Lissy Kapitel 1 Ankunft
Tipp: Oben in der Überschrift steht immer wer gerade Spricht da ich schon öfters darauf angesprochen würde. Viel spaß beim lesen.
Ich saß mit meiner Mutter im Auto. Wir waren auf dem Weg nach Lissabon, zu ihrem neuen Mann und dessen Tochter. Meinem neuen Stiefvater. Meiner neuen Stiefschwester.
Meine Mutter warf mir im Rückspiegel einen kurzen Blick zu.
„Hey… es wird alles gut. Es wird dir gefallen.“
Ich sah aus dem Fenster und antwortete trocken: „Na klar, alles super. Ich komme nur in eine neue Stadt, bekomme einen neuen Vater und eine Stiefschwester. Total entspannt.“
Sie schaltete das Radio ein und sagte den Rest der Fahrt über kein Wort mehr.
Als wir ankamen, blieb ich überrascht stehen: Eine große, elegante Villa lag vor uns. Vor dem Eingang standen mein neuer Stiefvater und seine Tochter. Ich musste innerlich mit den Augen rollen. Sie sah so perfekt aus – wie aus einem Werbespot. Blonde Locken, strahlendes Lächeln, perfekte Haltung. Alles an ihr schrie Beliebtheit.
Kaum war ich ausgestiegen, kam sie auf mich zu und umarmte mich.
„Herzlich willkommen! Komm, ich zeige dir dein Zimmer.“
Ich nickte nur stumm und folgte ihr schweigend die Treppe hinauf.
Oben angekommen öffnete sie eine Tür.
„Hier ist dein Zimmer. Wenn du willst, kann ich dir morgen die Schule zeigen.“
Ich sah sie verwirrt an.
„Äh… ja, das wäre nett. Was für eine Hexe bist du eigentlich?“
Sie lächelte sanft.
„Ich bin eine Lufthexe. Und du?“
„Bluthexe. So wie meine Mutter.“
„Wow… wirklich? Blutmagie ist die stärkste, die es gibt!“
Unten rief unser Stiefvater zum Abendessen.
„Klara, kannst du deinem Vater sagen, dass ich keinen Hunger habe?“
Sie nickte und verschwand aus dem Zimmer.
Ich ging ins Bad, zog mich um und machte mich bettfertig. Als ich schon im Bett lag, kam meine Mutter noch einmal herein.
„Ich weiß, dass du Angst vor deiner Magie hast“, sagte sie leise. „Aber in der Universität sind Leute, die dir helfen können.“
Ich umarmte sie.
„Ich weiß, Mom. Ich liebe dich.“
Sie küsste mich auf den Kopf.
„Ich dich auch. Schlaf gut.“
Sie verließ das Zimmer.
Die Nacht war still, nur das sanfte Rauschen der Blätter draußen im Wind war zu hören. Ich schlief ein.
Doch plötzlich riss mich ein stechender Geruch aus dem Schlaf.
Rauch.
Ich rieb mir die Augen. Ein oranger Lichtschein flackerte an der Wand. Zögernd stand ich auf, trat ans Fenster – und erstarrte.
Unser Haus stand in Flammen.
Schwarzer Rauch stieg in die Luft, Funken wirbelten durch die Nacht.
„Papa…“, flüsterte ich.
Panik raste durch meine Adern. Barfuß rannte ich zur Tür.
Was, wenn er noch drinnen war? Was, wenn niemand ihn hörte?
Das Feuer spiegelte sich in meinen Augen, während ich näherkam. Im Knistern der Flammen meinte ich, seine Stimme zu hören, schwach, flehend.
Ich schreckte hoch. Schweißgebadet.
Ich war in meinem neuen Bett.
Ein Traum.
Langsam legte ich mich wieder hin. Das Herz schlug mir bis zum Hals.
Ich schloss die Augen. Und schlief ein.