Starlight Der Mond Kennt Deinen Namen von Sarah bei Inkitt
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Starlight - der Mond kennt deinen Namen

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Zusammenfassung

Der Mond stirbt. Auf dem fernen Königreich Luramoon versiegen die Brunnen, die Felder verdorren und mit jedem Tag schwindet die Hoffnung eines ganzen Volkes. Als letzte Rettung reisen König Daimon, Königin Lunara und ihr neugeborener Sohn zum mächtigen Königreich Warstar. Und bitten um dessen Hilfe. Doch König Vernon weist ihre Bitte aus falschen Stolz zurück. Mit einer einzigen Entscheidung setzt er Ereignisse in Gang, die zwei Königreiche für immer verändern werden. Aus Hoffnung wird Verzweiflung. Aus Freundschaft wird Krieg. Und aus einer einzigen falschen Entscheidung entsteht eine Geschichte, deren Folgen noch Generationen später zu spüren sein werden. Dies ist die Vorgeschichte von Starlight. Der Beginn einer Reise voller Schicksalsschläge, Opfer und Entscheidungen, die das Leben vieler Menschen für immer verändern werden.

Genre:
Fantasy
Autor:
Sarah
Status:
In Arbeit
Kapitel:
2
Rating
n/a
Altersfreigabe
13+

Kapitel 1 – Ein Abend in Luramoon

Der Mond blickt jede Nacht auf dieselbe Welt. Er sieht Könige und Bettler. Er sieht Freude und Trauer. Er sieht Anfänge… und Abschiede. Doch selbst unter seinem silbernen Licht ahnte niemand, wie eng die Schicksale dreier Familien miteinander verwoben waren. Bevor alles begann… gab es nur Liebe. Und genau dort beginnt unsere Geschichte.

Die Vorgeschichte

Der Abend senkt sich langsam über das Königreich Luramoon. Das silbrige Mondlicht legt sich wie ein Schleier über die weißen Dächer der Hauptstadt und lässt Kuppeln, Türme und Brücken wie flüssiges Licht schimmern, das sanft in den Schatten der Gassen verschwindet. Aus den Straßen dringen noch vereinzeltes Lachen, die gedämpften Klänge ferner Musik und das Gemurmel fröhlicher Stimmen herauf. Die Feierlichkeiten neigen sich langsam dem Ende zu.

Auch im Schloss kehrt allmählich Ruhe ein. Im familiären Saal räumen Diener die letzten goldenen Kelche und silbernen Teller von den Tischen, ein leises, metallisches Klirren, das durch den hohen Raum hallt. Der schwere, süßliche Duft frischer Blumen vermischt sich mit dem warmen Aroma hausgemachter Backwaren und dem beruhigenden, herben Duft von heißem Tee. Durch die weit geöffneten Fenster trägt der kühle Abendwind das ferne, zarte Klangspiel einer Harfe herein, das die Stille im Saal sanft untermalt.

„Noch einmal unseren tiefsten Glückwunsch, Eure Majestäten.“ Ein älterer Hofbeamter verneigt sich respektvoll, das leise Rascheln seines Umfangs auf dem polierten Parkett ist das einzige Geräusch in diesem Moment. „Der kleine Prinz hat heute wirklich alle Herzen erobert.“

Daimon lächelt freundlich und spürt die Wärme des Abends in seinen Zügen. „Ich danke Euch.“

Lunara erwidert die Verabschiedung mit einem warmen Lächeln, das ihre Augen zum Leuchten bringt. „Kommt gut nach Hause.“

Nach und nach verlassen auch die letzten Gäste den Saal. Die schweren Türen schließen sich langsam, ein schwerfälliges, dumpfes Geräusch, mit dem der Trubel des Tages endgültig verstummt. Zurück bleiben nur noch drei Menschen. Daimon. Lunara. Und ihr wenige Wochen alter Sohn Caelan.

Für einen Augenblick sagt niemand etwas. Nur das leise, rhythmische Knistern des Kamins erfüllt den Raum und wirft flackernde, orangefarbene Schatten auf die Wände, die im Kontrast zum fahlen Mondlicht stehen.

Daimon tritt einen Schritt näher an Lunara heran, die den kleinen Caelan noch immer fest im Arm hält. Er spürt die Wärme, die von ihr und dem Kind ausgeht. „Er ist heute den ganzen Tag nicht einmal unruhig geworden, trotz der vielen Menschen“, stellt er fest und betrachtet das friedliche Gesicht seines Sohnes, dessen zarter Atem gegen den Stoff seines Gewandes geht.

