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Die Akademie

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Zusammenfassung

Eine geheime Welt voller Superkräfte, ein legendärer ehemaliger Schüler und ein mysteriöses Verschwinden – doch nichts ist so, wie es scheint.

Genre:
Fantasy
Autor:
Sov12
Status:
In Arbeit
Kapitel:
1
Rating
n/a
Altersfreigabe
13+

Die Rückkehr

Ein schwarzer Wagen hielt vor einem großen, schwarzen Tor.

Der Motor verstummte.

Der Mann saß noch einen Moment hinter dem Steuer und blickte durch die Windschutzscheibe auf das Schulgelände.

Zehn Jahre.

So lange hatte er diesen Ort nicht mehr gesehen.

Er hatte die Schule seit seinem achtzehnten Lebensjahr nicht mehr betreten.

Er nahm die Hände vom Lenkrad, öffnete die Tür und stieg aus.

Für einen Moment blieb er neben dem Wagen stehen.

Sein Blick wanderte zum Eingang.

Etwas in ihm wollte umdrehen.

Nicht aus Angst.

Eher wegen eines Gefühls, das er seit Jahren erfolgreich verdrängt hatte.

Er schloss die Autotür und ging auf das Tor zu.

Als er davor stand, öffneten sich die schweren Metalltüren automatisch.

Er blieb stehen.

Für einen kurzen Moment sah er wieder sich selbst.

Nicht den Mann, der er heute war.

Sondern einen sechsjährigen Jungen.

Einen Jungen, der damals zum ersten Mal durch genau dieses Tor gegangen war.

Mit sechs Jahren hatte er seine Fähigkeit entdeckt.

Normalerweise zeigten sich die ersten Anzeichen einer Fähigkeit erst ungefähr im Alter von zehn Jahren.

Bei ihm war es anders gewesen.

Vier Jahre zu früh.

Schon damals hatten die Lehrer verstanden, dass mit diesem Jungen etwas Besonderes war.

Zwölf Jahre später war aus ihm eine Legende geworden.

Und jetzt war er wieder hier.

Er ging weiter.

Auf dem Schulgelände herrschte reger Betrieb.

Schüler liefen über den Hof, unterhielten sich oder trainierten ihre Fähigkeiten auf den dafür vorgesehenen Plätzen.

Insgesamt lebten und lernten hier ungefähr dreihundert Schüler.

Dreihundert Menschen, die etwas besaßen, von dem die normale Welt nichts wusste.

Der Mann ging an ihnen vorbei.

Einige Schüler warfen ihm neugierige Blicke zu.

Er beachtete sie nicht.

Dann blieb plötzlich ein Mädchen mitten auf dem Weg stehen.

Ihre Augen weiteten sich.

„...Nein.“

Der Mann ging noch zwei Schritte.

„Das kann nicht sein.“

Er blieb stehen.

Langsam drehte er sich um.

Das Mädchen starrte ihn an.

Für einen Moment sagte keiner von beiden etwas.

Dann lächelte sie.

„Du bist es wirklich.“

Der Mann sah sie an.

Ein kleines Lächeln erschien auf seinem Gesicht.

„Lange nicht gesehen.“

Sie ging auf ihn zu.

„Zehn Jahre.“

„Ja.“

„Du hast dich überhaupt nicht verändert.“

„Du auch nicht.“

Sie lachte leise.

Doch ihr Lächeln verschwand schnell wieder.

„Warum bist du hier?“

Der Mann antwortete nicht.

Ihr Blick wurde ernster.

„Hat es mit dem Brief zu tun?“

Er sah sie an.

„Du weißt davon?“

Sie nickte.

„Ich bin Lehrerin hier.“

Er sah kurz über den Hof.

„Dann weißt du auch, warum ich gekommen bin.“

Sie schwieg.

Bevor sie antworten konnte, ertönte hinter ihnen eine Stimme.

„Hey.“

Der Mann drehte sich um.

Drei Schüler standen einige Meter entfernt.

Alle drei waren größer als die meisten anderen Schüler.

Und alle drei sahen aus, als wären sie es gewohnt, dass andere ihnen aus dem Weg gingen.

Der erste verschränkte die Arme.

„Wer bist du?“

Der Mann sah ihn ruhig an.

„Jemand, der hier früher zur Schule gegangen ist.“

Der zweite Schüler lachte.

„Früher?“

„Ja.“

„Und was willst du dann hier?“

Der Mann antwortete:

„Das geht dich nichts an.“

Das Lachen verschwand aus dem Gesicht des Schülers.

„Was hast du gesagt?“

Die Lehrerin neben dem Mann seufzte.

„Bitte nicht.“

Der erste Schüler trat einen Schritt nach vorne.

