First Down The Running Back von K.Ives bei Inkitt
Lesbarkeit anpassen
Aa

First Down - The Running Back

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

❦ FOOTBALL ROMANCE ❦ Teambuilding ist im Grunde nur ein teurer Versuch, Erwachsene daran zu erinnern, dass sie miteinander reden sollen. Coach Archer hält genau das für eine brillante Idee. Die Charlotte Sentinels halten es eher für einen Witz. Bis Kamari Kincaid auftaucht. Sportpsychologin, Teambuilderin und jemand, der Menschen in Sekunden durchschaut. Schade nur, dass sie dabei nicht besonders zimperlich vorgeht. Vor allem nicht bei Felix Griffin. Felix ist Running Back und überzeugt davon, dass Charme eine tragfähige Strategie für jedes Gespräch ist. Zumindest bis sein erster Versuch, Kamari zu beeindrucken, vor der gesamten Mannschaft spektakulär nach hinten losgeht. Seitdem weiß er: Diese Frau spielt in einer ganz eigenen Liga. Zwischen bissigen Wortgefechten, fragwürdigen Teamübungen und viel zu langen Blicken entsteht etwas, das definitiv nicht im Saisonplan steht. Und schon gar nicht im Ethikkodex der Sentinels. Doch während Felix noch versucht herauszufinden, ob Kamari ihn analysiert, auseinandernimmt oder einfach nur toleriert, verschwimmen die Grenzen. Und plötzlich geht es in Charlotte nicht mehr nur um Football. Die Saison läuft. Die Spannung steigt. Und das Einzige, was bei den Sentinels definitiv nicht im Trainingsplan steht, ist das, was zwischen Felix und Kamari passiert.

Genre:
Romance
Autor:
K.Ives
Status:
In Arbeit
Kapitel:
1
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1


Ich schwitze wie ein Priester vor dem Teufel. Mein Herz prallt in rhythmischen Schlägen gegen meine Rippen. Der Coach sieht überaus zufrieden aus, während selbst Lincoln keuchend auf dem Feld liegt. Die Julisonne knallt erbarmungslos vom Himmel und irgendwo am Horizont türmen sich Gewitterwolken. Ich kann kaum noch den Blick heben, weil selbst meine Augen Muskelkater haben.

Manchmal hasse ich Coach Archer. Aus tiefster Seele und mit derartiger Leidenschaft, dass es fast schon Vernarrtheit ist. Das Schrillen der Trillerpfeife sorgt für ein kollektives Zusammenzucken. »Geht duschen«, brüllt der Coach über das Feld. »Danach treffen wir uns im Teamzimmer.« Seine stampfenden Schritte entfernen sich und ich höre sein feixendes Lachen.

»Arschloch«, schnaube ich und ziehe mir den Helm vom Kopf. Emeric gibt einen brummenden Zustimmungslaut von sich, bevor er mir eine Wasserflasche gegen den Brustpanzer schleudert.

»Beweg dich, Alter.« Mehr sagt er nicht. Nur dieses dunkle Grollen, das sich abgewöhnt hat, meinen Namen zu benutzen. Bei Emeric bin ich Alter, Bruder, Idiot oder Runner. Ihn dazu zu bringen, mich einfach Felix zu nennen, wird mir vermutlich niemals gelingen. Griffin würde mir auch genügen, aber nein. Emeric ist ein Blödmann und deshalb unbelehrbar. Ich angle mir die Wasserflasche vom Feld und öffne sie, bevor ich mich aufsetze und mir die Hälfte ins Gesicht kippe. Neben mir gibt Lincoln ein Ächzen von sich und ich drehe grinsend den Kopf. Seine hellbraunen Haare kleben ihm in der Stirn und er presst die Augen zusammen, als hätte er dieselben Schmerzen wie ich.

»Irgendwann wird mein Körper beschließen, nicht mehr mitzumachen«, nuschelt er und reibt sich zischend über den Oberschenkel.

»Dann trage ich deine Leiche zur Dusche«, murmelt Emeric und steht auf. Er ist viel zu fit dafür, dass wir vier Stunden übers Feld gejagt worden sind. Beschissener Quarterback.

»Nein. Du würdest ihn liegen lassen und drübersteigen«, schnaube ich und nehme einen Schluck aus der Flasche.

»Lincoln fängt Touchdowns. Du läufst in Defensive Tackles. Ich würde alles für ihn tun, weil er verdammt teuer ist.« Mein Mittelfinger hebt sich und Emeric schmunzelt. »Los jetzt«, fordert er und stößt seinen Fuß gegen mein Knie.