Lunara löst vorsichtig die tiefblaue Monddecke ein wenig von Caelans Gesicht. Die kühle Berührung des Stoffes auf ihrer Haut bildet einen leichten Kontrast zur wohligen Wärme des Kindes. „Das wundert mich nicht“, flüstert sie, während ihr Blick weich auf ihrem Sohn ruht. „Er spürt genau, dass er sicher ist, solange wir bei ihm sind.“

Daimons Blick ruht liebevoll auf seinem Sohn. „Er ist schließlich etwas ganz Besonderes.“

Gemeinsam gehen sie langsam durch den stillen Flur bis zum Kinderzimmer. Das sanfte Mondlicht fällt durch die hohen Fenster und taucht den Raum in ein kühles, silberblaues Licht. Über der weißen Wiege hängt ein filigraner Traumfänger aus silbernem Mondstein, die feinen Kristalle und kleinen Monde schimmern darin wie gefangene Sterne. Daimon gibt ihm einen leichten Anstoß.

Langsam beginnt er sich zu drehen. Die kleinen Anhänger fangen das Mondlicht ein und werfen tanzende, silberne Lichtpunkte über Wände und Decke, die sich wie lebendige Wesen bewegen. Caelans Blick folgt jeder einzelnen Bewegung, seine Augen werden vor Staunen immer größer. Ein leises, zufriedenes Glucksen entweicht ihm, das in der Stille des Raumes wie ein kleines Versprechen klingt.

Lunara lächelt. „Ich glaube, er könnte stundenlang zusehen.“

„Ganz der Vater“, entgegnet Daimon leise. Er sieht Lunara von der Seite an. „Du hast früher genauso in den Himmel geschaut.“

Er lächelt nur. „Dann hoffe ich, dass er auch deine Geduld erbt.“

„Das hoffe ich ebenfalls.“

Beide lachen leise, ein sanfter Klang, der die Kühle des Raumes mit Wärme erfüllt. Nach einer Weile reibt sich Caelan müde die Augen. Lunara nimmt ihn behutsam wieder auf den Arm. „Jetzt wird es Zeit.“

Sie setzt sich in den dunkelblauen Schaukelstuhl neben der Wiege, dessen Holz leise unter ihrem Gewicht knarrt. Daimon tritt hinter sie. Langsam legt er einen Arm um ihre Schultern, der feste, beruhigende Druck seiner Hand gibt ihr Halt. Lunara lehnt den Kopf für einen Moment an ihn. Dann beginnt sie mit ruhiger, sanfter Stimme zu singen:

🎶Leise scheint der Mond heut Nacht,

bis der neue Morgen erwacht.

Schlaf nun sanft, mein kleiner Schatz,

Mama und Papa geben auf dich acht.🎶

Der Schaukelstuhl bewegt sich langsam und rhythmisch vor und zurück. Das Mondlicht glitzert auf der tiefblauen Decke, die sich weich unter ihren Fingern anfühlt. Mit jeder Zeile werden Caelans Lider schwerer. Sein Blick wandert noch einmal zu seiner Mutter, dann zu seinem Vater. Ein kleines, unschuldiges Lächeln huscht über sein Gesicht, bevor sich seine Augen langsam schließen.

Lunara summt die Melodie noch eine Weile weiter. Erst als sein Atem ruhig und gleichmäßig wird, legt sie ihn behutsam in die Wiege und deckt ihn mit der Monddecke zu. Daimon beugt sich leicht hinunter. Ganz vorsichtig streicht er Caelan mit einem Finger über das weiche Haar, eine Berührung, die sich so zart anfühlt wie Seide. „Schlaf gut, mein kleiner Prinz.“

Lunara nimmt lächelnd seine Hand. Für einen Augenblick bleiben beide schweigend neben der Wiege stehen. Sie genießen einfach diesen friedlichen Moment, in dem die Welt draußen für sie keine Rolle spielt. Dann verlassen sie leise das Kinderzimmer. Die Tür schließt sich lautlos hinter ihnen. Durch das Fenster fällt weiterhin das silberne Licht des Mondes auf die kleine Wiege, während über dem schlafenden Caelan der Traumfänger ruhig seine letzten, schimmernden Kreise zieht.

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