Kapitel 1
Die Klinge ihres Bihänders traf klirrend auf das Langschwert des Banditen. Sie spürte die Vibration in ihren kräftigen Armen und wie der Stahl der anderen Klinge unter dem Druck beinahe zerbrach. Die Leichen seiner beiden Gefährten lagen im Staub der Straße. Aufgeschlitzt, teilweise gespalten, wie Holzscheite.
Die Blutgier pulsierte in Vharahs Adern. Es zählte zu den vielen Gründen, weswegen man ihr Volk für primitiv und impulsiv hielt, dabei hatte sie sich nur verteidigt. So einfach war das. Ihr Pferd war geflohen, als die Männer aus dem Hinterhalt kamen. Sie dachten wohl, dass sie eine einzelne Ork-Frau überwältigen könnten. Doch Vharah gehörte zu den stärksten Kriegerinnen ihres Volkes und sie war eine Söldnerin.
Der starke Mann leistete ordentlichen Widerstand und ihr gefiel das wilde Funkeln in seinen Augen, die Härte seines bärtigen Gesichts. Er war beinahe so groß wie sie, was für einen Menschen beachtlich war. Aber sie war dennoch stärker. Mit einem rauen Schnaufen stieß sie ihn in den Staub, setzte nach, als er am Boden lag, und schlug ihm sein Schwert aus der Hand. Nun trat sie einen Schritt zurück, und richtete die blutige Spitze des Bihänders direkt auf sein Gesicht.
“Wer hat dich geschickt?”
Ihre Stimme war gleichermaßen dunkel, rau wie auch sanft. Ihre hellgrünen Augen fixierten ihn, während der laue Sommerwind den metallischen Blutgeruch mit dem Mief der Felder und dem Duft der Blumen mischte.
“K...keiner. Ich schwöre es!”
Er schluckte tief, blickte abwechselnd von der Klinge zu ihrem Gesicht. Schweißtropfen auf seiner Stirn.
“Wir brauchten nur Gold. Wir hatten seit Tagen nichts Festes mehr im Magen”, gestand er und seine Worte klangen ehrlich. Solche Leute kamen nie auf die Idee, ihr Gold mit ehrlicher Arbeit zu verdienen, davor sträubten sie sich wie die Katze vor dem Wasser. Sie seufzte gelangweilt. Solche Geschichten hatte sie schon zu Genüge gehört. Ihre Klinge wanderte tiefer und tiefer, bis sie an seinem Schritt angelangt war. Dort fuhr der Stahl die Konturen seiner Männlichkeit ab und ein leichtes Grinsen huschte über ihre Lippen.
“Wir Orks sind nicht alle grausame Bestien, weißt du? Wir können auch leidenschaftlich sein.”
Der Mann am Boden schaute sie verwundert an. Er hatte innerlich schon seinen Frieden gemacht. Nun keimte ein Funke der Hoffnung in ihm auf, nur was war der Preis dafür?
“W... was meinst du?“, stotterte er weiter. Noch immer ruhte die Spitze der Klinge gefährlich auf seinem Schritt. Demonstrativ ließ sie diese über das Leder kratzen.
“Was wohl, Hohlbirne? Du sollst mich ficken, so hart es dein menschlicher Schwanz vermag, aber vorher: Räum deine Taschen aus!“, befahl sie. In ihrem Volk kamen nur die stärksten Männchen für eine Paarung in Frage und sei es auch nur für den Spaß. Der Schweiß auf ihrem Körper und die aufkeimende Erregung zeigten nur zu gut, dass dieser Mann hier würdig war.
Sein Blick fuhr ihren Körper ab. Trotz ihrer drahtigen Muskeln besaß ihre Gestalt weibliche Rundungen unter der mittelschweren, mit Stahlplatten verstärkten Fellrüstung. Ihre Beine waren lang und sehnig und ihre blattgrüne Haut wirkte exotisch. Aufkeimende Erregung mischte sich mit seiner Angst.
Er antwortete nicht, sondern räumte nur die Taschen aus. Geldbörse und ein kleiner Dolch landeten im Dreck. Sie trat den Dolch mit der Spitze ihres Stiefels weg.
“Nimm dein Gold, ich will es nicht, und nun erheb dich!”
Sie zog ihr Schwert langsam weg und schob es in die lederne Scheide auf ihrem Rücken. Er stopfte die Geldbörse wieder in die Tasche und erhob sich, klopfte sich den Staub aus der Kleidung und warf nebenbei einen flüchtigen Blick zu den zwei toten Begleitern, deren Haut mittlerweile schon blasser wurde. Er schluckte tief.
“Ich hab es noch nie mit einem Orkweib getrieben, wie ist dein Name?”
“Vharah, und nun komm...“, knurrte sie und ging voran. Ein paar Meter von der Straße entfernt gab es ein kleines Waldstück. Vharahs massive Gestalt, musste sich zwischen den Bäumen hindurch drücken und sie riss dabei einzelne Äste ab, wenn sie mit der gescheideten Klinge hängenblieb. Als sie weit genug ins Dickicht vorgedrungen waren, drehte sie sich zu ihm um.
“Dir ist wohl klar, dass dein Überleben davon abhängt, wie gut du bist?”
Er nickte tief und ließ seinen Blick wieder über ihren Körper streifen.
“Ich werde dich nicht enttäuschen!“, verkündete er. Sie kam ihm näher. Er war zwar groß, doch sie überragte ihn noch um einen halben Kopf. Er spürte ihren heißen Atem auf seiner Haut, ehe ihre kräftige Hand seinen Nacken packte und ihn zu einem Kuss heranzog.
Während ihre Zungen aufeinandertrafen, blitzte die Erinnerung an ihre Heimat in den Bergen in ihr auf. Genau diese unbändige Wildheit war es gewesen, die ihr alles genommen hatte. Der Sohn ihres alten Häuptlings hatte geglaubt, er könne sie sich einfach nehmen. Sie hatte sich nur verteidigt, ihm vor den Augen des gesamten Klans den Arm gebrochen und seine Männlichkeit in den Staub getreten. Doch Recht gab es für eine einfache Kriegerin nicht. Die Schande des Häuptlingssohns wurde zu Vharahs Hochverrat gedichtet. Sie hatten sie verstoßen, gejagt wie ein Tier, unfähig, ihre überlegene Stärke zu ertragen.
Die spitzen Stoßzähne, die links und rechts leicht aus ihren Mundwinkeln ragten, kratzten zwar auf seinem Gesicht, doch gleichzeitig erregte es ihn auch. Genauso wie ihr markanter- animalischer Duft, dem gleichermaßen auch eine süß- weibliche Note mitschwang.
Vharah brauchte einfach die Glut des Kampfes, um in Stimmung zu kommen. Das ließ ihren Saft fließen. Sie drückte seinen Körper gegen die raue Rinde eines Baumes. Ihre große Hand packte beherzt in seinen Schritt und was sie dort fühlte, ließ sie grinsen.
Sein Atem ging heiß und seine rauen Hände schoben sich unter den Fellstoff, der ihren Hintern bedeckte, um diesen zu packen und das feste Fleisch zu kneten. Es war heiß uns rau. Sie schnallte die sperrige Waffe vom Rücken und ließ sie in das Gras fallen. Der Nadelgeruch des Waldes, und der feine Moschus des Mannes drang in ihre Nase.