»Irgendwer muss ja die Dummheit aus der Defense rausprügeln«, erwidere ich und stemme mich vom Gras. Lincoln hebt den Arm und schüttelt mit einem klagenden Jammern den Kopf. Ich packe mir seinen Unterarm und ziehe ihn hoch. Emeric dreht sich um und läuft zum Tunnel. »Er würde alles für dich tun, aber trotzdem lässt er dich liegen? Schwache Leistung.«

Lincoln grinst und streicht sich die Haare aus der Stirn. »Das nennt man bedingungslose Unterstützung, solange sie ihn nicht anstrengt.« Vor uns hebt Emeric die Hand, ohne sich umzudrehen, und zeigt uns den Mittelfinger. »Romantik«, seufzt Lincoln. Lachend schubse ich ihn zur Seite und schleppe mich halbtot in den Tunnel. Die klimatisierte Luft trifft mich wie eine Offenbarung. Die Kabine ist voller Leben. Spindtüren knallen, das Team lacht und einer der Rookies wird mit einem zusammengeknüllten Tapeverband beworfen. Lincoln betrachtet das Schauspiel einen Moment. »Und diesen Leuten vertrauen sie Millionenverträge an.«

»Dir auch«, erinnere ich ihn. Während ich meinen Spind öffne, landet ein Handtuch auf meinem Kopf.

»Wenn ich morgen nicht laufen kann, sagst du dem Coach, dass ich im Krieg gefallen bin.«

»In welchem Krieg?«

»Archer gegen die Menschlichkeit«, schnaubt Lincoln und zuckt mit den Schultern. Neben mir schüttelt Emeric den Kopf und beginnt, die Schulterpads abzulegen.

»Ihr seid anstrengend«, murrt er. Lincolns Jersey landet im Wäschekorb und er legt Emeric einen Arm um die Schulter.

»Und trotzdem verbringst du freiwillig Zeit mit uns«, säuselt er ihm ins Ohr und drückt einen Schmatzer auf seine Wange. In Zeitlupe dreht Emeric den Kopf, verengt die Augen und stößt Lincoln rabiat von sich.

»Vertragliche Verpflichtung«, grunzt er zurück.

Lincoln legt sich die Hand aufs Herz. »Das hat wehgetan.« Von Emeric kommt nur eine undeutliche Beleidigung, die mich auflachen lässt. Manchmal ist der Kerl unfassbar grimmig.

Zehn Minuten später stehe ich unter der Dusche und lasse das heiße Wasser über meinen Nacken laufen. Langsam lösen sich die Knoten in meinen Muskeln, aber trotzdem vibriert alles. »Wenn Archer morgen wieder vier Stunden Todestraining ansetzt, beantrage ich Asyl in Kanada«, rufe ich.

»Du hältst nicht mal einen Tag ohne Football aus«, ruft Lincoln zurück.

Kurz denke ich darüber nach, bevor ich ein leidendes Seufzen ausstoße. »Wahrscheinlich nicht.« Als wir schließlich halbwegs wiederhergestellt die Kabine verlassen, wartet Emeric bereits an der Tür. Der Mistkerl sieht aus, als hätte er ein Nickerchen gemacht, statt vier Stunden Training hinter sich zu haben.

»Beeilt euch«, sagt er. »Ich will nach Hause und den Scheiß hinter mich bringen.«

»Du klingst wie der Coach«, schnaube ich amüsiert.

»Pass auf, Runner.« Lincoln stöhnt und schiebt Emeric vorwärts. Gemeinsam biegen wir um die Ecke und steuern auf den Besprechungsraum zu. Je näher wir kommen, desto stiller wird das Team, und das gefällt mir überhaupt nicht. Keiner weiß, was Coach Archer mit uns besprechen will, und trotzdem weiß jeder Einzelne, dass uns die Information vermutlich nicht gefallen wird. Gewöhnlich legt er Besprechungen auf die Zeit vor dem Training. Wenn er uns allerdings fertiggemacht hat und dann eine Teambesprechung fordert, wird es beschissen. Er nutzt ganz gezielt aus, dass wir alle keine Kraft mehr für Widerstand haben. Als wir den Besprechungsraum betreten, ist die Stimmung seltsam gedämpft. Wir sind kollektiv misstrauisch, was uns vermutlich verbindet.

