Unter Nachbarn
„He Du!“ Mein Nachbar stand abgewandt zu mir und wandte mir seine bleiche Schulter zu.
„Lass mich in Ruhe.“ Immer das Gleiche um diese Zeit. Nachbar schob eine depressive Kugel.
„Was ist den mit dir los?“ Kaum war das letzte Wort von meinen Lippen entfleucht, bereute ich das eben Gesagte.
„Eine dümmere Frage kannst du nicht stellen? Ich werde angeheult, angehustet, angejammert und angepustet. Ich bin schuld, wenn das Wasser zu hoch steigt und wenn die Leute verrückt spielen. Und wenn sie mich sehen, befällt sie die Melancholie und sie weinen ihre Augen aus dem Kopf“, lamentierte mein Nachbar ausführend.
„Aber du wirst momentan gar nicht gesehen.“
„Das ist das Schlimmste an der ganzen Sache, denn selbst wenn ich nicht gesehen werde, bin ich auch an allem Schuld. Vor allem an den vielen Verbrechen, die sich während meiner Abwesenheit mehren sollen!“
„Lieber Mond, bald wirst du wieder in vollem Glanz erstrahlen und Stolz am Nachthimmel stehen. Dann wird dich das Gejammer und Geheule nicht mehr beeindrucken“, versuchte ich ihn aufzumuntern.
Doch selbst dann hatte er noch eine Entgegnung bereit.
„Ja liebe Sonne, in deinem Glanz werde ich stehen, denn nicht einmal das kann ich richtig!“Bibli



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