Kapitel 1
Es war an einem kinky Rave, als Adam mich anspricht. Auf Englisch, weil er erst kürzlich für seinen Job herzog. Als ich auf sein “Hi, how are you doing tonight?” mit “Fine. I am just looking for my friend” antworte, fährt er gleich fort mit: “Oh finally someone who speaks English. Its quite rare around here.” Meine Skepsis verberge ich schlecht, schliesslich sind zumindest zu dieser frühen Stunde vorallem jüngere Leute auf dem Rave. Aber es sind erst wenige Menschen in den Kellergewölben. Er fragt wie ich heisse: “Tonight, call me Eva”, erwidere ich auf Englisch mit einem Zwinkern. Er ist gross, hat dunkle Haare, die ihm leicht in die Augen fallen. Er trägt Eyeliner, was echt gut aussieht: “Der Eyeliner steht dir.” Sein Playerlächeln kriegt einen kleinen Riss und echte Freude blitzt in seinen Augen: “Thanks Eva. A man doesn’t often get compliments.“-“Yes, a compliment for makeup must be very rare to men.” Sein Lachen perlt tief aus seiner Kehle: “A man never forgets when he gets complimented by a lady.” Dabei senkt er verschwörerisch den Kopf und deutet eine leichte Verbeugung an. “Also, good luck with the English conversations.” Er lacht: “Oh the “Also” I learnt it means the conversation is over..” – “Yes, that’s a very basic German lesson. Soo see you around.” Er lächelt mich an und lässt mich ziehen.
Ich trage heute nicht viel, einen schlichten schwarzen BH, darüber ein modischer Harness, eine Kunstleder Hotpants und coole Boots. Es ist viel Haut, aber man sieht nichts Privates. Die Outfits der anderen Gäste reichen von nahezu unzumutbar bis echt stylisch. Wie immer sind auch Frauen am Start, die ihre Brüste frei schwingend zum Beat auf die Tanzfläche tragen. Wie oft sind es Ü40-gerinnen. Ich feiere das und nehme mir fest vor in jenem Alter auch so frivol und mit mir selbst im Reinen, die Blicke der Jungen Männer zu geniessen. Es ist ein body positivity Raum und das merkt man. Keine Anmache ist anmassend. Maximal die Blicke werden ab 2 Uhr nachts aufdringlich, was meine Zeit zu gehen ist.
Zurück zu Adam. Er sieht gut aus. Enge schwarze Hosen schmiegen sich an einen knackigen Arsch, das Netzthemd trägt er offen, beide Nippel sind gepierct. Dazu eine dicke Kette um den Hals, ein Breiter Ledergurt mit auffälliger aber schlichter Gürtelschnalle.
Um Mitternacht steh ich plötzlich neben ihm an der Bar. ”Hey Eva, may I buy your next drink?“-”Cola”, ich sehe ihm zu, wie der beim Barkeeper eine Cola und ein Tonic bestellt. Ersteres reicht er mir direkt. “Thanks, Adam”, ich nippe an der Flasche. Er setzt sein breites Lächeln auf und prostet mir zu: “Cheers, my Lady.” Ich lache und deute einen Knicks an.
“How is the party going”, er lächelt mich offen an. “Well the music is danceable, the coke is cold, what more could one ask for.” Er grinst: “Well, I could ask you for a dance.” “As in theory?“, ich zeihe mine Augenbraue hoch. Er lacht dieses Lachen, das tief aus seiner Brust perlt und ignoriert meine Frage. “How do you like the music?“, frage ich statt dessen. “Not to bad, but I prefer hardcore.” “Why?“, ich trinke von meiner Cola. “Well, it is the pure energy. The drive, the need to express all the emotions in noise”, er trinkt einen Schluck, “How about you, Eva, what is kind of your music?” “I love Punk. And apparently, about techno, I love the beat vibrating though the old cellar here. As you said. Just pure energy.” “Oh so she is a punkrocker”, Adam zieht die Augenbraue hoch. Ich zucke mit den Schultern, leere meine Cola. “Sooo as in real: would you like to dance with me, Eva, Punkrocker?“, er tinkt den Rest seines Tonic und reicht mir seine Hand. “Sounds like fun”, sag ich während er meine Hand nimmt und mich in die tanzende Menge führt ”Just be warned, I’m an awkward dancer“, rufe ich ihm ins Ohr als er sich auf der Tanzfläche zu mir umdreht. “Don’t worry, I know moshpits, it can’t be worse.”