Coach Archer wartet mit verschränkten Armen am Whiteboard. Sofort werde ich nervös, denn diese Pose zeigt er gewöhnlich nur bei ziemlich heftigen Spielen. Ich hasse das. »Setzen«, fordert er. Stühle scharren über den Boden. Lincoln fällt neben mir auf den Stuhl, während Emeric neben dem Coach Platz nimmt und aussieht, als wäre er freiwillig hier. Psychopath. »In zwei Wochen beginnt die letzte Vorbereitungsphase vor Saisonstart«, beginnt der Coach und lässt seinen Blick über jedes Gesicht wandern. Ich reibe mir über die Stirn und gähne, ehe ich den Isodrink aufschraube und einen Schluck nehme. »Deshalb wird uns für die nächsten Wochen jemand begleiten.« Mein Misstrauen schrillt wie die Trillerpfeife und auch Lincoln richtet sich neben mir auf.

»Begleiten?«, fragt Zade, einer der Linebacker.

»Kamari Kincaid«, bestätigt der Coach nickend. Das klingt wie ein neumodischer Schokoriegel. Emeric verzieht den Mund, hält aber die Klappe. Irgendjemand stöhnt genervt.

»Coach, bitte nicht«, jammert Zade und sieht ihn so flehend an, wie er nur kann. »Wir haben das letztes Jahr gemacht.«

»Und das Jahr davor. Die Vertrauensübung mit verbundenen Augen war traumatisch«, werfe ich zustimmend ein. Gelächter brandet im Raum auf, aber der Coach hebt unbeeindruckt eine Braue.

»Ihr werdet mit ihr arbeiten. Punkt«, murrt Archer.

»Warum?«, mault Lincoln. Emeric verdreht die Augen und reibt sich über den Mund, als würde er versuchen, irgendwelche Worte wegzudrücken.

»Weil wir das Team stärken«, antwortet Archer.

»Wir sind ein starkes Team«, widerspricht Zade erneut. Zustimmendes Gemurmel erfüllt den Raum, weil er damit recht hat. Schließlich hängen wir andauernd zusammen herum, wir trainieren zusammen, feiern und leiden zusammen. Wenn einer Mist baut, stehen die anderen daneben. Wenn einer verletzt wird, sitzt die halbe Mannschaft im Krankenhaus. Wir sind definitiv keine Ansammlung von Einzelgängern, sondern eine verdammt intakte Familie.

»Genau das ist euer Problem«, wirft der Coach ein und mustert uns alle. »Ihr denkt, Teamgeist bedeutet, dass ihr euch mögt, zusammen Bier zu trinken, einander zu beleidigen und euch nach Siegen auf die Schulter zu klopfen. Teamgeist zeigt sich nicht, wenn alles funktioniert.« Mit einem Seufzen löst er die Verschränkung seiner Arme und stützt sich mit den Händen auf der Tischplatte ab. Seine blauen Augen wandern stechend über unsere Gesichter. »Teamgeist zeigt sich, wenn euch die Saison das Genick brechen will. Wenn einer von euch ausfällt. Wenn ihr verliert oder die Presse euch zerreißt. Wenn ihr euch mal nicht leiden könnt und trotzdem bereit sein müsst, füreinander in die Wand zu laufen.« Emeric sieht aus, als würde er jedem Wort vom Coach zustimmen, und dafür hasse ich ihn. Manchmal vergesse ich, wie loyal der Mistkerl uns gegenüber ist. Letztes Jahr wollten die Austin Titans ihn abwerben. Aber er hat den Scout verbal so auseinandergenommen, dass er peinlich berührt abgezischt ist. »Ihr seid gut«, fügt der Coach hinzu. Die Tatsache, dass seine Stimme derart ruhig ist, macht alles nur noch schlimmer. Trotzdem bekommen einige der Jungs nicht mit, wie hinterlistig der Kerl ist, und senken entspannt, die Schultern. »Aber gut reicht nicht«, feuert er hinterher.

Umgehend spannen sich alle Schultern wieder an, sogar Emerics. »Miese Strategie«, nuschelt Lincoln. Ich hebe nur amüsiert eine Augenbraue und nippe weiter an meinem Isodrink.

