Prolog
„Fass sie noch einmal an“, knurrte er. Seine Stimme war so tief, dass sie kaum noch menschlich klang.
„Und ich reiße dich mit bloßen Händen in Stücke.“
Eraya hatte ihn noch nie so gesehen. Das war nicht der charmante Prinz. Das war ein Sturm in Menschengestalt – ein Mann wie besessen.
Armaan taumelte völlig orientierungslos. Sein Kiefer schwoll bereits an.
„I-Ich habe nicht –“
RUMS.
Noch ein Schlag – diesmal in seine Rippen.
RUMS.
Mitten ins Gesicht.
Armaan krümmte sich und rang nach Luft.
Vidhart packte ihn am Kragen. Er zerrte ihn wie eine Stoffpuppe hoch. Seine Knöchel waren bereits aufgerissen und blutig, aber er hörte nicht auf.
„VIDHART!“, schrie Eraya und rannte auf ihn zu.
„Bitte – er blutet – hör auf!“
Aber Vidhart hatte einen Tunnelblick. Alles war nur noch Rot und Feuer und das Bild, wie sie angefasst wurde.
Wie jemand es wagte, eine Hand an das zu legen, was ihm gehörte.
„Ich habe es dir schon einmal gesagt“, fauchte er zwischen den Schlägen.
„Komm ihr noch einmal nahe... und du kommst hier nicht mit ganzen Knochen raus.“
Er rammte Armaan gegen die Wand. Immer wieder. Bis der Bastard halb bewusstlos zusammensackte und vor Schmerz stöhnte.
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Ein Raunen des Entsetzens ging durch die Menge.
Seidene Abendkleider raschelten, als Frauen sich die Münder zuhielten.
Die Männer standen wie erstarrt da. Sie wussten nicht, ob sie eingreifen oder sich verstecken sollten.
Aber niemand rührte sich.
Denn Vidhart war nicht einfach nur wütend.
Er war die Fleisch gewordene Rache.
Blut tropfte von seinen Knöcheln.
Sein Kiefer war fest angespannt.
Seine Augen – Gott helfe jedem, der diesen Augen begegnete – brannten mit einem uralten, königlichen Zorn.
„Sie ist meine FRAU!“, donnerte er. Seine Stimme war voller Drohung und schnitt wie eine Klinge durch die Stille.
„Wenn irgendein Mann – irgendeine Seele – es wagt, sie mit schmutzigen Augen anzusehen, wenn auch nur einer davon träumt, sie noch einmal zu berühren, schwöre ich bei jedem Gott, den es gibt: Ich werde ihn mit meinen eigenen bloßen Händen lebendig begraben.“
Das Luftschnappen wurde lauter. Eine Frau wurde in der Ecke ohnmächtig.
Aber Vidhart war das egal.
Sein Blick – seine ganze Wut – galt nur dem Mann, der vor ihm zusammengebrochen war.
Er riss Armaan am blutgetränkten Kragen hoch. Ihre Gesichter waren nur Zentimeter voneinander entfernt.
„Sie ist nicht nur Mrs. Ranawat“, knurrte er. Jedes Wort war wie eine Klinge, die in Höllenfeuer getaucht war.
„Sie gehört mir – dem Namen nach, mit ihrer Seele, mit jedem Atemzug, den sie tut.“
Er riss ihn noch näher zu sich. „Und du – du hast sie angefasst.“