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Ares Untold

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

Als Frau hat man im alten Griechenland nicht viele Rechte. Als Hetäre noch weniger. Jedoch bleibt eine Ausnahme, man verdient genügend Geld um sich frei zu kaufen. Das ist auch Neairas Ziel. Ihre Freiheit. Während sie unablenkbar ihren Weg geht, schlägt ein Gott in ihrer Stadt auf und sie muss sich die Zeit nehmen, um ihn zu besänftigen.

Status:
vor einem Jahr
Kapitel:
1
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Das Parazonium kam aus dem Nichts und fuhr blitzschnell in die Lücke zwischen meinen rechten Mittel- und Ringfinger. Ich spürte, wie mindestens eines der Astragaloi unter meiner Handfläche zerbarst. Ich blickte von der Klinge, die meine Hand um Haaresbreite verfehlt hatte, zu meinem Gegenüber. „Wenn Ihr diese Präzession auf das Spiel angewendet hättet, dann wäre euch der Sieg gewiss gewesen“, sagte ich zu meinem rotgesichtigen Kunden. Ich konnte an seinem Gesicht ablesen, dass er mit meiner Antwort ganz und gar nicht zufrieden war. Ich schloss meine Rechte zu einer Faust und zog alle losen Astragaloi über die Tischfläche zu mir hin. Mein Tastsinn hatte recht gehabt. Die Spitze des Parazoniums hatte tatsächlich einer der Würfel gespalten. Ich blickte in die Runde. Kaum jemand hatte den Zwist zwischen uns gesehen. Nur Nikarete schaute mich böse über alle Köpfe hinweg an. 

Ich blickte wieder zu meinem Kunden. „Ihr könnt auch ein anderes Spiel wählen, eines das Euch genehmer ist.“

Seine dunklen Augen funkelten wild. „Auf keinen Fall!“

Ich drehte meine Faust auf der Tischoberfläche auf den Handrücken und öffnete sie. „Für Pentelitha braucht es aber fünf Würfel.“ Ich schielte vielsagend zum Parazonium, das immer noch in der Tischoberfläche steckte und die zwei Teile des einen Astragalos.

„Dieses bescheuerte Spiel lässt sich sicherlich auch mit vier Würfel spielen.“

„Was die Siegchancen für mich erhöht.“

„Niemand kann so flink sein und zehnmal in Folge alle Würfel mit dem Handrücken auffangen! Mach endlich Weib!“

Mein Bauchgefühl sagte mir, das ich aufhören sollte. Nicht nur, weil mein Kunde nahe am Kipppunkt stand. Sollte er ein weiteres Mal verlieren, dann würde es wohl in einer Schlägerei ausarten. Der Dolch war da ein untrügliches Zeichen. Gleichzeitig musste ich ihm recht geben. Pentelitha war ein Geschicklichkeitsspiel. Und selbst die besten Spielerinnen verloren Mal. Ich wollte meinen schweren Geldbeutel nicht wieder um Gewicht erleichtern.

Ich schloss die Faust wieder und bereitete mich auf den nächsten Wurf vor, das schloss sich eine Hand um den Griff des Parazoniums. Ich kam nicht umhin zu bemerken, dass ebenjene Hand in einem Cestus steckte.

„Hat dich das Leben nichts gelernt du einfältiger Hurenbock?“

Mein Kunde sprang von seinem Sitz hoch, doch die Hand in meinem Blickfeld war schneller, zog das Parazonium und hielt es dem Mann an den Hals.

„Spiele nie mit in einem Weib, schon gar nicht mit einer Hetäre in einem Bordell Pentelitha. Du landest in der Gosse neben den Bettlern und Philosophen.“

Ich blickte von der Dolchhand zum Gesicht des Mannes. Doch ich verweilte nicht bei ihm, ich blickte wieder zu Nikarete, deren Gesichtshaut die Farbe von reifen Trauben angenommen hatte.

„Phanos? Was führt dich hierher?“

„Ares ist in Korinth.“ Mein Blick wechselte wieder zu Phanos.

Das bedeutete zwei Sachen.

Die letzten Tage von Korinth waren gezählt. Oder Aphrodite hat wieder einmal mit Ares gefickt.

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