»Also werdet ihr mit Kamari Kincaid arbeiten. Und bevor einer von euch fragt: Nein, ihr habt kein Mitspracherecht.« Ein kollektives Seufzen geht durch den Raum und er stößt sich vom Tisch ab. »Training morgen um sieben. Und Griffin?«

Alle Augen richten sich auf mich. Langsam stelle ich die Flasche ab und sehe ihn schluckend an. »Ja, Coach?«

»Wenn ich höre, dass du Asyl in Kanada beantragst, laufe ich persönlich hinterher und hole dich zurück«, grinst er, dann verschwindet er. Im Teamzimmer bricht Gelächter aus und ich verdrehe die Augen. Arschloch.

»Ich dachte, Kamari Kincaid ist ein Sportler-Schokoriegel«, murmele ich. Die Stimmung ist wie vorher, als wir den Raum verlassen. Locker und laut. Unser normaler Wahnsinn.

Lincoln philosophiert mit einem der Receiver darüber, ob Kamari Kincaid eher Yoga-Lady oder Bootcamp-Teufelin ist. Emeric läuft schweigend vor uns, Hände in den Taschen, als hätte er das Thema bereits abgehakt.

Die Türen zum Trainingszentrum öffnen sich automatisch, und die Hitze der Außenluft schlägt mir entgegen. Mein Handy vibriert, kaum dass ich meinen Autoschlüssel aus der Tasche ziehe. Ich krame es raus und werfe einen Blick auf das Display. Mein Grinsen wird riesig. Alice. Scheiße, ja, genau das brauche ich heute. Ich bleibe stehen und öffne die Nachricht, während ich schon durchrechne, wie lange ich um diese Uhrzeit zum South End brauche.

Alice: Es ist vorbei. Diesmal wirklich. Ich kann das nicht mehr. Bitte melde dich nicht mehr bei mir.

Meine Augenbrauen heben sich verständnislos. Seit Jahren existiert dieses Ding zwischen uns. Keine Beziehung, aber auch nichts richtig Lockeres. Das sind einfach wir. Sie und ich. Alice und Felix. Aber eine derartige Nachricht hat sie noch nie geschrieben. Mein Daumen bleibt über dem Display hängen, als würde ich gleich antworten. Aber sie hat mich gebeten, es nicht zu tun. Ich kann es nicht ausstehen, Frauen auf Gelesen zu lassen, selbst dann nicht, wenn sie explizit darum bitten.

»Alles klar«, murmele ich leise. Kurz tippe ich ein Wort in das Textfeld, bevor ich es wieder lösche, und das Display sperre. Schnaubend stecke ich das Handy zurück in meine Tasche, als würde es nur um einen verpassten Anruf vom Marketing-Team gehen. Als ich den Kopf hebe, zucke ich zusammen. Lincoln und Emeric lehnen an meinem Raptor und mustern mich prüfend.

»Alles gut?«, fragt Lincoln und lässt seine Tasche auf den Boden fallen.

Ich nicke viel zu schnell, weshalb es mich nicht wundert, dass Emeric skeptisch die Augenbrauen hebt. »Alles super«, schiebe ich hinterher und schmeiße meine Sporttasche auf die Ladefläche. Emerics Blick liegt kurz auf mir, dann wirft er einen genervten Blick zu seinem Wagen.

»Du kommst mit zu mir«, seufzt er.

Lachend schüttle ich den Kopf und drehe mich zu ihm um. »Was?« Gewöhnlich will er nach jedem Training mindestens eine Stunde schweigend in der Ecke sitzen und soziale Kontakte vermeiden.

»Du kommst mit zu mir«, wiederholt er ruhig, als wäre das die logischste Entscheidung der Welt. »Lincoln auch.«

»Hey, warum ziehst du mich da mit rein? Ich war nicht involviert«, zischt er und hebt beide Hände.

»Du hast gefragt, ob alles gut ist, deshalb kommst du mit«, antwortet Emeric trocken.

Ich schnaube amüsiert. »Du denkst irgendwas.«

»Ich denke viel.« Lincoln gibt ein genervtes Schnauben von sich, ehe er den Kopf hängen lässt und vor sich hin nuschelt. Die anderen Jungs sind längst alle weg.

»Okay, was ist der Plan? Gefängnis mit Pool?«, grummelt er.

»Essen«, sagt Emeric. Er zuckt mit den Schultern, zieht seinen Autoschlüssel aus der Jackentasche und macht einen Schritt auf seine G-Klasse zu.

Meine Augenbrauen heben sich, bevor das Lachen draußen ist. »Du willst uns füttern? Nach vier Stunden Training? Das klingt verdächtig nach Giftmord.«

»Ich koche«, korrigiert er.

