“ ruft eine Stimme aus dem Lautsprecher.

Tom wirft mir nur ein kurzes: „Mitkommen!“ zu, bevor er schon losrennt.

Und ich? Ich renn natĂŒrlich hinterher – mit zitternden Knien, einem leeren Kopf und exakt null Prozent Ready-Feeling.


Zimmer 408 ist ein Schlachtfeld aus blinkenden GerÀten, hektischen Stimmen und purem Adrenalin.

Ein alter Mann liegt reglos im Bett. Keine Atmung. Kein Puls.


„Leni, was ist der erste Schritt?“ fragt Tom knapp, wĂ€hrend er bereits Handschuhe ĂŒberzieht.

Ich starre ihn an. Mein Gehirn macht ein weißes Rauschen. Wie bei schlechter WLAN-Verbindung.

Dann: Blitzgedanke. *Basic Life Support. Du kennst das. Du. Kannst. Das.*


„Kompressionen starten“, presse ich hervor und knie mich ans Bett.

Meine HĂ€nde zittern, aber ich drĂŒcke. ZĂ€hle. SpĂŒre, wie die Routine ganz langsam zurĂŒckkommt. Wie mein Körper ĂŒbernimmt, wĂ€hrend mein Verstand noch schreit: *Ich will hier weg!*


„Gut“, sagt Tom ruhig. „Jetzt wechseln wir. Beatmung, bitte.“


Ich ĂŒbergebe. Eine Schwester reicht mir den Ambu-Beutel. Ich atme durch. Einmal. Zweimal.

Ich funktioniere.

Und dann – ein schwacher Piepton.

Ein Puls.


„Wir haben ihn zurĂŒck!“

Erleichterung strömt durch den Raum wie eine Sauerstoffwelle.


Ich lehne mich zurĂŒck, schweißnass, herzrasend, völlig durch.

Und dann – als alle wieder auseinandergehen und der Patient stabilisiert wird – steht Tom vor mir.

Sein Blick ist ruhig, ernst, ein bisschen anerkennend. Und irgendwie 
 warm?


„Das war gut, Leni.“


Ich öffne den Mund, aber da ist nur ein hysterisches Lachen.

„Ich hab fast auf ihn draufgekotzt vor NervositĂ€t.“


Tom lĂ€chelt. Nicht sein ĂŒbliches, spöttisches LĂ€cheln – sondern das echte, das ganz seltene, das gefĂ€hrlich charmante.

„Das hĂ€ttest du nicht sein mĂŒssen. Aber hey – willkommen zurĂŒck im echten Leben.“


Und bevor ich antworten kann, ist er schon wieder weg.

ZurĂŒck im Arztmodus.

ZurĂŒck im Tom-Lennox-Universum.


Ich bleibe zurĂŒck – verschwitzt, verwirrt, und mit einem Herzschlag, der eindeutig kein Normalwert mehr ist.

Verdammt. Mein Leben hat gerade offiziell wieder angefangen.

Und es fĂŒhlt sich verdĂ€chtig nach Katastrophen-Potenzial an.