Wir tanzen auf der Stelle, jeder an seinem Fleck. Er sieht mich an, neugierig, herausfordernd. Ich zwinker im zu und es wird lockerer. Er tanzt frei und im Beat. Irgendwann, der Schweiss steht uns schon auf der Stirn beugt er sich zu mir. “Mind if I take your hand?” Ich reich ihm meine Hand und er tanz sowas wie einen schnellen Foxtrot, wirbelt mich auf der Tanzfläche, seine Hand leicht auf meinem Rücken. Jedes mal wenn er meinen unteren Rücken streift wird mir warm.
“You seem sportive, mind if we try something more artistic?“-”Define.“-”Make you feel like flying. If you are okay with me touching your body. -Not in a weird way. Promis“, er hebt beide Hände hoch, als er meinen skeptischen Blick sieht. “Well, why not”, antworte ich nach weiteren zwei Drehungen.
Sein Lächeln lässt seine Augen glänzen: “Okay, Eva, it will be my pleasure.” Er zieht mich etwas näher an sich. Nicht unangenehm. Und beobachtet mich dabei genau. Nach weiteren Minuten schliesst er die Augen. Es scheint als wisse er genau wo wir und die andern sind. “Do you trust me?“, jetzt schaut er mir direkt in die Augen. Ich neige den Kopf: “Are you worth it?” Er grinst: “You’ll tell me.” Dann wirbelt er mich weg von sich, zurück und hebt mich in der Drehung hoch. Einen Arm fest um meine Taille. Meine Hände stütze ich sofort auf seine Schultern. Nach drei Drehungen lässt er mich wieder runter. Der Beat klopft weiter. Sanft nimmt er meine Hand und kommt zurück zum statischen Tanz. “Are you okay, Eva?“, er beobachtet mich genau. Ich kann nur lachen: “Sure felt like flying.” Der beobachtende Ausdruck auf seinem Gesicht weicht einem Lächeln. Er neigt den Kopf und zwinkert mir zu ”Anytime my lady.“-”I’m sure I dance offbeat and awkward, so how did you do that.“-”Well you simply followed my guidance. That’s all it takes. That and a bit of muscle”, er lächelt mich an, “Angels deserve to fly.” Darauf muss ich heftig lachen und rolle mit den Augen: “Your game is weak, but your dancing makes up for it.” Er lächelt mich an: “Well I’m still training to be charming.” – “Rather be honest than charming.” – “That’s what my grandma used to say.” – “Wise Lady”, erwidere ich.
“Sooo can I fly a little more?” Er lächelt mich an: “All you want, Sweetheart.” Es ist toll. Intim, warm, heiss, schwitzig, schön. “So may I ask you a question”, er setzt mich wieder auf die Füsse nach etlichen Moves. “Sure”, ich sehe ihn neugierig an. Er hält meine Hand, steht aber ansonsten still in der tanzenden Menge. “It’s a bit odd”, er kratzt sich im Nacken, “Would you mind giving me a hug?” – “Do you need a hug?” – “Yes, kinda.” Ich trete näher an ihn und lege ihm meine Hände an die Seiten: “Do you want me to know why?” Er zieht mich sanft an sich: “My grandma used to say, ‘rather honest than charming’.” Ich ziehe ihn etwas näher: “So I reminded you of her?” – “Well she just passed. Lot of things remind me of her these days.” – “Sorry to hear that”, ich leg meine Hände auf seinen Rücken und wiege uns im Beat. Er summt, dann löst er sich sanft aus der Umarmung: “Thanks.” – “No problem. You seemed trustworthy”, erwiedere ich. Wir tanzen noch etwas weiter.
Irgendwann zieh ich ihn zu mir: “It’s time for me to go home.” Er nickt nur, und bewegt uns langsam zum Ausgang. Herunter von der Tanzfläche fragt er: “May I ask about your contactdetails?” – “You may, but I’d rather just let destiny decide. Like if we meet at the rave in the other club next month.” – “Oh yes, I definitely will be there”, er lächelt mich an, “It was a nice evening dancing with you Eva.” Ich umarme ihn kurz: “Pleasure indeed.”
Dann lasse ich ihn los. Er begleitet mich zur Garderobe. “So, see you in about a month, Sweetheart.” – “Have a great night, Adam.”