»Das ist schlimmer als Giftmord«, murmelt Lincoln und blinzelt verstört. Emeric stößt einen grummelnden Laut aus.

»Proteinreich und sauber. Ihr werdet nicht sterben«, motzt er und verschwindet in seinem Mercedes.

Lincoln beugt sich leicht zu mir. »Er versucht, dich abzulenken.«

Nachdenklich beobachte ich, wie Emeric den Motor startet und vom Parkplatz braust. »Ich hab’s gemerkt.«

»Willst du drüber reden?«

»Nein.«

»Gut. Dann essen wir halt dein Leben weg.« Lincoln schnappt sich seine Tasche vom Boden und geht um meinen Wangen herum zu seinem RS7.

»Sehr unterstützend.«

»Ich bin Wide Receiver. Ich fange Dinge. Gefühle gehören dazu«, scherzt er und steigt ein.

»Wenn er uns vergiftet, erzähle ich der Presse, dass er nicht kochen kann«, rufe ich Lincoln zu.

»Die glauben dir nicht.« Nickend steige ich ein, starte den Motor und folge Lincoln vom Parkplatz und Richtung Foxcroft. Wir fahren durch Charlotte, bis die Straßen breiter werden und die Grundstücke anfangen, mehr Raum zu haben, als sinnvoll ist.

Foxcroft taucht nicht plötzlich auf, sondern kündigt sich an. Mehr Grün. Mehr Ruhe. Mehr Geld, das einfach da ist. Ein schmiedeeisernes Tor öffnet sich lautlos, sobald Lincolns Wagen sich nähert. Unauffällige Kameras folgen jeder Bewegung, als wären sie schon immer Teil des Hauses gewesen. Die Einfahrt dahinter ist zu lang für eine normale Vorstellung von privat. Dunkler Stein, alte Bäume, die Schatten auf den Boden werfen.

Das Haus selbst ist kein Neubau, sondern ein modernisiertes Anwesen. Ziegelstein, hohe Fenster, klassische Struktur, klare Glasfronten an den richtigen Stellen. Ich parke neben Lincoln, der schon aussteigt.

»Ich sterbe gleich an Proteinentzug«, murmelt er und geht Richtung Haustür, ohne wirklich zu warten. Emeric ist bereits da, öffnet die Tür mit einem Code und einem kurzen kontrollierenden Blick aufs Sicherheitssystem.

»Beweg dich, Runner«, ruft er mir zu. Seufzend steige ich aus und folge ihnen. Jeder Schritt klingt gedämpft, als würde das Haus selbst nicht viel Lärm dulden. Drinnen ist es kühl. Hohe Decken, viel Naturstein, dunkles Holz, klare Linien. Kein überflüssiger Dekor. Seitdem das Haus fertig ist, ist es für mich nicht nur ein Haus, sondern Kontrolle in Quadratmetern. Typisch Emeric eben. Ich lasse den Blick durch die Küche schweifen, während Lincoln so tut, als hätte er hier Wohnrecht.

»Sag mir bitte, dass du nicht wirklich selbst kochst.«

Emeric öffnet den Kühlschrank, ohne aufzusehen. »Ich koche immer selbst.«

»Das beantwortet meine Frage nicht«, murmele ich und schmeiße meinen Schlüssel auf die Platte.

Lincoln klopft mit den Fingern dagegen. »Ich möchte festhalten, dass ich im Falle einer Lebensmittelvergiftung nur moderate rechtliche Schritte einleite.«

Emeric zieht eine Großpackung Hähnchen heraus und wirft sie in die Spüle. »Ihr seid dramatisch.«

»Du bist Quarterback, kein Koch«, erinnere ich ihn.

Er wirft mir einen kurzen und völlig unbeeindruckten Blick zu. »Und du bist Running Back. Du sollst rennen, nicht reden.« Lincoln lacht.

»Touché«, brumme ich.

Emeric stellt eine Schüssel ab, so ruhig, dass es bedrohlich wirkt. »Ihr überlebt das.«

»Das hat der Arzt im Horrorfilm auch gesagt«, grinst Lincoln.

Emeric taucht aus dem Kühlschrank auf, zwei Brokkoliköpfe in der Hand. »Ihr überlebt das«, wiederholt er.

»Das hat der letzte Rookie auch gesagt, bevor er im Training kollabiert ist«, murmele ich.