„Du kommst hier rein, redest mit einer Lehrerin, als würde dir die ganze Schule gehören, und dann glaubst du, du kannst uns einfach ignorieren?“

Der Mann sah ihn an.

„Ich glaube gar nichts.“

„Dann kämpf gegen mich.“

Stille.

Mehrere Schüler in der Nähe drehten sich um.

Der Mann schüttelte den Kopf.

„Nein.“

Der Schüler grinste.

„Angst?“

Der Mann sah ihn für einen Moment an.

„Nein.“

„Dann kämpf.“

„Ich habe einfach keine Lust.“

Ein Raunen ging durch die Menge.

Der Schüler ballte die Faust.

„Das war die falsche Antwort.“

Er verschwand.

Sein Körper schoss nach vorne.

Einige Schüler schrien überrascht auf.

Der Schlag kam direkt auf das Gesicht des Fremden zu.

Doch der Mann bewegte sich kaum.

Er neigte lediglich den Kopf.

Die Faust glitt wenige Zentimeter an seiner Wange vorbei.

Der Schüler riss die Augen auf.

Der Mann hatte nicht einmal zurückgeschlagen.

Der zweite Schüler griff gleichzeitig an.

Seine Fähigkeit ließ kinetische Energie durch seinen Körper fließen. Jeder Schlag wurde stärker, je länger er kämpfte.

Er schlug zu.

Der Mann hob eine Hand.

Der Angriff kam zum Stillstand.

Ein dumpfer Knall hallte über den Hof.

Der Schüler konnte seinen Arm nicht weiterbewegen.

„Was...?“

Der Mann sah ihn ruhig an.

Dann ließ er ihn los.

Der Schüler taumelte zurück.

Der dritte Schüler war bereits hinter ihm.

Seine Geschwindigkeit war höher als die der anderen beiden.

Er griff an.

Der Mann drehte sich.

Er blockte.

Ein Schritt zurück.

Noch ein Angriff.

Wieder blockte er.

Noch einer.

Wieder.

Die drei Schüler griffen gleichzeitig an.

Doch keiner ihrer Angriffe traf.

Der Mann wich aus.

Blockte.

Drehte sich.

Ein Schritt zur Seite.

Mehr nicht.

Kein wilder Gegenangriff.

Keine sichtbare Anstrengung.

Nur perfekte Bewegungen.

Die Schüler wurden immer hektischer.

Die Menge wurde immer stiller.

Dann ertönte plötzlich eine Stimme.

„Hört auf!“

Drei Lehrer kamen über den Hof gerannt.

Einer von ihnen stellte sich zwischen die Schüler.

„Sofort zurück!“

Die drei Schüler hielten inne.

Sie atmeten schwer.

Der Mann stand noch immer dort.

Völlig ruhig.

Kein Kratzer.

Nicht einmal ein Zeichen von Erschöpfung.

Einer der Lehrer sah ihn an.

Sein Gesicht erstarrte.

Seine Augen weiteten sich.

„...Das kann nicht sein.“

Der Mann sah zurück.

Der Lehrer schluckte.

„Du.“

Ein anderer Lehrer sah ihn verwirrt an.

„Du kennst ihn?“

Der ältere Lehrer antwortete nicht.

Er starrte den Mann weiter an.

Dann sagte er leise:

„Natürlich kenne ich ihn.“

Die drei Schüler sahen zwischen den Lehrern und dem Fremden hin und her.

„Wer ist das?“

Niemand antwortete.

Bis die Lehrerin neben dem Mann schließlich sagte:

„Das ist derjenige, dessen Rekord seit zehn Jahren niemand gebrochen hat.“

Stille.

Der erste Schüler runzelte die Stirn.

„Welcher Rekord?“

Sie sah ihn an.

„Alle.“

Der Mann wandte sich ab.

Er hatte genug.

Doch bevor er weitergehen konnte, hörte er eine Stimme.

Nicht laut.

Nicht überrascht.

Ruhig.

„Also bist du das.“

Der Mann blieb stehen.

Am anderen Ende des Hofes saß ein Schüler allein auf einer Bank.

Ein Buch lag aufgeschlagen auf seinen Knien.

Er hatte den gesamten Kampf beobachtet.

Sein Gesicht zeigte keinerlei Überraschung.

Nur Interesse.

Der Mann sah ihn für einen Moment an.

Dann ging er weiter.

Der ruhige Schüler folgte ihm mit den Augen.

Er schloss langsam sein Buch.

„Interessant.“

Sein Blick wanderte zu den drei Schülern, die noch immer fassungslos dastanden.

Dann zurück zu dem Mann.

„Er ist wirklich zurück.“

Und irgendwo tief unter dem Schulgelände öffnete sich gleichzeitig eine Tür, die seit zehn Jahren niemand mehr geöffnet hatte.

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