Emeric stellt drei Teller auf die Arbeitsplatte, ohne uns eines Blickes zu würdigen. »Der Rookie hat Energy Drinks auf nüchternen Magen getrunken.« Grinsend beobachten wir ihn, bis er minimal den Kopf schüttelt, als hätte er aufgegeben, uns als vernünftige Menschen zu betrachten.

»Ihr zwei seid anstrengend.«

Lincoln und ich sehen uns an, grinsen breit und sagen gleichzeitig: »Er liebt uns.«

Emeric antwortet nicht, aber er legt ein zweites Messer auf die Arbeitsplatte und das reicht als Antwort. Er arbeitet einen Moment still weiter, das Messer gleichmäßig auf dem Brett, fast zu ruhig für jemanden, der von vier Stunden Training kommt. Für einen Moment ist nur das Schneiden von Gemüse zu hören, dann legt er das Messer ab. Sein Blick schießt geradewegs auf mein Gesicht.

»Wenn irgendwas ist, sag es«, fordert er.

Ich verschränke die Arme und grinse schief. »Ich sage dir Bescheid, wenn ich anfange, Verantwortung zu übernehmen.« Emeric schnaubt, aber seine Mundwinkel zucken minimal, bevor er sich wieder dem Gemüse zuwendet.

»Idiot«, murmelt er.

»Running Back«, korrigiere ich.

»Leider«, kontert er.

Theatralisch drücke ich mir eine Hand auf die Brust. »Das schmerzt mich mehr als jede Verletzung im vierten Quarter.«

»Du spielst nie im vierten Quarter«, sagt Lincoln trocken.

»Weil ich vorher schon alle müdegerannt habe.« Emeric stellt die Pfanne auf den Herd. Die Stimmung setzt sich wieder genau da fest, wo sie hingehört. Zwischen Messerklackern und dem Gefühl, dass keiner von uns allein durch irgendwas geht, solange der andere mit auf dem Feld steht.


Hallo ihr Lieben. Es freut mich, dass ihr euch die Zeit für die Geschichte nehmt.

Ich würde mich wahnsinnig darüber freuen, wenn ihr mir ein kurzes Feedback dalasst, wie euch das erste Kapitel gefallen hat. Auch bei jedem folgenden Kapitel bin ich dankbar und würde mich über eure Rückmeldungen wahnsinnig freuen.

Habt einen tollen Tag, Kate (:

Lass K.Ives wissen, was du von diesem Kapitel hältst!
Ich liebe es

1

Ich liebe es

Lustig

0

Lustig

Pikant

0

Pikant

Spannend

1

Spannend

Emotional

0

Emotional

Tiefgründig

0

Tiefgründig

Herzerwärmend

1

Herzerwärmend

Schockierend

0

Schockierend

Gutes Schreiben

1

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

1

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

1

Toller Charakter

Starker Dialog

1

Starker Dialog

author

Ooohhh... Es geht los... 😂💯💖🫶
Und gleich richtig gut. Die Jungs sind super, und ich liebe diese Wortgefechte 😜
Jetzt bin ich auf Kamari gespannt, der Name klingt exotisch... 🍹

30 Minuten

Weitere Empfehlungen

Merry Christmas - Adventskalender 2025

Aelyn Raven: Wieder eine tolle Geschichte. Leider bin ich erst jetzt dazu gekommen sie zu lesen, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch *g* ich freue mich schon auf den nächsten Adventskalender

Jetzt lesen
Charly's Weihnachten

T.M: Ich kann es gar nicht anders sagen also ich liebe diese Geschichte einfach. Sie hat für mich einfach alles was es braucht. Sie hat mich einfach mitgenommen auf eine echt schöne Reise. Danke❤️

Jetzt lesen
 Mehrfach zurückgewiesene Gefährtin

Silvia: Sehr schön geschrieben, mit Spannung von Anfang bis Ende. Tolle Geschichte .

Jetzt lesen
Ruthless Lord

Ock: romance captivante. Hâte de lire la suite

Jetzt lesen
The Dating Deal

c0urtz: An enjoyable storyline with characters that were easily relatable. I found myself hooked and unable to stop reading. It is well written and made me feel as though I was right there with the characters as they went through their experiences.

Jetzt lesen
Stadt der Alphas

Uschi: Sehr gut geschrieben aber durch die kleinen Happen baut sich keine Spannung, Erotik, Romantik oder ähnliches auf

Jetzt lesen
Bloodlines

Diana: Would recomend a good read, I like it's not to long

Jetzt lesen
First Down - The Running Back